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  1. Inaktiver User

    AW: Günter Grass sorgt mit Israel-Gedicht für Empörung

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich verurteile niemand, der bei der HJ oder beim BDM war.
    Nicht mal unbedingt, wer NSDAP Mitglied war - da konnte es z.B. berufliche Gründe geben.
    Ein Erwachsener,der in seiner Stadt die Abtransporte derJuden beobachten konnte und aus Karrieregründen aus Karrieregründen trotzdem NSDAP-Mitglied wurde, ist für Dich also erträglicher als ein 17-Jähriger, der zur Waffen-SS ging.

  2. gesperrt

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    AW: Günter Grass sorgt mit Israel-Gedicht für Empörung

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ein Erwachsener,der in seiner Stadt die Abtransporte derJuden beobachten konnte und aus Karrieregründen aus Karrieregründen trotzdem NSDAP-Mitglied wurde, ist für Dich also erträglicher als ein 17-Jähriger, der zur Waffen-SS ging.
    Das hat sie doch gar nicht gesagt.

    Wer nichts beobachtet hat, oder persönlich nicht die Traute hatte einzugreifen, dem mache ich bestimmt keinen Vorwurf.

    Angst ist menschlich, vor allem in einer Zeit bei der es genügte einen Kochtopf aus einem zerbombten Haus zu holen, um wegen Plünderns aufgehängt zu werden.

  3. Inaktiver User

    AW: Günter Grass sorgt mit Israel-Gedicht für Empörung

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ein Erwachsener,der in seiner Stadt die Abtransporte derJuden beobachten konnte
    Es wird ein bißschen arg OT ..... Aber ok, kurz:

    Viele Leute sind Anfang der dreißiger Jahre in die NSDAP eingetreten, weil sie das beruflich mußten oder sich von dieser Partei Verbesserungen erwarteten.
    Die Judenhetze in ihrer vollen Form ging erst deutlich später los.
    Die Abtransporte der deutschen Juden waren nicht unbedingt zu beobachten .... Ich habe mal zu den Menschen, die in meiner Staße gewohnt haben, recherchiert: Die mußten sich morgens um 8 am Bahnhof einfinden. Selber, sie wurden nicht abgeholt. Das passierte erst viel später, mit den letzten Juden.
    Was soll den Nachbarn da erstmal so auffallen ?
    Davon ab, war zu der Zeit von Ermordung noch keine Rede.
    Die Berliner Juden der ersten Transporte wurden nach Lodz "umgesiedelt" - was das bedeutete, wußte zu den Zeit noch keiner. Es war auch noch garnicht beschlossen, die gezielten Morde in Lodz bzw. Chelmo gingen erst Monate später los.

    Ich finde es selbstverständlich nicht gut, wenn Leute NSDAP Mitglieder wurden .... Aber ich würde manchem zugestehen, das nicht aus Überzeugung getan zu haben.

    Bzw. zu einer Zeit, als noch in keiner Weise absehbar war, was passieren würde. Hitlers Judenhetze wurde ja nicht mal von den Betroffenen Anfang der dreißíger Jahre ernstgenommen.

    Wer zur Waffen-SS ging, wußte aber schon, was er tat. Und wer das noch 1945 tat, als kaum noch einer hinter den Nazis stand .....

    Und ein 17jähriger ist für mich kein Kind mehr.

    Wen das Thema interressiert, dem sei das letzte Buch von Peter Longerich ans Herz gelegt.
    Geändert von Inaktiver User (07.04.2012 um 16:19 Uhr) Grund: Ergänzung

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    AW: Günter Grass sorgt mit Israel-Gedicht für Empörung

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Aber SS ist ein anderes Kaliber - das waren die 1000 %igen.

    Und niemand wurde gegen seinen Willen zur SS eingezogen.
    Auch wenn ich den Kerngedanken deiner Postings hier im Strang zustimme, stimmt die Sache mit der Waffen-SS mglw. nicht; also inwiefern da ausschließlich Freiwillige gelandet sind.

    Bei Wikipedia ist folgendes unter dem Eintrag Günter Grass zu lesen:

    Im November 2007 ließ Grass durch seinen Anwalt eine Unterlassungsklage gegen die Verlagsgruppe Random House, zu der der Goldmann Verlag gehört, einlegen. Mit dieser Klage ging Grass dagegen vor, dass in einer aktualisierten, bei Goldmann erschienenen Fassung der Grass-Biografie von Michael Jürgs die Behauptung aufgestellt wurde, Grass habe sich freiwillig zur Waffen-SS gemeldet.[51] Zu einer Gerichtsverhandlung kam es nicht, Grass und Random House einigten sich jedoch auf einen Vergleich, wonach sich Jürgs verpflichtete, den strittigen Passus in einer Neuauflage dahingehend zu ändern, dass Grass in seiner Autobiographie geschrieben habe, als Siebzehnjähriger zur Waffen-SS-Division „Frundsberg“ eingezogen worden zu sein.[52] Dies entsprach auch der Darstellung von Robert Schindel, wonach Grass – nachdem er sich freiwillig zur U-Boot-Truppe gemeldet hatte und dort nicht genommen worden war – zur Waffen-SS rekrutiert wurde.[40]

    Fakt ist jedenfalls: Grass diente dort von Mitte Februar 1945 bis April 1945 (Verwundung). Fakt ist offenbar aber auch: kurz zuvor hatte er sich FREIWILLIG zur U-Boot-Truppe gemeldet; und die galten ja auch als was besonderes.
    Ich würde also schon sagen: G. Grass hatte als 17-jähriger offensichtlich den Drang, einer 'besonderen' Waffengattung anzugehören, und das zu einem Zeitpunkt, wo praktisch allen klar war, dass der Krieg 'verloren' ist - bis eben auf die ganz fanatischen und Hitler-gläubigen, der ihnen noch eine Wende und/oder die ultimative Geheimwaffe versprochen hat.

    Aber auch das werfe ich dann Grass nicht vor, sondern da hätte er in der Tat mit dieser persönlichen Vergangenheit besser den Mund gehalten.

    VanDyck
    Es gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
    dann durchfluten sie mich wie Regen ...
    American Beauty
    Nothing in life is as important as you think it is, while you are thinking about it.
    Daniel Kahneman

  5. gesperrt

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    AW: Günter Grass sorgt mit Israel-Gedicht für Empörung

    Zitat Zitat von VanDyck Beitrag anzeigen
    ...Aber auch das werfe ich dann Grass nicht vor, sondern da hätte er in der Tat mit dieser persönlichen Vergangenheit besser den Mund gehalten.

    VanDyck
    Einmal Nazi immer Nazi ?

    Ob man das einem 17jährigen vorwerfen kann wage ich zu beweifeln.

    Schau dir mal den Lebensweg von Scharon bei Wikipedia an, da kann man bloss froh sein, dass dieser Mensch im Dauerkoma liegt und nicht weiterhin politisch aktiv sein kann.

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    AW: Günter Grass sorgt mit Israel-Gedicht für Empörung

    Zitat Zitat von VanDyck Beitrag anzeigen
    Aber auch das werfe ich dann Grass nicht vor, sondern da hätte er in der Tat mit dieser persönlichen Vergangenheit besser den Mund gehalten.

    VanDyck
    VanDyck, wenn es darum geht, sich gegen Krieg, egal wann wo und gegen wen, auszusprechen, sollte niemand den Mund halten.
    Gruß dingsda

    Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart.
    Der bedeutendste Mensch ist immer der, der Dir gegenübersteht.

  7. Inaktiver User

    AW: Günter Grass sorgt mit Israel-Gedicht für Empörung

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hoffentlich würdest Du es ähnlich humorvoll sehen, wenn Dich ein 13jähriger Kindersoldat abknallen würde - oder Schlimmeres.
    Diese Art Polemik schätze ich ganz besonders. Es geht um den 17-jährigen Grass, der zur Waffen-SS rekrutiert wurde. Plötzlich werden 13-jährige Kindersoldaten, die mich abknallen könnten, in die Runde geworfen.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ein 17-jähriger ist fast volljährig - er weiß, was er tut.
    Als Grass 17 Jahre alt war, 1945 also, wurde man erst mit 21 Jahren volljährig. Aber davon abgesehen: Wer behauptet, 17-Jährige wissen, was sie tun, der lebt abseits jeglicher Realität. Wenn du in deiner Umgebung keinen Kontakt mit Teenagern hast, dann schau dich doch mal in einem der zahlreichen Erziehungsforen um.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Aber wahrscheinlich dachten die, das wäre nur ein Abenteuerspielplatz ...
    Vielleicht auch das.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    GERADE DIE MENSCHEN, die in der NS Zeit sozialisiert wurden, hatten ein knallhart nationalsozialistisches Weltbild, weil ihnen das Korrektiv fehlte.
    Und deshalb dürfen Menschen, die in der NS-Zeit sozialisiert wurden (das ist eine ganze Generation!), keine kritische Meinung zu Israels Atompolitik äußern? Wo sind wir denn?!

  8. gesperrt

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    AW: Günter Grass sorgt mit Israel-Gedicht für Empörung

    Zitat Zitat von Anne_dingsda Beitrag anzeigen
    VanDyck, wenn es darum geht, sich gegen Krieg, egal wann wo und gegen wen, auszusprechen, sollte niemand den Mund halten.

    Liebe Anne,

    ich gehöre vermutlich nicht zu den Duckmäusern, weder im Netz noch privat.

    Aber ob ich im Falle des Falles vor der Masse hinstehen würde und sage "nein, diesen Krieg will ich nicht" ist noch die Frage.

    Bin ich so mutig ? *grübel*

    Und was bringt es ?


  9. gesperrt

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    AW: Günter Grass sorgt mit Israel-Gedicht für Empörung

    Zitat Zitat von Anne_dingsda Beitrag anzeigen
    VanDyck, wenn es darum geht, sich gegen Krieg, egal wann wo und gegen wen, auszusprechen, sollte niemand den Mund halten.
    Na, entschuldige bitte. Es kommt ja wohl auch darauf an, wen man dabei als Aggressor ausmacht.

    Göbbels hat 1938 auch noch öffentlich davon gesprochen, wie fürchterlich doch ein europäischer Krieg wäre...
    Geändert von Dani (07.04.2012 um 17:01 Uhr)

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    AW: Günter Grass sorgt mit Israel-Gedicht für Empörung

    Zitat Zitat von schnarchstop Beitrag anzeigen
    Einmal Nazi immer Nazi ?
    Nöö. Aber wer erst Jahrzehnte schweigt, wo er mitgemacht hat und dann sowas ablässt, muss sich nicht wundern, wenn er kritisiert wird.
    Und eines is mal ganz sicher: wäre der Weltöffentlichkeit bekannt gewesen, dass Grass, wenn auch nur für kurze Zeit und unter welchen Umständen auch immer, Angehöriger der Waffen-SS gewesen war, dann hätte er nie und nimmer den Nobelpreis für Literatur bekommen.
    Das weiß auch Grass selbst und das hat er immer gewusst.

    Zitat Zitat von Anne_dingsda Beitrag anzeigen
    VanDyck, wenn es darum geht, sich gegen Krieg, egal wann wo und gegen wen, auszusprechen, sollte niemand den Mund halten.
    Ja, irgendwie sich gegen Krieg wo auch immer und gegen wen auszusprechen, bringt ja nichts; so hat das in der Geschichte der Menschheit noch niemals funktioniert.
    Auch Gandhi hat nicht irgendwie und gegen alle oder niemand mit seinem zivilen Ungehorsam protestiert, sondern ganz klar die britischen Besatzer im Auge gehabt.
    Nur wenn der potentielle Aggressor benannt wird, trägt es was zur guten Sache bei. Tut man das nicht, spielt man dem Aggressor letztlich nur in die Hände, selbst wenn man das gar nicht will.
    Und wer der Aggressor im nahen Osten ist und wer nicht, das ist ja sonnenklar. Bspw. der Iran, bzw. seine führenden Kräfte, will Israel von der Landkarte tilgen und nicht umgekehrt!

    VanDyck
    Geändert von VanDyck (07.04.2012 um 17:03 Uhr)
    Es gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
    dann durchfluten sie mich wie Regen ...
    American Beauty
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    Daniel Kahneman

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