Wie soll das Massaker von Hebron 1929 vorkommen, wenn der historische Teil des Films 1945 einsetzt? Ist das Massaker von Hebron für den Protagonisten Len wirklich relevant angesichts Millionen ermordeter Juden, die für ihn doch 1945/46 präsent und aktuell sind, wie ja im Film auch gezeigt wird?
Im Artikel der Jüdischen Allgemeinen wird behauptet, das Selbstmordattentat würde im Film nur am Rande erzählt. Dabei bildet es den dramatischen Höhepunkt des ersten Teils, wird zu Beginn des zweiten Teils wieder aufgegriffen und prägt überhaupt den aktuellen Handlungsstrang ganz entscheidend. Schließlich ist es so, dass die junge Erin (im Artikel werden die Namen dauernd verwechselt) gerade aufgrund des Zusammenhangs, den sie zwischen dem Selbstmordattentat und dem Anschlag auf das Hotel King David herstellt, den Großvater ihrer Freundin befragt, selbst ein ehemaliger Kämpfer der Irgun. Was dieser Großvater zu sagen hat, klingt (zumindest in meinen Ohren) absolut nachvollziehbar und überzeugend. Auch dieser Großvater ist, ganz klar, ein sympathischer Israeli, ebenso wie Erins Freundin und deren Eltern.
Ich lehne mich jetzt mal ein wenig aus dem Fenster, ohne die beiden letzten Teile gesehen zu haben. Die Botschaft des Films stellt sich für mich bislang wie folgt dar: Gewalt generiert Gewalt, aus Leid entsteht immer neues Leid.
Und ich wage zu behaupten, dass dies ein ewiges menschliches Thema ist - unabhängig davon, ob die an der Gewaltspirale Beteiligten "Israelis und Palästinenser", "Russen und Polen" oder "Franzosen und Deutsche" heißen.
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24.04.2012, 09:54Inaktiver User
AW: Günter Grass sorgt mit Israel-Gedicht für Empörung
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24.04.2012, 10:16Inaktiver User
AW: Günter Grass sorgt mit Israel-Gedicht für Empörung
Ich sagte: EIN BEISPIEL, der Konflikt dauerte ja schließlich Jahrzehnte.
Sorry, das ich auch noch ein bißschen arbeite und nicht exakt für den Monat von "Len's" Ankunft was Passendes recherchieren konnte.
Natürlich ist das relevant in einem Film zum jüdisch-palästinensischen Konflikt !Ist das Massaker von Hebron für den Protagonisten Len wirklich relevant angesichts Millionen ermordeter Juden, die für ihn doch 1945/46 präsent und aktuell sind, wie ja im Film auch gezeigt wird? ...
Das da eben ein Bürgerkrieg tobte, in dem beide Seiten sich gegenseitig töteten. Der Film zeigt das höchst einseitig - berechnende, intrigenspinnende, mordende Juden auf der einen Seite, gastfreundliche, unschuldige Palästinenser auf der anderen.
Vor allem wird er in dem Sinne dargestellt, das man für so "Aktionen" ja nun Verständnis haben muß ....Im Artikel der Jüdischen Allgemeinen wird behauptet, das Selbstmordattentat würde im Film nur am Rande erzählt....)
Ich finde nicht, das die Eltern - von den Eingangsszenen abgesehen - sympathisch rüberkommen. Sondern eher als unreflektierte Hardliner, jedenfalls der Vater.Was dieser Großvater zu sagen hat, klingt (zumindest in meinen Ohren) absolut nachvollziehbar und überzeugend. Auch dieser Großvater ist, ganz klar, ein sympathischer Israeli, ebenso wie Erins Freundin und deren Eltern. ...
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24.04.2012, 10:29Inaktiver User
AW: Günter Grass sorgt mit Israel-Gedicht für Empörung
Kein Problem, für mich hättest du gar nicht zu recherchieren brauchen.
Aus meiner Sicht sind die Selbstmordattentäter glasklar mordende Palästinenser.
Und weshalb der Film 1945 einsetzt, wird ebenfalls klar, wenn man sich Kosminskys Erklärungen zur Entstehung des Films anschaut: Alle Figuren basieren auf Personen, die er selbst interviewt hat.
Hier sind wir wieder bei einer Frage der Sichtweise.
Bemerkenswert finde ich übrigens, dass du den Film zunächst als "interessant" bezeichnet hast, nach dem Einstellen des Artikels aus der Jüdischen Allgemeinen dann aber als undifferenziert und "einseitig".
Ich persönlich denke lieber mit meinem eigenen Kopf.
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24.04.2012, 11:21Inaktiver User
AW: Günter Grass sorgt mit Israel-Gedicht für Empörung
Ich kann auch einen Film interessant finden, dessen Inhalt ich so nicht zustimme.
Ich finde diesen Firm hervorragend gemacht und die Idee mit den Zeitschienen und den Protagonisten (Besatzungssoldat / Enkelin 60 Jahre später) super. Ich werde mir die anderen beiden Teile auch ansehen.
Deshalb kann ich die Darstellung ja trotzdem einseitig finden, gelle ?
Ich sehe da keinen Widerspruch zu dieser Aussage:
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24.04.2012, 12:26Inaktiver User
AW: Günter Grass sorgt mit Israel-Gedicht für Empörung
Potzblitz. Das hast du klasse zusammengefasst.
Mach doch bitte das Gleiche mit Macbeth, mit Goethes Faust oder mit Süskinds Parfum.
Danke im voraus.
Wen es interessiert: FAZ-Rezension von Kosminskys "Dschihad in der City"
Vielleicht kommt der Film ja wieder mal auf ARTE.
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24.04.2012, 12:45Inaktiver User
AW: Günter Grass sorgt mit Israel-Gedicht für Empörung
*uups*
Die Jüdische Allgemeine ist eben nicht gerade das Blatt, das einem zum Thema 'Qualitätsjournalismus' als erstes einfällt.
Sie wird übrigens vom Zentralrat der Juden herausgegeben.
Seit einiger Zeit gibt es eine verstärkte Anlehnung des Blattes an die politischen Positionen des Herausgebers: "Chef der Jüdischen Allgemeinen geht", Tagesspiegel
.Geändert von Inaktiver User (24.04.2012 um 15:01 Uhr)
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24.04.2012, 13:19Inaktiver User
AW: Günter Grass sorgt mit Israel-Gedicht für Empörung
In der gleichen Jüdischen Allgemeinen ist ein Aufruf des notorischen Ralf Giordano*) abgedruckt, der die Verteilung des Koran in Deutschland "als schamlosen Missbrauch der grundgesetzlich garantierten Religionsfreiheit" darstellt, "unabhängig davon, ob es justiziabel ist oder nicht".
Ja, was jetzt? Sollte das etwa nicht justiziabel sein ??
Grundgesetzlich garantierte Religionsfreiheit schließt alle Religionen ein? Nicht nur Judentum und Katholizismus, sondern jetzt sogar den Islam?
"Dagegen kann es nur den Aufruf zum Widerstand geben!" sagt Giordano.
Und wer hat Schuld an dieser schockierenden Situation? Giordano weiß Bescheid:
"Es ist vor allem die Gilde der Multikulti-Illusionisten, Sozialromantiker, Dauerumarmer, Beschwichtigungsapostel und Gutmenschen vom Dienst, die durch Abwiegelung auffällt."
Heute ist ein lustiger Tag. Ich lese viele lustige Dinge.
*) Ralf Giordano, das ist der Mann, der in der WELT einen offenen Brief an Bundespräsident Köhler geschrieben hatte, worin er das Staatsoberhaupt aufforderte die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an eine jüdische Palästinenser-Anwältin und Menschenrechtsaktivistin zurückzunehmen und im übrigen zu veranlassen, dass "Regularien" eingeführt werden, die dafür sorgen, dass ein solcher "Skandal" sich nicht wiederholt. Er stünde hierfür jederzeit zur Verfügung.
.Geändert von Inaktiver User (24.04.2012 um 13:45 Uhr)
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24.04.2012, 13:55Inaktiver User
AW: Günter Grass sorgt mit Israel-Gedicht für Empörung
schnarchstop wurde gesperrt.
Bingo! Wieder eine unliebsame Userin/Meinung weniger.
.Geändert von Inaktiver User (24.04.2012 um 14:20 Uhr)
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24.04.2012, 14:25Inaktiver User
AW: Günter Grass sorgt mit Israel-Gedicht für Empörung
Woran mag das wohl liegen ? *grübel grübel*
Freut mich zwar, das Du die "Jüdische Allgemeine" so interessiert liest, aber die Kritik daran geht so ziemlich durch alle Presseorgane dieser unserer Republik.In der gleichen Jüdischen Allgemeinen ist ein Aufruf des notorischen Ralf Giordano*) abgedruckt, der
Oder ist das auch wieder von Israel gesteuert ?
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24.04.2012, 14:36Inaktiver User



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Aha.
