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20.04.2012, 21:44Inaktiver User
AW: Günter Grass sorgt mit Israel-Gedicht für Empörung
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20.04.2012, 21:54
AW: Günter Grass sorgt mit Israel-Gedicht für Empörung
Eine Sache wird mir bei dieser ganzen Geschichte nochmal bewusst:
das es auch im (eher) 'linken' politischen Spektrum - sagen wir mal - sehr seltsame Ansichten geben kann. Hängt dann im Fall Israel damit zusammen, dass bei den 68ern irgendwann die ursprünglich pro-israelische Einstellung umgeschwenkt ist; das hat offenbar Auswirkungen bis heute.
Und ich spanne den Bogen noch weiter: dass nämlich eine gewisse Anzahl ehemaliger Nazis und Mitläufer nach dem Krieg durchaus bei der politischen Linken, bspw. SPD, eine neue politische Heimat gefunden haben, wenn auch nicht soviele, wie bei CDU und FDP - doch dieser Umstand hat mglw. seine Auswirkungen bis heute, nur Einige wollen es nicht so wahrhaben.
Die DDR hats ja gleich anders gemacht - die haben für die ehemaligen Nazis und Mitläufer (sofern sie sich nicht aktiv die Hände schmutzig gemacht haben) gleich n eigenen Verein gegründet: die Blockpartei NDPD - damit war der Fall dann sozusagen offiziell erledigt und man konnte sich rühmen, keine Nazis mehr zu haben ... aber die Mentalitäten wirkten weiter ... bis heute ...
Es wird nicht albern - ich beziehe mich nur darauf, was Günter Grass selbst korrigiert hat, als er sagte, das mit Israel hätte er nicht so gemeint, sondern er hätte lieber von der israelischen Regierung schreiben sollen.
Also bitte erst richtig informieren, bevor du losschreibst.
VanDyckEs gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
dann durchfluten sie mich wie Regen ...
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20.04.2012, 22:06
AW: Günter Grass sorgt mit Israel-Gedicht für Empörung
@van Dyck.
Es ist kein Geheimnis das es in allen Parteien ehemalige Nazis gab. Sogar in der SED.
Und ja, viele eher linksstehende und die sog. 68er sind Israelfeindlich.
Und richtig ist auch das wir, also die CDU, wohl den größten Anteil dieser ehemaligen Nazis hatten.
Aber direkte Auswirkungen bis heute kann und will ich nicht sehen. Bei keiner Partei.
Bei Grass ist es vermutlich der unbewusste Versuch sein eigenes schlechte Gewissen auzuarbeiten.
Aber anyway, es juckt mich nicht wirklich.
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20.04.2012, 22:13Inaktiver User
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20.04.2012, 22:17
AW: Günter Grass sorgt mit Israel-Gedicht für Empörung
Das interessante dabei ist ja: das lässt sich letztlich nicht rational erklären.
Doch ... gewissermaßen, auch wenn es sich abschwächt: es gab mal in den 80er Jahren eine Untersuchung, bei der herauskam, dass knapp 30% aller SPD-Wähler sogenannte 'autoritäre Erklärungsmuster', als auch 'Lösungen' für gesellschaftliche Entwicklungen hat.Und richtig ist auch das wir, also die CDU, wohl den größten Anteil dieser ehemaligen Nazis hatten.
Aber direkte Auswirkungen bis heute kann und will ich nicht sehen. Bei keiner Partei.
Das erklärt ja auch, dass die SPD bei Wahlen, mit Ausnahme von Brandt, offenbar nur dann Erfolge haben kann, wenn an der Spitze jemand steht (z.B. Kanzlerkandidat), der solche 'autoritären Erklärungsmuster' sozusagen bedient -- Schmidt, Schröder ... Steinbrück???? ... sone Art Haudegen immer.
Okay - hat jetzt nicht unmittelbar mit den Parteien selbst zu tun auf den ersten Blick ...
Am meisten hat mich ja umgehauen, dass der offenbar konsequent es ablehnt, sich mit israelischen Botschaftern zu treffen ...Bei Grass ist es vermutlich der unbewusste Versuch sein eigenes schlechte Gewissen auzuarbeiten.
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20.04.2012, 22:22
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20.04.2012, 22:24
AW: Günter Grass sorgt mit Israel-Gedicht für Empörung
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20.04.2012, 22:30
AW: Günter Grass sorgt mit Israel-Gedicht für Empörung
Ist doch Wurscht ob der Steinbrück nun aufgeblasen ist oder nicht - ich meinte was anderes ...
Nämlich den sogenanten Autoritarismus, der sich durchaus über Generationen hinweg in die Köpfe 'einschreiben' kann, immer wieder 'modernisiert' als auch modifiziert, sozusagen 'erneuert', dann auch 'gebrochen' - aber eben doch noch vorhanden ... auch in Parteien ...
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21.04.2012, 00:24Inaktiver User
AW: Günter Grass sorgt mit Israel-Gedicht für Empörung
Rational erklären schon, man muss für ratio halt auch empfänglich sein.

Das was du "israelfeindlich" nennst, ist eine Kritik an den Menschenrechtsverletzungen, die Israel seit langem an den Palästinensern begeht.
Auch wenn du diese Thematik ausblendest - irrational ist sie nicht.
Das ist doch Schwachsinn. Trifft er sich denn mit französischen, russischen, amerikanischen, spanischen Botschaftern?Am meisten hat mich ja umgehauen, dass der offenbar konsequent es ablehnt, sich mit israelischen Botschaftern zu treffen ...
Wir reden hier von Grass und nicht von einem Partylöwen wie Wowereit.
Ein Literaturnobelpreisträger bekommt garantiert mehr Einladungen, als mit seinem i.d.R. zurückgezogenen Lebensstil vereinbar ist. Jeder möchte sich gern im Glanze eines hoch dekorierten Literaten sonnen.
Wenn Grass keinen Bock hat als Salondichter und Staffage der israelischen Botschaft zu dienen und auf Champagner-Empfängen Smalltalk mit Dummschwätzern zu machen, dann hat er mein vollstes Verständnis.
.Geändert von Inaktiver User (21.04.2012 um 00:59 Uhr)
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21.04.2012, 09:04



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