Unser Körper ist unterm Strich nix anderes als ein Auto. Die Niere ist sowas wie ein Vergaser (oder Katalysator ... bin im Moment nicht sicher?!) und aus dem Auspuff kommt, was vom Anfangs zugeführten Treibstoff übrig bleibt ... alles ist gleich wichtig weil es zum selben Prozess, nur eben zu anderen Abschnitten desselben gehört.
Und wessen Würde wird hier explizit verletzt ... dem, dem ungewollt etwas aus dem Körper tritt ... dem, der zugestimmt hat ... oder dem, dem etwas aus dem Körper entnommen wird ... oder dem, dem aus dem Harnsystems eines anderen Menschen in den eigenen Körper wieder eingebaut wird?
Das Thema Organspende ist ziemlich komplex ... ob Würde in dem Zusammenhang da unbedingt durch etwas verletzt wird, was zugegebenermassen nicht besonders appetitlich ist, aber nunmal lediglich jeweils Teil eines Energieumwandlungsprozesses darstellt ... nun ja![]()
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02.03.2012, 23:00Inaktiver User
AW: Organspenden - Recht und Moral
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02.03.2012, 23:08Inaktiver User
AW: Organspenden - Recht und Moral
Der entscheidende Unterschied ist aber, dass ein Auto nicht weiß, dass es ein Auto ist, wir wissen aber schon, wer wir sind und wir können mental in unsere Zukunft schauen. Das ändert einfach alles!
Natürlich sind wir auch ein Stück Natur und werden schlussendlich in der Natur wieder aufgehen - aber im Gegensatz zur übrigen Natur wissen wir das und können darüber nachdenken.
Dass uns Würde mehr oder weniger wichtig ist, hängt sicher genau damit zusammen.
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02.03.2012, 23:15
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02.03.2012, 23:17Inaktiver User
AW: Organspenden - Recht und Moral
Ja ... tun wir ja. Und solang wir über ein System sprechen, bei dem ich ausdrücklich zustimmen muss, sehe ich weder meine Würde noch mein körperliches Selbstbestimmungsrecht berührt.
Anders sieht es aus, bei dem System, was auch schon ins Gespräch gebracht würde, nämlich dass ich ausdrücklich widersprechen muss, dass mir etwas entnommen wird. Dazu würde ich nie meine Stimme geben
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02.03.2012, 23:23Inaktiver User
AW: Organspenden - Recht und Moral
Noch vorsichtshalber ein Nachtrag:
ich rede hier nur davon, wie ich das für mich selber halte!
Weder irgendjemanden, noch Freunden oder meiner Familie würde ich versuchen, sie von meiner Haltung zu überzeugen, sondern lediglich darlegen.
Ansonsten soll das jeder schön für und mit sich selber ausmachen.
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02.03.2012, 23:26
AW: Organspenden - Recht und Moral
Ich bin überzeugte Organspenderausweis-Besitzerin. Ich kenne Menschen, die durch ein Spenderorgan ein akzeptables Leben bekommen haben.
Ein bisschen steckt aber auch eine ganz egoistische Motivation dahinter: Ich hoffe, dass ich als bekennender und dringend benötigter Organspender nicht lang in einem aussichtslosen hirngeschädigten Zustand gehalten werde.
Da ich keine Angehörigen mehr habe, trage ich immer und überall den Organspenderausweis (mit Anmerkungen zur Anästhesie zur Organentnahme natürlich) sowie Zettel mit dem Hinweis auf Patientenverfügung bei mir.Thank you for observing all safety precautions.
(aus Dark Star von John Carpenter)
Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
sonst normale Userin
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02.03.2012, 23:42
AW: Organspenden - Recht und Moral
Das tückische ist, dass man ja vorher nicht weiß, ob man ggf. mal der Spender oder der Empfänger sein würde. Wahrscheinlich ist es mal wieder so wie meistens: Ein Organ nehmen würden fast alle. Reserviert ist man eher bei der Frage des Gebens, nicht war?
Für mich persönlich ist die Regelung durchaus angemessen. Obwohl für die Organspende eher aufgeschlossen, hätte ich mich von selbst wohl nicht auf den Weg gemacht. Aber wenn mich denn dereinst, die KV anschreibt, wie ich es mit der Spende halte werde ich jedenfalls darüber ernsthaft nachdenken und auch eine Entscheidung treffen. Vermutlich sogar die, Spender zu werden.schlechte Technik
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schlechte Laune
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02.03.2012, 23:53Inaktiver User
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03.03.2012, 08:44
AW: Organspenden - Recht und Moral
Wie kommst du auf die Idee, dass du NACH deinem Tod noch etwas mitbekommst? Der Mensch klammert sich ja gerne an romantische Vorstellungen des ewigen Lebens, aber das ist wirklich abstrus zu glauben, dass nach dem Tod noch ein körperliches Bewusstsein existiere.
Das ist durchaus auch wieder ein Beitrag von jemandem, der Angst aus Unwissenheit zeigt. Oder zuviele Hollywoodstreifen geschaut hat.
Aber da ich dann auch annehme, dass du kein Spenderorgan annehmen würdest und auch deine Lieben nicht, gleicht sich das ja aus.
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03.03.2012, 09:16
AW: Organspenden - Recht und Moral
Es dauert ein bisschen, bis sich die Seele vom Körper löst. Sie geht erst, wenn das Herz-Kreislauf-System ausfällt, nicht, wenn das Gehirn nicht mehr funktioniert.
Kann man dran glauben, muss man aber nicht. Wie man möchte.
Ich möchte in Ruhe und Würde sterben. Und meine Lieben ebenso.



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