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    AW: Organspenden - Recht und Moral

    Zitat Zitat von Silbervogel Beitrag anzeigen

    Ich finde es übrigens auch interessant, dass du für deine Lieben mit entscheidest. Sollte das nciht jeder selber tun?
    Für meine minderjährigen Kinder? Natürlich entscheide ich das.


    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das Schmerzempfinden ist bei Hirntoten noch nicht völlig ausgeschaltet.
    Als Beweis dienen "ausgeweidete" Menschen. Sie sehen nicht so friedlich aus wie sonst Verstorbene.
    Das habe ich auch gelesen. Einfach mal *initiative kao* googlen, da kann man die Berichte der Eltern lesen. Seitdem habe ich keinen Organspendeausweis mehr (den ich bis dahin über 20 Jahre lang hatte).


    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Sollen Menschen, die nur bedingt zur Organspende bereit sind, auch selbst keine Organe erhalten?
    Ich glaube, diese "Drohung" würde bei mir nichts ändern.
    Bei mir auch nicht. Ich denke, ich würde kein fremdes Organ haben wollen. Wir müssen alle sterben, der eine früher, der andere später. Warum kann das nicht einfach so hingenommen werden?

  2. VIP

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    AW: Organspenden - Recht und Moral

    Schön, dass Du den Artíkel nennst.

    Tatsächlich haben auch schon manche der schwer hirngeschädigten Patienten nach dem Abschalten der Geräte begonnen, spontan zu atmen. Allerdings ist das eher selten. Und dann geht´s ja erst lo mit dem Horror!

    Nun weiß ich definitiv für mich selbst, dass ich lieber rechtzeitig in den OP gefahren werden möchte, damit meine Organe entnommen werden können. Dann bin ich definitiv tot. Wenn aber nach dem Abschalten tatsächlich die Spontanatmung einsetzt, der Hirnschden jedoch bestenfalls ein Wachkoma zulässt aber kein selbstbestimmtes Leben, dann bin ich eine Art lebender Leichnam, der gewendet und gewaschen wird. Noch schlimmer, wenn ich vielleicht noch irgendetwas spüre und meinen Zustand mitbekomme. Dann bleibt nur, auf die früher oder später sicher kommende Lungenentzündung zu hoffen.

    Wie gesagt: Ich weiß für mich definitiv, was ich möchte. Hätte ich noch Angehörige, würde ich sie wieder und wieder bitten, ihren Willen in einer Patientenverfügung zu dokumentieren. Läge keine vor, würde ich in oben genannter Situation pro Organspende entscheiden.
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


    Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
    sonst normale Userin

  3. Inaktiver User

    AW: Organspenden - Recht und Moral

    Zitat Zitat von katelbach Beitrag anzeigen
    Tatsächlich haben auch schon manche der schwer hirngeschädigten Patienten nach dem Abschalten der Geräte begonnen, spontan zu atmen. Allerdings ist das eher selten.
    Ich hatte genau den Fall in der nächsten Verwandtschaft, und derjenige hat dann noch vier Jahre im Wachkoma gelebt. Was nicht erstrebenswert ist - aber er ist eben auch nicht von allein gestorben, obwohl man das meinte...

  4. Inaktiver User

    AW: Organspenden - Recht und Moral

    Zitat Zitat von Snubi Beitrag anzeigen
    Ich denke, ich würde kein fremdes Organ haben wollen. Wir müssen alle sterben, der eine früher, der andere später. Warum kann das nicht einfach so hingenommen werden?
    Ganz genau. Ich würde wohl auch bei anderen Erkrankungen nicht alles medizinisch nur mögliche ausschöpfen wollen. Aber im Unterschied zur Organspende tangiere ich eben nicht andere Personen damit.

    Wie man gut damit leben kann, das Organ eines Toten in sich zu tragen kann ich mir schwer vorstellen. Ich finde das einen Alptraum. Aber so geht es mir auch bei vielen Dingen in Sachen Reproduktionsmedizin. Nach Jahren aufgetaute und eingepflanzte Embryonen zum Beispiel.

  5. Moderation

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    AW: Organspenden - Recht und Moral

    Zitat Zitat von katelbach Beitrag anzeigen
    @ jofi

    Wenn wir im Hospiz sind oder in einem Zustand, in dem wir überhaupt ins Hospiz dürfen, dann will keiner mehr was von uns. Ein bisschen Hornhaut oder einen Knochenspan vielleicht ausgenommen. Da würde ich mir keine Gedanken machen, dann sind wir ungeeignet.

    Es handelt sich weitestgehend um gesunde Menschen in guter körperlicher Verfassung ohne schwere Grundkrankheiten, die nach einem schweren Unfall schwerste und irreversible Hirnschäden haben und die ohne maschinelle Unterstützung innerhalb kürzester Zeit sterben würden.
    So ist es. Und das dürfte auch der Grund sein, warum niemand das Thema Organspende ansprach, bevor deine Mutter starb, Jofi. Alten Menschen würde man keine Organe mehr entnehmen. Eine offizielle Altersgrenze gibt es nicht, aber das postoperative Risiko steigt für den Empfänger natürlich an, in je schlechterem Zustand das Spenderorgan bei Tranplantation ist.

    Der Personenkreis, der für eine Spende in Frage kommt, ist sehr begrenzt, siehe das, was katelbach schreibt.


    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Man denkt nicht weiter drüber nach heißt für mich, es wird so getan als ob Transplantation die Lösung aller Probleme wäre, jedenfalls klingt das so wenn es heißt so und so viele Leute sterben weil es die Organe nicht gibt. Und wenn es sie gäbe stürben sie vielleicht bei der OP oder danach, weil das Organ nicht arbeitet oder abgestoßen wird oder wie in einem besonders tragischen Fall mit Tollwut infiziert war und der Empfänger ist dann daran gestorben.
    Ich finde das einen wichtigen Aspekt. Die Transplantationsmedizin löst ein paar Probeme, verursacht aber auch wieder neue.

    In der Transplantationsmedizin wird eine Menge Geld verdient. Allein die sogenannte Evaluation (medizinischer Rundumcheck der als Organempfänger geplanten Patienten) wird von den Kassen sehr gut entlohnt, weshalb manchmal auch Patienten in den "Genuss" dieser Maßnahme kommen, die schon viel zu krank sind, als dass sie guten Gewissens noch als transplantabel eingestuft werden könnten (womit die Zahl auf den Wartelisten erhöht wird, der damit verbundene politische Effekt ist durchaus erwünscht).

    Ich bin selbst zutiefst gespalten in der Frage, ob ich mich als Spenderin zur Verfügung stellen möchte, obwohl (oder vielleicht auch gerade weil) ich beruflich mit Patienten vor und nach Transplantation zu tun habe und man eigentlich meinen sollte, dass ich mir da eine dezidierte Meinung bilden kann.

    Ich habe Menschen kennengelernt, denen durch eine Transplantation ein neues Leben geschenkt wurde, da sage ich: das ist eine tolle Sache, warum überlege ich überhaupt noch?

    Und dann gibt es diejenigen, die schwerstkrank monatelang im KH verbracht haben, permanent wechselnd zwischen Intensiv- und Normalstation, dann schließlich transplantiert wurden, die OP nur knapp oder gar nicht überlebt haben. Was auch oft nicht bedacht wird: Transplantierte sind weiterhin chronisch krank. Sie müssen lebenslang Medikamente nehmen, die oft verheerenden Nebenwirkungen haben, sie sind lebenslang immunsupprimiert, jeder kleine Infekt kann für sie lebensbedrohlich sein (ähnlich wie bei HIV-Positiven). Der Mensch ist eben doch kein Auto.

    Gut, auch da könnte man sagen: Es war wenigstens einen Versuch wert. (Und doch kommt mir da manchmal die Frage: wo ist da die Grenze? Solch ein Patient kann den Krankenkassen mit allen Vorbereitungs-, Operations- und Folgekosten Kosten in Millionenhöhe verursachen. Wären diese Gelder vielleicht an andere Stelle sinnvoller verwendet? - Nur mal als vorsichtige Frage formuliert.)

    Und dann die Fälle, die ich als fragwürdig einstufen würde. Z.B. die Lebertransplantation bei einem Menschen mit einer fortgeschrittenen Krebserkrankung (à la Steve Jobs). Oder die an den Alkoholiker, der zum Zeitpunkt der Transplantation noch nicht lange trocken war und seine neue Leber munter weiter begießt. Oder ein Fall, von dem ich weiß, in dem das passiert ist, was in dem von jofi hier verlinkten Interview als Gefahr erkannt wird:

    Man muss darauf achten, dass Menschen nicht von ihren Familien gezwungen werden zu spenden. Von Ländern wie Afghanistan oder Pakistan ist beispielsweise bekannt, dass dort praktisch nur Lebendspenden gemacht werden, weil das Hirntodkriterium nicht anerkannt wird. Allerdings werden in der Regel Frauen gezwungen, für männliche Familienangehörige zu spenden. Zum Beispiel Frauen, die noch nicht verheiratet sind, die nicht zu verheiraten sind oder auch Witwen – also Frauen, die in diesen Ländern keinen gesellschaftlichen Wert darstellen. Den umgekehrten Fall, also eine Lebendspende von Mann zu Frau, gibt es hingegen so gut wie nie. Lebendspenden können also höchst problematisch sein.


    Und um an dieser Stelle auf dein Anliegen zurückzukommen, Blairwitch: Wenn es schon bei Lebendspenden innerhalb einer Familie schwierig ist, einwandfrei festzustellen, dass die Spende freiwillig und nicht auf moralischen (oder sogar ökonomischen) Druck hin passiert (der von mir oben erwähnte Fall hing durch die klinikinterne Ethikkommission!) - wie willst du das bei Menschen, die sich nicht nahe stehen, sicherstellen? Dazu schreibst du leider überhaupt nichts.
    Moderation in der Religion, der Politik und im Glücklicher Leben.

    ... und seit dem 16.11. unter demselben Nick bei Be Friends Online unterwegs

  6. gesperrt

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    AW: Organspenden - Recht und Moral

    Zitat Zitat von Snubi Beitrag anzeigen
    Für meine minderjährigen Kinder? Natürlich entscheide ich das.


    Das war mir aus deinen Postings nicht klar, dass es sich um deine minderjährigen Kinder handelt. Es hätten auch Onkel, Tanten, Schwestern, Eltern und erwachsene Kinder sein können.

  7. gesperrt

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    AW: Organspenden - Recht und Moral

    Zitat Zitat von Snubi Beitrag anzeigen
    Bei mir auch nicht. Ich denke, ich würde kein fremdes Organ haben wollen. Wir müssen alle sterben, der eine früher, der andere später. Warum kann das nicht einfach so hingenommen werden?
    Dann können wir ja die Krankenhäuser schließen. Gehst du zum Arzt wenn du krank bist oder lässt du es drauf ankommen, da du ja eh sterben musst?

  8. Inaktiver User

    AW: Organspenden - Recht und Moral

    Zitat Zitat von Analuisa Beitrag anzeigen
    Der Mensch ist eben doch kein Auto.
    Ich schrieb, der Körper ist ein Auto, nicht der Mensch

  9. Inaktiver User

    AW: Organspenden - Recht und Moral

    Auch nicht, analuisa hat es ja ausführlich beschrieben.

    Ich wiederhole mich, ich finde es wirklich propagandamäßig, was derzeit in Sachen Transplantationsmedizin geschieht.

    Es wird dir eben nicht - wie beim Auto - einfach ein neuer Motor eingesetzt und weiter geht's - das wird aber immer suggeriert. Als ob man einfach ein Ersatzteil beim einen ausbaut, dem anderen einbaut und alles ist bestens.

    Und das stell ich eben in Frage.

    Ich weiß auch nicht, analuisa hat es angesprochen, ob es vertretbar ist für einen einzigen Menschen, den man dadurch nicht gesund machen kann, derart viel Geld auszugeben - während man gleichzeitig vielen anderen viel kleinere Maßnahmen verweigert.

    Auch da kann man doch überlegen, welche Interessen dahinterstehen, und ob es wirklich immer der Mensch und seine Gesundheit sind oder nicht vielmehr ganz handfeste finanzielle Aspekte, und/oder ein durch keine ethischen Grenzen gehinderter Forschungsgeist.

    Ich glaube nicht, dass alles was getan werden kann auch getan werden soll oder darf.

  10. Inaktiver User

    AW: Organspenden - Recht und Moral

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Auch nich
    Doch, der Körper ist nichts anderes als eine komplizierte Maschine, die aber in erster Linie durch einen Energieumwandlungsprozess (wie eben im Auto) in Funktion gehalten wird. Nun ist vieles andere, das nötig ist, um aus dem puren, physischen Handlungs- und Bewegungsprozess einen Menschen werden zu lassen, auch an oder in diesem Körper untergebracht, aber eben als eigene Systeme, die einander bedingen.

    Gerade das System "Hirn" bräuchte den menschlichen Körper, so wie wir ihn kennen, am wenigsten von allen Systemen die noch dort untergebracht sind.

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