Die Niedriglohn-Jobs sind nicht in Ordnung, das ist klar. Aber die Abhilfe hierzu heißt Mindestlohn.
Streuner schrieb, dass er ein BGE von 1000 Euro im Monat wünscht. H4 bedeutet heute für einen Single ca. 800 Euro im Monat (374 Euro + Miete, Heizung, etc.). Der Unterschied beträgt also 200 Euro pro Monat. Was ist daran ganz anders? Du könntest genauso fordern H4 um 200 Euro zu erhöhen.
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Ergebnis 11 bis 20 von 53
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25.01.2012, 19:17
AW: Arbeitslosigkeit in Europa auf historischem Höchststand
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25.01.2012, 19:34Inaktiver User
AW: Arbeitslosigkeit in Europa auf historischem Höchststand
BGE wäre für jeden Bürger - das ist ja wohl schon mal ein gewaltiger Unterschied.
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25.01.2012, 20:02
AW: Arbeitslosigkeit in Europa auf historischem Höchststand
Ach so. Jeder bekäme das! Das wären 2000 Euro pro Monat für meine Frau und mich und meine studierende Tochter müsste ich auch nicht mehr sponsern - da könnte ich mich sofort zur Ruhe setzen.
OK, bin nun auch für ein BGE!
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26.01.2012, 10:41Inaktiver User
AW: Arbeitslosigkeit in Europa auf historischem Höchststand
BGE oder Ähnliches wird nicht nur in Deutschland diskutiert:
Bedingungsloses Grundeinkommen
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26.01.2012, 11:51Inaktiver User
AW: Arbeitslosigkeit in Europa auf historischem Höchststand
Der wichtigste Unterschied liegt bereits im Begriff: "bedingungslos".
Heute muss sich jemand nackig machen, um Hartz-IV zu beziehen; außerdem müssten die Ersparnisse weitgehend aufgebraucht werden, bevor jemand überhaupt für Hartz-IV in Frage kommt. Auch wertvollere Sachwerte aus dem Bereich nicht pfändbarer Güter (Möbel, Fahrzeug) müssten erst aufgebraucht, d.h. mit geringwertigen Sachgütern ersetzt werden, bevor Hartz-IV beantragt werden kann.
Bei Verweigerung von Arbeit kann Hartz-IV möglicherweise sogar gekürzt werden (da bin ich aber nicht sicher).
Bei Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens würde all das entfallen.
Diese Idee birgt viele Probleme und Schwierigkeiten. Zum einen müsste man das Steuersystem sowie die Sozialsysteme komplett umkrempeln. Zum anderen ist der Verzicht auf den Nachweis gewisser (Hartz-IV-)Voraussetzungen natürlich sehr teuer. Dies gilt umso mehr, wenn dieses BGE auch noch deutlich über Hartz-IV-Sätzen liegen soll.
Weitere Problem sind psychologischer Natur (fragwürdige Anreize)
sowie rechtlicher Natur (wie soll man angesichts EU-weiter Freizügigkeitsregeln verhindern, dass EU-Bürger aus anderen Ländern in ein solches System einwandern).Geändert von Inaktiver User (26.01.2012 um 12:01 Uhr)
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26.01.2012, 12:08Inaktiver User
AW: Arbeitslosigkeit in Europa auf historischem Höchststand
Vielleicht solltest du erstmal lesen um was es geht und wie es angedacht ist bevor du jubilierstAch so. Jeder bekäme das! Das wären 2000 Euro pro Monat für meine Frau und mich und meine studierende Tochter müsste ich auch nicht mehr sponsern - da könnte ich mich sofort zur Ruhe setzen.
OK, bin nun auch für ein BGE!
zum Beispiel hier:
Bedingungsloses Grundeinkommen
(ooouuups: Meinungsfreiheit hatte den Link schon eingestellt!)
Daraus (nur ein kleiner Ausschnitt)
Die Organisation, Verwaltung und Kontrolle der Transferleistungen im bisherigen Sozialsystem ist ineffizient und führt zu einer wuchernden Bürokratie. In Deutschland gibt es weit über 100 Formen von Transfers. Betrachtet man alle Regelungen zusammen, ergeben sich für die ärmeren Teile der Bevölkerung in Summe Leistungen, die den Umfang eines BGE bereits weitgehend erreichen. Ein BGE würde den bestehenden Aufwand wesentlich reduzieren. Würde man nur die Hälfte der damit einsparbaren Kosten der Verwaltung, Anspruchsprüfung und Auszahlung von Transfers dessen Empfängern zuschlagen, könnten die Transferhöhen bereits merklich steigen. Zugleich würde die andere Hälfte frei für andere Staatsaufgaben.
Zur Finanzierung des Sozialbudgets wird laufend in marktwirtschaftliche Prozesse eingegriffen und die Rahmenbedingungen umgestaltet. Das ist ökonomisch ineffizient und sozial ungerecht. Hierzu zählen auch die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlöhne, die entweder wirkungslos bleiben, wenn sie zu niedrig sind, oder die Beschäftigung im ungünstigen Falle beeinträchtigen. Es entstünde eine erhebliche Vereinfachung des Steuersystems durch Wegfall differenzierter Freibeträge und anderer Vergünstigungen.
2009 wurden in Deutschland pro Kopf und Jahr ca. 13.700 Euro an Staatsausgaben getätigt (insgesamt 1.126 Milliarden Euro).[10] Für 2009 betrugen die Sozialleistungen in Deutschland insgesamt 754 Mrd. Euro (entspricht etwa 9.200 € pro Kopf), wovon 38 % auf den Bereich Alter und Hinterbliebene, 35 % auf den Bereich Krankheit und Invalidität und 13 % auf den Bereich Kinder, Ehegatten und Mutterschaft entfielen. Die Bereiche Arbeitslosigkeit und Wohnen, Allgem. Lebenshilfen, die vor allem vom Grundeinkommen abgedeckt würden, machen zusammen nur 74 Mrd. Euro oder knapp 10 % der Sozialleistungen aus und betragen umgerechnet ca. 900 Euro pro Kopf und Jahr.[11]Geändert von Inaktiver User (26.01.2012 um 12:11 Uhr)
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26.01.2012, 12:35Inaktiver User
AW: Arbeitslosigkeit in Europa auf historischem Höchststand
Plusminus hatte gestern einen interessanten Beitrag zu Zeit- und
Leiharbeit:
DasErste.de - Plusminus - Arbeitslose (25.01.2012)
Die Arbeitsagenturen vermitteln Arbeitsuchende sehr gerne und schnell an Verleihfirmen.
So verringern sie die Arbeitslosen- und erhöhen ihre Vermittlungszahlen.
Obwohl Facharbeiter dringend gesucht werden, schicken die Arbeitsagenturen viele direkt in Leiharbeit. Das hat System, sagen Arbeitsmarkt-Experten wie Prof. Stefan Sell, Institut für Bildungs- und Sozialpolitik, FH Koblenz:
"Die Jobcenter haben einen Riesenvorteil bei der Vermittlung in Leiharbeit. Sie können richtig große Zahlen produzieren. Wenn da viele Leute in Leiharbeit übergehen, zählt das alles als Vermittlung und Integration in Arbeit. Daran werden die gemessen. Jetzt können die mit relativ wenig Arbeit die Arbeitslosen integrieren in Arbeit. Auch wenn die nach zwei bis drei Monaten erneut wieder vor der Tür stehen des Jobcenters."
Mehr als 900 000 Menschen in Deutschland sind inzwischen über Verleihfirmen beschäftigt.
Leiharbeit kostet mehrfach
Die Zusammenarbeit zwischen öffentlich finanzierten Arbeitsagenturen und privaten Zeitarbeitsfirmen ist einfach: Die Zeitarbeitsfirmen melden Stellenangebote. Dafür suchen und schicken die Agenturen ihnen kostenlos passende Bewerber. Die Zeitarbeitsfirmen vermitteln die Arbeitsuchenden weiter an Unternehmen - mit ordentlichem Gewinn. Denn von jedem Lohn eines Zeitarbeiters geht ein erheblicher Teil an die Verleihfirma.
Hinzu kommt: Viele Zeitarbeiter verdienen so wenig, dass sie vom Staat Lohnzuschüsse bekommen müssen.
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Tatsächlich sitzen Zeitarbeitsfirmen oft mit in den Gebäuden der Arbeitsagenturen. Die Agenturen veranstalten auch spezielle Zeitarbeiter-Messen. Stellen sich Arbeitssuchende dort nicht vor, drohen ihnen Sanktionen. Und: In Broschüren macht die Arbeitsagentur fleißig Werbung für Zeitarbeit. Sie sei "ein Markt mit Zukunft". Baue "Brücken in die Berufswelt". Brücken, die die Arbeitsagenturen eigentlich selbst bauen sollten.
...
Zeitarbeitsfirmen spielen die Arbeitsagenturen längst an die Wand. Oftmals überschwemmen sie diese mit Stellenangeboten. Melden mehr offene Stellen als es tatsächlich gibt. Mit den Bewerbern der Arbeitsagentur, die sie nicht gleich weitervermitteln, füllen sie eigene Bewerberpools und geben daraus im Bedarfsfall Bewerber weiter, ehe die Jobcenter reagieren können.
Offiziell verbietet das die Arbeitsagentur, doch Kontrollen sind schwierig. Und: Die Arbeitsmarktstatistik wird dadurch geschönt.
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Experten fordern: Das muss ein Ende haben. Arbeitsagenturen und Jobcenter müssten bevorzugt normale Arbeit vermitteln und nur als Notlösung auf Leiharbeit zurückgreifen. Heute sei die Leiharbeit an erster Stelle. Das müsse sich ändern, auch um unterwertige Beschäftigung zu vermeiden.
Doch so lange Leiharbeit in der Statistik genauso zählt wie feste Jobs, wird sich in den Arbeitsagenturen wohl nicht viel ändern.
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26.01.2012, 12:50Inaktiver User
AW: Arbeitslosigkeit in Europa auf historischem Höchststand
Die Transferleistungen sollen also nicht mehr an Förderzwecke - Kinder, Alte, Behinderte, Fortbildung, Pflege von Angehörigen, etc. - gebunden werden, sondern pro Nase ohne weiteres ausgezahlt werden - egal ob jung oder alt, gesund oder krank, bedürftig oder nicht, und egal ob hart arbeitend, unfreiwillig arbeitslos oder freiwillig faulenzend.
Das würde den Aufwand für Steuerungsmaßnahmen des Staates in der Tat verringern. Aber ich halte es gar nicht für wünschenswert auf Steuerung zu verzichten. Ich kenne keinen einzigen Fall, in dem das Gießkannenprinzip irgendwelche positiven Wirkungen entfaltet hätte.
Also freier Kapitalismus, steuerungslos, sich selbst regulierend, ohne Mindestlöhne. Zugleich den Unzufriedenen das Maul stopfen mit einem staatlich finanzierten BGE.[I]Zur Finanzierung des Sozialbudgets wird laufend in marktwirtschaftliche Prozesse eingegriffen und die Rahmenbedingungen umgestaltet. Das ist ökonomisch ineffizient und sozial ungerecht. Hierzu zählen auch die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlöhne, die entweder wirkungslos bleiben, wenn sie zu niedrig sind, oder die Beschäftigung im ungünstigen Falle beeinträchtigen. Es entstünde eine erhebliche Vereinfachung des Steuersystems durch Wegfall differenzierter Freibeträge und anderer Vergünstigungen.
Die Rechnung zahlt die Mittelschicht, die das alles ganz unbürokratisch finanziert.
Wer hat sich so etwas eigentlich ausgedacht?Geändert von Inaktiver User (26.01.2012 um 13:56 Uhr)
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26.01.2012, 13:01Inaktiver User
AW: Arbeitslosigkeit in Europa auf historischem Höchststand
Wenn wir davon ausgehen, dass nicht jeder Arbeitslose selbstverschuldet arbeitslos ist
- und das tun wir doch wohl, oder etwa nicht? -
wäre ein BGE gerechter und würde noch dazu Verwaltungskosten einsparen.
Das sind immerhin zwei Punkte, die dafür sprächen.
Das Wort "Gießkannenprinzip" liegt mir absolut nicht.
Wenn, würde ich es allerhöchstens für die Rettung mit Steuergeldern sich selbst verspekulierter und ruinierter Banken anwenden.
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26.01.2012, 13:27Inaktiver User
AW: Arbeitslosigkeit in Europa auf historischem Höchststand
Geändert von Inaktiver User (26.01.2012 um 14:12 Uhr)



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