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09.01.2012, 10:34Inaktiver User
AW: Religiöser Fanatismus in Israel
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09.01.2012, 10:40Inaktiver User
AW: Religiöser Fanatismus in Israel
Letzteres würde ich mal entschieden verneinen.
Du kannst Dir in dem von mir bereits erwähnten Buch des iranischen Juden gerne mal einen Eindruck verschaffen, wie "locker" Juden im Iran leben.
Werden z.B. mal eben abgemurkst, wenn sie Lebensmittel anfassen, aber nicht kaufen (da diese ja dadurch "verunreinigt" werden).
(Oder lebten .... Ich weiß´nicht, ob es noch welche gibt, die sich das antun).
Von anderen Religionsgruppen, wie den Bahei mal ganz zu schweigen.Geändert von Inaktiver User (09.01.2012 um 10:59 Uhr)
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09.01.2012, 10:51Inaktiver User
AW: Religiöser Fanatismus in Israel

Ich könnte mir die Mühe machen diesem Blödsinn Fakten entgegen zu setzen. Aber wozu?
Jeder, der das wirklich will, kann sich selber informieren, was "koscher" bedeutet, und was "bio".
Und wer partout glauben will - oder wider besseren Wissens glauben machen will -, dass die Kugel ein Kegel ist, der wird sich von der Geometrie doch nicht darin beirren lassen.Geändert von Inaktiver User (09.01.2012 um 11:05 Uhr)
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09.01.2012, 11:56Inaktiver User
AW: Religiöser Fanatismus in Israel
OK. In diesem Fall ist der Verzicht auf mitgebrachte Wurstbrote wahrscheinlich von der Elternschaft mehrheitlich beschlossen worden. Dagegen kann man wenig sagen.
In einem kommunalen Kindergarten fände ich eine solche Regelung indiskutabel.
Im Endeffekt tut man Kindern aus muslimischen Familien damit keinen Gefallen. Schließlich muss jeder die Möglichkeit haben, mit anderen Weltanschauungen in Kontakt zu kommen und sich damit auseinanderzusetzen. Das kann nicht klappen, wenn man sämtliche Konfliktfelder aus reiner Ängstlichkeit weiträumig umschifft.
Besonders pikant ist die Vorstellung, dass nicht religiöse türkischstämmige Eltern privat sehr wohl Schinken essen, während der Schinken aus dem Kindergarten verbannt wird.
Aus meiner Sicht ist das ein grundsätzliches Problem: Tatsächlich gibt es massenweise Türkischstämmige, die entweder areligiös sind oder eine Art von harmlosem Wohlfühlislam praktizieren (nicht streng fasten, aber das Fastenbrechen festlich zelebrieren, Moscheebesuch zwei oder dreimal jährlich an hohen Festtagen, Koran weitgehend ungelesen im Bücherschrank).
Trotzdem wird von der hohen Politik permanent auf die Religionszugehörigkeit abgehoben (Islamunterricht, Islamkonferenz, Dialog mit "dem Islam") und die gesellschaftlichen Diskussionen klingen nicht anders.
Als türkischer Atheist oder ultraliberaler Alevit würde ich mich schön bedanken, ständig in die Moslem-Intoleranter-Fanatiker-Potenzieller-Ehrenmörder-Schublade gesteckt zu werden.
Möglicherweise provoziert auch diese Sortierung bei Jugendlichen häufig eine Trotzreaktion.
1. Du bist Moslem. (Ganz egal, ob Du gläubig bist oder nicht.)
2. Moslems sind intolerant.
Da wirft man sich vermutlich irgendwann aus reinem Verdruss gen Mekka.
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09.01.2012, 12:04Inaktiver User
AW: Religiöser Fanatismus in Israel
Hier ist ein Artikel zum Thema. Aus dem Jahr 2009. Ob sich die Situation seitdem gravierend verändert hat, weiß ich nicht.
Das "Eurasische Magazin" war mir bisher völlig unbekannt. Aber der Artikel klingt im großen und ganzen differenziert.
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09.01.2012, 13:53Inaktiver User
AW: Religiöser Fanatismus in Israel
Erfrischend ist ja da die türkischstämmige Journalistin Hatice Akyün: Sie schreibt in ihrem Buch, daß sie Weihnachten mit Tannenbaum feiern und da kriegt ihre Tochter auch Schweinswürstl zu essen. Weil sie selbst als Kind immer so darunter gelitten habe, daß sie als Kind bei den politisch korrekten Müttern ihrer Freundinnen immer einen Hähnchenschlegel vorgelegt bekam, während alle anderen Würstl aßen.

Ich bin mir ganz sicher, daß es so ist.Möglicherweise provoziert auch diese Sortierung bei Jugendlichen häufig eine Trotzreaktion.
1. Du bist Moslem. (Ganz egal, ob Du gläubig bist oder nicht.)
2. Moslems sind intolerant.
In meinem Berliner Stadtteil (mit eher progressiver Bevölkerung) fing es nämlich exakt nach 9/11 an, daß türkische Mädels auf einmal mit Kopftuch etc rumliefen .... Gerne auch mit bizarr aufgetürmten Kopftuch und dazu bauchfrei und High Heels. DA soll mir keiner erzählen, das seien Strenggläubige.
Inzwischen hat sich das Bild aber zu "richtigem" islamischen Outfit gewandelt.
Den Artikel über den Iran finde ich auch sehr interessant.
Allerdings auch etwas blauäugig: Was bleibt den iranischen Juden auch anderes übrig, als zu betonen, wie toll es ihnen dort geht ?
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09.01.2012, 14:31Inaktiver User
AW: Religiöser Fanatismus in Israel
In meinem Problemviertel dominieren bis heute die bizarr aufgetürmten Kopftücher (wie kriegen die das mit der Statik hin?!), farblich perfekt auf das durchgestylte Outfit abgestimmt. Häufig wird dazu SEHR grelle Kriegsbemalung getragen.
Kürzlich habe ich so einen Moment der Irritation erlebt, als ich auf einer Treppe einer vierzehnjährigen Kopftuchträgerin nachsah: Sehr billige Schuhe mit sehr schiefgetretenen Absätzen, außerordentlich indezentes Make-Up und Leo-Leggings (schwer zu beschreiben, aber der Gesamteindruck war ziemlich gewagt). Und mir schoss der Gedanke durch den Kopf: "Wenn ich eine Tochter hätte - ich würde sie SO nicht aus dem Haus lassen!!
"
Es gibt definitiv einen Trend zum Kopftuch. Aber womöglich wird dem Lappen ein Großteil seiner politischen Brisanz genommen, wenn das Gesicht darunter wie bei einem Zirkusclown angemalt ist und eine karnevaleske Kostümierung dazukommt. Als Symbol der Abgrenzung von er dekadenten Mehrheitsgesellschaft taugt es dann nur noch sehr bedingt.
Allerdings habe ich Leo-Leggings auch schon bei einer älteren Türkin unter dem unförmigen Polyester-Mantel hervorlugen sehen. Kombiniert mit Schlappen und viel Hornhaut. Animal-Print liegt definitiv im Trend.
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09.01.2012, 14:52Inaktiver User
AW: Religiöser Fanatismus in Israel
Die verborgene Raubkatze unter der unförmigen Kluft ?

Nö, hier teilt sich die Community inzwischen 50:50, zB im türkischen Supermarkt und der Apotheke mit arabischem Inhaber: Die Hälfte der Ladies stark geschminkte orientalische Schönheiten mit Wallemähne, die andere Hälfte mit brav ins Gesicht gezogenem Kopftuch und ohne Make up.
Und Prekariat ist das nicht ..... Apothekenhelferin ist ja nun ein Job, der eine gewisse Bildung erfordert. Perfekt deutsch sprechen die auch alle, auch im Supermarkt.Geändert von Inaktiver User (09.01.2012 um 15:01 Uhr)
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09.01.2012, 15:07Inaktiver User
AW: Religiöser Fanatismus in Israel
Sehr wichtiges Posting.
Es gab eine Zeit, da spielte die Religionszugehörigkeit eines Menschen einfach keine Rolle. Von keiner Seite. Schweinefleisch, Kopftücher, etc. interessierten niemanden. Schon damals gingen Türkenkinder in den Kiga und niemand interessierte sich für Gummibärchen oder Wurstbrote. Türken fuhren mit auf Klassenreise und fielen in keinster Weise auf.
Irgendwann änderte sich dies. Schleichend. Obwohl ich es für meine Wahrnehmung in der Rückschau an diesem Ereignis festmachen kann.
Die konnten ganz schön wütend werden, die Moslems, wenn man ihren Glauben nicht genügend respektierte. Man fing an, vorsichtig zu sein. Und die Krawallmacher eroberten immer mehr Terrain. Irgendwann war es politsch korrekt, tolerant, etc. pp. zuzugucken, wie Mädchen aus dem Unterricht entfernt wurden, Moslems wegen des Anstandes nicht auf Klassenreisen durften und sich ja nicht in kulturell/religiöse Eigenheiten einzumischen.
Es kam zu Hässlichkeiten, die alle betroffen machten, aber mit Urteilen über fremde Religionen/Kulturen musste man sich zurückhalten.
Irgendwann wurde das GG zum Maß aller Dinge gemacht, Mädchen mussten wieder in den Bio-Unterricht. Das Opfergeschrei der Hardliner führte zu einem Betroffenheitsverstummen. Und weltlich orientierte Türken, die sich unsere Solidarität erwartet haben, um sich gegen die Vereinnahmung durch die Hardliner zu schützen, ließ man voll gegen die Wand laufen (und tut es teilweise heute noch).
Bei der Verurteilung von religiösen Absurditäten strenger Christen oder Juden hat man wesentlich weniger Hemmungen.
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09.01.2012, 15:15Inaktiver User



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