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  1. Inaktiver User

    AW: Verbot ritueller Gebete in Schulen

    Zitat Zitat von Malina70 Beitrag anzeigen
    Ja, und ich steh dazu. Ich muss nicht alles gut heißen und nicht für alles Verständnis haben. Und ich darf mir auch so meine Gedanken machen. Vielleicht war es gedankenlose Provokation. Dann frage ich mich aber, wie es dann bis zur Klage kommt. Normalerweise würde ich in so einem Fall von den Eltern erwarten, dass sie ihren Nachwuchs zur Ordnung rufen. Aber offenbar wurden sie in ihrem Annsinnen ja bestärkt.
    Dazu schreibt der Spiegel:
    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Yunus M. ist 14 Jahre alt, als er sich mit sieben Mitschülern Richtung Mekka neigt, um zu beten. Sie hocken auf dem Schulflur im zweiten Stock, ein paar andere Jugendliche gucken zu. Ein Lehrer holt Brigitte Burchardt dazu, die Schulleiterin des Diesterweg-Gymnasiums in Berlin-Wedding. Sie wartet bis zum Ende des Gebets, um dann mit den Schülern zu sprechen: darüber, dass es vielleicht keine gute Idee ist, was sie da tun, darüber, dass Staat und Kirche weitgehend getrennt sind, darüber, wie es auf andere Schüler wirkt.

    Sie informiert auch die Eltern, denn sie fürchtet, das demonstrative Ritualgebet könnte den Schulfrieden stören. Sie versucht die Sache zu klären, eine schulinterne Angelegenheit, nichts Besonderes. Bei sieben Schülern und ihren Eltern klappt das, bei einem nicht: Yunus M.
    Im Wesentlichen ist die Angelegenheit also ganz zufriedenstellend verlaufen. Wahrscheinlich war beim gemeinsamen Gebet auf dem Gang durchaus eine gewissen Lust an der Provokation im Spiel. Aber sieben der acht Schüler haben nach der Intervention der Schulleiterin ja offensichtlich ohne größeres Getöse eingelenkt.

    Dass der Achte geklagt hat, ist auch in Ordnung. Das steht in einem Rechtsstaat jedem Bürger frei. Und dass er unterlegen ist: Um so besser.

    Und ehrlich gesagt, Gebetsteppiche und Kompasse für muslimische Schulungteilnehmer bereit zu halten, finde ich schon weit überzogen. Gab es auch Rosenkränze und Gebetbücher für Katholiken? Oder werde ich dann diskriminiert?

    Da halte ich es mit schnarchstop. Das Equipment soll schon jeder selbst mitbringen.
    Da ist was dran. Es ist nämlich gut möglich, dass liberale Gläubige oder Ungläubige sich durch solche gutgemeinten Aktionen unter Druck gesetzt fühlen.

    Man stelle sich vor, dass es gutgemeinte Nachfragen gibt: "Herr Yilderim, Sie sind doch Muslim, oder? Brauchen Sie einen Kompass?"

    Was ist, wenn her Yilderim in Wahrheit ein glühender Atheist ist und schlicht und ergreifend keine Lust hat, diesen Sachverhalt mit seinen Kollegen zu diskutieren?

  2. Inaktiver User

    AW: Verbot ritueller Gebete in Schulen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Es ist nämlich gut möglich, dass liberale Gläubige oder Ungläubige sich durch solche gutgemeinten Aktionen unter Druck gesetzt fühlen.
    Man stelle sich vor, dass es gutgemeinte Nachfragen gibt: "Herr Yilderim, Sie sind doch Muslim, oder? Brauchen Sie einen Kompass?"
    Was ist, wenn her Yilderim in Wahrheit ein glühender Atheist ist und schlicht und ergreifend keine Lust hat, diesen Sachverhalt mit seinen Kollegen zu diskutieren?
    Braucht er ja auch nicht, "nein danke" reicht!

  3. Inaktiver User

    AW: Verbot ritueller Gebete in Schulen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Stellen wir uns vor, die Schulen hätten kein Raumproblem.
    In diesem Fall fände ich es gut, wenn es in den Schulen einen "Raum der Stille" gäbe, in den die SchülerInnen sich konfessionsunabhängig in den Pausenzeiten zurückziehen können, u.a. auch zum Beten oder Meditieren - wenn sie es denn wollen. Die Frage, ob da Kompasse und Rosenkränze bereitgestellt werden müssen, lassen wir mal beiseite.
    Ich bin selbst nicht religiös, aber Atheisten, die eine Kundgebung gegen die Existenz eines solchen Raumes abhalten müssten, kämen mir doch einigermaßen lächerlich vor.
    Dem Vernehmen nach herrscht an einigen "Brennpunktschulen" durchaus ein gewisser Gruppendruck. Da werden türkische Schüler beispielsweise von anderen türkischen Schülern schräg angeschaut, wenn sie im Ramadan ihr Pausenbrot auspacken. Und in der einen oder anderen bayrischen "Brennpunktschule" ist man als bekennender Atheist nach wie vor ein Außenseiter.

    Der Gedanke, dass kritisch registriert wird, wer zum Gebet erscheint und wer nicht, behagt mir ganz offen gestanden überhaupt nicht. Deswegen finde ich solche Räuma an öffentlichen Schulen eher unpassend.

    Es ist überhaut kein Problem, wenn Religion im öffentlichen Raum sichtbar ist. Aber in staatichen Institutionen sollte sie nach Möglichkeit außen vor bleiben.

  4. Inaktiver User

    AW: Verbot ritueller Gebete in Schulen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Braucht er ja auch nicht, "nein danke" reicht!
    Ach nee? Und wenn dann die Nachfrage kommt: "Warum nicht? Betest Du etwas nicht?" Ich sehe keine Notwendigkeit, warum der Veranstalter einer Schulung seine Teilnehmer in solche Situationen bringen sollte.

    Wenn jemand sein Equipment auspackt, dann braucht man ihn nicht daran zu hindern. Aber es gibt keine Grund, warum ich als dritte Person Weihwasser und Rosenkränze für den Katholiken, eine Kipa für den Juden und einen Teppich für den Muslim bereithalten sollte.

    Toleranz gegen religiöse Überzeugungen bedeutet ja nicht, dass man die religiösen Übungen anderer Menschen aktiv befördern müsste. Diese Mühe müssen die Gläubigen schon selber auf sich nehmen.

  5. gesperrt

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    AW: Verbot ritueller Gebete in Schulen

    Die selbe Frage, warum sich dieser junge Mann zum Beten ausgerechnet mitten auf den Schulflur postieren musste, stellte ich gestern Nacht (unter dem Namen "Anton" [so heiße ich nicht wirklich] auch in diesem Forum (vor 11 Stunden).

    Darauf bekam ich eine interessante Antwort:
    Anton, weil sie provozieren wollen, um den "ungläubigen Nichtmuslimen" zu zeigen, dass die Schule in islamischer Hand ist "dar al islam = Haus des Islam" ist, und alles was es noch zu erobern gibt, nennt sich " dar al harb = Haus des Schwertes"
    Aus Sicht dieses Moslems ist dieses Anliegen vielleicht sogar verständlich.
    Und einige seiner muslimischen Brüder und Schwestern werden ihm dafür vielleicht dankbar sein. Einige! Nicht alle!
    Jemand anderer (offensichtlich eine Muslima) antwortete,
    ...eine aussage des Propheten mohammed(SAV) war mal .. es wird eine zeit kommen in der die hölle gefüllt sein wird mit angeblichen gläubigen(muslimen) und sog. gelehrten und heiligen kriegern...
    Und jemand sagte auch (finds nicht mehr), dass es im Islam verboten ist, sein Beten zur Schau zu stellen.

    Der Dialog zwischen den Religionen, aber auch innerhalb des Islam findet also statt.
    __________________________

    Denjenigen, die meinen eine Schule, ein Land oder die Welt solle in islamischer, katholischer oder sonst irgendwelcher Hand sein, möchte ich sagen:

    Das wird nie gelingen.
    Niemand, außer Gott, kann die Welt und das Leben in die Hand nehmen.
    Wir dürfen loslassen und alles in Gottes Hand legen.

  6. gesperrt

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    AW: Verbot ritueller Gebete in Schulen

    Zitat Zitat von Wiesenblume Beitrag anzeigen
    Guten Morgen Streuner,

    oha... ganz heißes Eisen, befürchte ich. Was mich zu diesem Thema immer wieder staunen lässt, ist zumindest für mich gefühlt eine neue vorher nicht gekannte Beharrlichkeit, religiöse Bedürfnisse als unverrückbare Lebensnotwendigkeiten durchzuprozessieren.

    Meine Schulzeit ist sooo lange auch noch nicht her, wir waren ein bunter Haufen: Christen, Moslems, Juden, der eine oder andere Buddhist. Ja, und? Keine Religionsgruppierung wäre auch nur im Traum auf die Idee gekommen, die Pausenhalle zur Synagoge, den Kunstraum zur Moschee und den Flur zur Marienkapelle umzufunktionieren, um da mal eben ein paar Gebete zu sprechen. Schule war Schule - Gebete fanden im Reliunterricht statt oder eben zuhause; wenn Ramadan war, wussten wir, dass unsere muslimischen Mitschüler bisweilen ein bißchen schlapp in der Ecke hingen. Und gut wars.

    Was ist das, das die Schüler, die Eltern, die ich-weiß-nicht-wer antreibt, die Glaubensausübung -gleich welcher Couleur- fast schon aggressiv für jeden Platz und jede Örtlichkeit als unveräußerliches Recht einzufordern?

    Was passiert da gerade? Weißt Du das? Hast Du eine Vermutung? Wo ist die Lässigkeit auf allen Seiten geblieben. Sowas war doch in den 80er und 90er Jahren überhaupt kein Thema an den Schulen? Was ist da in der Zwischenzeit passiert?

    Ich stehe ratlos davor...
    Solange wir noch Kinder waren, haben wir Räuber und Gendarm gespielt, haben uns manchmal gestritten, geprügelt, und weiß der Kuckuck was noch alles. Danach gingen wir nach Hause, jeder in seine eigene Welt.
    Manchmal haben wir uns auch wieder versöhnt (wiedervereinigt).

    Damals waren wir (die Menschheit) noch relativ klein, sagen wir, wir waren Jugendliche.
    Jetzt ist die Menschheit gewachsen (auf 7 Milliarden Menschen) und erwachsen geworden.
    In der Kindheit, sagt man, lernt man spielerisch für das Leben im Erwachsenenalter.
    Streitigkeiten, die uns als Kinder noch so schlimm vorkommen, waren global gesehen, nichts Weltbewegendes.
    Wenn auch manchmal die Fetzen flogen und die Streitereien bedrohliche Ausmaße annahmen (Kriege),
    so kam dann der große Bruder (Amerika) und hatte den Streit geschlichtet.

    Nun ist die Menschheit weltweit erwachsen geworden.
    Der große Bruder ist in die Jahre gekommen. Hat er noch die Kraft, für Ruhe zu sorgen?
    Jetzt kann uns nur noch der Vater (Gott) helfen, der uns bettet in Mutters (Natur) Schoß.

  7. gesperrt

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    AW: Verbot ritueller Gebete in Schulen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ein jeder möge seinen Glauben unbehelligt, ungestört ... ausleben.

    Wenn die einen auf den Gängen knien, während die anderen Weihrauch abbrennen, die nächsten siebenarmige Leuchter anzuzünden oder Regentänze aufführen und die Atheisten Gegenkundgebungen abhalten..., dann ist an normalen Schulbetrieb nicht zu denken. Man tut gut daran, solche Umtriebe zu unterbinden.
    Was ist schon normal...?
    Man täte noch besser daran, sie zu ermöglichen.

  8. Inaktiver User

    AW: Verbot ritueller Gebete in Schulen

    Zitat Zitat von Streuner Beitrag anzeigen
    Man täte noch besser daran, sie zu ermöglichen.
    Das käme dem von Gott erzeugtem Dilemma bei Turmbau zu Babel gleich.
    Nur geht es beim Schulbetrieb im Gegenteil darum, dass alle " EINE Sprache" sprechen, um das gemeinsame Ziel (Schulbildung) zu erreichen.
    Nicht, was Gottes Ziel war, den Bau zu verhindern.

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    AW: Verbot ritueller Gebete in Schulen

    Muslime müssen nicht gemeinsam beten, das Freitagsgebet mal ausgenommen. Letzteres findet sowieso in der Moschee statt. In der Schweiz haben Oberstufenschüler das Recht, daran teilzunehmen. Wenn also eine Gruppe in den Gängen der Schule betet, finde ich das schon provokativ, und würde ich auch Gruppendruck und damit verbunden Unruhe an der Schule befürchten. Es ist ein Unterschied, ob ein Schüler eine ruhige Ecke sucht um zu beten, oder ob er eine Gruppe anleitet. Deswegen finde ich das Verbot angemessen.

  10. Inaktiver User

    AW: Verbot ritueller Gebete in Schulen

    Zitat Zitat von Jolanda_40 Beitrag anzeigen
    Im Nachhinein ? Oder bereits vorher ? Warum hat er das Angebot nicht angenommen ?

    .
    2009 hatte er vor dem Berliner Verwaltungsgericht Recht bekommen. [Quelle]

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