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Thema: Gleichmacherei
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20.10.2011, 15:16
AW: Gleichmacherei
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20.10.2011, 15:19
AW: Gleichmacherei
wenn du mehr als die basisrisiken absichern willst, brauchst du geld. wenn du das geld nicht selbst verdienst, muss es jemand anders verdienen. z.b. dein partner, während du die kinder betreust. so ist das überall.
wie blubb-blubb sagt: wir müssen zu einem konsens kommen, was die solidargemeinschaft für alle tragen kann. das kommt dann in den basistarif. es nützt nichts, deswegen jetzt radikal schwarz zu malen und ein bild des grauens ("pflaster für die armen") zu beschwören.
im moment ist es so, dass die gkv verpflichtet wird, alles zu bezahlen. und weil so das geld nicht reicht, wird die grundversorgung eben stillschweigend ausgehöhlt.
mir wäre es lieber, es wird allgemein und in einem gesellschaftlichen konsens festgelegt, was die öffentliche kasse für alle zahlt. wenn wirklich alle natürlichen personen mit allen einkommensarten beteiligt werden, dann kann dieser beitrag sogar recht niedrig sein.
und dann kann sich jeder überlegen, was er darüber hinaus noch versichern will.
das setzt natürlich voraus, dass sich die gesellschaft mit der endlichkeit des lebens und der vergänglichkeit von gesundheit auseinandersetzt. was nicht einfach ist.
gestern habe ich einen interessanten beitrag im radio gehört, in dem es darum ging, dass die kosten für implantate (z.B. künstliche knie-gelenke) immer höher werden. das liegt daran, dass diese op-s für krankenhäuser recht attraktiv sind: sie sind gut planbar und bringen schnelles geld. deshalb bieten immer mehr krankenhäuser solche op-s an. das wiederum führt dazu, dass sich immer mehr ärzte darauf spezialisieren, und das wiederum führt dazu, dass immer mehr bedarf "diagnostiziert" wird. die nachfrage generiert sich also durch die anbieter.
der gesundheitsmarkt ist kein normaler markt. machbarkeit und bezahlbarkeit sind nicht zusammenzubringen.Der Charakter eines Menschen läßt sich daran erkennen, wie er mit Leuten umgeht, die nichts für ihn tun können. by courtesy of ravina
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20.10.2011, 15:22
AW: Gleichmacherei
Der Charakter eines Menschen läßt sich daran erkennen, wie er mit Leuten umgeht, die nichts für ihn tun können. by courtesy of ravina
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20.10.2011, 15:28
AW: Gleichmacherei
... und darf selbstverständlich von keiner der folgenden Regierungen neu verhandelt und eventuell reduziert werden.
Darauf können wir uns verlassen [Ironie aus]
Klar, zuerst mal müssen die Aktionäre der Pharmaindustrie zufriedengestellt werden.Aber die derzeitigen Krankenkassenbeiträge können nicht ausreichen um jedem Patienten alle inzwischen medizinisch möglichen Behandlungen zu finanzieren.
Man hat denen gegenüber schließlich eine Verpflichtung.
Wie eeedel, wie nooobel
Zum Beispiel, die vielen Verletzten zu versorgen, die bei den Massenunruhen (weil sich wegen Geld-gieriger Aktionäre viele Menschen weder Lebensmittel, noch Medizinische Behandlung leisten können) nicht gestorben sind.Die medizinischen Möglichkeiten sind heute so vielfältig aber auch teuer wie es zu Beginn der sozialen Krankenkassen nicht abzusehen war. Also muss dieses System geändert und den heutigen Gegebenheiten angepasst werden auch wenn das beinhaltet bestimmte Leistungen nicht mehr zu zahlen.
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20.10.2011, 15:29
AW: Gleichmacherei
Sorry, Leute, ich muß los...
Bis heut' Abend
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20.10.2011, 15:35
AW: Gleichmacherei
Andere Möglichkeit: Ein Teil der Gesellschaft kümmert sich um Nachwuchs, damit die Gesellschaft nicht ausstirbt - während der andere Teil auf eigenen Nachwuchs verzichtet und den Nachwuchs der Gesellschaft mitfinanziert, so dass auch Kinderlose im Alter jemanden haben, der sie betreut.
Alte betreut jemand aber nur dann gerne und liebevoll, wenn die Alten zu den Jungen lieb waren, als die Jungen noch Kinder waren
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20.10.2011, 15:40Inaktiver User
AW: Gleichmacherei
Auch dazu kann man festlegen, dass die Leistungen auf keinen Fall gekürzt werden dürfen.
Es gibt noch weitaus mehr Kostenfaktoren in der Medizin die nicht von der Pharmaindustrie beeinflußt werden. Die hat doch z.B. mit den teilweise enormen Kosten für spezielle Untersuchungen eher wenig zu tun.
Verletzungen nach Unfällen zu behandeln würde sicher zu den Grundleistungen gehören. Aber zu beurteilen in wie weit da Untersuchungen notwendig wären überlasse ich lieber dem Fachpersonal. Das sollte natürlich auch an der Entwicklung des Katalogs der Basisleistungen beteiligt sein.
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20.10.2011, 15:53Inaktiver User
AW: Gleichmacherei
Ich sehe es auch so, dass z.B. Implantate, die einem Betroffenen die Notwendigkeit eines Gehstocks ersparen ebenfalls als nicht absolut notwendig betrachtet werden müssen.
Ich selber z.B. brauche zum Gehen einen Stock ... davon geht die Welt nicht unter.
Was ich allerdings als regelrechten Skandal empfinde, ist, dass inzwischen erwachsene Personen mit Sehschwäche die Sehhilfe komplett selber zahlen müssen. Denn mit mangelnder Sehleistung gefährdet jemand nicht nur sich selber, sondern durchaus auch die Mitbürger.
Autofahrer, die das Auto definitiv benötigen, um an eine Arbeitstelle zu kommen, aber der Job eben nur soviel einbringt, dass eine Brille eine zu teure Anschaffung darstellt, stellen eine Gefahr für die Allgemeinheit dar.
Mit anderen Worten: sämtliche Gesundheits/Versicherungsleistungen gehören auf den Prüfstand, und sicher muss da einiges gestrichen werden, wie eben an anderer Stelle Leistungen, die aus der Grundversorgung gestrichen wurden, wieder auf die Liste geschrieben werden müssen.
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20.10.2011, 16:03Inaktiver User
AW: Gleichmacherei
Das hat historische Gründe.
Österreich gehörte im Krieg zum deutschen Reich, die alten Strukturen wurden zerschlagen. Bei der Gründung der zweiten Republik wurde das heute gültige Sozialversicherungsgesetz installiert. Ende des 19. Jhs gab es auch in Österreich über 500 Versicherungsträger.
In Deutschland scheint es keinen so radikalen historischen Schnitt gegeben zu haben. Ich erinnere mich, dass das Thema "Bürgerversicherung" in manchen Parteiprogrammen vor kam, aber nie weiter verfolgt wurde.
Wahrscheinlich fürchtet der Staat eine Prozesswelle von seiten der Versicherungen.
Das ist in Österreich auch so. Meines Wissens gibt es aber einen Zuschuss, wenn sich jemand wirklich keine Brille leisten kann.
Dafür gehört die Untersuchung der Netzhaut zu den Versicherungsleistungen.
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20.10.2011, 16:41
AW: Gleichmacherei
in dem beitrag sagte ein arzt, dass er sich wünschen würde, dass die ärzte ihre patienten mehr damit vertraut machen würden, mit krankheiten zu leben.
und dann sagte er was, was mich vom stuhl haute: er meinte: das beste implantat funktioniert nicht so gut wie das eigene gelenk, selbst wenn das eigene gelenk beeinträchtigt ist. die ärzte klären ihre patienten nur nicht darüber auf, welche schmerzen und folgeprobleme mit solchen op-s einhergehen. die patienten haben die illusion, dass das implantat ihnen schmerz- und bewegungsfreiheit garantieren wird, und sind dann überrascht, wenn das nicht der fall ist. und dann werden sie damit allein gelassen.
und das ist eine so schmerzhafte diskussion, die so tief in die lebensvorstellungen der leute eingreift und so wesentliche fragen berührt, dass sie in einer demokratischen gesellschaft vermutlich nicht geführt werden kann.Mit anderen Worten: sämtliche Gesundheits/Versicherungsleistungen gehören auf den Prüfstand, und sicher muss da einiges gestrichen werden, wie eben an anderer Stelle Leistungen, die aus der Grundversorgung gestrichen wurden, wieder auf die Liste geschrieben werden müssen.
wir werden vermutlich den crash brauchen, um das ganze ding neu einzustellen.Der Charakter eines Menschen läßt sich daran erkennen, wie er mit Leuten umgeht, die nichts für ihn tun können. by courtesy of ravina




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