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  1. User Info Menu

    AW: Kann mir mal jemand die Piratenpartei erklären?

    Ich schätze es ist weniger mangelnde Diskssionsbereitschaft. Eher fehlendes Wissen und vor allem fehleugang zu Wissen (in manchen Teilbereichen).
    Die PP ist eine junge Partei, mit kaum Politikerfahrung - schon gar nicht mit Regierungserfahrung. Deshalb können sie nicht bis ins Detail wissen, was auf sie zukommt, was wie machbar ist usw...
    Im Grunde fängt doch jede Partei gleich an: Leute haben politische Ideen und formulieren diese als Parteiprogramm. Wie machbar diese Idee ist, ist erstmal zweitrangig. Hauptsache man hat einen "Soll Zustand". Da unterscheidet die PP sich zum Beispiel(!) von der Partei bibeltreuer Christen nur fundamental in einer Sache: Ihre Ideen finden mehr Wähler. Und das relativ plötzlich, relativ viel.
    Nun wird erwartet, von den Medien, anderen Parteien und teils hier in der BriCom das die Partei auf alles eine Antwort hat. Kann sie aber garnicht haben weil die Erfahrung und die Einsicht in gewisse Dinge fehlt. Heutzutage läuft politisch viel im geschlossenem Hinterzimmer. Manche finden das gut, manche nicht. Aber alles was da so läuft kann die PP nicht wissen oder kennen. Woher denn auch?

    Was ich aber an der PP gut finde, ist die Herangehensweise. Viele ihrer, bei ihren Wählern beliebte, Ideen stoßen (verständlicherweise) auf Probleme. Deshalb wird aber keineswegs die Idee an sich aufgegeben, sondern nach unkonventionellen Lösungen gesucht. Ich hoffe die PP kann diese Vorgehensweise beibehalten (auch wenn ich ein wenig zweifle, leider).

    Wo genau findet Ihr die PP eigentlich im generellen zu wenig diskussionsbereit? In verschiedenen Foren der PP kann und wird sehr lebhaft diskutiert. Auch auf Parteitagen. Wo ist da das Problem?
    Sie verwechseln Ehrlichkeit und Toleranz, mit Oberflächlichkeit und Arroganz...
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    AW: Kann mir mal jemand die Piratenpartei erklären?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Danke für die Links.

    Auszug aus dem ersten Link:

    Stattdessen arbeitet die AG Männer mit den Männerrechtlern von Agens und Manndat zusammen, die Männer vor allem als Opfer von Frauenpolitik thematisieren.

    Ja, das ist ein großes Problem für die Partei. Diese AG widerspricht komplett dem postmodernen Ansatz des Programms. Die Partei macht sich mit dieser AG für die rechte Szene anschlussfähig. Man kann mit einem Klick von der Seite der AG Männer zu "eigentümlich frei" gelangen. Das ist ein ultrarechtes Organ. Ich lese Ihnen das "Zitat des Tages" von dieser Seite vor: "Die muslimische Invasion Europas brächte nicht nur Nachteile: Feminismus, Gender Studies und Regietheater würden immerhin verschwinden."


    Oh mannomann, sag ich da nur.

    Kann man nur hoffen, dass sich da mittelfristig die Vernunft durchsetzt - aber da hab ich manchmal so meine Zweifel, ob das gelingt. Und ich habe meine Zweifel deshalb, weil ich die Piratenpartei eben zum Teil!! auch als Ausdruck eines tumben frauenfeindlichen Diskurs in der Gesellschaft betrachte. Und dieser Diskurs existiert ja objektiv.

    Möglicherweise ist dieser Diskurs also EINE! der tragenden Säulen der Piratenpartei und kann also garnicht aus der PP verdrängt werden, weil er ja mglw. konstitutives Element ist.
    Nun ja - wollen wir mal hoffen, dass ich mich täusche ...

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    AW: Kann mir mal jemand die Piratenpartei erklären?

    Japp, ich hoffe auch auf Vernunft. Damit MANNdat und Agens endlich in der Öffentlichkeit objektiv wahrgenommen werden. Das würde bedeuten anzuerkennen, das sie eher Links angesiedelt sind. Aber dann kann man die Nazikeule nicht mehr so schön schwingen. Das wäre ja schade.
    Sie verwechseln Ehrlichkeit und Toleranz, mit Oberflächlichkeit und Arroganz...
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  4. gesperrt

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    AW: Kann mir mal jemand die Piratenpartei erklären?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Dann muss derjenige aber einen Riesenbatzen bezahlen, wenn danach unbegrenzt kopiert werden darf. Angenommen, ich schreibe einen Roman. Diesen biete ich (Exposé, zehn Seiten Textprobe) auf einer Internetplattform an. Wer will, kann den Roman als Datei für seinen E-book-Reader kaufen. Danach ist er unbegrenzt kopierbar (gemäß Parteiprogramm der Piraten).
    Was Bücher betrifft: schon heute mit unserem ach so tollen System finden 99.99% aller neuen Bücher keine Leserschaft, die über die Familie und Freunde hinaus geht.

    Es gibt "Books on Demand" für Jungautoren, die ihr Buch unkompliziert in Papierform vertreiben wollen.

    Und warum auch nicht einen Teaser online stellen und es dann als ebook verkaufen? Wenn das Buch gut ist, werden die Leser mehr wollen und somit auch bereit sein, den/die Autorin zu finanzieren, damit ein nächstes Buch erscheinen kann. Es wissen ja alle, dass der Mensch Geld zum Leben braucht.


    Wieviel muss dieser erste Käufer zahlen, um die vier Jahre abzugelten, die ich an dem Roman gearbeitet habe, anteilig bitte auch mindestens vier "Ausbildungsjahre"? Denn es gibt ja KEINE Gewinnbeteiligung pro verkauftem Exemplar mehr, keine Gewinnbeteilung, wenn das Ding ein Bestseller wird, weil eben keine Einschränkung der Kopierbarkeit existiert.
    Wenn es ein Bestseller wird, dann ist das Geldverdienen eh kein Problem mehr: mach bebilderte Luxusausgaben, Lesungen mit Exemplaren zum Signieren, stell jemand an, der dir ein vernünftiges Merchandising auf die Beine stellt, und auch das Taschenbuch wird weiterhin

    25.000 Euro? Meinst Du, das täte jemand?
    Es ist sicher möglich, Sponsoren zu finden, die vielversprechende Jungautoren mit Beträgen dieser Grössenordnung für ihn NÄCHSTES Projekt finanzieren. Doch damit es ein nächstes Projekt geben kann, muss das erste bekannt werden.


    Die Rede ist immer wieder -nebulöser gehts nicht- von "alternativen Bezahlmodellen"....
    Es wird mir langsam langweilig, immer dieselben konkreten und machbaren Ideen zu notieren, inzwischen schon zum gefühlt vierhunderdsten Mal in diesem Thread, um dann schon wieder zu lesen, es gäbe keine Möglichkeiten für Künstler, jenseits des heutigen Urheberrechts Geld zu verdienen.



    Witzig übrigens, dass auf das Parteiprogramm der Grünen hingewiesen wird, um ein nicht existentes Konzept der Piraten zu erläutern.
    Parteiprogramm

    inwiefern existiert dieses Parteiprogramm nicht?

    grüsse, barbara

  5. Inaktiver User

    AW: Kann mir mal jemand die Piratenpartei erklären?

    Verständlich, dass jene 50 TV-Autoren einen Offenen Brief gegen solche Ideen verfasst haben. Als Schriftstellerin würde ich auch auf die Barrikaden gehen.

    Wer Künstlern, Forschern und Unternehmen Knüppel zwischen die Beine wirft und ihnen zumuten will, sich zusätzlich abzustrampeln, um von der von ihnen erbrachten Leistung wenigstens ein klein wenig Return on Investment zu erhalten oder um Sponsering zu betteln oder sich vom Staat finanzieren zu lassen - am besten über das bedingungslose Grundeinkommen
    während sich Dritte an ihrer Leistung nach Herzenslust bereichern können ..
    wer Produktpiraterie, Ideenklau und illegales Kopieren legalisieren möchte und die Betroffenen auffordert, sich halt was einfallen zu lassen, wie sie trotzdem auf ihre Kosten kommen,
    der kann von ihnen keine Zustimmung erwarten.

    Man könnte eigentlich erwarten, dass aus der Piratenpartei intelligente Ideen zur Reform des Urheberrechts kommen, denn da liegt tatsächlich einiges im Argen. Aber nicht einmal das kriegen sie vernünftig hin.
    .
    Geändert von Inaktiver User (06.05.2012 um 20:58 Uhr)

  6. Inaktiver User

    AW: Kann mir mal jemand die Piratenpartei erklären?

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Was Bücher betrifft: schon heute mit unserem ach so tollen System finden 99.99% aller neuen Bücher keine Leserschaft, die über die Familie und Freunde hinaus geht.
    Wer sagt, dass das jetzige System ach so toll ist?

    Verlage prüfen eingegangene Manuskripte auf Markttauglichkeit. Also genau das, was Du im zweiten Anlauf Deiner Antwort propagiert hast. Leider können auch ambitionierte und finanziell flüssige Verlage nicht unbegrenzt viele Bücher in ihren Programmen unterbringen, die eben nicht bloß markttauglich sind, sondern auch herausragende literarische Qualität bieten. Das System ist also nicht besonders toll - der Markt regiert. Aber immer noch besser, als wenn der Staat oder Mäzene über Literatur bestimmen dürften.

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Es gibt "Books on Demand" für Jungautoren, die ihr Buch unkompliziert in Papierform vertreiben wollen.

    Und warum auch nicht einen Teaser online stellen und es dann als ebook verkaufen? Wenn das Buch gut ist, werden die Leser mehr wollen und somit auch bereit sein, den/die Autorin zu finanzieren, damit ein nächstes Buch erscheinen kann. Es wissen ja alle, dass der Mensch Geld zum Leben braucht.
    Der Jungautor kann auch schlicht als Blogger im Netz auftreten. Dann verdient er aber auch nichts.

    Den zweiten zitierten Absatz finde ich einfach nur weltfremd.


    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Wenn es ein Bestseller wird, dann ist das Geldverdienen eh kein Problem mehr: mach bebilderte Luxusausgaben, Lesungen mit Exemplaren zum Signieren, stell jemand an, der dir ein vernünftiges Merchandising auf die Beine stellt, und auch das Taschenbuch wird weiterhin
    Wenn ich keine -qua Urheberrecht garantierte- Möglichkeit habe, an weiteren Exemplaren zu verdienen, verdiene ich nichts. Ist doch eigentlich ganz einfach, oder?

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Es ist sicher möglich, Sponsoren zu finden, die vielversprechende Jungautoren mit Beträgen dieser Grössenordnung für ihn NÄCHSTES Projekt finanzieren. Doch damit es ein nächstes Projekt geben kann, muss das erste bekannt werden.
    Da haben wir sie wieder, die Sponsoren. Nee, von denen will ich nicht abhängig sein. Dann können nämlich nur Leute mit sehr viel Geld über meine Kunst bestimmen. Mir ist es aber lieber, wenn auch die anderen bestimmen, die sich bloß ein einzelnes Exemplar meines Werks kaufen. Daran verdiene ich dann meinen (bescheidenen) Anteil. Verstehst Du das?


    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Es wird mir langsam langweilig, immer dieselben konkreten und machbaren Ideen zu notieren, inzwischen schon zum gefühlt vierhunderdsten Mal in diesem Thread, um dann schon wieder zu lesen, es gäbe keine Möglichkeiten für Künstler, jenseits des heutigen Urheberrechts Geld zu verdienen.

    Parteiprogramm

    inwiefern existiert dieses Parteiprogramm nicht?
    Dir hätte gar nicht langweilig zu werden brauchen. Ich habe nämlich geschrieben, dass ich das Programm und den NRW-Kaperbrief auf mein Anliegen (ein konkretes Beispiel für die Finanzierung eines literarischen Werks) hin durchsucht habe. Das einzige, was ich gefunden habe, war ein Hinweis auf die kaum relevante Anzahl illegaler Kopien von Büchern und die Bemerkung, dieses Thema könne man bis auf Weiteres außen vor lassen. Die Ebooks werden schlicht ignoriert. Seltsam bei einer Partei, die für sich in Anspruch nimmt, technisch am allermeisten drauf zu haben.

    @Satyr

    Ich habe den Strang nicht komplett gelesen. Von der Nazikeule habe ich zumindest hier nichts bemerkt.

    Wohl aber bemerke ich in den Antworten auf kritische Fragen einen teils unwirschen, teils herablassenden Tonfall. Und es macht einen gewaltigen Unterschied, ob intern (auf einem Parteitag oder einer Piratenseite) diskutiert wird, oder ob Parteimitglieder bzw. Leute, die der Partei nahestehen, auf Fragen von außen antworten.

    Ich finde übrigens die Idee, dass Mäzene oder Sponsoren mittels ihrer finanziellen Überlegenheit viel Macht über Kunst bekommen, kein bisschen Links. Eher das genaue Gegenteil. Und ich fürchte, das ist vielen Leuten, die bei den Piraten sind, nicht einmal bewusst. Ich sehe da unglaublich viel Naivität, aber eben auch einiges Positive: Nämlich den Willen, veränderten gesellschaftlichen Realitäten gerecht zu werden. Bloß reicht der Wille allein eben nicht.


    Amarena

  7. Inaktiver User

    AW: Kann mir mal jemand die Piratenpartei erklären?

    Zitat Zitat von Satyr Beitrag anzeigen
    Japp, ich hoffe auch auf Vernunft. Damit MANNdat und Agens endlich in der Öffentlichkeit objektiv wahrgenommen werden.
    MANNdat bei Wikipedia:
    Geschlechterpolitische Initiative ist ein 2004 gegründeter deutscher Verein, der sich als „unabhängige, überparteiliche Interessenvertretung für männliche Bürger“ versteht und das Ziel verfolgt, rechtliche Benachteiligungen und öffentliche Diskriminierungen von Männern zu beseitigen.

    Zu Agens e.V.:
    Agens vom Wissenschaftszentrum Berlin enttäuscht


    Männerrechtler also, die gern wollen, dass die Gesellschaft in der Genderdiskussion eine Rolle rückwärts macht, Männerrechtler, die gegen Frauenrechte kämpfen ...

    Die sind in der Piratenpartei stark vertreten ?!?

    Das erklärt manches.

    Aber weshalb dieses Engagement für eine solche Partei ausgerechnet in einem Frauenforum?
    .
    Geändert von Inaktiver User (06.05.2012 um 21:05 Uhr)

  8. User Info Menu

    AW: Kann mir mal jemand die Piratenpartei erklären?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Danke für die Links.

    Der Inhalt der Artikel ist sehr aufschlussreich. Das erklärt, warum bestimmte Männer so begeistert von den Piraten sind.

    Interessant finde ich die Frage
    Die Piraten könnten sich zum Beispiel fachlich mit Geschlechterstrukturen in IT-Berufen befassen. Die geschlechterstereotype Berufswahl ist ja mit ein Grund, warum in der Piratenpartei so wenig Frauen sind.
    Da die Piraten vorhaben, das Geschlecht ihrer Mitglieder nicht zu erheben und es daher auch keine verlässlichen Zahlen über den Anteil der Frauen bei den Piraten gibt, muss die interessierte Beobachterin anderes Zahlenmaterial zum Hochrechnen hernehmen, etwas dieses:

    Die "Kegelklubberinnen" haben deshalb unter Parteimitgliedern eine Umfrage zur Gender-Debatte gestartet, um herauszufinden: Welche Probleme gibt es in der Partei? Was schreckt Frauen von Kandidaturen ab? Wie gleichberechtigt fühlen sich die Mitglieder?

    Das Ergebnis lässt Rückschlüsse auf den realen Frauenanteil bei den Piraten zu. Keiner weiß, wie hoch der eigentlich ist. Die Partei verzichtet bewusst auf eine Erhebung der Geschlechter. Insgesamt beteiligten sich 1200 Piraten quer durch alle Landesverbände, davon waren 18 Prozent weiblich.

    .."Die Piratenpartei wurde in der Nerd-Kultur geboren", sagt sie. "Viele Mitglieder sind unglaublich jung, manche unerfahren im alltäglichen Umgang mit Frauen - und einige schlicht sozial inkompetent. Da unterscheiden sie sich nicht von anderen Menschen."


    Frauen bei den Piraten: Allein unter gottgleichen Alpha-Jungs - SPIEGEL ONLINE

    In der Berliner Fraktion sitzen 14 Männer und eine Frau.
    Körperlich Distanz
    Sozial zusammen


    You'd have to be here
    I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
    It's northerly facing and close to an open fjord
    The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
    Calling so slowly from summer's before

    Kari Bremnes

  9. Inaktiver User

    AW: Kann mir mal jemand die Piratenpartei erklären?

    Zitat Zitat von Lukulla Beitrag anzeigen
    Frauen bei den Piraten: Allein unter gottgleichen Alpha-Jungs - SPIEGEL ONLINE

    In der Berliner Fraktion sitzen 14 Männer und eine Frau.
    Oh, Danke! Am besten sind die Kommentare zum Artikel...

  10. User Info Menu

    AW: Kann mir mal jemand die Piratenpartei erklären?

    Auf NDR wurde auseinander gedröselt, wer die Piraten in SH gewählt hat:
    Überdurchschnittlich viele Arbeitslose und Arbeiter. Ca. 15% jeweils.

    Leider kein Link verfügbar. Ich reiche das nach, wenn auf der Webseite von NDR etwas dazu steht.
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