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    AW: Kann mir mal jemand die Piratenpartei erklären?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das Problem mit der Piratenpartei ist einfach, dass ich sie nicht sonderlich attraktiv finde.
    Nicht den "Rauschkunde-Unterricht" und die Freigabe von Drogen, nicht die "Gender-Neutralität" und die überwältigende Dominanz von Männern in der Partei, nicht die Forderung eines kostenlosen ÖPNV in der Beinahe-Pleitestadt Berlin usw.
    Diese kiffenden linken Berufsjugendlichen, ob 20 oder 70-jährig, sind mir genau wie diese linken Machosäcke schon immer auf die Eierstöcke gegangen.
    Ich habe Grün trotz Joschka, und nicht wegen gewählt. Und einmal SPD trotz Schröder. Und dass ein Schlurfgesicht wie Willi Brand angeblich bei Frauen ankam, macht mich heute noch fassungslos.
    Das nur nebenbei….

    Gender-Neutralität?
    Muss man sehen. Komplexes Thema.
    Ich persönlich habe da meine Position, hat aber gedauert.
    Das Thema ist aber solange die Frauen die Kinder kriegen nicht durch.

    Die kostenlose Benutzung des ÖPNV zu fordern finde ich gut.
    Sowas sollte wirklich eine Selbstverständlichkeit sein.

    So eine Forderung mit dem Argument, es sei nicht bezahlbar abzubügeln, geht am Punkt vorbei. Vieles was sinnvoll ist und eigentlich selbstverständlich sein sollte ist nicht bezahlbar. Und zwar deshalb, weil das Geld eben so verteilt wird, wie es verteilt wird, weil die Prioritäten in de Politik eben so gesetzt werden, wie sie gesetzt werden.

    Und vielleicht geht es manchen/vielen Sympatisanten der PP auch im Grunde um ein grundsätzliches Unwohlsein mit dem ganzen System. Mit dieser neuen Partei keimt die Hoffnung auf, dass die Welt wie sie ist, ein bisschen in die Richtung der Welt, wie sie sein sollte gerücket werden kann.

    Wenn das ganze Haus brennt nehme ich jemanden, der sich darüber aufregt, dass ich das Bügeleisen nicht ausschalte, nicht ernst. Auch wenn man das Bügeleisen ja eigentlich immer ausschalten soll. Deshalb finde ich es auch nicht wirklich sachlich hier und jetzt darauf hinzuweisen, dass kostenloser ÖPNV unbezahlbar ist.


    Und das seine Partei "nicht bedrohlich" für mich ist, ist für mich eine Voraussetzung, sie zu wählen. Für andere mag sie gerne “bedrohlich” sein….

    Es gibt auch keinen Grund, den sogenannten Piraten einen Grünen-Bonus zu geben, denn Entstehung, Struktur und Themen waren und sind gänzlich anders. Die Grünen wollten immer politisch sein und sind über lange Jahre der Bürgerinitiativen gereift, die Piraten hingegen sind eine virtuelle politische Partei, die "Politik" ablehnt. - Was soll man von sowas bitteschön halten?
    Die PP soll ja auch nicht den Grünen-Bonus bekommen, sondern den PP-Bonus.
    Wann wurde denn das Thema der Grünen von der “etablierten” Politik wahr- und ernstgenommen?

    Andere Zeiten andere Formen.

    Was da abgelehnt wird, ist nicht “die Politik”.

  2. Inaktiver User

    AW: Kann mir mal jemand die Piratenpartei erklären?

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    "Information" ist das Thema der PP. Was alles rund um Datenbanken beinhaltet, Lese- und Schreibrechte in denselben bzw der Mangel davon, Rechte darüber was unter welchen Umständen von wem gesammelt werden darf, Machtverhältnisse und gesellschaftliche Strukturen, die daraus entstehen.
    Wenn ihnen Politik suspekt ist, wenn Information im Zentrum ihres Interesses steht, dann hätten die "Piraten" eine Art Internet-Volkshochschule gründen sollen, statt eine politische Partei.

  3. Inaktiver User

    AW: Kann mir mal jemand die Piratenpartei erklären?

    Zitat Zitat von balalala Beitrag anzeigen
    Die Grünen waren zu ihrer Zeit für die damaligen Leistungsträger und Begriffsdefinitionsoberhoheinshaber ein verzottelter, kiffender Chaotenhaufen, der nur Spass und Aktion wollte. Und Terroristen waren sie auch noch.
    Das stimmt zwar nicht wirklich, aber ich verstehe, was du meinst.


    Es schadet ja nicht die Pupis ein wenig herauszufordern. Aber ein bisschen mütterliche Geduld und ein kleiner Vertrauensvorschuss, dass diese Parteiteenies schon noch lernen werden, zu artikulieren, was sie eigentlich wollen schadet doch nicht. Wenn das Potential da ist, wird die Entwicklung der Gedanken bei Sprechen und die fehlende klare Definition der Ziele schon kommen.
    Dagegen ist überhaupt nichts zu sagen.
    Aber bitte der Reihe nach:
    erst erwachsen werden, d.h. Potenziale entfalten, Ziele definieren, verstehen was Politik ist, Strukturen entwickeln, usw.
    und erst dann Parlamentarier werden.

    Der Hauptgrund für meine ungnädige Haltung ist diese Unreife, ist das Timing, das ich äußerst unangemessen finde.


    Ham wir Muttis das nicht alle gelernt: den guten Kern hinter der rauhen Fassade, die Message in dem “unausgegorenen Gequatsche” unseres Nachwuchses zu sehen.
    Und zu hoffen!

    Den eigenen Nachwuchs kann man nicht abschiessen, wenn die Hoffnung trügt.
    Die PP schon.

    PS:
    25-Jährige mit 30 Jahren Berufserfahrung gibt es wirklich selten.
    Ausserdem und immer wieder: Andere Zeiten, andere Formen!
    Neugierig bleiben!
    Auch hier volle Zustimmung.
    Aber das Parlament bzw. der Berliner Senat ist kein Spielplatz für Minderjährige (um beim Bild zu bleiben).
    Deshalb hätte ich mir gewünscht, dass diese Teenies erstmal ihren politischen Standort finden, bevor sie ins Parlament gewählt werden.
    Dann weiß man auch erst, was man da überhaupt wählt.

    Es ist mir ausgesprochen suspekt, wenn Parteien wie die Sternschnuppen vom Himmel fallen. In Slowenien ist soeben etwas ähnliches passiert: dort hat keine der etablierten Parteien die Wahl gewonnen, sondern eine Partei, die erst seit 7 Wochen existierte (!)

    Abgesehen davon, dass ich es solchen Teenies schlicht nicht gönne, sich staatlich derartig komfortabel versorgen zu lassen, wenn ihr Einzug ins Parlament weder auf Arbeit, noch sonstwie auf Substanz gründet, während andere Menschen sich jahrelang politisch engagieren, ohne dafür belohnt zu werden,
    abgesehen davon wie gesagt ist mir ein Wahlvolk äußerst suspekt, das auf Null Basis nur aus Wahlverdruss heraus völlig Unbekannte als Volksvertreter wählt.
    Geändert von Inaktiver User (08.12.2011 um 12:40 Uhr)

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    AW: Kann mir mal jemand die Piratenpartei erklären?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    nicht die "Gender-Neutralität" und die überwältigende Dominanz von Männern in der Partei
    Das mit dem Männerüberschuss in der Piratenpartei scheint dir ja keine Ruhe zu lassen. Woran liegt das?
    ...de la calle de San Sebastian...

  5. Inaktiver User

    AW: Kann mir mal jemand die Piratenpartei erklären?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wenn ihnen Politik suspekt ist, wenn Information im Zentrum ihres Interesses steht, dann hätten die "Piraten" eine Art Internet-Volkshochschule gründen sollen, statt eine politische Partei.
    Du willst es nicht verstehen, deshalb machst Du jegliche vernünftige Aussage lächerlich.

    Ich sehe es durchaus als einen mittelbaren Erfolg der PP an, dass nun Seiten mit Kinderpornopraphischen Inhalten nicht mehr mit einem dekorativen Stoppschild verdeckt, sondern wirklich vom Netz genommen werden. Hier klingelten wohl bei den Politikern Alarmanlagen und Vernunft fing an, sich den Weg in die Hirne zu bahnen.

    Wer nachlesen möchte: heise online - Kinderporno-Sperren: Regierung erwägt Echtzeitüberwachung der Stoppschild-Zugriffe und Kampf gegen Kinderpornografie: Internetbranche begrüßt Ende von Netzsperren - Politik | STERN.DE

  6. Inaktiver User

    AW: Kann mir mal jemand die Piratenpartei erklären?

    Zitat Zitat von Playman Beitrag anzeigen
    Das mit dem Männerüberschuss in der Piratenpartei scheint dir ja keine Ruhe zu lassen. Woran liegt das?
    Das liegt daran, dasss dieser Männerüberschuss in der Piratenpartei extrem ist und geradezu anachronistisch anmutet, sowie daran, dass ich eine Frau bin.

    Mag sein, dass die Piraten selber drauf kommen, dass ihre Haltung bezüglich Frauen wenig tragfähig ist.
    Wenn nicht, wenn das ein Männerverein mit einer einzelnen weiblichen Galionsfigur oder Alibifrau bleibt, dann brauche ich auf sie bei einer Wahl keinen weiteren Gedanken zu verschwenden.

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    AW: Kann mir mal jemand die Piratenpartei erklären?

    Zitat Zitat von balalala Beitrag anzeigen
    Erinnere Dich mal wie das “Ziel Umweltschutz” damals auf die Zeitgenossen wirkte!
    Ach, weil die Reaktion der Umwelt auf die Piraten ähnlich ist wie damals auf die Grünen, sollten sie einen Bonus bekommen? Häh?

    Das ist doch Quatsch, nur die Reaktion auf die Grünen damit zu vergleichen.
    Der Unterschied ist, dass die Grünen ein Ziel hatten, egal, von welchen Zotteln vorgetragen.
    Es gab den ersten Horror-Umweltbericht, Global 2000, und die Grünen traten an, damit sich dies ändert, bzw. damit es nicht soweit kommt, wie dort prognostiziert.

    Und jetzt sag du mir, was das Ziel der Piraten ist.
    Ich verstehe es nämlich nicht.

    Und zum Thema Männerpartei hab ich hier auch schon inhaltlich geschrieben.
    Das müssen wohl die Piratenmänner untereinander regeln, welche politischen Forderungen sie bzgl. Elternrecht haben wollen. Ihnen wird im Weg stehen, dass dazu immer auch Pflichten gehören.
    Das Leben ist wie ein Duschvorhang. Kann schimmeln, muss aber nicht.

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    AW: Kann mir mal jemand die Piratenpartei erklären?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Abgesehen davon, dass ich es solchen Teenies schlicht nicht gönne, sich staatlich derartig komfortabel versorgen zu lassen, wenn ihr Einzug ins Parlament weder auf Arbeit, noch sonstwie auf Substanz gründet, während andere Menschen sich jahrelang politisch engagieren, ohne dafür belohnt zu werden,
    abgesehen davon wie gesagt ist mir ein Wahlvolk äußerst suspekt, das auf Null Basis nur aus Wahlverdruss heraus völlig Unbekannte als Volksvertreter wählt.
    Also mir scheint du hast grundsätzlich einfach ein Problem mit dieser Partei. Ich kann ja mit den Piraten auch nichts anfangen und würde sie auch nicht wählen, aber deine Argumentationen hier finde ich insgesamt doch recht schräg.
    Bei anderen Parteien gründet sich ihr Erfolg vielleicht auf Arbeit, aber die machen politisch aus meiner Sicht auch nur Nonsens. Und wenn die Piraten jetzt überall nur rumkaspern, dann ist das Thema doch sowieso bald erledigt. Also ich plädiere für etwas mehr Gelassenheit im Hinblick auf die Piraten.

  9. Inaktiver User

    AW: Kann mir mal jemand die Piratenpartei erklären?

    Zitat Zitat von DerJunge82 Beitrag anzeigen
    Also mir scheint du hast grundsätzlich einfach ein Problem mit dieser Partei. Ich kann ja mit den Piraten auch nichts anfangen und würde sie auch nicht wählen, aber deine Argumentationen hier finde ich insgesamt doch recht schräg.
    Du findest es schräg, dass ich der Meinung bin, dass ein Wähler niemals die Katze im Sack kaufen sollte?
    Das finde nun wiederum ich schräg.


    Bei anderen Parteien gründet sich ihr Erfolg vielleicht auf Arbeit, aber die machen politisch aus meiner Sicht auch nur Nonsens.
    Das ist genau, was an anderer Stelle gern geleugnet wird: die Piratenpartei als Protestpartei, als Partei der Nichtwähler, der Unpolitischen und der Politikfrustrierten.

    Auch wenn es sich absurd anhören mag - in gewisser Weise ist der Erfolg der Piratenpartei das Gegenstück zur Idolisierung des Freiherrn zu Guttenberg: Wähler, die von etwas träumen ... sie wissen selber nicht so recht wovon ...
    So verschieden sie sind, die Verachtung für die real existierende Politik ist ihnen gemeinsam. Hauptsache, es wird ganz anders bzw. Hauptsache, es gibt eine Projektionsfläche.
    Geändert von Inaktiver User (08.12.2011 um 13:26 Uhr)

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    AW: Kann mir mal jemand die Piratenpartei erklären?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das liegt daran, dasss dieser Männerüberschuss in der Piratenpartei extrem ist und geradezu anachronistisch anmutet, sowie daran, dass ich eine Frau bin.
    Der Frauenanteil in der örtlichen Yoga-Gruppe gleich um die Ecke ist auch extrem. Das ist für mich aber noch lange kein Grund, mir jetzt darüber Gedanken zu machen. Die Piratenpartei stand von Anfang an Männer und Frauen gleichermaßen offen. Aber es ist nun mal so, daß die Themen, die die Piratenpartei in ihrer Anfangszeit aufgegriffen hat, nun mal viel mehr Männer als Frauen angesprochen hat. Ist das ein Fehler der Piratenpartei? Mit Sicherheit nicht. Man kann die Frauen schließlich nicht dazu zwingen, sich für bestimmte Themen zu interessieren. Für dich scheint die Welt nur zu funktionieren, wenn überall eine 50/50-Quote vorhanden ist. Aber so funktioniert die Welt nun mal nicht. Und das ist letztendlich auch gut so.
    ...de la calle de San Sebastian...

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