Wie wunderbar das funktioniert, sieht man am Beispiel Energie:
Die Mehrheit der Menschen will einen Umstieg zu erneuerbaren Energiequellen, aber kaum jemand hat Lust einen Windpark in der Nähe zu tolerieren, oder auch nur den erforderlichen Netzausbau.
Grund ist die weit verbreitete Einstellung: "wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass", und so scheitert ein Ausbau der erneuerbaren Energien nicht zuletzt am Widerstand genau derjenigen, die den Ausbau erneuerbarer Energien doch eigentlich "unbedingt" haben wollen.
Einkaufszentren gibt es, weil die Bürger Einkaufszentren haben wollen.
Wäre es anders, dann könnten die Politiker noch so viele Einkaufszentren genehmigen - niemand würde sie bauen wollen. Denn derartige Investitionen zahlen sich nur aus, wenn sie von den Kunden positiv aufgenommen werden.
Darunter befinden sich sicher auch viele Leute, die zwar die Verödung der Stadtzentren beklagen, aber Einkaufszentren doch gern nutzen - weil dort alles an einem Ort ist, weil man leicht einen Parkplatz findet, weil große Einkaufszentren ein größeres Sortiment und niedrigere Preise haben als kleine Einzelhandelsgeschäfte ...
Man möchte all das gern geboten bekommen - und zugleich ein angenehmes lebhaftes Stadtzentrum für den Bummel nach dem Einkaufen.
Willst du wirklich den Politikern die Verantwortung für die eigenen inneren Widersprüche bzw. für Konflikte zwischen diversen Bevölkerungsgruppen und deren Interessen in die Schuhe schieben?
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21.05.2012, 13:22Inaktiver User
AW: Kann mir mal jemand die Piratenpartei erklären?
Geändert von Inaktiver User (21.05.2012 um 14:01 Uhr)
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21.05.2012, 13:49
AW: Kann mir mal jemand die Piratenpartei erklären?
Liebe BT, man muss erstmal grundsätzlich davon ausgehen daß die Masse verdummbar ist, und auch bereits verdummt. Sie hängt an den Lippen der Werbeagenturen, früher wars die Propaganda.
Was irgendeine Stadt B hat will die Stadt C dann auch haben und D usw.
Daß B längst schlechte Erfahrung damit macht, stellt sich erst viel später raus. Dafür ist gesorgt, dank Maximum an Intransparenz und funktionierender Fehlernichteingestehtradition.
Windräder sind in meinen Augen schön, zumindest von fern bis mittelnah.
Sie drehen sich im haargenau richtigen Geschwindigkeitsintervall. Ich empfinde den Anblick als wohltuend.
Da ich mich als mittelgroßen bis großen Ästheten einsortiere, sollte es bei entsprechender Propaganda eine leichtes sein das Gros der Leute auf (meine) Linie zu bringen was das angeht. Mag sein, daß Enoch eine Ausnahme ist, ich weiss nicht was da versucht wurde.
Es gibt aber sicher eine Menge an Leuten, denen einfach der Siegeszug der grünen Energiepolitik allgemein oder intuitiv nicht behagt, und die deshalb ihre Landschaftsästhetisches Gefühl entdecken, das sie betreff Starkstromüberlandleitungen noch nicht kannten.
Allerdings gefallen mir unbewegliche Solarplatten über fruchtbarem Ackerland nicht.
Da gehts weniger um reine Ästhetik denn unschöne Prioritäten bzw zu simple schnöde vordergründige Kosten/nutzenrechnungen in Tateinheit mit Phantasielosigkeit. Und natürlich unscharfe Vorgaben der Fördergesetze, die das alles zulassen.
Bewegliche nachgeführte Solarpaneele, so installiert, daß darunter und daneben noch Landbau oder Viehhaltung möglich, fänden demgegenüber mein Wohlwollen.
Zum Netzausbau ist zu sagen, daß das ja nun nicht so schlimm sein kann was da vonnöten. Der Strom findet ja bereits nahezu überall hin.
Und gut ist wenn bei Erneuerung möglichst viele Freileitungen in die Erde kommen.
Hochspannungsleitungen stören das Landschaftsbild nämlich gewöhnlich deutlich.
Tauschen wir also Freileitungen gegen Windräder ;-)Geändert von hombre (21.05.2012 um 13:55 Uhr)
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21.05.2012, 14:02Inaktiver User
AW: Kann mir mal jemand die Piratenpartei erklären?
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21.05.2012, 14:12Inaktiver User
AW: Kann mir mal jemand die Piratenpartei erklären?
Und diese verdummte Masse soll also mehr direkte Demokratie bekommen?
Also erst soll man ihnen die Möglichkeit zu Mitbestimmung geben, und anschließend mittels Propaganda dazu bringen das zu wollen, was sie wollen sollen?(...) sollte es bei entsprechender Propaganda eine leichtes sein das Gros der Leute auf (meine) Linie zu bringen was das angeht.
Mir geht es genau umgekehrt: es stört mich nicht im geringsten, wenn Solarpanels auf ungenutzten Ackerflächen und entlang der Autobahnen herum stehen. Dagegen empfinde ich das ständige Sirren von Windrädern ziemlich belastend.Windräder sind in meinen Augen schön, zumindest von fern bis mittelnah. (..)Allerdings gefallen mir unbewegliche Solarplatten über fruchtbarem Ackerland nicht.
Wer von uns soll sich durchsetzen? Und wem wollen wir die Verantwortung dafür zuschieben, dass einer von uns mit der Entscheidung unzufrieden sein wird?
Dass der Ausbau der Stromnetze gerade bei den verteilten Systemen erneuerbarer Energie (Wind/kein Wind, Sonne/keine Sonne) verstärkt erforderlich ist, bestreitet eigentlich niemand mehr. Aber Stromleitungen sind halt nicht sonderlich attraktiv fürs Auge. Und manch einer macht sich auch Sorgen um seine Gesundheit, wenn Strommasten zu nahe an Wohngebieten liegen.Zum Netzausbau ist zu sagen, daß das ja nun nicht so schlimm sein kann was da vonnöten. Der Strom findet ja bereits nahezu überall hin.
Und gut ist wenn bei Erneuerung möglichst viele Freileitungen in die Erde kommen.
Aber eine Verlegung in die Erde ist nunmal beträchtlich teurer - was auch nicht jeder in Kauf nehmen will oder kann.
Energieversorgung und Einkaufszentren sind jedoch nur Beispiele - für die Widersprüchlichkeit der Menschen und für die Konflikte, die nicht aufgrund von "Verdummung" sondern aufgrund unterschiedlicher Interessen nunmal bestehen - und zwar ganz egal, ob man vor jedem Projekt grundsätzlich die Bürger dazu befragt oder nicht.
Man muss sich einfach mal ansehen, wie sowas in der Schweiz (nicht) funktioniert:
Die Hardbrücke in Zürich war derartig wichtig, dass aufgrund von Übernutzung zuletzt sogar Einsturzgefahr entstand. Dennoch hat es etliche Jahre gedauert, bis man sich endlich aufraffte eine Sanierung dieser Brücke zu beschließen und das dafür erforderliche Geld bereitzustellen.
Derartig zähe Entscheidungsprozesse selbst bei Projekten wie der Sanierung einer vorhandenen Brücke! Das muss man sich mal vorstellen!
Das System direkter Demokratie mag in einem relativ behäbigen und kleinen Staatswesen wie der Schweiz noch erträglich sein. Aber in einem Land wie Deutschland würde es zu einem totalen Stillstand führen.
Also ich glaube jedenfalls weder daran, dass die Politiker inkompetent sind, noch glaube ich, dass handfeste Interessenskonflikte sich in Luft auflösen, wenn man sie so richtig auslebt. Siehe Stuttgart21, Flughafenausbau u.ä.
.Geändert von Inaktiver User (21.05.2012 um 15:20 Uhr)
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21.05.2012, 15:15
AW: Kann mir mal jemand die Piratenpartei erklären?
Der Sinn für das Ganze wächst mit der Verantwortung für das Ganze.
Fast alle Menschen, die irgendwann einmal in irgendwelchen Funktionen waren kennen das.
Ich traue dem "dummen Bürger" bei direkter Mitbestimmung mehr Fairness und Gemeinschaftssinn zu als dem durchschnittlichen lobbygeschmierten Karrierepolitiker.
Das viele Bürger ihre Widersprüchlichkeiten nicht aussortieren liegt auch daran, dass es gewollt ist. Man hält "die Masse" offensichtlich dumm, um ihr genau das dann hinterher vorzuwerfen um ihr die Kompetenz zur Mitentscheidung abzusprechen.
Das erinnert mich ein bisschen an die Ansichten der Kapitalisten während der Industrialisierung: wenn man den Arbeitern mehr bezahlt als sie brauchen, um sie gerade so am Leben zu halten, werden sie das zusätzliche Geld sowieso nur in Alkohol umsetzen. Genausowenig könnte die "dumme Masse" heute mit dem Mehr an Verantwortung umgehen. Die Politikereliten wissen viel besser, was gut für das gemeine Volk ist.
Mich persönlich motiviert der Ton in BTs Beiträgen so sehr, die Piratenpartei zu wählen, dass ich mich schon frage, ob dahinter nicht eine geschickte Marketingstrategie der Piraten selbst steckt ....
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21.05.2012, 15:59Inaktiver User
AW: Kann mir mal jemand die Piratenpartei erklären?
Wenn dieser Satz stimmt, dann stimmt er auch für Politiker.
Wenn er auch für Politiker stimmt, dann passt er aber nicht zu dem Bild, das Piraten und Piraten-Fans von Politikern zeichnen.
Das Wort "Lobby" ist englisch für "Interessensgruppe". Dazu zählen Industrieverbände, Gewerkschaften, Naturschützer, Wohlfahrtsverbände, Kirchen, und viele andere.Ich traue dem "dummen Bürger" bei direkter Mitbestimmung mehr Fairness und Gemeinschaftssinn zu als dem durchschnittlichen lobbygeschmierten Karrierepolitiker.
Möchtest du mehr Demokratie dadurch erreichen, dass du Interessensgruppen bei der Entscheidung ausschließt? Wenn ja, welche möchtest du denn gern ausschließen bzw. wer entscheidet, welche Interessensgruppe bei einem Thema mitreden darf und welche nicht?
Gerade heute, in einer Zeit, in der es für jeden Bürger viele Möglichkeiten gibt sich zu informieren - über Zeitungen, Fernsehen, Internet - ist diese Behauptung sinnbefreit.Das viele Bürger ihre Widersprüchlichkeiten nicht aussortieren liegt auch daran, dass es gewollt ist. Man hält "die Masse" offensichtlich dumm, um ihr genau das dann hinterher vorzuwerfen um ihr die Kompetenz zur Mitentscheidung abzusprechen.
Wir haben Meinungs-, Rede-, Presse- und Versammlungsfreiheit und können nach Belieben neue Interessensgruppen, Organisationen, Parteien gründen oder Internet-Blogs verfassen. Niemand wird uns daran hindern.
Dagegen finde ich es zunehmend irritierend, wie die Piraten etablierte Foren wie dieses hier benutzen, um ohne Unterlass und ziemlich penetrant für ihre Partei die Werbetrommel zu rühren.Mich persönlich motiviert der Ton in BTs Beiträgen so sehr, die Piratenpartei zu wählen, dass ich mich schon frage, ob dahinter nicht eine geschickte Marketingstrategie der Piraten selbst steckt ....
Wir sind ein freies Land mit freien Bürgern. Noch sind wir weit davon entfernt die Politik in die Hände einer Piraten-Einheitspartei zu legen, auch wenn ich zunehmend den Eindruck gewinne, dass die Anspruchshaltung der Piraten in genau diese Richtung geht, denn sie sehen sich nicht als eine Partei von mehreren, sondern als die einzig sinnvolle Politikform.
.Geändert von Inaktiver User (21.05.2012 um 16:35 Uhr)
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21.05.2012, 16:30
AW: Kann mir mal jemand die Piratenpartei erklären?
So ist es. Allein an diesem Gedankengang zeigt sich doch die ganze Absurdität dieses abstrusen Negativ-Diskurses von Politikern.
Da wird ja auch vor keinem absurden Gedankengang halt gemacht. Siehe diese Äußerung aus dem Strang:
Oder Einkaufszentren.
Die haben bislang noch jedem Stadtzentrum den Garaus gemacht - kann mir jemand erklären, warum trotzdem immer wieder welche gebaut werden? Besonders viel Kompetenz seitens der Politiker kann ich da nicht erkennen.
Da wird einfach nicht verstanden, was Demokratie eben auch heißt: es wird etwas gemacht, was dem Einzelnen nicht gefällt; genau dem Anderen gefällt es aber.
Aber nein: daraus wird dann eine Inkompetenz von Politikern konstruiert.
Unter dem Motto: Demokratie ist immer nur dann, wenn es so ausgeht, wie mir es passt.
VanDyckEs gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
dann durchfluten sie mich wie Regen ...
American Beauty
Nothing in life is as important as you think it is, while you are thinking about it.
Daniel Kahneman
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21.05.2012, 16:32
AW: Kann mir mal jemand die Piratenpartei erklären?
Bitte wo wird das getan?
Das ist eine absurde Vermutung. Die Piraten sehen ihre Vorstellung von Politik nicht als mehr oder weniger sinnvoll als es jede Partei bei ihrer Form der Politik tut.Wir sind ein freies Land mit freien Bürgern. Noch sind wir weit davon entfernt die Politik in die Hände einer Piraten-Einheitspartei zu legen, auch wenn ich zunehmend den Eindruck gewinne, dass die Anspruchshaltung der Piraten in genau diese Richtung geht, denn sie sehen sich nicht als eine Partei von mehreren, sondern als die einzig sinnvolle Politikform.
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Was meinst Du mit Einheitspartei?Sie verwechseln Ehrlichkeit und Toleranz, mit Oberflächlichkeit und Arroganz...
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Schau auf deine Haut und lies
Such wo meine Zunge war
Such mein Lied in deinem Haar
Willst Du mein Gefühl verstehen
Mußt Du Dich in Dir ansehen
Schließ die Augen und Du siehst ich bin in Dir
(c) ASP
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21.05.2012, 16:56Inaktiver User
AW: Kann mir mal jemand die Piratenpartei erklären?
Hier in diesem Forum.
Mittlerweile wird man hier von Piraten und deren Sympathisanten regelrecht bombardiert.
Die Linkspartei will mehr "Gerechtigkeit" für sozial Schwache, die SPD und CDU sind Volksparteien, die viele Themen und gesellschaftliche Gruppen abdecken, durchaus auch Widersprüchliches, die Grünen sind "die" Partei für Umweltschutz, die FDP eine Partei für ihre speziellen Wählergruppen.Das ist eine absurde Vermutung. Die Piraten sehen ihre Vorstellung von Politik nicht als mehr oder weniger sinnvoll als es jede Partei bei ihrer Form der Politik tut.
Jede dieser Parteien hat ihre Wählerschaft und ihre Funktion in unserer Demokratie.
Die Piratenpartei ist demgegenüber die einzige Partei, die unser gesellschaftliches und politisches System grundsätzlich in Frage stellt. Egal ob Linkspartei, Grüne, SPD, CDU oder FDP - die Politiker dieser Parteien sind dumm und korrupt. Wer sie wählt, ist dummes Stimmvieh. Der Mensch mit wahrhaft Durchblick wählt Piraten oder wird sogar Mitglied bei den Piraten.
Das ist doch in etwa das, was einem hier seit einigen Wochen ohne Unterlass erzählt wird.
.Geändert von Inaktiver User (21.05.2012 um 17:14 Uhr)
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21.05.2012, 17:13
AW: Kann mir mal jemand die Piratenpartei erklären?
Echt? Zeigst Du mir (per PM) wo? Das habe ich bisher übersehen...
Äh.. auch die PP hat eine Wählergruppe. Sonst würde es dieses Thema nicht geben, weil die PP zu klein wäre. Aber offensichtlich gibt es nicht wenige, die sehr von der PP angetan sind und sie wählen, ohne Zwang. Also scheinen sie eine Funktion in der Demokratie zu haben, oder?Die Linkspartei will mehr "Gerechtigkeit" für sozial Schwache, die SPD und CDU sind Volksparteien, die viele Themen und gesellschaftliche Gruppen abdecken, durchaus auch Widersprüchliches, die Grünen sind "die" Partei für Umweltschutz, die FDP eine Partei für ihre speziellen Wählergruppen.
Jede dieser Parteien hat ihre Wählerschaft und ihre Funktion in unserer Demokratie.
Die Piratenpartei ist demgegenüber die einzige Partei, die unser gesellschaftliches und politisches System grundsätzlich in Frage stellt. Egal ob Linkspartei, Grüne, SPD, CDU oder FDP - die Politiker dieser Parteien sind dumm und korrupt. Wer sie wählt, ist dummes Stimmvieh.
Der Mensch mit wahrhaft Durchblick wählt Piraten oder wird sogar Mitglied bei den Piraten.
Ich habs mir leider nicht abgespeichert aber in einem TV Interview sah ich, das der PP-Chef durchaus eine Nähe der PP zur Linkspartei sieht. Aber selbst wenn nicht, was ist daran so schlimm? Parteien machen doch erst Sinn, wenn sie etwas haben, das nur sie in der Form bieten und bei anderen Parteien nicht so toll finden, oder?
Nö. Das ist das was manch eine(r) hier seit Wochen ohne Unterlass vor sich her Interpretiert und dann zum Fakt erklärt. Gesagt hat das keiner.Das ist doch in etwa das, was einem hier seit einigen Wochen ohne Unterlass erzählt wird.
Was daran verkehrt sein soll, die politischen Strukturen hin zu mehr einbeziehung des Einzelnen zu ändern, verstehe ich auch nicht.Sie verwechseln Ehrlichkeit und Toleranz, mit Oberflächlichkeit und Arroganz...
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Schau auf deine Haut und lies
Such wo meine Zunge war
Such mein Lied in deinem Haar
Willst Du mein Gefühl verstehen
Mußt Du Dich in Dir ansehen
Schließ die Augen und Du siehst ich bin in Dir
(c) ASP
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