Liquid Democracy bedeutet unter anderem, dass eine Partei, die sich als "Postgender" bezeichnet, Männerbünde unterstützt.
Nur zur Erläuterung - ich habe nichts gegen irgendwelche Männerclubs. Ich bin sogar sicher, dass welche gebraucht werden (ob es nun gerade die sind, die von der PP unterstützt werden, weiß ich nicht - hab sie mir nicht angeschaut).
Ich habe dieses wunderschöne Beispiel genommen, weil bei einer Liquid Democracy eben immer irgendwie alles möglich ist. Die Idee läuft auf eine komplett neue Regierungsform hinaus -ob sie praktisch möglich ist, steht auf einem anderen Blatt. Verlässlichkeit, Werte, klare Linie- Fehlanzeige. Und das Beste: man kann im Zweifelsfall immer die anderen verantwortlich machen.
@Satyr
Ich weiß, theoretisch ist es anders gedacht. Dummerweise stelle ich mir sowas aber auch praktisch vor...
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09.05.2012, 10:08Inaktiver User
AW: Kann mir mal jemand die Piratenpartei erklären?
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09.05.2012, 11:51
AW: Kann mir mal jemand die Piratenpartei erklären?
Kann ich nicht erkennen. Komplett neu?
Den Unterschied, den ich sehe: statt der reinen Entscheidung von Politikern (die an Parteibeschlüsse gebunden sind) entscheiden (an welcher Stelle jetzt genau??) die Bürger mit, die Bock darauf haben. Öhm...
Bürger, die Bock drauf haben, können sich übrigens auch derzeit einmischen an vielen Stellen. Sie tun es parteiunabhängig meist dann, wenn ein Anliegen sehr wichtig erscheint (Atomausstieg sofort). Und sie erreichen damit auch eine Menge.
Beispiel: Über welche Entscheidungen lassen wir auch die Bürger abstimmen? Grundeinkommen für alle? Fahrscheinfreier ÖPNV? Militäreinsätze? Und wer entscheidet worüber mitbestimmt wird?
Ach, ich sehe gerade, das entscheidet jeder selbst:
Ich weiß gar nicht, ob ich lachen oder weinen soll.Quelle: PP-Link oben
Jeder Teilnehmer kann zu jedem Zeitpunkt für sich selbst entscheiden, wo auf dem Kontinuum zwischen repräsentativer und direkter Demokratie er sich aufhalten möchte. Jederzeit. Das bedeutet, dass ich als Teilnehmer beispielsweise sagen kann:
„Für Steuerrecht möchte ich gerne durch die Partei SPD, für Umweltpolitik durch die Partei die Grünen und für die Schulpolitik durch die Privatperson Herrn Müller vertreten werden. Für die Entscheidung über das neue Hochschul-Zulassungsgesetz an den Universitäten möchte ich aber selbst abstimmen.“
Dieses Mix-Prinzip ist entscheidend, da man sich nicht mehr für ein Bündel von Prinzipien entscheiden muss, wie es beispielsweise eine Partei bietet, sondern man sich je nach Thema die Experten aussuchen kann, denen man vertraut - oder selbst entscheiden kann. Essentiell dabei ist auch, dass man diese "Stimmvergabeentscheidung" jederzeit ändern kann und sein Stimmgewicht umverteilen kann.Geändert von _Zitronenmond_ (09.05.2012 um 11:56 Uhr)
Das Leben ist wie ein Duschvorhang. Kann schimmeln, muss aber nicht.
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09.05.2012, 12:45Inaktiver User
AW: Kann mir mal jemand die Piratenpartei erklären?
Pfff... Lieber erst mal lachen, oder? So genau weiß ich es aber auch nicht.
Neue "Regierungsform" ist vielleicht(?) falsch ausgedrückt - eher ein völlig neuer Regierungsmodus? Entscheidungen können sehr schnell getroffen und auch wieder revidiert werden -das läuft z.B. über ein Programm namens Liquid Feedback- und, wenn ich es richtig verstehe, werden keine Kommissionen gebildet, die eine Sachlage überhaupt erst einmal untersuchen, es gibt keine Experten, kein nix... Keine Leitlinie, an der sich Delegierte (gibt es die überhaupt?) orientieren könnten, die ist ja ohnehin verpönt.
Das Ganze klingt für mich vollkommen unberechenbar. Du siehst ja, wie groß in diesem Strang etwa das Echo auf meinen Link zur Initiative Urheberrecht ist. Das Desinteresse könnte nicht größer sein. Was nicht ins eigene Konzept passt, wird nicht geprüft, sondern schlichtweg ausgeblendet. Für wen machen diese Leute Politik? Gibt es irgendein Interesse daran, zunächst einmal zu untersuchen, wer überhaupt von diesen liquiden Schnellentscheiden in welcher Weise betroffen wäre?
Es ist wohl doch eher zum Weinen.
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09.05.2012, 12:53Inaktiver User
AW: Kann mir mal jemand die Piratenpartei erklären?
Ich kann mir durchaus einen Vorteil denken: Ich frage mich schon öfter warum und wieso dort oben Leute sitzen, die von ihrem jeweiligen Fach keinerlei Ahnung haben. Sie sitzen dort nur, weil es die Mehrheitsverteilung so will. Dass gewisse Herren keine Ahnung und keinerlei Begabung für Aussenpolitik haben, aber trotzdem der Bundesaußenminister sind, finde ich ehrlich gesagt einen Witz.
Da verstehe ich alle die nicht wählen gehen.
Mit der delegierten Stimmvergabe von Liquid Democracy kann man demjenigen die Stimme geben, den man für kompetent genug dafür hält. Habe ich das richtig verstanden?
Find ich gut. Ich will nicht noch mal einen Westerwelle als Außenminister haben oder jemanden im Gesundheitssystem der BWL studiert hat oder noch besser einen BWLer im Kultusministerium oder auf Bundesebene Ministerium für Kultur und Bildung.
Ich hätte da gerne Leute die Ahnung haben. Liquid Democracy so wie ich es verstanden habe, klingt da zumindest mal wie ein Vorschlag.
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09.05.2012, 12:54
AW: Kann mir mal jemand die Piratenpartei erklären?
Erst hatte ich geschrieben, ich könnt mich kringeln über liquide Entscheiderei.
Ausgedachtes Beispiel:
„Für Militäreinsätze im Irak möchte ich gerne durch die Partei Die Grauen, für Schulpolitik (aber nur was die Hauptschule betrifft) durch die Partei CDU und für die Umweltpolitik durch die Privatperson Lieschen Müller vertreten werden. Für die Entscheidung über das neue Ladenschlussgesetz möchte ich aber selbst abstimmen.“
Aber wenn man mal ernsthaft rangeht, ist es doch zum Weinen:
„Für Steuerpolitik möchte ich gerne durch die Partei Die Linke, für Schulpolitik durch die Partei SPD und für die Irak-Einsätze durch die Privatperson Lieschen Müller vertreten werden. Für die Entscheidung über die Zuwendungen des Staates an Flüchtlinge, Minarettverbote und Kopftuchverbote möchte ich aber selbst abstimmen.“Das Leben ist wie ein Duschvorhang. Kann schimmeln, muss aber nicht.
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09.05.2012, 13:03Inaktiver User
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09.05.2012, 13:06Inaktiver User
AW: Kann mir mal jemand die Piratenpartei erklären?
Wenn Du unter "Liquid Democracy" nachliest, steht da nichts über Leute, die Ahnung haben. Das schrieb ich ja eben.
Da steht nicht so etwas wie: "Wir schauen uns das Thema erst einmal genau an bzw. lassen es genau anschauen (von z. B. einer unabhängigen, ausgewogen zusammengesetzten Kommission) und informieren anschließend alle Mitglieder über die Sachlage. Wer nachweisen kann, dass er sich informiert hat (!) darf abstimmen." Da steht: Wer Bock hat, stimmt ab. Die Basis entscheidet sekundenschnell via Liquid Feedback. Das wars. *grusel*
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09.05.2012, 13:52Inaktiver User
AW: Kann mir mal jemand die Piratenpartei erklären?
Hm ... jetzt ist es eigentlich nicht anders: Wer Bock hat, geht zur Wahl. Und muss nicht mal nachweisen, ob er sich informiert hat.
Was daran jetzt so exorbitant besser sein soll als an Liquid Democracy, weiß ich auch nicht.
Und die Vorstellung, dass Leute in Ämter gewählt werden, die Ahnung von dem jeweiligen Bereich haben, am besten noch unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit, finde ich sehr gut.
Danke Zitronenmond, super Beispiel!
Am besten wäre es vielleicht, Parteien aufzulösen und AHNUNG-habende zu wählen - dann könnte man je nach Thema entsprechend auswählen und muss nicht dauernd die Positionen "mitwählen", die man selbst gar nicht vertritt.
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09.05.2012, 14:22Inaktiver User
AW: Kann mir mal jemand die Piratenpartei erklären?
Tilbage,
jetzt geht wieder alles durcheinander.
Wir reden
1) Über real existierende Abstimmungen innerhalb der Piratenpartei. Da wäre Information doch mal was Nettes, oder?
2) Über eine politische Utopie - Liquid Democracy für alle.
Was Du als tolle Idee im letzten Absatz vorstellst, wäre dann wohl ungefähr das hier :
Technokratie
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09.05.2012, 15:51
AW: Kann mir mal jemand die Piratenpartei erklären?
Niemand will das Urheberrecht GENERELL radikal beschneide. Radikal beschnitten werden sollen nur die kommerziellen(!) Verwertungsrechte des Urheberrechts durch Dritte - die eben NICHT der Urheber sind.
In dem Kontext ist auch der Begriff "Rückführung" zu sehen. Rückführung mit mehr Stärkung des Urheberrechts beim Urheber.
Sie werden meist trotzdem keine Rowling. Ich kenne mich in dem Gebiet eher weniger aus aber kann Dir aus dem Stehgreif 5 Buchautoren aus dem amerikanischen Raum nennen, die sehr erfolgreich werden konnten. Bei deutschen Autoren könnte ich das nicht (reine Kinderbuchsachen mal weggelassen). Das hat einen Grund. Und der ist sicher nicht, das wir in Deutschland keine Autoren hätten die gut genug schreiben können.Wer als ernstzumehmender Autor Belletristik für Erwachsene schreibt, nagt auch nicht unbedingt am Hungertuch. Auch ohne Herta Müller zu heißen, kann man durchaus anständig leben. In Deutschland gibt es übrigens eine ganze Reihe an Förderprogrammen, Stipendien und Preisen.
Sagst Du mir warum? Ich lese das oft von Dir, bestätigt durch Links in denen andere Meckern, den Kontext meist arg verdrehen und das als "Fakt" verkaufen. Aber mich würde mal von Dir, in Deinen Worten genau interessieren, was an Argumenten der PP dir die Schuhe auszieht und weshalb.Schau Dir meinen Link doch einfach mal an. Ich hatte die Seite an den Anfang gesetzt, auf der die "Mitstreiter" der Initiative sich vorstellen. Der Großteil dieser Leute ist weder besonders arm noch besonders reich. Aber Teile der aktuellen Argumentation der Piraten ziehen ihnen die Schuhe aus (mir übrigens auch).
Das findet man bei JEDER Partei, zu JEDEM Thema, wenn man will.Gestern Abend habe ich mir noch die Antwort des CCC auf den offenen Brief der 51 Tatort-Autoren durchgelesen. Mein Eindruck ist folgender: Vieles klingt vernünftig, teilweise ist die Argumentation aber schief (weil auf falschen Grundannahmen beruhend).
Ich BIN Programmierer. Stimmt, am Hungertuch nage ich nicht. Trotzdem sehe ich aus nächster Nähe wie sehr Deutsche Gesetze den IT Fortschritt bremsen.Die Herstellung von Software ist nicht mit der "Herstellung" eines künstlerischen Werks vergleichbar. Ganz nebenbei: auch Programmierer nagen keineswegs am Hungertuch.
Der Verlag? Das, was er individuell mit dem Urheber ausgehandelt hätte. Wäre fair, finde ich.Was sähe er denn ohne Urheberrecht? Du bist echt lustig!
Offiziell ja. Aber was ist schon ein Häuptling ohne Macht? Vor einigen Wochen hat die PP "mal eben" ihren Bundesvorsitzenden gewechselt, weil die Mitglieder nicht 100% zufrieden waren.Mir ist schon klar, dass die Häuptlinge in der PP sich nicht als Häuptlinge verstehen. Aber sie sind es trotzdem...
Wer hatte da wohl mehr "Häuptlingsmacht"?
Du vergleichst eine politische Partei mit einem Verein. Das geht nicht. Das sind andere Ansätze.Nachtrag: Wenn mich nicht alles täuscht, bewegt eine politische Partei sich innerhalb eines Systems, das der CCC doch eigentlich ablehnt!?Sie verwechseln Ehrlichkeit und Toleranz, mit Oberflächlichkeit und Arroganz...
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Schau auf deine Haut und lies
Such wo meine Zunge war
Such mein Lied in deinem Haar
Willst Du mein Gefühl verstehen
Mußt Du Dich in Dir ansehen
Schließ die Augen und Du siehst ich bin in Dir
(c) ASP
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