@MIB70
Geht mir genau so. Deswegen musste ich mich bei der Umstrukturierung mit geplantem Arbeitsplatzabbau bei meinem AG mit Händen und Füßen gegen langfristige Altersteilzeit- und Sozialpläne wehren, weil die alle darauf ausgerichtet waren, dass ich mit 63 in Rente gehe.
Das würde für mich zuviel Abzüge bedeuten (mindestens 12 x 0,3 %). Zusätzlich würden ja auch nicht mehr die vollen Rentenbeiträge bis 65 eingezahlt werden - also unterm Strich noch weniger Rente.
Hört sich immer alles theoretisch so toll an - aber wer von seiner Rente dann auch wirklich leben muss (ohne nennenswerte Reichtümer oder Partner im Hintergrund), für den kann es trotz lebenslanger Arbeit richtig eng werden. Wehe dem, es kommen dann noch kostspielige Krankheiten oder gar Pflegebedürftigkeit hinzu.
Es gibt sicher viele Menschen - je nach Beruf und körperlicher/geistiger Verfassung, die locker und gerne bis 69 Jahren arbeiten könnten und wollten, WENN sie auch einen Arbeitsplatz dafür hätten. Pech für den, der krank ist oder einen Beruf hat, in dem das einfach nicht geht (z.B. bei schwerer körperlicher Arbeit).
Andererseits zählt man heute selbst bei bester Gesundheit in vielen Branchen schon ab 50+ zum uralten Eisen, wenn nicht gar zum Schrott. Man bekommt da gern das Gefühl vermittelt, höchstens noch geduldet zu sein und den Arbeitsplatz für die junge Generation zu blockieren.
Ist man dann endlich weg und in Rente, ist man für die junge Generation eh nur noch der Lauschepper, der mit durchgeschleppt werden muss. Keiner fragt danach, dass auch die jetzt anstehende Rentnergeneration bereits ihr Leben lang happig Beiträge zahlte und die Vorderen "durchschleppte". Nein, DAS sollen es jetzt sogar 2 - 4 Jahre länger tun.
Aber wo? Und wie?
Man fühlt sich zwischen allen Stühlen.
Die ältere Generation erwartet möglichst lange meine Rentenbeiträge, der Staat erwartet möglichst lange meine Steuern und Sozialabgaben. Und konsumieren soll ich natürlich auch möglichst viel.
Den Jungen bin ich im Weg und bald nur noch ein lästiger Kostenfaktor.
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14.09.2011, 11:14
AW: Rente mit 69 für die Euro Stabilität
Bleiben Sie gesund und bleiben Sie bei Trost. (Lisa Feller)
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14.09.2011, 11:31Inaktiver User
AW: Rente mit 69 für die Euro Stabilität
Nochmals - ich muss mich leider ständig wiederholen:
Ein Rentenbeginn ab 69 würde - falls er käme - etwa ab 2030 relevant werden.
Zu der Zeit erwartet man aufgrund der Bevölkerungsentwicklung in Deutschland einen Mangel an qualifizierten Arbeitskräften, da es viel zu wenig Junge gibt.
Einerseits halte ich es für selbstverständlich, dass man die im Arbeitsleben Aktiven nicht unbegrenzt belasten kann: Man kann nicht erwarten, dass drei Arbeitende jeweils einem Rentner eine auskömmliche Rente finanzieren.
Andererseits wird es bis zu diesem Zeitpunkt aller Voraussicht nach einen Mangel an Arbeitskräften geben, so dass es für Ältere kaum ein Problem sein dürfte, einen Job zu finden.
Voraussetzung ist natürlich Qualifizierung und Fitness: Niemand sollte erwarten, dass ein Dachdecker noch mit über 65 auf dem Dach arbeitet. Aber da wäre das von Opelius zitierte Modell eine Lösung.
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14.09.2011, 11:36Inaktiver User
AW: Rente mit 69 für die Euro Stabilität
Das ist aber insich unlogisch. Sind nicht eher 60-jährige mit 40 Jahren Berufserfahrung qualifizierter als 20-jährige Frischlinge? Richtig ist wohl eher, dass es in absehbarer Zeit zu wenig (und finanzkräftige) Beitragszahler geben wird bzw. das Verhältnis zwischen Beitragszahler und Empfänger soweit gekippt ist, dass das RV System ohne massivste Bundeszuschüsse kollabieren würde. Und da der Bundeshaushalt nicht nur daraus besteht und auch solche Transferleistungen wie derzeit getätigt werden, wäre Rente mit 69 auch ein Beitrag zur Genesung Resteuropas, auf Kosten der dt. AN bzw. des dt. Sozialsystems. Und das ist ärgerlich. Zumal das BMF ja ausdrücklich die "Stabilität der Staatsfinanzen" mit als Grund angibt. Nicht um das RV System zu stützen.
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14.09.2011, 11:48Inaktiver User
AW: Rente mit 69 für die Euro Stabilität
Es wird relativ zur Zahl der Rentenempfänger viel weniger Beitragszahler geben als heute.
Und es ist ganz offensichtlich nicht zumutbar, dass drei (oder gar weniger) Arbeitende eine Rente nach heutigem Maßstab für jeweil einen Rentner finanzieren müssten. Und das dazu noch bei weiter ansteigender Lebenserwartung, also zusätzlichen Jahren des Rentenempfangs.
Und natürlich hast du recht, und deswegen ist die Panikmache unsinnig:
Natürlich wird jeder Arbeitnehmer darauf achten, gut qualifizierte Ältere in seinem Betrieb zu halten, wenn es schwieriger wird, ausreichend qualifizierte Jüngere (dazu ohne Erfahrung) zu finden, weil es sie einfach nicht gibt!
Es ist also Unsinn und bewusste Panikmache, die gegenwärtige Praxis Ältere frühzeitig zu entsorgen auch in die Zukunft fortzuschreiben, wenn es einen schon jetzt vorhersehbaren Mangel an Arbeitskräften geben wird.
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14.09.2011, 14:15
AW: Rente mit 69 für die Euro Stabilität
Der Charakter eines Menschen läßt sich daran erkennen, wie er mit Leuten umgeht, die nichts für ihn tun können. by courtesy of ravina
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14.09.2011, 19:34
AW: Rente mit 69 für die Euro Stabilität
Und? Was willst Du mir damit sagen?
Muss ich jetzt ein schlechtes Gewissen haben, wenn ich irgendwann mit 65 nach 49 Jahren ununterbrochener Zahlung der gesetzlichen Rentenbeiträge in voller und jeweils aktueller Höhe in Rente gehe?
Nö.
Ich hätte das in die Rentenkasse eingezahlte Geld auch lieber privat angelegt.
Dann müsste ich mir um meine finanzielle Zukunft deutlich weniger Sorgen machen. Und stünde nicht in ein paar Jahren als nutzloser Almosenempfänger da.Bleiben Sie gesund und bleiben Sie bei Trost. (Lisa Feller)
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14.09.2011, 22:05
AW: Rente mit 69 für die Euro Stabilität
ich will damit sagen, dass du dir wahrscheinlich keine sorgen über weitere gesetzesänderungen in den anrechnungszeiten machen musst, weil du in kuerze in rente gehst.
und ich will damit sagen, je älter die leute sind, desto geringer war der anteil ihres bruttolohnes, den sie eingezahlt haben. sie haben vielleicht länger eingezahlt, aber nicht unbedingt mehr (insgesamt gerechnet).
im übrigen haben die jetzigen mittvierziger nicht immer freiwillig kürzere einzahlungszeiten. manche erinnern sich vielleicht noch an die massenarbeitslosigkeit von ca. 1985 bis ca. 2005. ich selbst wurde davon voll erwischt und habe so 5-7 beitragsjahre verloren. viele aus meiner generation sind nie so weit gekommen, überhaupt regelmäßig einzuzahlen.
aber ich will dir gar nix am zeug flicken, keine sorge. die aktuellen und in-kürze-rentner sind eh gekniffen, weil ständige null-runden.
ich wiederhole: ich hätte gern, dass mal die pensionen vor allem der höheren beamten auf den prüfstand kämen; dass es darüber eine breitere diskussion gäbe. im moment gibt es da nur eine diskussion unter spezialisten.Der Charakter eines Menschen läßt sich daran erkennen, wie er mit Leuten umgeht, die nichts für ihn tun können. by courtesy of ravina





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