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11.09.2011, 19:23Inaktiver User
AW: der 11. September jährt sich zum zehnten Mal ...
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11.09.2011, 19:29
AW: der 11. September jährt sich zum zehnten Mal ...
Körperlich Distanz
Sozial zusammen
You'd have to be here
I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
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The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
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Kari Bremnes
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11.09.2011, 19:32Inaktiver User
AW: der 11. September jährt sich zum zehnten Mal ...
@ Elsa:
Ich denke niemand hier wird die islamistischen Attentäter unterstützen.
Aber ich habe den Eindruck, dass einige mir zugestimmt haben, dass die Attentäter vielleich fanatisch, irregeleitet oder was auch immer waren, aber gewiss nicht feige.
Es gehört schon Mut dazu, sich selbst - egal ob allein oder mit unfreiwilligen Opfern zusammen - in den sicheren Tod zu stürzen.
Jedenfalls gehört deutlich mehr Mut dazu als aus einer Distanz vun hunderten von Kilometern mit einem Marschflugkörper oder einer Drohne ohne jedes persönliche Risiko mögliche Verstecke von vermeintlichen Terroristen anzugreifen - ebenfalls ohne Rücksicht auf unbeteiligte und unwillige Zivilisten.
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11.09.2011, 19:32
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11.09.2011, 20:10
AW: der 11. September jährt sich zum zehnten Mal ...
Der Flug in die Türme und die brennenden Gebäude, der Zusammensturz der beiden Türme und die schreienden Menschen sind eine so drastische Vorführung von Gewalt, dass es diese Gewalt ist, die uns immer im Gedächtnis bleiben wird.
Ich habe in meinem Leben noch nie etwas Brutaleres gesehen, auch im Fernsehen nicht.
Gleichzeitig wissen wir alle, dass im Krieg, in jedem, und natürlich auch im Irak, viel mehr Menschen und gestorben sind und weiter sterben. Aber das spürt man nicht so deutlich, weil es eine Meldung unter vielen ist. x Menschen sind gefallen. Das ist eine Zahl ohne Bild.
Ein Flugzeug rast in einen Turm, in das Pentagon und ist auf dem Weg, das weisse Haus zu treffen, das ist so ungeheuerlich, weil es die Dimension von Selbstmordattentätern auf der ganzen Welt, die *nur* eine Bombe mit sich tragen, in den Schatten stellt.
Ich habe mich nach dem 9.11. das erste Mal etwas ausgiebiger mit dem Islam beschäftigt, war das erste Mal in einer Moschee und habe dort mit dem höchsten Führer der Gemeinde, dem Imam, geredet. Was ich da gehört habe über das Menschenbild und vor allem das Frauenbild des Islam hat mich zutiefst erschreckt. Als aufgeklärte, gebildete und mit den Errungenschaften der westlichen Emanzipation lebende Frau sah ich die Muslimas in einer Welt, die Lichtjahre von meiner entfernt ist.
Seither sehe ich auch die islamischen Staaten anderer Erdteile, wie Afrika und Asien, mit einem ganz anderen Auge.
Der 11. September hat Gewalt und Hass sichtbar gemacht, wie kein anderer Anschlag auf der Welt. Letztlich müssen wir uns hier in Europa auch darüber im klarem sein, dass es uns hätte genauso treffen können oder auch noch treffen kann. Das ist kein Anschlag nur auf die USA. Sie war Stellvertreter für die verhasste westliche Welt.Körperlich Distanz
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Kari Bremnes
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11.09.2011, 20:31
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11.09.2011, 22:59Inaktiver User
AW: der 11. September jährt sich zum zehnten Mal ...
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12.09.2011, 08:30Inaktiver User
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12.09.2011, 08:45
AW: der 11. September jährt sich zum zehnten Mal ...
Das stimmt so gar nicht. Warst du mal in Indien? Das Kastensystem hat riesige Auswirkungen auf die Gesellschaft, auch wenn die hohe Politik sich langsam darüber hinwegsetzt. Selbst in Europa ist es ein Drama, wenn eine junge Tamilin einen Mann aus einer andern Kaste heiraten möchte. Das geht gar nicht, und ist Anlass für Familiendramen. Die Stellung der Frau im Hinduismus beinflusst das Leben auch christlicher und muslimischer Frauen in Indien, sofern sie nicht zur reichen Oberschicht gehört. Und das Karmadenken macht es schlicht einfacher, Leuten auf der Strasse beim Sterben zuzusehen, während man in der Limousine daran vorbeifährt oder aus seinem guten Wohnblock guckt.
Jede Religion, oder jede die Gesellschaft durchdringende Weltanschauung beeinflusst die Gesellschaftsordnung. Bei uns ist es vielleicht nicht mehr das Christentum, sondern die Konsumgesellschaft, aber dieser Mythos beinflusst unsere Gesellschaftsordnung prägend, vom Kinderzimmer bis in die Politik. Und der Wohlfahrtsstaat, so wie wir ihn kennen, ist möglicherweise mehr vom Christentum geprägt als uns bewusst ist. Indien und China kennen sowas nicht, und haben auch kein Interesse an "Menschenrechten" und ähnlichen Fremdworten.
"Der Islam" wird in unterschiedlichen Kulturen sehr unterschiedlich gelebt, das ist nicht anders als beim Christentum, wo du das Leben einer Frau in Peru - oder selbst im Dorf im ländlichen Spanien - nicht mit einer städtischen Christin in Norwegen vergleichen kannst. Eine Malayin wird danach streben gut ausgebildet zu sein, wird berufstätig sein, auch mit Kindern, und ein Kindermädchen aus den Philippinen oder so beschäftigen. Finanziell unabhängig wie sie ist, wird sie sich ihren Mann selber aussuchen und in der Ehe gleichberechtigt sein. Sie ist gewohnt, dass um sie herum Chinesen und andere nicht-muslimische Malayen wohnen. Eine Frau aus Dubai wird in der Schweiz in einem Internat die mittlere Reife erlangen und dann in den USA studieren, bevor sie ihren Cousin heiratet und ein Leben in Luxus führt. Eine Pakistani kann in Dubai Geschäfte führen, die uns mit den Beträgen, die sie verwaltet schwindelig machen würden. Sie reist vielleicht mehrmals im Jahr in die USA und fühlt sich in verschiedenen Welten wohl. Damit, dass es in ihrer Heimat vielen Leuten dreckig geht, hat sie genausowenig ein Problem wie eine reiche Inderin. In der Türkei kommt die Lebensart sehr auf den Landstrich und das Milieu an. Vor allem die typisch verschleierten Städterinnen legen Wert auf Bildung und Eigenständigkeit. Zudem sind die Türken gewohnt, mit verschiedenen Lebensarten umzugehen, das Land war nie wirklich aus einem Guss, auch wenn der staatliche Mythos das gerne so hätte. In Mali, Jemen oder Afghanistan werden 12-Jährige verheiratet, meist an ältere Männer, weil die nicht so leicht bei kriegerischen Auseinandersetzungen sterben und die Kinder wenigstens ernähren können.
Dass die Regierung eines Landes unbedingt vom Koran beherrscht sein muss, ist eine Idee, welche die ägyptischen Modernisten (die man heute Islamisten nennt) erfunden haben, es ist ein Versuch, Islam und die Neuzeit mit ihren Gebräuchen von Nationalstaaten und Verfassungen vereinbar zu machen.
Übrigens: der Imam ist keineswegs der höchste Führer der Gemeinde, er ist schlicht der Vorbeter. Das kann eigentlich jeder erwachsene männliche Muslim sein. Der (sunni-) Islam kennt keine religiöse Hierarchie und keine Gemeinde. Imame als Leiter einer Moschee mit Seelsorger-artigen Funktionen sind etwas, dass sich in der Diaspora ergeben hat. Die türkischen Moscheen bekommen vom Staat "gespendete" Imame, deren Freitagspredigt praktischerweise im Amt für Religionen zu Faden geschlagen wird... Und das ist seit Jahrzehnten so, und nicht eine Neuerung der momentanen Regierung. So wird dafür gesorgt, dass der türkische Muslim sich nicht zu viele Gedanken macht, und schön staatstreu ist. Muslimisch ist das nicht, von der Sunna nicht haltbar, aber eben, praktisch für den Staat.Geändert von Andalusiana (12.09.2011 um 08:51 Uhr)
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12.09.2011, 08:52Inaktiver User
AW: der 11. September jährt sich zum zehnten Mal ...
Für mich steht die Brutalität im Vordergrund, und die immensen Verluste, die ich tatsächlich als nutzlos empfinde. Ich sehe das aber nicht als signifikanter an als beispielsweise das unglaubliche Blutvergiessen in Afrika, in ganz vielen Konflikten, in denen teilweise nahezu ganze Volksgruppen ausgelöscht werden. Die Brutalität des Alltags in vielen Teilen Afrikas, die Willkür, die dort herrscht, die permanente Angst und die erdrückende Armut sind für mich weit alarmierender als 9/11. Ich denke, dass die Hintergründe häufig ganz banal sind, von aussen aber schwer durchschaubar. In diesem Zusammenhang kann es beispielsweise interessant sein, sich einmal mit Waffenhandel/schieberei zu befassen, deren Hintergründe, an die man sich durchaus auch unterhaltsam in Form eines Films wie lord of war heran tasten kann, politisch sehr brisant sind - und definitiv äusserst ernüchternd.
Worum es geht, ist immer und immer wieder nur dies: Macht und Geld, und zwar egal auf wessen Kosten. Menschen, Umwelt - egal, Hauptsache, die Kasse klingelt.
DAS macht mich inzwischen wirklich mürbe, weil es so wenig gibt, das ich tun kann.
Aus eigener Erfahrung weiss ich inzwischen, wie Presse arbeitet, wie leicht Meinung zu machen, und auch zu manipulieren ist. Ich glaube vieles, das mir vorverdaut serviert werden soll, längst nicht mehr, und bin sehr, sehr skeptisch geworden, was Berichterstattungen angeht.
Ich bin längst nicht überzeugt davon, dass 9/11 tatsächlich sehr viel mit einem radikalen und terroristischen Islam zu tun hat. Es nutzt für meinen Geschmack einfach zu sehr dem Profit einiger Mächtiger, dieses Bild zu nähren.Geändert von Inaktiver User (12.09.2011 um 08:55 Uhr)



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