Das muss sie auch, denn wenn der Souverän nicht mehr zur Wahl geht, kann man schwerlich noch von Demokratie sprechen.
Wofür? Dass er seine Arbeit tut? Dass er selten eine feste Meinung hat? Dass er ständig vor Lobbyisten einknickt? Dass er Wasser predigt und Wein trinkt? Den Respekt haben sie die PolitikerInnen schon ganz allein selber verwirkt.Ganz selten wird einmal einem Politiker Respekt gezollt.
Sie rangieren in der Liste angesehener Berufe inzwischen sehr weit unten. Da hat mit Kohl, seinem gesammelten Schweigen und dass er damit durchkam ein gewaltiges Bröckeln angefangen und sich bis heute fortgesetzt.
Gefahr für die Demokratie liegt meiner Ansicht nach vor allem in der zunehmenden sog. Prekarisierung. Dass die so ohne Widerspruch vor sich gehen kann, birgt vielleicht mehr Zündstoff als viele jetzt noch glauben. Da werden ganze Bevölkerungsteile abgehängt, nicht mehr gehört, vergessen. Diese Schicht wächst und wird sich das in nicht allzu ferner Zukunft einmal nicht mehr gefallen lassen.
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Thema: Landtagswahl MeckPomm
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07.09.2011, 20:10
AW: Landtagswahl MeckPomm
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Der Adler fängt keine Mücken.
'Antisemitismus hat in Deutschland keinen Platz' ist Kindergartenniveau. - Igor Levit
Deutsche Tugenden: „Pünktlich wie die Deutsche Bahn, ehrlich wie die Deutsche Bank und sauber wie VW.“
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07.09.2011, 20:32Inaktiver User
AW: Landtagswahl MeckPomm
Wir haben unsere Politiker gewählt.
Oder eben auch nicht gewählt, weil es uns unsere Demokratie nicht einmal wert ist, mal ins Wahllokal zu gehen oder zumindest per Brief zu wählen.
Wir selbst, die wir unsere Politiker bis zum Anschlag kritisieren, verharren in unserer "Ohnemichel" Position: Wir sind nicht bereit uns selbst einzubringen.
Schon gar nicht diejenigen unter uns, die meinen, dass unsere gewählten Vertreter nichts taugen und dass sie es mindestens genauso gut machen könnten.
Es ist notwendig, unsere Vertreter zu kritisieren. Besonders, wenn sie Kritik verdienen, was nicht allzu selten der Fall ist.
Aber ich lehne die Arroganz vieler hier ab, die nicht im Traum daran denken, sich politisch zu engagieren, die aber alles besser wissen und können als die, die sich persönlich in der Politik engagieren, die sich nicht zu gut sind auch mal eine 100-Stunden-Woche zu schieben, die sich einbringen.
Auch wenn ich mich immer wieder gern mit einigen hier streite, so habe ich jedenfalls viel mehr Respekt für diejenigen, die sich offensichtlich engagieren - Micheline49 ist eine von ihnen (leider auf der falschen Seite
) - als für diejenigen, die nichts weiter tun als meckern.
Wenn euch unsere Politiker nicht passen, gut.
Aber dann stellt euch selbst zur Verfügung!
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07.09.2011, 22:59Inaktiver User
AW: Landtagswahl MeckPomm
Das wird sich schlagartig ändern wenn mal wieder eine Partei mit entsprechendem " Führer" aus der Menge aufsteigt die dem Volk zeigt wo`s " lang geht " . Bei der momentanen Untergangsstimmung an den Finanzmärkten rückt so ein fern geglaubtes Szenario mal wieder in " greifbare Nähe " .
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08.09.2011, 06:29
AW: Landtagswahl MeckPomm
Nur Untergangsstimmung oder berechtigte Sorge?
Die Mittelschicht schwindet und mit ihr die Demokratie.
Dürfte aber jeder wissen, ohne Mittelstand wird in keinem Land Demokratie gelingen.
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08.09.2011, 08:47Inaktiver User
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08.09.2011, 10:56
AW: Landtagswahl MeckPomm
Besonders in der mittleren und Spitzenpolitik sind das 18-Stunden-Tage, oft auch mehr; kaum mal ein freier Tag, von einem ganzen Wochenende oder ungestörtem Urlaub ganz zu schweigen.
Nicht zur Wahl zu gehen, ist jämmerlich. Absurd finde ich immer die "Protestnichtwähler", die dadurch einen "Denkzettel" abliefern wollen, indem sie zuhause bleiben.
Andererseits gibt es genug, die diese Jobs machen wollen, und nicht immer aus politischem Engagement oder hehrem Verantwortungsbewußtsein oder weil sie das System besser machen wollen. Da ist genauso viel Versorungsmentalität, Aufstiegswille und Machthunger dabei wie bei Jobs in anderen Bereichen auch. Nur weil Politiker/in draufsteht, habe ich nicht automatisch Respekt.*
Der Adler fängt keine Mücken.
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08.09.2011, 11:02
AW: Landtagswahl MeckPomm
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Der Adler fängt keine Mücken.
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08.09.2011, 11:49Inaktiver User
AW: Landtagswahl MeckPomm
Der "Deckel" hat nie wirklich existiert, und in jedem Fall hebt er sich in letzter Zeit wieder. Und die Flexibilität "nach oben" nimmt mit dem Rückgang der verfügbaren Arbeitskräfte weiter zu.
Jedenfalls gilt dies für Leute, die sich qualifizieren.
Und ich betone "die SICH qualifizieren"!
Dies ist die Verantwortung jedes Einzelnen.
Unsere Gesellschaft hat die Aufgabe, jedem Möglichkeiten zur Qualifizierung anzubieten. Dies geschieht, auch wenn sicher weitere Verbesserungen möglich sind.
Aber lernen muss jeder selbst.
Jeder muss selbst entscheiden, ob er sich qualifiziert oder lieber rumgammelt.
Wer nicht willens ist, sich einen Schulabschluss und eine Berufsausbildung zu erarbeiten, darf nicht erwarten, dass er irgendwann in einer Villa wohnt, Daimler fährt, eine Segeljacht besitzt und mit seinem Pferd angeben kann.
Auch wer einen Schulabschluss und eine Berufsausbildung erreicht, hat keine Garantie auf Aufstieg, denn dazu gehören auch Engagement und Glück. Aber ihm stehen sehr viele Türen offen.
Wir sind dafür verantwortlich, dass in unserem Land niemand Hunger leidet. Das kann auch bedeuten, dass wir einen Mindestlohn brauchen. Wobei man sicher sein muss, dass solche Mindestlöhne nicht kontraproduktiv sind und Jobs unrentabel machen und sie deswegen vernichten: Es gibt keine Straßenkehrer mehr nicht, weil die Straßen von allein sauber würden, sondern weil die Maschinen der Stadtreinigung kosteneffizienter sind als unqualifizierte Arbeiter.
Aber es muss klar sein, dass derjenige, der nicht qualifiziert und engagiert ist, kein Leben im Luxus erwarten kann.
Übrigens gilt all dies nicht nur für diejenigen, die nicht qualifizierungswillig sind, sondern auch für diejenigen, die nicht qualifizierungsfähig sind.
Übrigens, wer sich einen Beruf aussucht, in dem man bestenfalls als selbstständiger Meister einigermaßen verdient (z.B. Friseurin), weiß dies vorher.
Und wer unbedingt in der Lausitz, der Uckermark oder dem Emsland bleiben möchte, der tauscht dadurch wissentlich ein geringes Einkommen dafür ein, dass er in seiner vertrauten Heimat bleiben kann. Viele, die auch gern bleiben würden, tun den Schritt "in die Fremde" um sich zu verbessern. Wenn es in Fürstenwerder oder Torgelow keine Lehrstelle gibt, dann sollte man in Berlin oder Stuttgart suchen. Oder sich einfach nicht beklagen.
Noch einmal: Jeder ist selbst dafür verantwortlich, dass er sich qualifiziert.
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11.09.2011, 10:02Inaktiver User
AW: Landtagswahl MeckPomm
Ach was unser politisches System ist doch sowas von verfilzt das ginge nur über eine ganzheitliche Revolution , nur so schlecht gehts uns ja eigentlich nicht , denen den es brutal schlecht geht fehlt scheinbar die Kraft und /oder sie werden mit Stütze Alk und Plasma TV still gehalten .
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11.09.2011, 10:32Inaktiver User
AW: Landtagswahl MeckPomm
Die, denen es "brutal schlecht" geht, sind eine mikroskopische Minderheit, die sich auf die Solidarität der Gesellschaft verlässt (in einigen fällen verlassen muss)



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