Antworten
Ergebnis 61 bis 70 von 163
Thema: Managergehälter
-
08.03.2013, 10:02
AW: Managergehälter
-
08.03.2013, 10:13
-
08.03.2013, 22:05
AW: Managergehälter
Wahrscheinlich sind sie eben gerade darum so reich geworden, weil sie jeden Rappen umdrehten. Wie sagt meine Mutter immer "bei den Reichen lernt man sparen".
Was ja noch anginge, wenn sie bei schlechtem Geschäftsgang auch die Verluste persönlich tragen würden. Wenn einer pro Jahr dreissig Millionen verdient während einer gewissen Zeit, und dann in einem schlechten Jahr hundert Millionen wieder reinsteckt in die Firma, so ist das was Anderes, als wenn Leute sogar bei unterdurchschnittlichem Geschäftsgang noch Boni einsacken.Es ist das Privileg der Topmanager, ihr Einkommen selbst festzulegen, und das muss aufhören.
grüsse, barbara
-
08.03.2013, 22:22
AW: Managergehälter
Durchaus.
Allerdings, gerade die ganz grossen Firmen wollen auch immer an die ganz grossen Geldtöpfe, und die grossen Geldtöpfe sind nun mal jene, die staatlich oder staatsnah finanziert werden.
Hierzulande sind die grössten Konzerne aus dem Chemie- und Pharmabereich. Durchaus, in der Theorie, als AG eine private Sache. ABER: Ihr Geld verdienen sie grösstenteils über Krankenkassenbeiträge, kantonale Subventionen der Krankenkassenbeiträge für Leute, die es selbst nicht bezahlen können, und teilweise sogar direkt durch staatliche Aufträge (zB bei Tamiflu). Das heisst dass der Arbeiter, der sorgfältig rechnen muss, um sich neben dem Lebensnotwendigen vielleiht noch den einen oder andern Luxus leisten zu können (aber nicht den einen UND den andern Luxus), durch seine obligatorischen Steuerzahlungen und Krankenkassenbeiträge das Luxusleben und die Millionensaläre eines Daniel V. finanziert. Das geht die Bürger und die Politik folglich sehr wohl etwas an.
Oder wenn eine UBS, too big to fail, in der Stunde der Not sich vom Steuerzahler retten lässt (aber dennoch Boni grosszügig an jene ausschüttet, die den Karren gegen die Wand gefahren haben), so geht das den Bürger etwas an. Schliesslich muss er für das Schlamassel, das andere verantworteten, finanziell geradestehen.
Wenn wir anschauen, was Thomas Minder dazu bewegte, die Abzockerinitiative praktisch im Alleingang auf die Beine zu stellen: Thomas Minder ist Unternehmer, politisch rechts-bürgerlich eingestellt, er führt das traditionsreiche KMU Trybol, das Produkte zur Mundhygiene herstellt. Dieser Hintergrund machte ihn auch für das Spektrum von Mitte bis rechts glaubwürdig für dieses Anliegen, das man doch eher bei den Linken vermuten würde.
Vor etwa zehn Jahren hatte er einen Grosskunden, die ebenso traditionelle Airline Swissair - die von schlechtem Management gegroundet wurde. Die Swissair hatte kein Geld mehr. Sie konnte nicht mal mehr den Treibstoff für die Flugzeuge bezahlen. Minder selbst blieb auf seinen offenen Rechnungen sitzen, es ging so weit, dass seine Firma und folglich sein Leben in der Existenz bedroht waren durch diese Zahlungsausfälle, aber das damalige Management der Swissair liess sich für diese "Glanzleistung" noch ein paar nette grosszügige Boni auszahlen... da kann einer schon einen dicken Hals kriegen, und das geht weiter als ein bisschen Neid. Da dürfte mach schlaflose Nacht dahinter stecken, und eine ganze Menge Wut, dass er als KMU mit sorgfältiger Kalkulation und seriösem Geschäften die Arschkarte zieht, während ein paar Abzocker seelenruhig abzocken.
Wer sagt, privat ist privat, gut, geht in Ordnung - dann das aber bitte auch konsequent durchziehen, keine Staatsaufträge annehmen, weder direkt noch indirekt, konsequent unabhängig sein, aber bitte auch dann, wenn es mal schlecht geht.
grüsse, barbara
-
10.03.2013, 14:22
-
14.03.2013, 06:15
AW: Managergehälter
Wenn Angestellte Mist bauen müssen die doch den Schaden auch nicht selbst bezahlen, bzw. nur bis 500,00 Euro.
Unabhängig von der Leistung oder produzierten Murks bekommen Arbeitnehmer ihr Weihnachts- und Urlaubsgeld, im Zweifel wird es eigeklagt. Viele vergessen, dass das eine Boni ist.
Klar, die Gewerkschaften machen gern einen „festen Gehaltsbestandteil“ draus.
Wer das Eine nicht mag, der muss das Andere mögen.
-
14.03.2013, 07:12
AW: Managergehälter
Bei gutem Geschäftsgang kriegen die Angestellten aber auch nicht den ganzen Rahm der Gewinne.
Es kann ja wohl nicht sein, dass eine bestimmte Kategorie von Angestellten im Fall von gutem Geschäftsgang sich bedienen kann wie der Unternehmer, und im Fall von schlechtem Geschäftsgang die Lohnsicherheit hat wie der Angestellte.
Entweder-oder, bitte: wer unternehmerisches Risiko trägt, darf auch als Unternehmer den Rahm abschöpfen, aber dann auch die Verluste finanzieren; wer als Angestellter sich im sicheren gemachten Bett befindet, kriegt seinen sicheren, vertraglich zugesprochenen Lohn, unabhängig vom Geschäftsgang.
Was Verkäufer und ähnlich provisionsabhängige Berufe betrifft, die kriegen auch nichts, wenn sie nicht verkaufen. und die kriegen ganz bestimmt ihren Abgang nicht vergoldet.
Sich auf Steuerzahlers Kosten den Misserfolg vergolden zu lassen, ist in der Tat unanständig.
grüsse, barbara
-
14.03.2013, 08:42
-
14.03.2013, 10:05Inaktiver User
AW: Managergehälter
Was ist denn das für ein Vergleich? Leitende Angestellte sind leitend; sie treffen Entscheidungen, während die übrigen Angestellten, oft mit begrenzter Information, tun, was ihnen aufgetragen wurde.
Für diese Verantwortung und Gestaltung erhalten leitende Angestellte auch sehr viel Geld. Das ist in Ordnung, solange sie sich nicht selbst ihre Gehaltserhöhungen unterschreiben, und so lange sie nicht für Nicht-Leistung und Minder-Leistung noch mal extra Millionensummen ausgezahlt bekommen.
Darum geht es hier.
Schlechtes Timing für solche ArgumenteUnabhängig von der Leistung oder produzierten Murks bekommen Arbeitnehmer ihr Weihnachts- und Urlaubsgeld, im Zweifel wird es eigeklagt. Viele vergessen, dass das eine Boni ist.
Klar, die Gewerkschaften machen gern einen „festen Gehaltsbestandteil“ draus.
Die Finanzindustrie selbst sucht derweil nach Wegen, die Auswirkungen des Boni-Deckels möglichst gering zu halten. "Es gibt immer ein Interesse, den Top-Leuten abhängig vom Ergebnisbeitrag ein attraktives Paket zu bieten", sagt Bernd Thomaszik, Vergütungsexperte bei der Unternehmensberatung Mercer. "Da ist bei den Banken jetzt Kreativität gefragt."
Der einfachste Weg ist laut Thomaszik die Erhöhung der Fixgehälter. Um das Gehaltsniveau der Banker konstant zu halten, werden dabei die Bestandteile der Bezahlung neu gemischt.
Quelle: "Boni für Banker: Das Ende der Multi-Millionen-Schecks", Spiegel
Ach übrigens:
die schwarz-gelbe Regierung plant derzeit eine Mogelpackung:
Brüderle (!!!) vertritt derzeit vehement das Schweizer Modell bzw. das, was er dafür ausgibt. Er will die Hauptversammlung, sprich die Großinvestoren und Banken (kollektives Stimmrecht), über Managervergütungen abstimmen lassen - wohlwissend, dass eine Krähe der anderen kein Auge aushackt, und geflissentlich unter den Tisch fallen lassend, dass das Schweizer Modell ein Verbot von Abfindungen, Fusionsprämien und Begrüßungsgeldern beinhaltet.
Merkel ist derweil so überzeugt vom Schweizer Modell, dass sie es statt deutschlandweit gleich europaweit eingeführt haben will - wohl wissend, wie Brüssel tickt.
Geändert von Inaktiver User (14.03.2013 um 10:14 Uhr)
-
14.03.2013, 10:32
AW: Managergehälter
Ich denke, das Problem lässt sich, aus Sicht derjenigen die keine Verantwortung tragen müssen aber dafür am „Spielfeldrand“ sich in Kritik üben, ganz einfach lösen. Mann bringt diese Leute in die Verantwortung bzw. auf den Vorstandsposten und erhöht deren Gehalt einfach um 50%.
Wenn das mal kein Schnäppchen ist.
Da bleiben dann ganz viele Gewinne für den Fiskus über.
Aus Sicht der meisten Angestellten funktionieren Firmen sowieso ohne Chefs viel besser.



Zitieren