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  1. Inaktiver User

    AW: Hungerkatastrophe am Horn von Afrika

    @I-dille
    Wie ich bereits schrieb und auch Jack zustimmte, frau weiß nicht sicher, wohin ihr Geld fließt.
    Aber, wie ich auch schrieb, vor Ort kann und will ich nicht sein, und so ist das für mich die beste Möglichkeit, etwas zur Linderung der Not beizutragen.
    Mein Gewissen ist schlecht genug, und erinnert mich täglich daran, wie gut ich im Vergleich zu vielen anderen Menschen lebe, es wird demgemäß auch nicht durch eine verhältnismäßig leicht zu erbringende Spende beruhigt.
    Allerdings, und entgegen meiner Überzeugung, dass Gewalt kontraproduktiv ist, würde ich die Herren, die Spendenlieferungen zulassen oder verbieten, hätte ich die Ausstattung, die z.B. die Nato hat, zumindest für einige Zeit außer Gefecht setzen. Schließlich ist es für ehemalige Kolonialmächte auch nicht schwierig, Söldner zu schicken, um Ölbohrungen oder Diamantenminen abzusichern.
    Obwohl wir gar nicht genau wissen, ob wirklich diese geistig verwirrten Despoten allein dafür verantwortlich sind, dass nichts weitergeht. Die Presseagenturen leiden auch manchmal an Informationsdefiziten.
    Gestern war in den Nachrichten ein schönes Flugzeug zu sehen, in das gemächlich schön verpackte Spenden eingeräumt wurden; der Nachrichtensprecher meinte, es könne "in den nächsten Tagen" abfliegen. Ob der Mann mit seiner geschult neutralen Stimme überhaupt ahnt, was er von sich gibt? Derweil krepieren Menschen, mindestens das müsste er hinzufügen.
    Geändert von Inaktiver User (29.07.2011 um 11:23 Uhr)

  2. Inaktiver User

    AW: Hungerkatastrophe am Horn von Afrika

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Allerdings, und entgegen meiner Überzeugung, dass Gewalt kontraproduktiv ist, würde ich die Herren, die Spendenlieferungen zulassen oder verbieten, hätte ich die Ausstattung, die z.B. die Nato hat, zumindest für einige Zeit außer Gefecht setzen. Schließlich ist es für ehemalige Kolonialmächte auch nicht schwierig, Söldner zu schicken, um Ölbohrungen oder Diamantenminen abzusichern.
    Bisher war noch jedes Engagement des Westens in Somalia eine einzige Katastrophe. Erinnerst du dich noch an die Bilder, als in Mogadischu die nackte Leiche eines amerikanischen Piloten durch die Stadt geschleift wurde? Die USA zogen sich danach ziemlich schnell zurück.

    Wie schwierig es ist, aufzuhören, wenn der Westen erst mal eingegriffen hat, zeigen auch die Beispiele Libyen und Afghanistan. Wollen wir wirklich noch so eine Front aufmachen? An solchen Ländern beissen sich selbst die hoch gerüsteten Supermächte die Zähne aus. Dass die das im Vorfeld nicht kapieren wollen, ist auch eine Folge des westlichen Größenwahns.

    Vielleicht bewirken die schrecklichen Bilder aus den Hungergebieten auch eine Katharsis, von der wir uns durch unsere Spenden gerne freikaufen wollen: die Einsicht, dass es Dinge auf dieser Welt gibt, die wir im Westen nicht kontrollieren können (weder durch Wohlwollen noch durch militärisches Eingreifen) und denen wir ohnmächtig gegenüber stehen. Das ist für uns viel schwerer zu ertragen als die kleine Ausgabe für eine Spende.

  3. Inaktiver User

    AW: Hungerkatastrophe am Horn von Afrika

    @I-dille
    Was soll ich sagen? Du hast recht. Einerseits. Andererseits ist zuviel zu beachten, als dass frau wirklich beurteilen könnte, was besser ist. In Somalia ist unendlich viel schief gelaufen, und ich ordne das nicht nur dem Zufall zu. Eine Menge Interessen spielen mit, auch bei der derzeitgen Hungersnot. Nicht alle sind daran interessiert, dass Menschen überleben, viele sind daran interessiert, dass dieses riesige Lager die Augen der Weltöffentlichkeit von anderen Orten abzieht.
    Vom Destabilisierungsfaktor wäre auch noch zu sprechen.
    Was Gaddafi anlangt, so wäre es ein Leichtes gewesen, ihn ruhigzustellen, so wie seinerzeit Saddam Hussein noch vor seinem Einmarsch in Kuweit. Aber auch hier spielt mit, was von außen nicht sichtbar ist, nicht zuletzt das viele Geld, das für Waffen und Ausrüstung fließt.
    Freikaufen will ich mich von gar nichts, ich weiß - sofern ich etwas weiß - dass das unmöglich ist. Ich will und wünsche mir, dass nur ein Mensch durch meine Spende etwas weniger leiden muss.

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    AW: Hungerkatastrophe am Horn von Afrika

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    @I-dille
    Was Gaddafi anlangt, so wäre es ein Leichtes gewesen, ihn ruhigzustellen, so wie seinerzeit Saddam Hussein noch vor seinem Einmarsch in Kuweit. Aber auch hier spielt mit, was von außen nicht sichtbar ist, nicht zuletzt das viele Geld, das für Waffen und Ausrüstung fließt.
    Freikaufen will ich mich von gar nichts, ich weiß - sofern ich etwas weiß - dass das unmöglich ist. Ich will und wünsche mir, dass nur ein Mensch durch meine Spende etwas weniger leiden muss.
    Die USA haben 30 Milliarden beschlagnahmt, welche nicht das Privatvermögen von Gaddhafi waren, sondern in einem Fund, aus dem er Entwicklungsfinanzierung in Afrika (in Konkurrenz zu Weltbank) leistete. Was mit dem Geld geschehen soll/kann wird jetzt von der UNO entschieden. Gaddhafi mag ein psychisch instabiler Tyrann sein, so sieht er jedenfalls aus - aber er war in Afrika durchaus nicht unbeliebt, eben weil er sich für eine eigenständige, also vom Westen und China unabhängige Politik einsetzte.

    Da gibt ein Eingreifen einfach viel mehr her, als z.B. in Ägypten, wo zur Zeit der Militärrat dafür sorgt, dass alles weiterläuft wie bisher. Will heissen im Interesse und unter Kontrolle von westlichen Interessen.

  5. Inaktiver User

    AW: Hungerkatastrophe am Horn von Afrika

    Zitat Zitat von Andalusiana Beitrag anzeigen
    Die USA haben 30 Milliarden beschlagnahmt, welche nicht das Privatvermögen von Gaddhafi waren, sondern in einem Fund, aus dem er Entwicklungsfinanzierung in Afrika (in Konkurrenz zu Weltbank) leistete. Was mit dem Geld geschehen soll/kann wird jetzt von der UNO entschieden. Gaddhafi mag ein psychisch instabiler Tyrann sein, so sieht er jedenfalls aus - aber er war in Afrika durchaus nicht unbeliebt, eben weil er sich für eine eigenständige, also vom Westen und China unabhängige Politik einsetzte.

    Da gibt ein Eingreifen einfach viel mehr her, als z.B. in Ägypten, wo zur Zeit der Militärrat dafür sorgt, dass alles weiterläuft wie bisher. Will heissen im Interesse und unter Kontrolle von westlichen Interessen.
    Interessanter Blick einer deutschen Arabistikerin auf die Situation in Libyen (aus ihrem Blog):

    ...

    Galt Libyen vor dem Bürgerkrieg doch als fortschrittlichstes Land in Afrika. Selbst die UNO setzte das Land auf den „Human Development Index“. Doch den Großmächten der Welt haben Gaddafis Machtspielchen und seine Bedingungen in Sachen Handelsabkommen und politischem Konsens rein gar nicht gefallen. Weder Russland noch China oder gar die USA wollten zusehen wie Gaddafi mit deren Feinden und Widersachern Geschäfte macht. Das Feindbild konnte also relativ problemlos installiert werden.

    ...

    Das Eingreifen der Nato, dass sicher schon wesentlich länger vorbereitet wurde, als und Glauben gemacht werden soll (und was in dem einen oder anderen Bericht schon aufgetan wurde), brachte einen langen, zermürbenden Krieg nach Libyen, in dem das Volk am meisten zu leiden hat. Ein Embargo wurde Libyen auferlegt, das die Wirtschaft und damit das Leben lahm legt. Die Grenzen werden von der Nato überwacht. Die Nato machte aus dem einst so entwickelten, reichen Land mit geringen Preisen für Grundnahrungsmittel ein vom Krieg zerrüttetes Land, indem die Preise steigen und alles knapp wird.

    Wie lange der unnötige Krieg noch weiter gehen wird, in dem sich scheinbar alle, die eine Rechnung zu begleichen haben, einmischen, ist fraglich. Für die Menschen kann man nur hoffen, dass bald eine Lösung gefunden wird und zwar auf politischer Ebene. Da aber, ähnlich dem Nahostkonflikt, die Forderungen und das Verständnis der Beteiligten stark auseinandergehen, braucht man nicht wirklich darauf zu hoffen. Gaddafi soll hier nicht als Unschuldslamm dargestellt werden, wichtig ist aber, beide Seiten gleich konsequent zu betrachten und Hintergründe einzubeziehen bei der Beurteilung der Lage in Libyen.


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  6. gesperrt

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    AW: Hungerkatastrophe am Horn von Afrika

    Zitat Zitat von Andalusiana Beitrag anzeigen
    ... Gaddhafi mag ein psychisch instabiler Tyrann sein, so sieht er jedenfalls aus - aber er war in Afrika durchaus nicht unbeliebt, eben weil er sich für eine eigenständige, also vom Westen und China unabhängige Politik einsetzte.
    ...
    Jaja, keine Einmischung in die inneren Angelegenheiten ... das können sie haben.

    Ich spende nicht mehr.

  7. Inaktiver User

    AW: Hungerkatastrophe am Horn von Afrika

    Zitat Zitat von Andalusiana Beitrag anzeigen
    Gaddhafi mag ein psychisch instabiler Tyrann sein, so sieht er jedenfalls aus
    Ich kenne die Situation in Libyen zu wenig, als dass ich etwas dazu sagen könnte.

    Aber ich erinnere an den Anschlag von Lockerbie, bei dem 270 unschuldige Menschen starben und an die Geiselnahme unbeteiligter Schweizer Geschäftsleute, weil die Schweiz es gewagt hatte, Gaddhafis prügelnden Sohn Hannibal festzunehmen. Gaddhafis Aufruf, die Schweiz unter den Nachbarländern aufzuteilen wurde zwar allgemein belacht, aber solche Aktionen zeigen doch, dass der Mann mehr ist als "psychisch instabil". Und wenn, dann gehört er in eine Anstalt und nicht in die internationale Politik.

  8. Inaktiver User

    AW: Hungerkatastrophe am Horn von Afrika

    Gaddhafis Aufruf, die Schweiz unter den Nachbarländern aufzuteilen wurde zwar allgemein belacht, aber solche Aktionen zeigen doch, dass der Mann mehr ist als "psychisch instabil". Und wenn, dann gehört er in eine Anstalt und nicht in die internationale Politik.
    "Geistiger Wuschelkopf" wurde er schon von Sadat genannt.

  9. Inaktiver User

    AW: Hungerkatastrophe am Horn von Afrika

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    "Geistiger Wuschelkopf" wurde er schon von Sadat genannt.


    @ all
    Es mag schon sein, dass der Westen in Libyen auch aufgrund des Ölreichtums eher bereit war, einzugreifen.

    Aber es war auch sehr viel öffentlicher Druck da. Wir alle erinnern uns an die Geschehnisse Anfang des Jahres: Erst wurde Ben Ali verjagt, dann Mubarak - und das alles ohne großes Blutvergießen. Dann ging es in Bengasi los: nur war dort der Widerstand des Diktators wesentlich größer. Wir sahen die Bilder im TV, auf denen junge Freiheitskämpfer die Kameraleute verzweifelt anflehten: der Westen muss uns helfen, sonst gehen wir unter.

    Hätte damals einer von uns sagen mögen: Nee, da soll die Nato lieber ihre Finger davon lassen, Ghaddafi ist in Afrika doch so beliebt?
    Glaubt jemand im Ernst, Ghadafi hätte gesagt: Jungs, das war ein netter Versuch, aber jetzt geht mal wieder nachhause. Er hätte ein Blutbad angerichtet, das ist völlig klar.

    Und im Wesen wäre eine Diskussion darüber losgegangen, was uns denn unsere hehren Ideale von Freiheit wert wären, wenn wir ungerührt zusähen, wie junge Freiheitskämpfer von einem Tyrannen abgeschlachtet werden. Die Gutmenschen hätten dem Westen zurecht Feigheit und Doppelzüngigkeit vorgeworfen. Hinterher ist man immer schlauer.

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    AW: Hungerkatastrophe am Horn von Afrika

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich kenne die Situation in Libyen zu wenig, als dass ich etwas dazu sagen könnte.

    Aber ich erinnere an den Anschlag von Lockerbie, bei dem 270 unschuldige Menschen starben und an die Geiselnahme unbeteiligter Schweizer Geschäftsleute, weil die Schweiz es gewagt hatte, Gaddhafis prügelnden Sohn Hannibal festzunehmen. Gaddhafis Aufruf, die Schweiz unter den Nachbarländern aufzuteilen wurde zwar allgemein belacht, aber solche Aktionen zeigen doch, dass der Mann mehr ist als "psychisch instabil". Und wenn, dann gehört er in eine Anstalt und nicht in die internationale Politik.
    Ich gebe dir Recht, aber er ist keineswegs der Einzige, der seinen Interessen beliebig unschuldige Menschen opfert. Dass er die Schweiz aufteilen möchte ist auch nicht so aussergewöhnlich, immerhin möchte Blautanne sie grad als Ganzes übernehmen und Steinbrück möchte berittene Deutsche gegen uns schicken. Man ist dich da einiges gewohnt.

    Gemäss Jean Ziegler, der ihn persönlich kennt und gemäss Hamza Yusuf, einem populären amerikanischen Muslimführer der auch seine Erfahrungen mit ihm machte, sei Gaddhafi intelligent und spiele den Irren. Interressanterweise versteht er sich ja auch prächtig mit Herrn Berlusconi. Hamza Yusuf schrieb übrigens über ihn dass das zwar im Islam verpönt sei, aber er, Yusuf wünsche ihn in die Hölle für die Dinge, die er seinem Volk angetan habe.

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