Ich bin nicht mehr bereit darüber nachzudenken, was unsere Vorfahren den Afrikanern angetan haben. Denn die Kolonialzeit ist seit 50 Jahren um.
Ich teile die Skepsis über die Hedge-Fonds, die alles, womit sich geld verdienen lässt, zum Spekulationsobjekt machen - bis hin zum Inkaufnehmen, dass Menschen verhungern.
Aber, die Berichtersttung über die Schwierigkeiten, die eingeflogenen Lebensmittel von Mogadischu überhaupt in die Hungerregionen zu transportieren, zeigt wie destabilisiert das Land ist. Es lagern genügend Lebensmittel auf dem Flughafen Mogadischu, um die 3,4 Millionen Hungerflüchtlinge für 4 Wochen zu versorgen. Die Milizen lehnen kategorisch den Einsatz von UN-Fahrzeugen und deren Fahrern ab. Es sei denn, man würde sie mit Millionen bestechen.
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28.07.2011, 10:43
AW: Hungerkatastrophe am Horn von Afrika
Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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28.07.2011, 10:48Inaktiver User
AW: Hungerkatastrophe am Horn von Afrika
Wer ist "wir"? Kannst du mit deinem Mitleid die Hedge-Fonds davon abhalten, das zu tun?
Natürlich ist das ein Problem und gehört sofort abgestellt, nicht nur wegen Afrika. Aber das ist Aufgabe unserer Politiker, wir können nur versuchen, solche Entscheidungen nur über Wahlen im eigenen Land zu beeinflussen.
Könntest du das genauer erklären? Unter den Preissteigerungen durch Lebensmittelspekulanten leiden auch alle Menschen bei uns. Oder glaubst du, ein Hartz IV Empfänger hat was von Preissteigerungen oder dem "Untergang Afrikas"?
Übrigens ist nicht zuletzt die Globalisierung der Grund für die sich bessernde Lage in vielen Schwellenländern, weil diese Länder inzwischen als Handelspartner auftreten und nicht mehr als Almosenempfänger des Westens.
Da ist sie wieder, die herablassende Charakterisierung der Afrikaner als dumm und hilflos. Der Westen hätte ihnen sagen sollen, wie eigenständiges Verwalten aussieht, von selbst kommen sie nicht darauf.
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28.07.2011, 12:28
AW: Hungerkatastrophe am Horn von Afrika
...und am Hindukusch verteidigen Soldaten der Bundeswehr das Abendland, indem sie genau so einen Despoten an der Macht halten helfen. Dass der und seine Sippschaft korrupt ist und auch gerne im grossen Stil mit Rauschgift handelt, das sich dann bei uns kaufen lässt gehört zum Deal. Und nein, es gibt meines Wissens keine wählbaren Politier, die sich nicht dem totalen Wirtschaftsprimat unterstellt haben.
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28.07.2011, 22:13Inaktiver User
AW: Hungerkatastrophe am Horn von Afrika
Ich seh solche Dinge bei weitem nicht so entspannt. Klar haben wir Hanseln hier keine Schuld, aber ein gewaltiges Problem seh ich in die jetzige Zeit trotzdem hineintransportiert: Ich zieh mal den Vergleich zum 3. Reich und der dort profitierenden Industrie sowie damals schon honorigen Herren, die daraufhin munter in der BRD ihre Rollen spielten - und bis heute aufgrund der damals gelegten guten Startbedingungen "was zu sagen" haben bzw. ihre Finger drin haben. Und solche Macht- und Wirtschaftseinflüsse gibt es in den afrikanischen Staaten heute nach wie vor. Von den bereits angesprochenen Stützungen von Despoten -bzw. freundlichem Wegsehen- ganz zu schweigen. Solche Netzwerke hören doch nicht urplötzlich auf, weil ein Land nicht mehr Kolonie ist.
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28.07.2011, 22:43Inaktiver User
AW: Hungerkatastrophe am Horn von Afrika
Hedgefonds, vergangener Kolonialismus, zukünftige Kindersoldaten, korrupte PolitikerInnen, all das hält mich nicht davon ab, dass mir die bedauernswerten Menschen, die hungern und völlig entwurzelt sind, einfach nur leid tun.
Wie gut geht es mir doch mit meinen Wetter-, Kleidungs-, Pkw- und sonstigen Luxusproblemen.
Ich spende.
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29.07.2011, 00:33Inaktiver User
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29.07.2011, 01:18Inaktiver User
AW: Hungerkatastrophe am Horn von Afrika
In Zeiten, in denen selbst in reichen Ländern der Egoismus über dem Allgemeinwohl, sprich: einer gerechten Verteilung des BIP regiert, dürfte es mit dem Selbstreinigungsprozess in Afrika dermassen schlecht aussehen ...
Chancen hätte es da vielleicht noch vor 20 - 30 Jahren geben können ... aber in Zeiten, in denen die USA vor den Kapitalmärkten kapituliert ... an wen sollten sich afrikanische Menschen denn ein Beispiel nehmen?
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29.07.2011, 08:06Inaktiver User
AW: Hungerkatastrophe am Horn von Afrika
Zum Beispiel an Ländern wie Brasilien oder Indien.
Es ist doch lächerlich, dass der Westen immer noch glaubt, an seinem Wesen - seiner Demokratie, seinen Organisationsstrukturen etc. - müsse die Welt genesen. Diese Arroganz, so zu tun, als ob wir es in der Hand hätten, Afrika zu retten oder durch falsche Politik zu ruinieren, entspricht längst nicht mehr der Realität.
Und ich finde es auch ziemlich daneben, wenn unterschwellig unterstellt wird, eine kritische Sicht der Dinge habe mit mangelndem Mitleid mit den Hungernden zu tun.
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29.07.2011, 09:12Inaktiver User
AW: Hungerkatastrophe am Horn von Afrika
Mag alles sein.Wobei du damit die korrupten Strukturen eher unterstützt als das deine Spende den Menschen dort helfen würde . Denke das funktioniert dort nur über einen Selbstreinigungsprozess .
Bekannte arbeiten seit Jahr und Tag in Afrika und bezeichnen es als Kampf mit den Windmühlen, daran ändert aber nicht, dass sie weitermachen. Und so eine Reihe anderer Menschen in anderen Organisationen.
Wir hier haben ja keinen Schimmer, wie es in den Lagern tatsdächlich zugeht. Dagegen sind die Bilder verzweifelter fürsorglicher Mütter mit ihren dürren Kindern noch friedvoll.
Ich sehe viele Entwicklungen auf dem Kontinent durchaus kritisch und - wie so manche(r) andere in diesem Strang - verwundert, weshalb sich da und dort nichts zum Besseren wendet, obwohl natürlich das Einlassen auf die Geschichte der z.B. willkürlich gezogenen Grenzen, des Einmischens großer Öl- und Saatgutkonzerne in die Politik so mancher Staaten, des Geldes, das der internationale Waffenhandel aus der Bewaffnung sogar jüngster Kinder generiert, schon ein wenig zur Lösung des Rätsels beitragen würde.
Es mag auch sein, dass meine Spende nicht dort landet, wo ich es mir wünsche, aber landen meine erzwungenen Steuermittel dort, wo ich es mir wünsche? Eher nicht so häufig.
Persönlich kann und will ich mich nicht einbringen, obwohl das natürlich weit sinnvoller wäre, deshalb gebe ich Geld und hoffe, dass jemandem damit geholfen wird.
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29.07.2011, 10:35Inaktiver User
AW: Hungerkatastrophe am Horn von Afrika
Eben. Deswegen gehe ich davon aus, dass zB. die Welthungerhilfe das besser beurteilen kann.
Einerseits bewundere ich Leute, die hinfahren und helfen wollen, andererseits ist es auch eine Tatsache, dass sich die Organisationen oft gegenseitig behindern und im Wege stehen. Ironischerweise besteht ihre Existenzberechtigung ja nur so lange, wie das Elend weiter verwaltet werden kann.
Es ist unmenschlich, was dort passiert, aber es liegt nicht daran, dass zu wenige Lebensmittel gespendet würden.
Ein Zitat aus dem SPIEGEL: Soldaten der Afrikanischen Union (AU) haben sich zum Schutz der Hilfsaktion für die Hungernden in Mogadischu heftige Gefechte mit Kämpfern der Shabab-Miliz geliefert. Nur einen Tag nach dem Start der dringend benötigten Luftbrücke wurden dabei in der somalischen Hauptstadt fast 30 Zivilisten verletzt. Die Nachrichtenagentur dapd berichtet sogar von sechs toten Shabab-Kämpfern......
Die Milizen hätten bereits Männer getötet, die mit ihren hungernden Familien Zuflucht in Flüchtlingslagern suchen wollten. Die radikalislamischen Kämpfer erklärten, es sei besser zu verhungern, als Hilfe vom Westen anzunehmen.....
Die Tatsache, dass die Shabab in der vergangenen Woche den Hilfsorganisationen die Erlaubnis, in Gebieten unter Kontrolle der Miliz aktiv zu sein, wieder entzogen hat, habe bereits jetzt Hunderttausenden Somaliern den Zugang zu Nahrungsmittelhilfe versperrt, sagte Ankunda.
Was würde meine Spende in einer solchen Situation helfen? Ausser der Beruhigung meines Gewissens sehe ich da keinen Sinn - oder soll meine Spende dafür verwendet werden, Kämpfer der Shabab-Miliz umzubringen, damit Hungernde gerettet werden können?
Das ist doch alles nur noch haarsträubend.



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