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  1. Inaktiver User

    AW: Hungerkatastrophe am Horn von Afrika

    Zitat Zitat von schnarchstop Beitrag anzeigen
    heute schaut mich ein Kind mit riesigen Kulleraugen an und will eine Spende von mir und morgen sehe ich diese Generation mit einem Maschinengewehr rumlaufen und bei Massenvergewaltigungen von Frauen teilnehmen (als Mittel der Kriegsführung ).
    Das dachte ich mir in den letzten Tagen auch. Hungerkatastrophen in Afrika gibt es, seit ich mich erinnern kann. Es wurde alles mögliche versucht, Entwicklungshilfe, Hungerhilfe....nichts hat auf Dauer geholfen. Damals spekulierten die Hedgefonds noch nicht mit Lebensmitteln. Die Spekulation mag dazu beitragen, dass sich die Lage verschlimmert, die alleinige Ursache ist es sicher nicht.

    Der Impuls, zu helfen, wäre sicher auch größer, wenn nicht bewaffnete junge Männer ihre eigenen Landsleute, hilflose Alte und Kinder gnadenlos verrecken lassen würden, indem sie den Hilfsorganisationen keinen Zugang gewähren bzw. auch noch Bedingungen stellen, damit das Ausland ihre Leute retten kann und sie ordentlich davon profitieren. Was ist das für eine völlig verrohte Kultur, in der junge Männer zusehen, wie die Wehrlosesten ihrer eigenen Bevölkerung krepieren? Ich sehe das auch so: das Kulleraugenbaby hat in zwanzig Jahren eine Kalaschnikow in der Hand und terrorisiert die eigenen Leute.


    Zitat Zitat von Klecksfisch Beitrag anzeigen
    Das schwierige war als in den 60igern die Entkolonialisierung begann und die Staaten unabhänig wurden. Da war viel Platz für Machthaber, die in die eigene Tasche wirtschaften.
    Da wurde auch viel kaputt gemacht, was vorher funktioniert hatte. Ich erinnere an Simbabwe, früher Rhodesien, ein äußerst fruchtbares Land, das nicht nur seine eigene Bevölkerung ernähren, sondern auch viel exportieren könnte. Beste Voraussetzungen für Handel und einen eigenen kleinen Wohlstand. Statt dessen sind Millionen geflohen.
    Wenn ich mich recht erinnere, war Benin das letzte Negativbeispiel. Auch Benin hat früher mal gut funktioniert.
    Die Kolonialisierung durch den Westen ist lange vorbei. Afrika hatte Jahrzehnte lang Zeit, eigene funktionierende Staaten aufzubauen. Es ist nur in wenigen Fällen gelungen. Das Problem sind fast immer die eigenen korrupten Eliten - siehe Nigeria, einer der größten Ölexporteure.

    Es ist schon lange nicht mehr der Westen, der Afrika aussaugt. Das sind inzwischen die Chinesen, und die haben keine Skrupel. Sie bringen sogar ihre eigenen Arbeiter auf die Baustellen mit.

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    AW: Hungerkatastrophe am Horn von Afrika

    Zur Information über die Einflußnahme der alten Kolonialmächte auf die entstehenden afrikanischen Nationalstaaten empfehle ich die Lektüre dieses Artikel aus Wikipedia:

    Patrice Lumumba ? Wikipedia

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    AW: Hungerkatastrophe am Horn von Afrika

    DER SPIEGEL 27/2005 vom 04.07.2005, Seite 106
    Autor: Thilo Thielke
    "Streicht diese Hilfe"
    Der kenianische Wirtschaftsexperte James Shikwati über die schädlichen Folgen der westlichen Entwicklungspolitik, korrupte Herrscher und aufgebauschte Horrormeldungen aus Afrika
    Shikwati, 35, Gründer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft "Inter Region Economic Network" in Nairobi (Kenia), ist ein leidenschaftlicher Anwalt der Globalisierung. Er plädiert für mehr Eigenständigkeit der Entwicklungsländer und für freien Handel.
    -----------------------------------
    SPIEGEL: Herr Shikwati, auf dem G-8-Gipfel von Gleneagles soll mehr Hilfe für Afrika beschlossen werden ...
    Shikwati: ... um Himmels willen, hören Sie bloß auf damit.
    SPIEGEL: Aufhören? Die westlichen Industrienationen haben sich vorgenommen, Hunger und Armut zu eliminieren.
    Shikwati: Solche Vorsätze schaden unserem Kontinent schon seit 40 Jahren. Wenn die Industrienationen den Afrikanern wirklich helfen wollen, sollten sie endlich diese furchtbare Hilfe streichen. Jenen Ländern, welche die meiste Entwicklungshilfe kassiert haben, geht es am schlechtesten. Trotz der Milliarden, die geflossen sind, ist der Kontinent arm.
    SPIEGEL: Können Sie uns dieses Paradox erklären?
    Shikwati: Es werden riesige Bürokratien finanziert, Korruption und Selbstgefälligkeit gefördert, Afrikaner zu Bettlern erzogen und zur Unselbständigkeit. Zudem schwächt die Entwicklungshilfe überall die lokalen Märkte und den Unternehmergeist, den wir so dringend brauchen. Sie ist einer der Gründe für Afrikas Probleme, so absurd das klingen mag. Wenn sie abgeschafft würde, bekäme das der kleine Mann gar nicht mit. Nur die Funktionäre wären schockiert. Darum behaupten sie, die Welt ginge unter ohne diese Entwicklungshilfe.
    SPIEGEL: Selbst in einem Land wie Kenia verhungern jedes Jahr Menschen. Denen muss doch geholfen werden.
    Shikwati: Aber die Kenianer selbst müssen diesen Menschen helfen. Wenn in einer bestimmten Region Kenias eine Dürre herrscht, schreien unsere korrupten Politiker reflexartig nach mehr Hilfe. Dieser Ruf ereilt das Welternährungsprogramm der Uno - also eine riesige Behörde von Apparatschiks, die in der absurden Situation sind, sich zwar dem Kampf gegen den Hunger verschrieben zu haben, aber alle arbeitslos wären, würden sie diesen Hunger
    tatsächlich beseitigen. Sie nehmen naturgemäß die Bitte nach mehr Hilfe allzu bereitwillig auf, fordern nicht selten noch ein bisschen mehr, als es die jeweilige afrikanische Regierung getan hat, und leiten das Hilfeersuchen an ihre Zentrale weiter. Dann werden Tausende Tonnen Mais nach Afrika verschifft ...
    SPIEGEL: ... der überwiegend von hochsubventionierten europäischen und amerikanischen Landwirten stammt ...
    Shikwati: ... und dieser Mais landet irgendwann im Hafen von Mombasa. Ein Teil wandert oft direkt in die Hände skrupelloser Politiker, die ihn an ihren eigenen Stamm weiterleiten, um damit Wahlkampf zu machen. Ein anderer Teil kommt auf den Schwarzmarkt. Dort wird der Mais dann zu Dumpingpreisen verscherbelt. Ein einheimischer Bauer kann seine Hacke gleich aus der Hand legen, mit dem Uno-Welternährungsprogramm kann niemand mithalten. Und weil die Bauern unter diesem enormen Druck eingehen, hat Kenia auch keine Reserven, wenn nächstes Jahr tatsächlich eine Hungersnot entsteht - ein ganz simpler, aber folgenschwerer Kreislauf.
    SPIEGEL: Täte das Welternährungsprogramm nichts, würden die Menschen verhungern.
    Shikwati: Das glaube ich nicht. In diesem Fall müssten sich die Kenianer eben bequemen, Handelsbeziehungen zu Uganda oder Tansania aufzunehmen und die Nahrungsmittel dort einzukaufen. Dieser Handel ist lebensnotwendig für Afrika. Er würde uns zwingen, die Infrastruktur selbst zu verbessern und Grenzen, die übrigens die Europäer gezogen haben, wieder durchlässiger zu machen sowie Gesetze zu schaffen, die die Marktwirtschaft begünstigen.
    SPIEGEL: Wäre Afrika überhaupt in der Lage, seine Probleme selbst zu lösen?
    Shikwati: Natürlich. In kaum einem Land südlich der Sahara müsste tatsächlich gehungert werden. Zudem sind reichlich Bodenschätze
    vorhanden: Öl, Gold, Diamanten. Afrika wird stets nur leidend dargestellt, dabei sind die meisten Zahlen maßlos übertrieben. In den Industrienationen wird immer der Eindruck erweckt, ohne Entwicklungshilfe würde Afrika untergehen. Aber glauben Sie mir: Afrika hat es schon vor euch Europäern gegeben. Und es ging uns gar nicht so schlecht.
    SPIEGEL: Damals gab es Aids noch nicht.
    Shikwati: Wenn man den Horrormeldungen Glauben schenken würde, müssten heute eigentlich alle Kenianer schon tot sein. Doch plötzlich werden überall Tests durchgeführt, und es stellt sich heraus, dass die Zahlen maßlos übertrieben wurden. Nicht mehr drei Millionen Kenianer sind nun infiziert, plötzlich ist es nur gut eine Million. Malaria ist ein ebenso großes Problem, doch darüber spricht kaum jemand.
    SPIEGEL: Woran liegt das?
    Shikwati: Aids ist ein Riesengeschäft, vielleicht das größte in Afrika. Mit nichts anderem kann man so viel Geld lockermachen wie mit schockierenden Aids-Zahlen. Aids ist hier eine politische Krankheit, wir sollten besonders misstrauisch sein.
    SPIEGEL: Amerikaner und Europäer haben zugesagte Hilfe für Kenia eingefroren. Das Land, sagen sie, sei zu korrupt.
    Shikwati: Ich befürchte nur, dass sie das Geld bald wieder auszahlen, es muss schließlich irgendwohin. Dem verheerenden europäischen Drang, Gutes zu tun, lässt sich bisweilen leider nicht mit Vernunft begegnen. Es ist doch völlig unverständlich, dass unmittelbar nach der Wahl der neuen kenianischen Regierung, welche die Diktatur Daniel arap Mois beendete, alle Hähne geöffnet wurden und das Geld in Strömen in dieses Land floss.
    SPIEGEL: Solche Hilfe ist meist zweckgebunden.
    Shikwati: Das ändert doch nichts. Millionen US-Dollar, die für den Kampf gegen Aids vorgesehen waren, liegen noch auf kenianischen Konten und werden nicht ausgegeben. Unsere Politiker wurden mit Geld überschüttet, dabei versuchen sie, möglichst viel auf die Seite zu schaffen. Der verstorbene Tyrann der Zentralafrikanischen Republik, Jean Bédel Bokassa, hat die Tatsachen zynisch auf den Punkt gebracht, als er sagte: "Alles in unserem Land wird von der französischen Regierung bezahlt. Wir fragen die Franzosen nach Geld, wir bekommen es - und verschwenden es."
    SPIEGEL: Es gibt im Westen viele mitfühlende Bürger, die Afrika helfen wollen. Sie spenden jedes Jahr Geld, viele stecken ihre Kleider in Sammelsäcke ...
    Shikwati: ... und überschwemmen unsere Märkte mit dem Zeug. Auf unseren sogenannten Mitumba-Märkten können wir die gespendeten Kleider billig kaufen. Es gibt Deutsche, die erwerben hier für ein paar Dollar gebrauchte Fußballhemden des FC Bayern München oder von Werder Bremen, die Kinder in Deutschland wohlmeinend den Afrikanern spenden wollten, versteigern sie für den dreifachen Preis bei Ebay und schicken sie zurück in ihre Heimat. Das ist doch Wahnsinn ...
    SPIEGEL: ... und hoffentlich eine Ausnahme.
    Shikwati: Was sollen diese Kleiderberge? Hier friert niemand, stattdessen werden unsere Schneider arbeitslos. Ihnen geht es wie den Bauern. So kostengünstig kann niemand aus der afrikanischen Billiglohnwelt sein, dass er mit den gespendeten Produkten mithalten könnte. 1997 waren in Nigeria 137 000 Arbeiter in der Textilindustrie tätig, im Jahr 2003 waren es noch 57 000. Und so sieht es überall aus, wo überschäumende Hilfsbereitschaft auf fragile afrikanische Märkte trifft.
    SPIEGEL: Deutschland kam nach dem Zweiten Weltkrieg erst mit dem amerikanischen Geld des Marshall-Plans auf die Beine. War das nicht erfolgreiche Entwicklungshilfe?
    Shikwati: In Deutschland musste nur die zerstörte Infrastruktur wieder aufgebaut werden. Deutschland war vor dem Krieg, trotz der Wirtschaftskrise der Weimarer Republik, ein hochindustrialisiertes Land. Auch Thailands Tsunami-Schäden lassen sich mit ein bisschen Geld und Aufbauhilfe beheben. Afrika muss den Schritt in die Moderne jedoch erst selbst gehen. Es muss sich ein Mentalitätswechsel vollziehen. Wir müssen aufhören, uns als Almosenempfänger zu empfinden. Afrikaner sehen sich mittlerweile selbst nur noch als Opfer. Keiner kann sich hingegen einen Afrikaner als Geschäftsmann vorstellen. Um das zu erreichen, wäre es hilfreich, wenn sich die Hilfsorganisationen zurückzögen.
    SPIEGEL: Wenn sie das täten, würden erst einmal viele Arbeitsplätze vernichtet ...
    Shikwati: ... die völlig künstlich geschaffen wurden und die Realität verzerren. Natürlich: Die Jobs bei den ausländischen Organisationen sind sehr beliebt. Darum können sie sich auch immer die besten Leute aussuchen. Wenn eine Hilfsorganisation einen Fahrer braucht, dann bewerben sich Dutzende für diesen Posten. Da dem Entwicklungshelfer ja nicht zuzumuten ist, dass der Chauffeur nur seine Stammessprache beherrscht, muss also jemand her, der fließend Englisch spricht und nach Möglichkeit noch gute Manieren hat. Da fährt dann plötzlich ein afrikanischer Biochemiker einen Helfer durch die Gegend, um europäische Lebensmittel zu verteilen und damit die lokalen Bauern arbeitslos zu machen - was für ein Unsinn!
    SPIEGEL: Die Bundesregierung ist stolz, genau zu überprüfen, wen sie unterstützt.
    Shikwati: Und was kommt dabei heraus? Ein Desaster. Da hat sie Ruandas Präsidenten Paul Kagame das Geld in den Rachen geworfen. Dabei hat der Mann mittlerweile Millionen Menschen auf dem Gewissen, die seine Armee im Nachbarland Kongo umgebracht hat.
    SPIEGEL: Was sollten die Deutschen tun?
    Shikwati: Wenn sie wirklich die Armut bekämpfen wollen, sollten sie sich mit ihrer Entwicklungshilfe komplett zurückziehen und Afrika endlich die Chance geben, selbst für sein Überleben zu sorgen. Derzeit ist Afrika wie ein Kind, das immer gleich nach seinem Babysitter schreit, wenn etwas schief geht. Afrika sollte auf eigenen Füßen stehen. INTERVIEW: THILO THIELKE
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  4. Inaktiver User

    AW: Hungerkatastrophe am Horn von Afrika

    Ich empfehle einen - sehr freundlich gehaltenen - Artikel aus der ZEIT , der die Zustände in der nachkolonialen Geschichte nüchtern aufzählt.
    Interessant erscheint mir auch der Vergleich mit Asien: viele asiatische Staaten schafften es von sich aus, nach schrecklichen Kriegen (Vietnam) oder Diktaturen (China) ihre Staaten wieder auf die Beine zu bringen. In Afrika findet man kaum solche Erfolgsgeschichten - und wenn, dann wird mit dem nächsten Putsch wieder alles mühsam Aufgebaute wieder zerschlagen.

    Es ist ein seltsames Phänomen, dass manche Länder die Starthilfen der internationalen Gemeinschaft für einen Aufstieg nutzen können, während bei anderen selbst riesige Geldmengen kaum etwas bewegen können (s. die vielen Millionen für Haiti nach dem Erdbeben).

    Vielen Dank für den Artikel, Opelius.
    Besonders nett fand ich folgenden Satz: Dem verheerenden europäischen Drang, Gutes zu tun, lässt sich bisweilen leider nicht mit Vernunft begegnen. :-))
    Geändert von Inaktiver User (27.07.2011 um 19:12 Uhr)

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    AW: Hungerkatastrophe am Horn von Afrika

    Zitat Zitat von Blondine Beitrag anzeigen
    also ich würde die Frage, warum diese Länder keine Nothilfe - Lebensmittel haben nun auch ganz spontan mit der Tatsache begründen, daß da seit Jahen Bürgerkieg und Terror herrscht und es gar nicht möglich ist, irgendwelche Vorräte zu haben, die nicht geplündert und angezündet und verschachert werden, weil es irgendwelchen Militärs so gefällt ...

    Gruß, B.
    In Kenja herrscht kein Bürgerkrieg. Dort in den Flüchtlingslagern herrschen auch keine Shahab Milizen. Dass die Preise für Rohstoffe massiv gestiegen sind ist eine Tatsache, die seit Jahren klar ist, merkt man ja auch wenn man einen Kaffee trinken geht. Es ist auch eine Tatsache, dass wieder vermehrt gehungert wird. Auch in einem "reichen" Land wie Südafrika wird in der untersten Schicht gehungert, weil Mais viel teurer geworden ist. Grundnahrungsmittel sind Spekulationsobjekt, und im Zeichen von unsicherer Aktienlage lässt sich damit immer noch Geld verdienen - zum Beispiel von meiner Pensionskasse (Rentenversicherungsgesellschaft).

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    AW: Hungerkatastrophe am Horn von Afrika

    Zitat Zitat von Klecksfisch Beitrag anzeigen
    Die Piraten sind alles Somalier.
    Stimmt. Die begründen ihren neuen Beruf damit, dass sie früher Fischer waren und keine Fische mehr fangen können, weil ihnen die russischen Flotten das Meer leerfischen. Das stimmt auch.

    Vor Westafrika fischen spanische und portugiesische Flotten, seit die europäischen Meere ziemlich leergefischt sind. Der Fisch auf dem Tisch hier ist deshalb öfter mal einer, der dem Gambier oder Senegalesen im Teller fehlt, weswegen diese Leute dann versuchen dem Fisch nachzureisen und bei uns am Tisch zu essen.

    Ach, und übrigens: die Waffen, welche die Milizen und in Somalia seit bald 20 Jahren gegen das eigene Volk richten, von all den andern kämpfenden Afrikanern mal abgesehen, die stammen aus Produktionen in Amerika, Europa, Israel. Das ist ein gutes Geschäft, und die Leute sind froh über die Lieferungen. Denn ohne Waffen könnten sie ja nicht so viel Schaden anrichten.

    Pirat ist für mich ein ehrenwerter Beruf.
    Geändert von Andalusiana (27.07.2011 um 19:27 Uhr)

  7. Inaktiver User

    AW: Hungerkatastrophe am Horn von Afrika

    Zitat Zitat von Andalusiana Beitrag anzeigen
    Ach, und übrigens: die Waffen, welche die Milizen und in Somalia seit bald 20 Jahren gegen das eigene Volk richten, von all den andern kämpfenden Afrikanern mal abgesehen, die stammen aus Produktionen in Amerika, Europa, Israel.
    Aha. Und weil es Waffen gibt, müssen die armen Afrikaner die Waffen gegen das eigene Volk richten. Sehr logisch, da kann man doch gar nicht anders. Natürlich hält das Vorhandensein von Waffen auch davon ab, sich um strukturelle Veränderungen, um Bildung und Entwicklung im eigenen Land zu kümmern

    Das Afrikabild, das ich bei vielen Gutmenschen lese, entspricht ziemlich genau dem, das Herr Shikwati im Spiegel moniert: die Afrikaner werden als dumme kleine Kinder gesehen, die hilflos allen Einflüssen der Industrieländer ausgesetzt sind und die um sich ballern und die eigenen Landsleute umbringen, so bald sie eine Waffe in die Hand bekommen. Da müssen erst die überlegenen Westler kommen und sie retten und erziehen

    Zitat Zitat von Andalusiana Beitrag anzeigen
    Pirat ist für mich ein ehrenwerter Beruf.
    Mörder vielleicht auch?

  8. Inaktiver User

    AW: Hungerkatastrophe am Horn von Afrika

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das Afrikabild, das ich bei vielen Gutmenschen lese, entspricht ziemlich genau dem, das Herr Shikwati im Spiegel moniert: die Afrikaner werden als dumme kleine Kinder gesehen, die hilflos allen Einflüssen der Industrieländer ausgesetzt sind
    Also ich versteh das alles nicht! Zwei Beiträge vorher schrieben Sie doch noch:

    Es ist schon lange nicht mehr der Westen, der Afrika aussaugt. Das sind inzwischen die Chinesen, und die haben keine Skrupel

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    AW: Hungerkatastrophe am Horn von Afrika

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Aha. Und weil es Waffen gibt, müssen die armen Afrikaner die Waffen gegen das eigene Volk richten. Sehr logisch, da kann man doch gar nicht anders. Natürlich hält das Vorhandensein von Waffen auch davon ab, sich um strukturelle Veränderungen, um Bildung und Entwicklung im eigenen Land zu kümmern

    Das Afrikabild, das ich bei vielen Gutmenschen lese, entspricht ziemlich genau dem, das Herr Shikwati im Spiegel moniert: die Afrikaner werden als dumme kleine Kinder gesehen, die hilflos allen Einflüssen der Industrieländer ausgesetzt sind und die um sich ballern und die eigenen Landsleute umbringen, so bald sie eine Waffe in die Hand bekommen. Da müssen erst die überlegenen Westler kommen und sie retten und erziehen

    Mörder vielleicht auch?
    Klar, und keine Waffen an kriegsführende Länder zu verkaufen, oder an Bürgerkriegsparteien ist eine dumme Idee, auch wenn es entsprechende Regulierungen gibt. Schliesslich brauchen sie die dort doch am dringendsten.

    Ich glaube nicht, dass Afrikaner dumme kleine Kinder sind, oder fehlgeleitete naive "Naturmenschen". Ich bin auch nicht der Meinung, dass wir sie erziehen sollten. Ich sage nur, wenn es dem Geschäft dient, dann helfen wir doch gerne. Und wenn es genügend Rohstoffe in Somalia hätte, dann würden wir uns dort so "für Frieden und Demokratie" engagieren wie wir es in Afghanistan und Lybien tun. Hat es aber leider nicht. Das einzige Geschäft, dass sich mit Somalia machen lässt, ist eben das Waffengeschäft.

  10. Inaktiver User

    AW: Hungerkatastrophe am Horn von Afrika

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Also ich versteh das alles nicht! Zwei Beiträge vorher schrieben Sie doch noch:

    Es ist schon lange nicht mehr der Westen, der Afrika aussaugt. Das sind inzwischen die Chinesen, und die haben keine Skrupel
    Den Kolonialismus des Westens gab es ja tatsächlich. Nur ist das so lange her, dass man die heutigen Zustände in Afrika kaum noch dem Westen anlasten kann. Fast alle Staaten in Afrika sind seit Jahrzehnten unabhängig und haben seitdem viele Millionen an Entwicklungshilfe erhalten (was nach Aussage von Herrn Shikwati ein Fehler war).

    Man kann die Verhältnisse in vielen afrikanischen Staaten aber auch (noch) nicht dem Einfluss Chinas anlasten, denn der besteht noch nicht lange. Allerdings sehe ich durchaus die Gefahr einer Ausbeutung durch die Chinesen, wenn es so weiter geht.

    Hätten es die afrikanischen Staaten in den letzten Jahrzehnten der Unabhängigkeit geschafft, selbst ihre Bodenschätze zu fördern und eine nennenswerte verarbeitende Industrie aufzubauen, wären sie heute Handelspartner der Industriestaaten und Chinas. Das ist versäumt worden.

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