@SilbervogelJetzt musste ich doch mal eben auf die Überschrift schielen. Ja das soll tatsächlich der Thread über Oslo sein. Wow.
Du hast Recht! Ich habe eine Linkskurve gemacht und bin nach Wien gereist. Es war zu verlockend! I beg your pardon
@Bae
In gewisser Weise stimmt, was du schreibst.
Andererseits - ohne jetzt nochmals zuviel off topic zu quatschen - finde ich es, aufrichtig gesagt, lächerlich, das nicht nur ein derartiges Theater um einen Pfirsich gemacht wird, dass dieser am Ende um sechs Pfund verkauft werden muss, sondern dass jemand versucht, ein schlichtes Gebäude, das bereits Adolf Loos zuwege brachte, mit allerlei Wortbrimborium zu einer speziellen Erfindung zu erklären.
Wenn du mal in Wien (anderswo wird es nicht anders sein() zu Prada oder Chanel gehst, hast du derart wenig Auswahl, dass der Weg das Ziel sein muss, um nur etwas von der verlorenen Zeit zu haben.
Ein mit angestopften Regalen und vollbehängten Stangen verramschter Laden muss nicht die Alternative sein.
"Ich denke, wir produzieren in unserer modernen Gesellschaft zu viele Räume, die unverständlich und entfremdend sind. Sie geben uns nicht das Wohlbefinden, das wir als Individuen brauchen. Dabei sollte die Architektur genau dieses wieder einräumen. Ähnlich dem alten Renaissance-Gedanken, das Individuum in den Mittelpunkt zu stellen. Ich frage mich bei neuen Räumen immer, wie es wäre, dort zu sein. Wie fühlen sie sich an? Mein Ideal ist ein Wohlbefinden, das dem Einzelnen eine Position, einen Status gibt – und ihn nicht auf etwas Unbedeutendes reduziert."
Damit hat Chipperfield natürlich Recht, aber es ist nicht neu und ein Weg, der sich in zwei teilt:
die großen durchdachten klaren Räume mit den KundInnen als Mittelpunkt und Preisen, die sich nur wenige leisten können, und auch Zeit, die nur wenige aufbringen können, denn wie geschrieben, meist muss frau/man bestellen, was vordergründig fehlt, damit die Räume eine luxuriöse Leere aufweisen, in Wirklichkeit aber aus Gründen der Effizienz nicht vorhanden ist.
Der zweite Weg ist jener in das Überangebot von Billigware (die ja eigentlich nicht billig ist, da nur kurz haltbar und nicht nachhaltig produziert), dort sollen die KundInnen sich nicht als Individuum fühlen, sondern schnell und wahllos kaufen, worüber sie stolpern.
Der Raum, den du verlinkt hast, ist schlicht und kühl und lebt hauptsächlich vom Ausblick. Schön, ohne Frage.
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Thema: Oslo heute - und morgen?
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31.07.2011, 14:44Inaktiver User
AW: Oslo heute - und morgen?
Geändert von Inaktiver User (31.07.2011 um 14:59 Uhr)
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31.07.2011, 18:37
AW: Oslo heute - und morgen?
Aha, danke. Das erklärt es mir besser, und ja, die Typen kenne ich auch. Auch die, welche immer noch, trotz gutem Doppelverdienst und Kinder aus dem Haus in der günstigen Genossenschafts- Familienwohnung leben.
Was du im unteren Satz als "Gutmensch" bezeichnest ist für mich das "Helfersyndrom". Ist tatsächlich oft mit einer von Aussen deutlich wahrgenommenen Respektlosigkeit gegenüber den "Armen" verbunden.
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03.08.2011, 09:02
AW: Oslo heute - und morgen?
Guter Artikel:
Anders Breivik: Wahn und Sinn - Hintergründe - Feuilleton - FAZ.NET
Ausschnitt:
"
Der theoretische Teil von Breiviks Manifest ist von Seiten wie „Politically Incorrect“ inspiriert, auf denen die Beschreibung der fremden Bedrohung kein Maß und keine Grenze kennt, auf denen der Muslim immer auch der Araber und der immer auch der potentielle Dschihadist ist, und wenn nicht, so verstellt er sich bloß.
Und ihre ganze Art vererben sie, und nie wird etwas gut, und es gibt gar kein Ende der Gefahr, es sei denn, sie verschwänden oder würden wie wir. Es geht aber auch nicht, wie die für diesen Satz von Breivik gelobte Bundeskanzlerin, einfach festzustellen, „Multikulti ist gescheitert“, und dann nicht zu erklären, was besser ist und stattdessen geschehen soll. Denn dass mehrere Kulturen in unseren Städten leben, das sehen die Leute doch ganz genau. Solche losen Enden darf man nicht in der Landschaft herumliegen lassen, wir müssen jetzt genau sein."
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03.08.2011, 09:48Inaktiver User
AW: Oslo heute - und morgen?
Laut ZEIT haben Forscher Breiviks 1.500 Seiten umfassendes Manifest durchgearbeitet.
Die Ergebnisse sind verblüffend - besonders wenn man diverse Diskussionen kennt, die im Bricom-Politikforum geführt wurden und werden ...
(...) ziehen sich besonders zwei Perspektiven durch das Manifest. Zum einen: ein apokalyptische Szenarien ausmalender antimuslimischer Rassismus, der sich ausgiebig am Rechtspopulismus bedient. Zum anderen beschwört Breivik einen "Kulturmarxismus", den er für die Zerstörung traditioneller Familienmodelle und die Einwanderung nach Europa in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verantwortlich macht. (...)
Breivik distanziert sich von Hitler und vom Antisemitismus. Seine Warnung an mögliche Sympathisanten vor der Verwendung biologistisch-rassistischer Argumentationsmuster ist auch taktisch motiviert, um eine Stigmatisierung als "Rassist" oder "Nazi" zu vermeiden. In Einklang mit gängigen rechtspopulistischen Denkfiguren bezeichnet er Kultur und Religion als überzeitlich gegebene gesellschaftliche Ordnungsmuster.
Ebenfalls gemäß der rechtspopulistischen Ideologie warnt Breivik vor der Zerstörung angestammter Gemeinschaften durch eine multikulturell globalisierte Gesellschaft. Er beschwört dabei das Szenario einer Fremdherrschaft durch einen als homogen und expansiv gedeuteten Islam. Dieser werde durch einen inneren Feind hofiert, nämlich eben: durch den linken Internationalismus und den Multikulturalismus.
Mir kommt das alles (blau markiert) ziemlich bekannt vor.
Nur in einem Punkt, wenngleich dem wichtigsten, sehe ich einen Unterschied: in der Konsequenz (rot markiert).
"Um die kulturmarxistische/multikulturelle Medienzensur erfolgreich zu durchbrechen, müssen wir erheblich brutalere und atemberaubende Operationen durchführen, die Opfer fordern werden. Damit der Angriff an Einfluss gewinnt, müssen Attentate und der Gebrauch von Massenvernichtungswaffen hinzugezogen werden".
Breiviks profane Apokalypsen
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03.08.2011, 09:56
AW: Oslo heute - und morgen?
tagesspiegel - Berlin
"Bildungsstadträtin Monika Herrmann (Grüne) bestreitet zwar nicht, dass viele staatliche Schulen „nicht mehr konkurrenzfähig“ seien. Den Grund dafür sieht sie aber in der schlechten Lehrerausstattung und im Sanierungsstau – für beides trage der Senat die Verantwortung.
Der erste Blick der Eltern gilt in der Innenstadt aber längst nicht mehr nur undichten Fenstern oder ein paar fehlenden Lehrern, sondern vor allem der Migrantenquote. Und die liegt an fast allen Kreuzberger Schulen zwischen 50 und 100 Prozent.
„Ab 50 Prozent wird es kriselig und über 60 Prozent bedeutet das Aus für eine Schule“, sagt Inge Hirschmann vom Grundschulverband. Die Rektorin hat es immer wieder geschafft, mit ihrer Heinrich-Zille-Grundschule unter dieser magischen Grenze zu bleiben. Das aber wird immer schwieriger, weil der Bezirk die Einzugsbereiche vorgibt und keine Möglichkeit besteht, andere Kinder aufzunehmen, um ihre Schule vor dem sozialen „Umkippen“ zu bewahren.
Hirschmann hat Verständnis dafür, wenn Eltern Schulen meiden, die fast nur noch von Kindern aus bildungsfernen Schichten besucht werden. „Die Kreuzberger Mittelschicht nimmt einiges in Kauf, aber nicht mehr alles“, ist ihre Beobachtung. „Die Eltern haben Angst, dass ihre Kinder von arabischen und türkischen Kindern gemobbt werden“, sagt Hirschmann. Aktuelles Beispiel: Ein arabischer Junge habe einen Mitschüler geschlagen, weil der ein deutsches Fußballtrikot getragen habe. Die Schule habe schließlich ein Fahnenverbot während der Europameisterschaft beschließen müssen, um die Lage zu beruhigen.
Der hohe Anteil türkischer und arabischer Kinder beunruhigt die Eltern vor allem deshalb, weil sie in Kreuzberg zu drei Vierteln aus bildungsfernen Familien stammen. Arbeitslosigkeit herrscht vor, die Mütter haben oft nur wenige Jahre die Schule besucht. Bei den Schuleingangsuntersuchungen schneiden die Migrantenkinder aus bestimmten Regionen Kreuzbergs noch schlechter ab als die aus Nord-Neukölln oder Wedding. Sie sprechen nicht nur schlecht Deutsch, sondern haben auch Entwicklungsdefizite mangels häuslicher Förderung."
Linksradikale Hetze?????? Oder die Nennung von Fakten und Eindrücken??????
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03.08.2011, 10:27
AW: Oslo heute - und morgen?
Der oben erwähnte Artikel aus dem Tagesspiegel ist im Juni 2008 erschienen.
Was hat sich an der Berliner Schulpolitik seither geändert? Welche Schulpolitik vertreten die Berliner Parteien für die Wahlen zum Senat?
Was ist zu tun?
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03.08.2011, 10:28Inaktiver User
AW: Oslo heute - und morgen?
Was hat das mit Oslo zu tun?
Amerika vor der Pleite, wohin man blickt.
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03.08.2011, 10:40
AW: Oslo heute - und morgen?
#Blautanne
Du nennst die "Motive" von Brevik - und was willst du damit aussagen? ALLE die in kleinsten Teilbereichen so wie Brevik denken sind ebenfalls Massenmörder und deren Meinungsäusserung muss zukünftig verboten werden?
In Teilbereichen deckt sich Breviks Angst vor Überfremdung auch mit den Alltagserfahrungen der LINKEN Mittelschicht (siehe Artikel)
#utopia
Was hat sich seit 2008 in Berlin verändert?
Vor einigen Wochen war ein Bericht in der TAZ. Viele Eltern aus der linken Mittelschicht haben entsetzt und voller Wut und Trauer mit "erschütternden Szenen" auf die Mitteilung reagiert, daß ihr Kind auf eine Grundschule mit 90 % Migrantenanteil versetzt wird.
Ist deren Reaktion ein Ausdruck von Rassismus, Angst vor Überfremdung, Hass auf den Islam etc. im Allgemeinen und Grossen... ODER einfach Angst um die Sicherheit, die Bildung und die Seele des eigenen kleinen Kindes?
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03.08.2011, 10:43Inaktiver User
AW: Oslo heute - und morgen?
Geändert von Inaktiver User (03.08.2011 um 10:46 Uhr)
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03.08.2011, 11:15
AW: Oslo heute - und morgen?
Nein!
Aber was sollte man Folgern?
Der Typ ist Irre, ein Verbrecher, ein Massenmörder der empfundene Probleme im Umfeld eben NICHT mit kritischen Diskussionen, einer demokratischen Auseinandersetzung oder sonstigen in humanen, sozialen und demokratischen Ländern üblichen Mittel löst - Sondern mit einem wahnsinnigen geplanten Massenmord! EINVERSTANDEN
Aber ich löse Problemstellungen anders - also mache ich mich nicht mit diesem Verbrecher gemein!
Die Folgerung kann doch nun nicht sein, das man auf die "Logikkette" des Massenmörders aufspringt und die von ihm genannten "Motive" totschweigt oder allgemeinverbindlich ächtet.
WAS ist wenn jemand ein Problem mit unserer Demokratie und unserem freien Lebenswandel hat - diesen als Wurzel allen Übels bezeichnet und dies mit einem Massenmord bekämpft.
WAS ist dann die Lehre aus dem Denkschemata und der Polemik dieses politisch motivierten Massenmörders?



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