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    AW: Steht unser (Euro) Finanzsystem vor dem Zusammenbruch?

    Zitat Zitat von Wolfgang60 Beitrag anzeigen
    Was im Moment noch zu wenig in der Öffentlichkeit diskutiert wird ist die Frage, wer genau in unserer Bevölkerung für diese Rettungsaktionen zu zahlen hat.
    In den nächsten Jahren wird diese Frage in den Mittelpunkt der Diskussion rücken, in Verbindung mit Fragen zu Umverteilungen von Oben nach Unten, von Unten nach Oben, von Rentnern zu Arbeitern, von Arbeitern zu Rentnern, von Kapitaleignern zu Besitzlosen von Millionären zu Armen usw. Möglicherweise wird z.B. Geld aus Lebensversicherungen wie auch Spargelder für diese Rettung herangezogen werden. Oder welches Geld gibts außerdem
    Wolfgang, wenn das erst in den nächsten Jahren in den Mittelpunkt der Diskussion rückt, ist es zu spät.

    Ich befürchte, es ist jetzt schon zu spät
    Gehts auch ne Nummer kleiner? ..

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    AW: Steht unser (Euro) Finanzsystem vor dem Zusammenbruch?

    Zitat Zitat von Minimal Beitrag anzeigen
    Ich befürchte, es ist jetzt schon zu spät
    Ich korrigiere: Es ist zu spät.
    Gehts auch ne Nummer kleiner? ..

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    AW: Steht unser (Euro) Finanzsystem vor dem Zusammenbruch?

    Zitat Zitat von Minimal Beitrag anzeigen
    Wolfgang, wenn das erst in den nächsten Jahren in den Mittelpunkt der Diskussion rückt, ist es zu spät.

    Ich befürchte, es ist jetzt schon zu spät
    Schau mal folgendes Zitat aus "handelsblatt.de" an.
    "BerlinDie Finanzlage des Bundes bessert sich dank der starken Konjunktur deutlich schneller als die Bundesregierung bisher in ihren Planungen unterstellt. Zu diesem Ergebnis kommen neue Berechnungen des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW). „Nach 29 Milliarden Euro in diesem Jahr wird der Bund im Jahr 2012 nur etwa 19 Milliarden Euro Defizit machen“, sagte IfW-Finanzexperte Alfred Boss dem Handelsblatt (Montagausgabe). Das wären rund acht Milliarden Euro weniger als es der kürzlich vorgelegte Haushaltsentwurf von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) für das kommende Jahr vorsieht."
    Hier wird dem Leser doch suggeriert, dass wir Erfolge haben, und noch mehr Erfolge im nächsten Jahr. Die regierungsnahen Institute weigern sich doch immer noch, das Minus, das wir mit Ländern wie Griechenland, Portugal etc. erzielen, in die Kalkulationen mit einzubeziehen. Wir werden doch belogen. ganz gewaltig. Wir erzielen in diesem Jahr ein dickes Minus, und im nächsten Jahr wird das Minus womöglich so groß sein, dass es uns gänzlich umwirft. Das Plus, das man uns einzureden versucht, gibt es nicht!

    Die Frage, die ich mir nur stelle: Wer bezahlt das Minus? In Griechenland führt diese Frage zu einem Massenaufstand. Was wird bei uns passieren, wenn die Renten und Pensionen um 20 Prozent gesenkt werden, um die Schulden Griechenlands, Irlands, Portugals und Italiens zurückzuzahlen? Was sagen die Studenten, wenn sie kein Bafög mehr bekommen. Was sagen die Empfänger von privaten Rentenversicherungen, wenn 20 Prozent der Auszahlung abgehen für Griechenland und Konsorten? Was sagen die Besitzer von Wohneigentum, wenn dieses auch noch empfindlich besteuert wird? Kommt dann die Forderung nach Verstaatlichungen bestimmter Industrien, nach stärkerer Besteuerung der Reichen, nach Vermögenssteuer etc. Ich denke, es wird auch in Deutschland ziemlich ungemütlich.
    Geändert von Wolfgang60 (17.07.2011 um 14:05 Uhr)
    Ich bin, also denke ich

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    AW: Steht unser (Euro) Finanzsystem vor dem Zusammenbruch?

    Zitat Zitat von ganda55 Beitrag anzeigen
    Das endlich auf die Wege zu bringen, war jetzt drei Jahre Zeit. Aber man hat sich ja nicht mal zur popligen Transaktionssteuer durchringen können, die du ja auch erwähnst. - Es wird doch wohl möglich sein, die Verdiener am Untergang zur Kasse zu bitten, wenn man wirklich will. - Findest du es rechtlich unproblematischer, "unschuldige" Steuerzahler in die Verantwortung zu nehmen. ?
    Ja sicher sind Steuererhöhungen rechtlich unproblematischer. Oder auch Bürgschaften.

    Zitat Zitat von ganda55 Beitrag anzeigen
    Nur für einfallslose Politiker. Es gibt soviele andere Konzepte für Umstrukturierungen eines altmodischen Systems, die in Schubladen vermodern, weil sie Mühe machen, aber letztendlich wirklich was bringen würden, ohne dass Kleinrentner die Leidtragenden sind.
    Klingt gut. Welche Konzepte sind das genau?

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    AW: Steht unser (Euro) Finanzsystem vor dem Zusammenbruch?

    Zitat Zitat von Wolfgang60 Beitrag anzeigen
    Hier wird dem Leser doch suggeriert, dass wir Erfolge haben, und noch mehr Erfolge im nächsten Jahr. Die regierungsnahen Institute weigern sich doch immer noch, das Minus, das wir mit Ländern wie Griechenland, Portugal etc. erzielen, in die Kalkulationen mit einzubeziehen. Wir werden doch belogen. ganz gewaltig. Wir erzielen in diesem Jahr ein dickes Minus, und im nächsten Jahr wird das Minus womöglich so groß sein, dass es uns gänzlich umwirft. Das Plus, das man uns einzureden versucht, gibt es nicht!
    Danke für den Hinweis! Ja, genau so fühle ich mich: gewaltig verschaukelt! Da ich leider alles andere als eine Finanzexpertin bin, sondern eher zahlenblind, versuche ich mir in den Foren des Handelsblatts oder der FAZ ein Bild zu machen. Zumindest die Kommentatoren reden Tacheles.

    Was sagen die Empfänger von privaten Rentenversicherungen, wenn 20 Prozent der Auszahlung abgehen für Griechenland und Konsorten? Kommt dann die Forderung nach Verstaatlichungen bestimmter Industrien, nach stärkerer Besteuerung der Reichen, nach Vermögenssteuer etc. Ich denke, es wird auch in Deutschland ziemlich ungemütlich.
    Genau diese Frage stelle ich mir seit geraumer Zeit. Fühle mich wirklich ohnmächtig. Habe dazu heute im Fassungslos-Forum gepostet, und zwar dort, weil ich u.a. auch Menschen erreichen möchte, die solche Themen lieber verdrängen. Erlebe das Gleiche im Freundes- und im Familienkreis. Alles intelligente Menschen. Aber bloß nicht mit den Sachen beschäftigen, die für alle von uns noch reichlich ungemütlich werden können. Es ist echt zum Mäusemelken.
    Gehts auch ne Nummer kleiner? ..

  6. Moderation

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    AW: Steht unser (Euro) Finanzsystem vor dem Zusammenbruch?

    Zitat Zitat von frank60 Beitrag anzeigen
    Das wäre dann gelebte Solidarität, wie es sich die EU vorstellt.
    Wer ist den die EU?

    Zitat Zitat von Wolfgang60 Beitrag anzeigen
    Jetzt muss ich doch lachen. Habe eben mitbekommen, dass Hillary Clinton in Griechenland zu Besuch ist: Sie redet mit den Griechen darüber, wie man das griechische Defizit beseitigen kann.
    Ja, war für mich auch der Brüller des Tages.

    Zitat Zitat von lamlok Beitrag anzeigen
    Im Gegensatz zu westlichen Ländern werden in China für solche Positionen hochqualifizierte Fachkräfte eingesetzt.
    Chinesen, die Harvard, Stanford usw Abschlüsse und praktische Erfahrungen bei Banken und Weltunternehmen haben.
    Wäre nett, wenn sie das auch im ökologischen Bereich täten.

    Die westliche Welt klammert sich immer noch lieber an Klischees und sieht die Dinge gar nicht, die in China / Asien vor sich gehen.
    Keine Angst, Industrie und Mittelstand übersieht da nix. Ansonsten hat man hier gerade andere Sorgen.

    Zitat Zitat von Wolfgang60 Beitrag anzeigen
    Was im Moment noch zu wenig in der Öffentlichkeit diskutiert wird ist die Frage, wer genau in unserer Bevölkerung für diese Rettungsaktionen zu zahlen hat.
    Wenn's um einen Bahnhof geht, sind Zehntausende auf der Straße. Wenn's um unser aller Steuergelder und die finanzielle Zukunft des ganzen Landes geht, niemand. Träum ich?

    Zitat Zitat von Labbatasch Beitrag anzeigen
    Ja sicher sind Steuererhöhungen rechtlich unproblematischer.
    Das würde ich mal zu gern genauer wissen. Dürfen Politiker wirklich so damit umgehen, wie sie es tun?

    Klingt gut. Welche Konzepte sind das genau?
    Kleines Beispiel: Pkw-Maut auf Autobahnen. Stell dir mal vor, jeder müßte "nur" 30 Euro pro Jahr bezahlen, und wieviel uns in zehn Jahren Nichteinführung entgangen ist...

    Anderes Beispiel: Beamtenpensionen (auch Beamte werden immer älter)

    Oder: Zusammenlegung von Länderhaushaushalten.

    Und ganz doll sparen könnte man beim gesamten EU-Apparat, wo z.B. Abgeordnete pauschal Heimflüge bezahlt bekommen, ob sie sie antreten oder nicht und drgl. mehr.
    *
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    AW: Steht unser (Euro) Finanzsystem vor dem Zusammenbruch?

    Zitat Zitat von ganda55 Beitrag anzeigen
    Das würde ich mal zu gern genauer wissen. Dürfen Politiker wirklich so damit umgehen, wie sie es tun?
    Ja, dürfen sie. Einfache Mehrheiten reichen. Und der Bundespräsident gibt seine Unterschrift sogar noch dazu.

    Zitat Zitat von ganda55 Beitrag anzeigen
    Kleines Beispiel: Pkw-Maut auf Autobahnen. Stell dir mal vor, jeder müßte "nur" 30 Euro pro Jahr bezahlen, und wieviel uns in zehn Jahren Nichteinführung entgangen ist...

    Anderes Beispiel: Beamtenpensionen (auch Beamte werden immer älter)

    Oder: Zusammenlegung von Länderhaushaushalten.

    Und ganz doll sparen könnte man beim gesamten EU-Apparat, wo z.B. Abgeordnete pauschal Heimflüge bezahlt bekommen, ob sie sie antreten oder nicht und drgl. mehr.
    Gott sei Dank. Ich habe jetzt schon irgendwelche Utopien erwartet.

    Ja, den Vorschlägen kann ich mich anschließen. Sie reichen natürlich bei weitem nicht aus, aber es waren ja auch nur Beispiele. Da sind übrigens viele Vorschläge dabei die unsere (ihrer Meinung nach) einfallslosen Politiker schon lange vorgebracht haben.

    Und, um es noch mal klar zu sagen:
    Pensionskürzungen sind soziale Einschnitte. Verwaltungen zu verschlanken bedeutet i.A. Leute zu kündigen (sonst spart man nichts ein). Einführung einer pauschalen PkW-Maut auf Autobahnen ohne z.B. Abschaffung der Kfz-Steuer ist ein Griff ins Portemonnaie der Individualverkehrer (ja, natürlich nur für Autobahnfahrer…).

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    AW: Steht unser (Euro) Finanzsystem vor dem Zusammenbruch?

    Merkel sagt jetzt (17/18. Juli 2011): "Die Spareinlagen sind sicher!"
    Das zeigt doch, wie ernst es um unser Geld steht.
    2008 sagte sie diesen Satz zum letzten Mal, gemeinsam mit Herrn Steinbrück. Später sagten sie dazu, dass die Finanzwelt kurz vor dem Zusammenbruch stand, und diese ausgesprochene Bestandsgarantie letztes Mittel war, die Finanzwelt zu retten.
    Dieser Satz, der wieder einmal von Frau Merkel ausgesprochen wurde, zeigt doch, wie ernst es im Moment um die Finanzwelt steht.

    Nur, ob dieses Mal die Spareinlagen sicher sind, ist fraglich. Sollte wirklich Italien fallen, was durchaus möglich ist, dann sind die Spareinlagen nicht sicher, dann ist gar nichts mehr sicher.
    Ich bin, also denke ich

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    AW: Steht unser (Euro) Finanzsystem vor dem Zusammenbruch?

    Zitat Zitat von Wolfgang60 Beitrag anzeigen
    Nur, ob dieses Mal die Spareinlagen sicher sind, ist fraglich. Sollte wirklich Italien fallen, was durchaus möglich ist, dann sind die Spareinlagen nicht sicher, dann ist gar nichts mehr sicher.
    Ich hab bisher von allen gehört, auch von ansonsten kritischen Journalisten, dass Italien nicht im Ansatz mit den anderen Ländern vergleichbar ist.

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    AW: Steht unser (Euro) Finanzsystem vor dem Zusammenbruch?

    Doch.

    Was passiert in nächster Zeit (Ausblick 2 Jahre)?
    Die europäischen Länder müssen sparen.
    Griechenland, Irland und Portugal so stark, dass sie ihre Wirtschaft endgültig in die Knie zwingen.
    Italien wird auch stark sparen.
    Frankreich hat ebenfalls Probleme, so dass die auch dabei sind, Sparprogramme einzuplanen.
    Spanien spart auch kräftig.

    Das bedeutet, dass letztendlich die mickrigen Wachstumszahlen, die wir in Europa haben, innerhalb von 24 Monaten Makulatur sind. Dann gehts stark abwärts. Und die Planungen (z.B. Italiens) erfolgen doch unter der Prämisse, dass die Wachstumsraten bestehen bleiben. Ansonsten hat man doch keine Schuldenrückführung, sondern eine Ausweitung!

    Und sag nicht: "Ach, das sind noch ein, zwei Jahre....".
    Nein, die Unternehmen wissen das schon. Ihr Handeln richtet sich schon nach diesen Zahlen.

    Griechenland kostet Abermilliarden. Das könnte man schaffen, auch Italien könnte es schaffen, trotz eigener Krise, Griechenland auch noch x Milliarden zu schenken, worauf es jetzt auch hinausläuft. Und dann muss Italien auch noch Portugal und Irland Milliarden schenken. Und dann selber noch sparen? Nein, glaub mir, dann ist auch in Italien Endstation. Außer wir übernehmen Italiens Beitrag zur Rettung andere Länder auch noch. Aber das ist wohl Utopie.

    Und wenn du jetzt überall liest, dass man sich keine Sorgen machen soll, dass alles gut wird. Na ja, die Bürger sollen ja nicht panikartig ihre Sparkonten plündern.....
    Geändert von Wolfgang60 (18.07.2011 um 12:04 Uhr)
    Ich bin, also denke ich

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