Wohl nur begrenzt. Die Anleihen des Rettungsfonds wollte praktisch keiner. Es ist leicht durchschaubar, dass es sich um gebündelte Subprime-Kredite a la den bekannten US-Hypothekenpapieren handelt. Warum sollte die jemand kaufen wollen? Die Flachpfeifen wie Barroso glauben, dass die Eurobonds allein aufgrund des höheren Volumens liquider sein werden. Das ist ja der wesentliche Unterschied zu den Efsf Bonds die keiner will. Mit anderen Worte:, der glaubt, wenn man Scheisse nicht verkaufen kann, dann hilft es, einen grösseren Haufen zu machen. Entschuldigung für dieses Bild.Ob es sich um Scheisse handelt oder Gold hängt bei ihm also von der Menge ab, und er glaubt er könne dies Leuten die aufs Geld achten auch weiss machen.
Der Punkt ist einfach: Deutschlands Bonität müsste für den ganzen Euroraum ausreichen. Das tut sie schlicht nicht (auch wegen Schäuble nicht. Weil Deutschland zeigt, das sie nichtmal im Boom mit 20 Mrd. Steuermehreinnahmen einen ausgeglichenen Haushalt hinbekommen. Oder Schäuble: erst drängt er die Banken in Griechenland zu investieren, und dann will er einen Schuldenschnitt dort. Sorry, aber solchen Halodris vertraut halt keiner sein Geld an, ums mal gewohnt schlicht auszudrücken.
Daher kann nur die EZB noch wesentlich Zeit kaufen, aber wohl kaum lang genug ohne gravierende Konsequenzen, wenn man die Probleme nicht endlich grundsätzlich löst - was man wohl nicht hinbekommen wird. Das geht immer noch: Jeder Staat muss für sich sehen, dass er seinen Haushalt ausgleicht, und sich das Geld bei seinen eigenen Bürgern holen, nicht bei den alten Gläubigern, und auch nicht bei neuen. Im Grunde das genaue Gegenteil von dem was die Politexperten (der Schuldenstaaten) vorantreiben.
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05.12.2011, 09:40
AW: Steht unser (Euro) Finanzsystem vor dem Zusammenbruch?
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05.12.2011, 13:32Inaktiver User
AW: Steht unser (Euro) Finanzsystem vor dem Zusammenbruch?
Auch heute wieder aus Zeitgründen nur ein Link zu einem Artikel in der FTD -mit für mich relevanten Ausschnitten zu diesem Thema - es geht in dem Artikel um Solvency II:
Anleihen von ökonomisch angezählten Staaten dürfen ohne Absicherung ins Portfolio, während bei Investments in solide Unternehmen eine hohe Eigenmittelunterlegung vorgeschrieben wird.
Beobachtet man dieser Tage die aktuellen Diskussionen und Entwicklungen rund um Solvency II, sträuben sich einem die Nackenhaare: So richtig die Renovierung unseres eindimensionalen Solvenzregimes auch ist, immer häufiger überkommt mich das ungute Gefühl, dass diesem Regularienkarren beratungsresistente Theoretiker vorgespannt wurden, die denselben nicht aus dem Dreck heraus-, sondern immer tiefer hineinziehen.
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Oder wie ist es sonst zu erklären, dass Solvency II auf dem besten Wege ist, unsere Unternehmen zu drängen, zukünftig Anleihen von ökonomisch bereits angezählten Staaten zu kaufen, statt in solide Unternehmen zu investieren?
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Da werden unter anderem griechische, spanische und italienische Staatsanleihen tatsächlich als ausfallsicher eingestuft und dürfen ohne Absicherung ins Portfolio. Für ein Investment in solide Unternehmen wird hingegen eine Eigenmittelhinterlegung in Höhe von 39 Prozent vorgeschrieben.
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Da sei der unpopuläre Gedanke erlaubt, dass so manch krisengeschüttelter, europäischer Staat das Solvency II-Hintertürchen nutzen möchte, um sich eine dringend benötigte Finanzspritze zu sichern. Was mich in diesem Zusammenhang besonders ärgert, ist die offensichtliche Ignoranz gegenüber den auch historisch belegten Risiken von Staatshaushalten. Betrachtet man die aktuellen Pleitekandidaten, kann man in Bezug auf Insolvenzen schon von einer unrühmlichen Tradition reden. Seit dem Jahr 1800 ging Griechenland fünf, Portugal sechs und Spanien acht Mal finanziell in die Knie - alles andere, als beruhigende Aussichten..................
der Artikel geht weiter hier:
Die Hoffnung stirbt zuletztGeändert von Inaktiver User (05.12.2011 um 13:37 Uhr)
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05.12.2011, 17:05Inaktiver User
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05.12.2011, 17:15
AW: Steht unser (Euro) Finanzsystem vor dem Zusammenbruch?
Im ARD-Pressclub sagte ein Beteiligter, dass es doch einen schlechten Eindruck mache, wenn man nicht versucht werde, die eigenen Superreichen - und davon gebe es in Italien wesentlich mehr als in Deutschland - dazu zu bewegen, in ihr Land zu investieren. Stattdessen werde sofort zu Gläubigern außerhalb gerannt.
Tja, die kann man nicht zwingen, Steuerzahler wohl.
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05.12.2011, 17:36Inaktiver User
AW: Steht unser (Euro) Finanzsystem vor dem Zusammenbruch?
Es ist ja nicht nur dieses Forum ...
Mich nervt eine unreflektierte alarmistische Presse, die politische Maßnahmen als "unwirksam" niederschreibt, bevor sie überhaupt Gelegenheit hatten installiert zu werden, bzw. die politische Entscheidungen abwechselnd für zu mutlos und für zu riskant erklärt.
Mich nerven Journalisten, die bei Meinungsverschiedenheiten zwischen D und F von einem "Bruch" sprechen oder die unmittelbar vor einem Erfolg in den deutsch-französischen Gesprächen Misssklänge bis hin zum Antigermanismus vernommen haben wollen.
Schon klar: vom Schreiben solcher Texte bestreiten sie ihren Lebensunterhalt, aber manchmal denke ich: da kann wieder mal einer sein Wasser nicht halten.
Auch der US-amerikanische Finanzminister und die US-Presse schwanken nach meinem Empfinden zwischen Penetranz und Lächerlichkeit, wenn sie sich angeblich Sorgen über den Euro und über Deutschland machen und schnelle und durchgreifende Lösungen anmahnen - als wenn sie nicht Gründe zuhauf hätten sich in ihrem dramatisch verschuldeten und derzeit unregierbaren Land an die eigene Nase zu fassen.
Und leider enttäuscht auch der unbestreitbar honorige Bundeskanzler a.D. Helmut Schmidt mit seiner Rede über Euro und Europapolitik, wenn er mit dramatischen Worten die dunklen Zeiten des 20. Jahrhunderts beschwört und doch keine besseren Vorschläge zur Eurokrise anzubieten hat als den Appell zu mehr deutscher Bescheidenheit.
Nebenbei bemerkt:
Italien, das zugegebenermaßen viele Jahre lang heruntergewirtschaftet worden ist, bekommt eine hochkompetente Regierung, die sich der Schuldenproblematik und der Rezession annehmen will - und ausgerechnet das war für den "Markt" ein Grund Italiens Staatsanleihen mit Risikoaufschlag zu versehen.
Währenddessen lässt die Unfähigkeit der US-Politik sich auf einen Schuldenabbau-Plan zu einigen keinen Schatten auf das Triple-A fallen, das die US-Staatsanleihen noch immer erhalten.
Dass diese Ratingagenturen immer noch ernst genommen werden, nach dem Mist, den sie verbockt haben, und angesichts ihres Messens mit zweierlei Maß (US-Staatsanleihen <-> europäische Staatsanleihen) - das ist m.E. ein sichtbarer Ausdruck der grassierenden Irrationalität.Geändert von Inaktiver User (05.12.2011 um 18:21 Uhr)
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05.12.2011, 18:39
AW: Steht unser (Euro) Finanzsystem vor dem Zusammenbruch?
Und trägt psychologisch auch ein bissel dazu bei, den Gesamteindruck einer orientierungslosen Wirtschaftsgemeinschaft nach außen zu verstärken.
Lösungsmöglichkeiten auf den Tisch zu legen, war nicht seine Aufgabe an diesem Tag. Er war dazu da, die Mannschaft zu sammeln, klar aufzuzeigen, wo die SPD steht: dem europäischen Gedanken zutiefst verpflichtet.Und leider enttäuscht auch der unbestreitbar honorige Bundeskanzler a.D. Helmut Schmidt mit seiner Rede über Euro und Europapolitik, wenn er mit dramatischen Worten die dunklen Zeiten des 20. Jahrhunderts beschwört und doch keine besseren Vorschläge zur Eurokrise anzubieten hat als den Appell zu mehr deutscher Bescheidenheit.
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Italien runterzuwerten, war folgerichtig. Bei der zukünftigen Regierung wird der, der in Italien investiert, zunächst mal nicht viel Gewinn machen.
Allerdings bin ich auch der Überzeugung, dass Europa wirtschaftlich besser und immer noch stabiler dasteht als es die USA tun. Und warum das nicht zu einer ehrlichen Bewertung führt, frage ich schon lange und werde immer dafür gerügt.
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05.12.2011, 18:44Inaktiver User
AW: Steht unser (Euro) Finanzsystem vor dem Zusammenbruch?
Die von Ahab angebotene Erklärung liefert aber nur einen Teil der Wahrheit.
Tatsächlich hat Standard & Poor die USA sehr wohl herabgestuft.
Obama daraufhin: "Wir werden immer eine Triple-A-Nation bleiben".
Im Ernst!
Und diese Ratingagentur wurde anschließend - rein zufällig, versteht sich - von der Börsenaufsicht heimgesucht.
*klick*Geändert von Inaktiver User (05.12.2011 um 18:50 Uhr)
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05.12.2011, 19:02
AW: Steht unser (Euro) Finanzsystem vor dem Zusammenbruch?
Eher schon sehr gezielt, wie in dem von dir erwähnten Text zu lesen ist. Hätte ich die Möglichkeit, würde ich auch überprüfen lassen, wenn mich jemand runterstuft.
Ob S&P wohl hart bleiben oder schließlich einen "Rechenfehler" einräumen?
Warum hört man eigentlich nie was von europäischen Rating Agenturen? Oder sind sie immer einer Meinung mit S&P, F und M?*
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06.12.2011, 11:03Inaktiver User
AW: Steht unser (Euro) Finanzsystem vor dem Zusammenbruch?
Noch so etwas (ich werde noch zur Journalisten-Verächterin ...)
Merkel und Sarkozy arbeiten intensiv miteinander um den Euro zu retten. Mal gibt der eine nach, mal der andere. Das ist konstruktiv, das ist Partnerschaft. Jedenfalls habe ich den Eindruck, die beiden kommen gut miteinander klar - was in der Krise Gold wert ist.
Der deutsche Journalist eines deutschen Blattes (wohl auch so ein halbgares Bürschchen, wie es in meinem Blickfeld derzeit viel zu viele gibt) weiß um die nationalen Empfindlichkeiten der Franzosen und schreibt darüber. Aber ohne intellektuelle Reflexion, ohne Bewusstsein für die Interessen des eigenen Landes gießen er - oder sein Redakteur - Öl in die Flammen und titeln : Madame gibt den Ton an
Was treibt "politischen" Journalismus dazu so politisch strunzdumm zu titeln?
Ist es nicht nur den Bankern, sondern auch den Journalisten scheißegal, was in die Brüche geht, während sie ihre kleingeistigen Eigeninteressen (hier: Auflage, Aufmerksamkeit) verfolgen?
Ich fasse es nicht.Geändert von Inaktiver User (06.12.2011 um 11:17 Uhr)
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06.12.2011, 11:26Inaktiver User
AW: Steht unser (Euro) Finanzsystem vor dem Zusammenbruch?
Und jetzt Standard & Poor.
Droht damit hochkarätige europäische Staaten herabzustufen
Diese Ratingagentur macht sich für die US-Politik zum Affen und zum willfährigen Werkzeug - möglicherweise um wieder gut zu machen, was sie kurzzeitig aus Klarsicht verbockt hat.
S &P droht der Bundesrepublik mit dem Verlust der besten Bonitätsnote AAA. Auch 14 andere Euro-Länder sind betroffen, darunter Frankreich, Finnland, die Niederlande, Österreich und Luxemburg - die bislang mit dem höchsten Rating versehen sind, die Bestnote angesichts der sich weiter verschärfenden Euro-Schuldenkrise in den kommenden 90 Tagen aber verlieren könnten. Die Länder werden auf eine Liste mit negativem Ausblick für die Bewertung ihrer Staatsanleihen gesetzt (auf Englisch: "creditwatch negative").
(...) Die Rating-Agentur nannte auch das ihrer Meinung nach unkoordinierte und unentschlossene Handeln der Politiker als Grund für den Schritt. Es gebe das Risiko, dass die Euro-Zone als Ganzes im kommenden Jahr in die Rezession rutsche, hieß es weiter. Die Wahrscheinlichkeit liege bei 40 Prozent.
Potzblitz. Die 17 Euro-Staaten können sich nicht einigen, seien unkoordiniert und unentschlossen.
Ganz anders die USA: dort haben 2 Seiten, nämlich Republikaner und Demokraten, sich trotz monatelanger Verhandlungen nicht auf Maßnahmen zum Schuldenabbau und zur Stärkung der Wirtschaft einigen können. Grandios gescheitert.
Ohne Konsequenzen für das Rating.
Rezessionsrisiko in den Euro-Staaten? In USA gibt es keine 40% Risiko. Dort gibt es eine ausgewachsene Rezession ... aber keinen Grund das Rating anzupassen.



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