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  1. Inaktiver User

    AW: Strauss-Kahn

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ja, darum geht es mir eigentlich. Nicht darum, dass das eine oder andere Detail vielleicht etwas seltsam anmuten würde, denn es gibt ja auch ganz ungewöhnliche Geschichten mit skurrilen und überraschenden Wendungen. Aber auch ungewöhnliche Geschichten sind nachvollziehbar, wenn sie stimmen. Wenn allerdings vorne und hinten nichts, aber auch gar nichts zusammenpasst, dann ist etwas faul. Aber es wird, auch hier, einfach weggeschaut und verbissen an dem Status "Opfer" festgehalten, ohne zu wissen, wer hier eigentlich das Opfer ist.
    Das mO wird ja vor Gericht aussagen. Da wird es zu den Dingen, die nach derzeitigem Wissensstand nicht zusammenpassen, glaubhaft Stellung beziehen müssen.

  2. Inaktiver User

    AW: Strauss-Kahn

    Woher will man das wissen ... es weiss doch kein Mensch, welches Arrangement die beiden geschlossen haben?!
    Nur weil da möglicherweise eine Übereinkunft besteht, die allgemeinen bürgerlichen Moralvorstellungen widerspricht, bedeutet doch nicht, dass sie nicht sein kann ...
    @Tomsten
    Ein interessanter Ansatz.
    Neulich hörte ich ein Inteview mit der Psychotherapeutin und Sexualwissenschafterin Gerti Singer. Auf die Frage, ob Fremdgehen eine Partnerschaft belasten würde, antwortete sie mit einem klaren Ja.
    Ich denke, es hat nichts mit bürgerlichen Moralvorstellungen zu tun, wenn jemand sich verletzt fühlt, sobald der Partner/die Partnerin sexuelle Kontakte außerhalb der Partnerschaft sucht und nützt.
    Mag sein, dass sich z.B. DSKs Frau von der Vernunft leiten lässt: sie weiß, dass er niemals auf seine sexuelle Freiheit verzichten wird, und nimmt ihn wie er ist.
    Mag auch sein, dass sie eben damit sich selbst eine gewisse bürgerliche Moralvorstellung erfüllt, indem sie sich durch die intakte Ehe mit ihm seinen Affären überlegen fühlt.

  3. Inaktiver User

    AW: Strauss-Kahn

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Neulich hörte ich ein Inteview mit der Psychotherapeutin und Sexualwissenschafterin Gerti Singer. Auf die Frage, ob Fremdgehen eine Partnerschaft belasten würde, antwortete sie mit einem klaren Ja.
    Naja ... ich nehme mal man, bei Psychotherapeuten isses nicht anders als bei Ärzten:
    5 Therapeuten = 5 Meinungen.
    Wie auch immer: sie wird das was andere wussten, ebenso gewusst haben. Stand aber eben unbeirrt zu ihm.
    Ich mag mich jetzt nicht in Spekulationen ergehen, was für Gründe es für ein Arrangement gegeben haben könnte, auch nicht, ob sie hinter ihrer (oder durch ihre) Unbeirrtheit nicht doch Verletzungen versteckt. Im Moment siehts aber nunmal so aus, dass sie ihn nimmt wie er ist.

  4. Inaktiver User

    AW: Strauss-Kahn

    Zitat Zitat von arouet58 Beitrag anzeigen
    Schon mal darüber nachgedacht, WARUM Frauen, erwachsene, mündige Frauen, TROTZDEM überproportional eine Partei wählen, die sie, nach Colonnas "objektiver Frauenperspektive", besonders heftig ablehnen müssten?
    Vorneweg kann man eines ganz nüchtern feststellen: Die Behauptung, dass Frauen häufiger als Männer für konservative oder gar rechte Parteien stimmen, trifft für das heutige Deutschland nicht zu.

    Noch vor einigen Jahrzehnten stimmten prozentual deutlich mehr Frauen als Männer für die CDU; inzwischen hat sich das Verhältnis nahezu angeglichen und der verbliebene marginale Frauenüberschuss ist auf das Wahlverhalten der älterne Wählerinnen zurückzuführen. (Sofern man die CDU unter Merkel überhaupt noch als konservative Partei betrachten kann. )

    Die Zahlen für die rechtsextreme NPD sind überdeutlich. Männer stimmen mehr als doppelt so häufig für die NPD wie Frauen.

    Dagegen stimmen konstant deutlich mehr Frauen als Männer für die Grünen.

    (Einen Sonderfall stellt Die Linke dar. Sie ist im Osten Volks- und im Westen Männerpartei.)

    Warum einzig und alleine die Daten aus der Endphase der Weimarer Repubik geeignet sein sollten, Aufschluss über die unabänderliche biologische Disposition des Menschen zu geben, ist für mich nicht ganz verständlich.


    Dass Frauen in der Vergangenheit häufig konservativer gewählt haben als Männer, entspricht eigentlich genau dem, was man erwarten würde. Es ist ein altbekanntes Phänomen, dass diejenigen Bevölkerungsgruppen, die einen vergleichsweise geringen Bildungsgrad und eine geringe soziale Mobilität besitzen, am hartnäckigsten an überkommenen Strukturen festhalten.

    In der Vergangenheit waren die entrechteten Leibeigenen und die Habenichtse häufig die glühendsten Verehrer von Krone und Altar.

    Daraus wird man nicht schließen dürfen, dass Leibeigenschaft und Armut der Naturzustand ist, den die meisten Menschen sich heimlich wünschen und ersehnen.

  5. Inaktiver User

    AW: Strauss-Kahn

    Zitat Zitat von Veronica Beitrag anzeigen
    @Palma
    Welche feministische Fraktion ist gemeint? Bei wem schmeichelst du dich so offensichtlich ein, mit deinem Emma-Kauf, den du sofort kritisch unterlegst, deinem Geständnis, Alice Schwarzer sei intelligent (so was aber auch!), trotzdem.....?
    Fast jede Zeitung und Zeitschrift weltweit hat über DSK berichtet und selten zu seinen Gunsten.
    In der Brigitte-Community bist doch du nebst Blautanne und Lukulla jene, die sich am meisten auf DSK stürzt. Du erklärst, dass Emanzipation nicht unbedingt Männerfeindlichkeit bedeutet - wem das neu ist!

    Ich bezeichne mich nicht als Feministin, habe nie für Frauenrechte einen Finger gerührt, zumindest aber weiß ich, dass Feministinnen nicht automatisch Männderfeindinnen sind und nicht automatisch Strauss-Kahn hassen und über ihn herfallen.
    Ich als Nichtfeministin lehne Männer, die sich Frauen gegenüber wie Strauss-Kahn benehmen, ab. Ich mag sie nicht, auch nicht, wenn Hotelangestellte berechnenderweise in ihre Räumlichkeiten gehen, oder eine junge Mitarbeiterin so viel flirtet, dass er sich gezwungen fühlt, zu denken, sie hätte nichts gegen ein Pantscherl, wie man bei uns in der Provinz sagt.
    Wie immer, es ist möglich, dass das Verhalten Strauss-Kahns völlig normal ist, dass viele Männer ihm gleichen, einverstanden dürften damit allerdings wenige Leute sein, vor allem nicht Frauen, die mit so einem Mann ihr Kreuz haben, davon gibt es - siehe Brigitte-Community - auch nicht wenige, nicht unbedingt Feministinnen, doch möglicherweise solche, die sich gekränkt und gedemütigt fühlen.
    Schon mal darüber nachgedacht? So als Frau?
    Solltest du irgendwo Verbitterung herauslesen, dann Brille aufsetzen, ich gehöre nicht zu den Beklagenswerten, so etwas, wie Madam Sinclair würde ich mir nicht gefallen lassen, und dem Schürzenjäger noch eine schicke Wohnung mieten, damit er dort seinen Hausarrest pflegen kann. Ein bisserl Stolz gehört sich. Bei aller Modernität.
    Veronica
    Ich zitiere normalerweise nicht ein ganzes langes Posting, nur Passagen, auf die ich mich beziehen will, aber bei deinen ziemlich unsortierten Gedankengängen ist es nicht einfach, eine Auswahl vorzunehmen, die eine einigermaßen sortierte Antwort ermöglichte.

    Ja, Veronica, ich lese Verbitterung heraus. Auch wenn du sie geschickt verpackst.

    Ich lese, dass du Strauss-Kahn für einen üblen Kerl hältst und dass du, wärest du Mme Sinclair, dir "so etwas" nicht gefallen lassen würdest. Das ist natürlich eine überaus interessante Aussage, über die wir hier unbedingt diskutieren sollten.

    Und ich lese, dass sich viele Frauen durch ihre Männer gekränkt und gedemütigt fühlen und dass ich, "so als Frau", darüber nachdenken sollte. Sei beruhigt, ich finde es nicht amüsant, wenn Frauen gedemütigt werden. Ich finde es allerdings auch nicht amüsant, wenn Männer gedemütigt werden - auch dafür gibt es in der Bricomm unzählige Beispiele, die allerdings nur am Rande, etwas unfreiwillig, als Abfallprodukte des "Hauptthemas" entstehen. Wenn mir nach Grauen pur ist, lese ich in den Beziehungsdrama-Strängen ein bisschen quer. Ich gebe dir recht, dass das alles sehr schlimm sei, auch wenn du mir jetzt vermutlich unterstellen wirst, ich wollte mich bei dir nur einschmeicheln. Keine Bange! Mein Bedürfnis nach Austausch mit Menschen mit vorgefertigten Meinungen ist mehr als gesättigt.

    Interessant auch, wie zielsicher du meine Bemerkung über Arouets Liedchen "Frau, das ewige Opfer" aufgepickt hast, mit welch traumwandlerischer Sicherheit du aber das Opfer-Thema, von dem hier so viel und so gerne geredet wird, umschifft hast. Kompliment!
    Geändert von Inaktiver User (24.07.2011 um 18:04 Uhr)

  6. Inaktiver User

    AW: Strauss-Kahn

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    In der Vergangenheit waren die entrechteten Leibeigenen und die Habenichtse häufig die glühendsten Verehrer von Krone und Altar.

    Daraus wird man nicht schließen dürfen, dass Leibeigenschaft und Armut der Naturzustand ist, den die meisten Menschen sich heimlich wünschen und ersehnen.

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    AW: Strauss-Kahn

    @ Exzellenz

    Du hältst die Grünen nicht für eine konservative Partei?

    Ich halte sie für erzkonservativ, eine Fortführung der deutschen Romantik mit anderen Mitteln, ein deutscher Sonderweg der ganz besonderen Art, Sammelbecken eines neuen gutbürgerlichen Spießertums, das sich für links hält und doch nur unangenehmen Wahrheiten ausweicht.

    @ Palma

    Es ist nicht mein Liedchen, das Liedchen vom ewigen Opfertum der Frau.

    Das Liedchen wird vom Feminismus gesungen.

    Ich halte Frauen für sehr aktive Gestalterinnen ihres Lebens und ihrer Umwelt.

    Ein Gestaltungsmittel vieler Frauen ist das Konstruieren ihrer selbst als ewiges Opfer.

    Erlaubt es doch, von Männern, den Tätern, Reparationen einzufordern und sich selbst unschuldig zu fühlen an all den Frustrationen und Niederlagen des eigenen Lebens.

    So wird man verantwortungslos.
    Cum grano salis

  8. Inaktiver User

    AW: Strauss-Kahn

    Zitat Zitat von arouet58 Beitrag anzeigen
    @ Exzellenz

    Du hältst die Grünen nicht für eine konservative Partei?

    Ich halte sie für erzkonservativ, eine Fortführung der deutschen Romantik mit anderen Mitteln, ein deutscher Sonderweg der ganz besonderen Art, Sammelbecken eines neuen gutbürgerlichen Spießertums, das sich für links hält und doch nur unangenehmen Wahrheiten ausweicht.
    Alles eine Frage des richtigen Axiomensystems, oder?

    Wenn ich nur die richtige Definition des Begriffs "konservativ" zugrunde lege, dann werde ich die These, dass Frauen/Männer/Homosexuelle/Katholiken/Dachdecker/Hundebesitzer konservativ wählen, eindrucksvoll bestätigt finden.

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    AW: Strauss-Kahn

    Ich zitiere normalerweise nicht ein ganzes langes Posting, nur Passagen, auf die ich mich beziehen will, aber bei deinen ziemlich unsortierten Gedankengängen ist es nicht einfach, eine Auswahl vorzunehmen, die eine einigermaßen sortierte Antwort ermöglichte.
    @Palma
    Wir wollen doch nicht zu pingelig sein, in unserer Freizeit, nicht wahr? Unsortiert ist mein posting allerhöchstens deshalb, weil es auf dein unsortiertes eingeht. Doch, ob sortiert oder unsortiert, ich bin nicht so, arbeite mich Zeile für Zeile durch, lese manchmal zweimal, wenn sich mir etwas nicht erschließen will - das ist meine anerzogene Bescheidenheit, Fehler zuerst bei mir zu suchen - im Gegensatz offensichtlich zu dir, die du erklärst, weshalb du etwas jetzt tun musst, das du normalerweise vermeidest, so ist es klug, man kann alles schreiben und sagen unter der Vorausschickung, dass man normalerweise so niemals.....

    Interessant auch, wie zielsicher du meine Bemerkung über Arouets Liedchen "Frau, das ewige Opfer" aufgepickt hast, mit welch traumwandlerischer Sicherheit du aber das Opfer-Thema, von dem hier so viel und so gerne geredet wird, umschifft hast. Kompliment!
    Danke!

    Dass Frauen in der Vergangenheit häufig konservativer gewählt haben als Männer, entspricht eigentlich genau dem, was man erwarten würde. Es ist ein altbekanntes Phänomen, dass diejenigen Bevölkerungsgruppen, die einen vergleichsweise geringen Bildungsgrad und eine geringe soziale Mobilität besitzen, am hartnäckigsten an überkommenen Strukturen festhalten.
    Exzellenz
    So weit kann die Vergangenheit nicht zurückliegen, denn das Frauenwahlrecht ist noch nicht so alt. Dass aber Menschen, die wenig Bildung und eine "geringe soziale Mobilität" besitzen, eher konservativ wählen, erklärt sich daraus, dass von fortschrittlichen Parteien versprochene Veränderungen angeblich zu ihren Gunsten meistens erst eintreten, wenn sie schon im Grab liegen oder nie, siehe Kommunismus.
    Geändert von Veronica (24.07.2011 um 20:19 Uhr)

  10. Inaktiver User

    AW: Strauss-Kahn

    , die sie, nach Colonnas "objektiver Frauenperspektive", besonders heftig ablehnen müssten?
    @arouet
    Bitte, instrumentalisiere nicht Aussagen, die ich nie gemacht habe, für deine schrullige Argumentation.
    Ich habe an keinem Ort jemals von einer "objektiven Frauenperspektive" geschrieben, noch weiß ich von einer solchen.

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