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Thema: Von Anfang an Elite
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11.06.2011, 16:05
AW: Von Anfang an Elite
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11.06.2011, 16:21
AW: Von Anfang an Elite
Mit der Wissenschaft und Forschung kenne ich mich nicht so aus, aber brauchen gute Wissenschaftler wirklich reiche Eltern? Ich dachte, da ist es wirklich eine Frage der geistigen Qualifikation und weniger der Umstand, welche Führungsriege von Großunternehmern miteinander nachmittags Golf spielt.
Perspektiven gibt es genug. In Bayern kann sich jeder Haupt-und Realschüler für die allgemeine Fachhochschulreife qualifizieren. Bei einem Realschüler dauert eine allgemeine Hochschulreife statt 8 Jahre dann halt 9 Jahre. Der G8-Schüler hat ein Jahr Vorsprung, aber auch nur dann, wenn es ihn nicht durchhaut."Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
(John D. Rockefeller)
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11.06.2011, 16:21
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11.06.2011, 16:43Inaktiver User
AW: Von Anfang an Elite
Genau das lässt sich aber nie gänzlich vermeiden, oder etwa doch. Dann erzähle man mir mal schlüssig, wie.es sortiert diejenigen, die zwar die intellektuellen oder persönlichen Voraussetzungen hätten, aber kein Geld für diese Ausbildung, früh aus der Förderung aus. Da geht es nicht nur um Chancengleichheit, sondern auch darum, dass wir unsere gesellschaftlichen Ressourcen auf diejenigen beschränken, die durch Geld nicht nur fördern, sondern auch kompensieren können.
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11.06.2011, 17:09Inaktiver User
AW: Von Anfang an Elite
Wer spricht nur von erfolgreich studieren ? Es geht u.a. auch darum "mitgenommen" zu werden, die Chance zu haben wenn die geistigen Voraussetzungen vorhanden sind, einen entsprechenden Beruf erlernen zu können. Dazu ist es notwendig entsprechende Förderung zu bekommen die viele Eltern nicht leisten können, aus welchen Gründen auch immer.
Zu sagen: "Pech gehabt, hättste dir mal gescheite Eltern bei der Geburt ausgesucht " ....wie soll man das finden ?
Da ich das kanadische Schulsystem kenne sehe ich auch die gravierenden Unterschiede zu Deutschland. Dort gibt es Förderung ab Kindergartenalter und auch die Kinder mit "Hängern" gibt es, die werden eine zeitlang speziell gefördert, bis sie wieder dabei sind. Ich finde das ist nicht nur etwas das rein familiäre Aufgabe sein kann, es ist für die Zukunft unserer Gesellschaft wichtig. Das schultern die privilegierten Eliten allein ganz sicher nicht.
Das Gejammere der Industrie nach Fachkräften haben wir doch schon ! Seit mehr als 10 Jahren vernachläßigen gerade diese Ausbildung und Fortbildung- kleine Betriebe ausgenommen, die kommen nach wie vor vorbildlich dieser Aufgabe nach und bilden aus.Geändert von Inaktiver User (11.06.2011 um 17:13 Uhr)
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11.06.2011, 17:09
AW: Von Anfang an Elite
so ziemlich bei jem (Fremd)sprach-Unterricht in dieser altersstufe ist die Relation von in- und output ziemlich fragwürdig. zwar ist erwiesen, dass auch der fremdspracherwerb umso leichter erfolgt, je früher ein Kind damit beginnt - aber das gilt nur, wenn es zwei- oder mehrsprachig aufwächst und diesem sprachlichen dauerbeschuss so ziemlich während der gesamten kindheit und jugend ausgesetzt ist. konkret heißt das, dass irgendeine bezugsperson (das kann auch der gärtner sein) fast täglich längere zeit mit dem kind in echten (also nicht simulierten) alltagssituationen in einer fremdsprache kommuniziert. selbst in zweisprachigen familien findet sich sehr häufig das phänomen,dass die kinder den aktiven zweitsprachgebrauch erst mal verweigern, aber kompetenz ist gegeben.
der vorsprung aus reinen unterrichtssituationen nivelliert sich im allgemeinen noch während des ersten fremdsprach-schuljahres
generell ist aber wird von ehrgeizigen eltern das scheinbar zweckfreie spiel enorm unterbewertet zugunsten von gesteuertem "spielerischem Lernen"
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11.06.2011, 17:57Inaktiver User
AW: Von Anfang an Elite
Richtig. Und ich meinte es im Bereich Wissenschaft und Forschung so, dass eben nicht alle Potentiale genutzt werden, wenn Förderung von der finanziellen Potenz der Eltern abhängig ist.
Das andere, die Seilschaften und deren Vorteile, findet man eher in der Wirtschaft, aber leider auch in der Politik - hier sitzen eben auch die Entcheidungsträger für unsere Bildungsförderung.
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11.06.2011, 18:39Inaktiver User
AW: Von Anfang an Elite
Ich erlebe das gerade in meiner eigenen Firma: unsere Gruppenleiterin ist eine unfähige Akademikerin, für die die anderen die Arbeit machen. Sie ist nicht mal gut in Personalführung.
Fachlich ist ihr ein Kollege weit überlegen, durch Erfahrung in seinem Job und weil er ein heller Kopf ist. Nur hat er eben leider nicht studiert. Es ist leider ein ungeschriebenes Gesetz im Betrieb, dass ab einer bestimmten Hierarchiestufe ein akademsicher Abschluss "vorgezeigt" werden muß.
Die Gruppenleiterin wird sich - hoffentlich - demnächst einen anderen Job suchen (sie fühlt sich nämlich unterfordert
), und dann wird man händeringend nach einem Ersatz suchen.....
War das nicht früher üblich, dass es in Produktionsbetrieben auch qualifiziertes Fachpersonal weit bringen konnte, z.B. auch ohne Ingenieursstudium? Ich sag ja nicht, dass alle Ingenieure doof sind, ich frage mich nur, warum unser System so unflexibel ist wie ich es z.B. in meiner Firma erlebe.
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11.06.2011, 18:53Inaktiver User
AW: Von Anfang an Elite
Gute Kindergärten und Schulen sind enorm wichtig, Deutschland ist da noch eher Mittelfeld.
Und fördern ist nicht grundsätzlich verkehrt, ich selber wäre vor ca. 35 Jahren auch beinahe in der
Sonderschule gelandet, wäre ich nicht von einem engagierten Lehrer getestest (auf Dyskalkulie)
und gefördert worden, so hat es immerhin zum ordentlichen Fach-Abi gereicht.
Mein Vater hatte mich als "dumm und faul" apostrophiert, mal das eine mal das andere, je nach Laune.
Meine Mutter hatte eh nie eine Meinung zu irgendwas.Solche Eltern braucht kein Kind.
Das mein Bruder Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes wurde und heute Wissenschaftler ist,
hat sie immer in etwa soviel interessiert, wie das die Hausfassade mal wieder Farbe bräuchte, oder so....
Wir sind trotz der Eltern beruflich gefestigte Menschen geworden, bzw. erreichten eine höhere Bildung.
Ich hatte mir vorgenommen, alles zu tun um meinen Kindern so etwas zu ersparen- mit Elitedenken hat das wirklich gar nichts zu tun.
Mein Mann war ein unglaublich engagierter Lehrer, mit viel Herzblut in seinem Beruf, aber es gibt Lehrer die
innerlich schon längst in Pension sind und "Dienst nach Vorschrift" verrichten, was zum Teil auch an den hiesigen Strukturen liegt.Gerade Kinder aus "bildungsfernen Schichten" benötigen Förderung, denn diese
sind nicht automatisch dümmer als die Kinder engagierter, ehrgeiziger Eltern.Ist da ein "Fenster" zu, kann man es später meist nicht mehr öffnen.
Die andere Seite: zu ehrgeizige Eltern,oft selber Akademiker, die nicht wahrhaben wollen das ihre Kinder mittelmäßig, oder auf anderem zB. handwerklichem, Gebiet begabt sind.Das ist jedes Mittel ( und Geld) recht, doch noch die erwünschten Ziele " für die Kinder" zu erreichen.Ob das gut für diese ist, steht nicht zur Debatte.....Kinder sollten möglichst lange in der selben Schulform unterrichtet werden, finde ich,
das frühe "Sieben" bringt keine Verbesserung, wie man aus anderen Ländern weiss, auch ist soziales Lernen gut für die gesamte Gesellschaft. Das Hochbegabte andere Anforderungen haben, darf aber auch nicht ausser acht gelassen werden, es ist sträflich diese Kinder mit permanenter Unterforderung zu quälen,
aber sind eigene Schulen, Klassen der richtige Weg ?!Diese Kinder wurden jahrzehntelang sträflich vernachlässigt, wie viel Potential ging da verloren ! !
Laut meiner Kinderärztin hat mein jüngstes Kind ( gerade 3), wahrscheinlich die Tendenz zur Hochbegabung,er ist unglaublich wissbegierig und redegewandt, soll das schon "Hochbegabung" sein, keine Ahnung? Ich solle ihn in Ruhe sich entwickeln lassen, genau das tue ich auch,alles muss von ihm selber kommen.Neuerdings buchstabiert er usw, von mir hat er das nicht, seine grosse Schwester, angehende Erzieherin, macht viel mit ihm dahingehend ( weil es beiden Spass macht).
Für mich sind Kinder in erster Linie Kinder- und eine gute Kindheit ist ,glaube ich, die beste Hypothek für
das spätere Leben.Dieser frühe Lernstress, wie er in Asien herrscht, ist einfach grauenhaft und wird sich hier hoffentlich nicht durchsetzen.....
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11.06.2011, 19:12Inaktiver User



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