Armselig finde ich, dass es keine regelmäßigen Umfragen und Untersuchungen zum Thema "Gewalt gegen Frauen" gibt, auf deren Grundlage Veränderungen festzustellen wären, und dass das Ergebnis der FRA-Befragung, nach der viel mehr Frauen, als laut Plan-Umfrage angegriffen und/oder belästigt wurden, hier kommentarlos hingenommen wird.
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Ergebnis 2.131 bis 2.140 von 2332
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13.08.2020, 14:01Inaktiver User
AW: Politik- und Gesellschaftstalk
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13.08.2020, 17:11Inaktiver User
AW: Politik- und Gesellschaftstalk
Ich finde es armselig, dass sich Frauen und Mädchen in den ausgewählten deutschen Großstädten genauso unsicher fühlen wie beispielsweise in Delhi oder Kampala.
Auf der Webseite von Plan gibt es verschiedene Downloads zur Umfrage "Safe in the City"
Im Download "Bericht: "Safe in the City?"" (links oben der erste Link) steht auf Seite 17:
Weltweiter Vergleich: Hamburg und Köln genauso unsicher wie Kampala oder Lima
Der Vergleich der untersuchten Städte zeigt, dass Mädchen und Frauen sich in allen vier deutschen Millionenstädten aus den gleichen Gründen nicht sicher fühlen und sich dadurch nicht frei bewegen können. Ähnliches ergab auch die 2018 durchgeführte internationale Befragung von Plan International in Lima, Madrid, Kampala, Delhi und Sydney. Vergleicht man die insgesamt gesetzten positiven und negativen Pins in diesen Metropolen mit denen in Berlin, Hamburg, München und Köln, muss man erkennen:
Mädchen und Frauen aus den deutschen Groß- städten fühlen sich nicht sicherer als die in den Hauptstädten von Peru, Uganda oder Indien.
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13.08.2020, 17:27Inaktiver User
AW: Politik- und Gesellschaftstalk
Auch zur anfänglich befürchteten Stimmungsmache kann ich beruhigen. Auf der Webseite von Plan gibt es Nutzungshinweise zur Teilnahme an der Studie.
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(Hervorhebungen von mir)
Der möglicherweise im Raum stehende rosa Elefant durfte also gar nicht benannt werden. Und nun wissen wir also dass Mädchen und Frauen besonders Begegnungen mit "Personengruppen" als angsteinlösend finden, die "öffentlich Alkohol und Drogen konsumieren".Geändert von Inaktiver User (13.08.2020 um 17:28 Uhr) Grund: Link eingefügt
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13.08.2020, 19:02Inaktiver User
AW: Politik- und Gesellschaftstalk
Irgendwie muss man allerdings auch aufpassen, dass man die Situation von Frauen in Peru, Uganda oder Indien nicht nebenbei relativiert und so verharmlost.
Gerade wenn es dann um „gefühlte“ Unsicherheit geht.
Wenn man sich die Daten ansieht kommt die Unsicherheit von „suspekten Personen“, „schlechte Beleuchtung“, „einsame Orte, keine Hilfe“ oder „Wissen um Vorfälle“ handelt.
Bei der Beleuchtung oder Hilfen könnte man sicher etwas drehen. Nur würde das Geld kosten, was man für sowas nicht einsetzen möchte.
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13.08.2020, 19:25Inaktiver User
AW: Politik- und Gesellschaftstalk
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13.08.2020, 22:04
AW: Politik- und Gesellschaftstalk
Hm. Es wurde ja betont, dass es in den Umfragen um "gefühlte Unsicherheit " geht. So wird es auch von Plan dargestellt. Da wundert es mich doch, dass sie in der Überschrift zu einer Untersuchung über deutsche Städte schreiben:
Hamburg und Köln
genauso unsicher wie Lima und Kampala [...]
Ob diese vier Städte genauso unsicher sind (also ähnlich hohe Kriminalitätsraten haben), wird ja nicht untersucht.Moderation in der Religion, der Politik und im Glücklicher Leben.
... und seit dem 16.11. unter demselben Nick bei Be Friends Online unterwegs
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14.08.2020, 06:22Inaktiver User
AW: Politik- und Gesellschaftstalk
stimmt.
Eigentlich müssten sie schreiben "Frauen und Mädchen fühlen sich in Hamburg und Köln genauso unsicher wie Fauen und Mädchen in..."
aber das würde ich trotzdem nicht als "Stimmungsmache" werten... dann eher als nachlässig geschrieben.
Ich würde mir ja sowieso wünschen, dass Journalisten etwas mehr Mühe auf ihre Artikel verwenden würden, sehr oft habe ich das Gefühl das da etwas nicht ganz so stimmt, oder das Informationen ganz einfach weg gelassen oder auch umgedeutet wurden...
aber dann denke ich dass das ja vielleicht auch daran liegen könnte das ich hauptsächlich Artikel ohne Bezahlschranke lese... "You get what you pay for"...
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14.08.2020, 07:43
AW: Politik- und Gesellschaftstalk
Ich kann zu dem Thema gefühlte Unsicherheit nur meine persönlichen Erfahrungen wiedergeben.
Als ich anno 1980 studiert habe, bin ich des öfteren abends mit den Öffis nach Stuttgart gefahren und zu einer Freundin gelaufen, die mitten in einem Rotlichtviertel wohnte. Dazu musste ich genau an dem See vorbei, wo momentan die Event- und Partyszene verortet wird.
Ich konnte mich dort überall bis in die Morgenstunden völlig ungehindert udn ohne Belästigungen bewegen. Es ist fraglich, ob ein junges Mädchen das heute auch noch könnte.
Schon die Klettpassage (da kommt man mit der S-Bahn an und muss da durch) ist laut Zeitungsberichten mit Vorsicht zu geniessen.
luci
LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH
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14.08.2020, 08:47Inaktiver User
AW: Politik- und Gesellschaftstalk
Das Zitat stammt ja aus dem Bericht von Plan selbst. Wenn man bis dahin gelesen hat, dann weiß man schon, dass sie die Umfrage nach dem Sicherheitsgefühl gemacht hat.
Aber Du hast natürlich vom Grundsatz her recht, man sollte immer sehr aufmerksam sein beim Lesen und hinterfragen. Und natürlich muss man sich darüber bewusst sein, dass dies keine repräsentative Studie ist.
Ich finde es trotzdem sehr bemerkenswert, dass das Unsicherheitsgefühl von Frauen und Mädchen, die an dieser Studie teilgenommen haben, in deutschen Großstädten so schlecht ist wie in den genannten anderen Großstädten, in denen Plan ebenfalls solch eine Studie durchgeführt hat.
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14.08.2020, 09:37Inaktiver User
AW: Politik- und Gesellschaftstalk
Jetzt würden mich schon die Daten aus Lima interessieren. Irgendwie glaube ich nicht, dass da „schlechte Beleuchtung“ als Grund für Unsicherheit auftaucht. Dafür halte ich die Bedingungen in Peru für Frauen als viel zu schlecht.
Man sollte diese Daten allein auf Deutschland beziehen. Die Frage ist doch nur, ob man das Problem auch wirklich ernst nehmen und verändern möchte. Dann müsste man Belästigung und Bedrohung von Frauen ernster nehmen und bislang macht man das nicht.


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