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  1. Inaktiver User

    AW: Politik- und Gesellschaftstalk

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Erstmal danke an Zwekke, lese ich gleich noch.

    Auch danke an Opelius, habe ich gelesen.

    Es geht mir aber um die Ausbeutung, die hier und in der Presse immer wieder angeprangert wird und die angeblich in den Schlachtfabriken seit Jahren stattfindet. Die kann ja nur am Arbeitsplatz stattfinden, nicht bei der Unterbringung. ...
    Vielleicht liest du wirklich erst einmal nach, wie die Realität aussieht. Wenn nämlich ein Leiharbeiter einen Vertrag mit einem Subunternehmer unterschreibt, in dem auch festgelegt ist, dass das Unternehmen für die Unterbringung zuständig ist, und diese dann in - nicht selten schimmeligen und abgeranzten - völlig überbelegten Zimmern mit über 300 Euro in Rechnung gestellt wird, dann frage ich mich, wie das keine Ausbeutung sein soll.

  2. User Info Menu

    AW: Politik- und Gesellschaftstalk

    Deine Frage ist berechtigt.
    Aber wenn Bauern Erntehelfer anheuern, stellen sie auch die Unterbringung oder mieten sie an. Und zumindest hier in der Gegend wurden alle Erntehelfer 14 tage unter Quarantäne gestellt.

    Den Tönnies wäre es ein Leichtes Werkswohnungen zu bauen und sie zu vermieten. Das machen inzwischen andere Unternehmen wie die Deutsche Bahn auch, denn sie brauchen an den Ausgangspunkten (und das sind immer sehr teure Großstädte) ihrer Fernstrecken bezahlbare Wohnungen für ihr Zugpersonal.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  3. Inaktiver User

    AW: Politik- und Gesellschaftstalk

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Vielleicht liest du wirklich erst einmal nach, wie die Realität aussieht.
    Da steht nichts anderes als das, was bekannt ist und schon gar keine Lösung für das Problem. Aber - auch trotz deines aggressiven Tons - nochmals danke fürs Raussuchen.

  4. Inaktiver User

    AW: Politik- und Gesellschaftstalk

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Da steht nichts anderes als das, was bekannt ist und schon gar keine Lösung für das Problem. Aber - auch trotz deines aggressiven Tons - nochmals danke fürs Raussuchen.
    Mir ging es auch nur um den zitierten Teil deines Beitrags, also darum klarzustellen, dass auch überteuerte Vermietung von überfüllten Bruchbuden Ausbeutung sind, und nicht darum Lösungen zu präsentieren.
    Einen aggressiven Tonfall vermag ich dabei nicht zu erkennen, der war auch keinesfalls beabsichtigt.

  5. Inaktiver User

    AW: Politik- und Gesellschaftstalk

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Da hat dann das geplante Gesetz wirklich einen Vorteil.
    Ja, ich denke auch, das ist ein Fortschritt.

  6. Inaktiver User

    AW: Politik- und Gesellschaftstalk

    Ich sehe die Lösung des Problems mit der Unterbringung trotzdem leider in weiter Ferne. Schon deshalb, weil eine Lösung von den Hauptbeteiligten, den Osteuropäern, wahrscheinlich nicht so wichtig gesehen wird. Jedenfalls nicht, wenn sie dafür mehr als die 200 Euro zahlen müssten, die sie jetzt bezahlen (so jedenfalls die meisten Berichte).
    Werkswohnungen sind keine Lösung, dazu kann man niemanden zwingen, weder sie zu bauen und zu unterhalten, noch jemanden, drin zu wohnen. Die Bahn ist da auch kein gutes Beispiel, 900 Werkswohnungen, teilweise noch in alten Bahnhöfen aus der Gründerzeit einfach vorhanden, bei 324.000 Beschäftigten ist gar nichts. 0,2 %. Ist auch insgesamt keine gute Idee, Wohnrecht und Arbeitsrecht zu verknüpfen.
    Tönnies mag durch seine Lage sowas noch bewerkstelligen, aber für die Schlachthöfe in den Großstädten ist das keine Lösung. Die müssten dann alle dichtmachen und dann wird eben überall anders geschlachtet, nur nicht mehr in Deutschland. Da sehe ich für die Tiere schonmal überhaupt keinen Vorteil.
    Geändert von Inaktiver User (20.06.2020 um 14:09 Uhr)

  7. Inaktiver User

    AW: Politik- und Gesellschaftstalk

    BlueVelvet,

    in diesem Artikel werden einige der Praktiken beschrieben die auch ich als Ausbeutung verstehe:

    Tausende von ihnen arbeiten im Oldenburger Land und im Emsland. Sie kommen aus Polen, der Ukraine, aus Rumänien und Bulgarien. Sie arbeiten in Schlachthöfen, zerlegen im Akkord Schweine oder Rinder. Dank dieser Armee von Lohnarbeitern ist das reiche Deutschland zum Billigland für Schlachter geworden. Die Arbeitsbedingungen sind nach Ansicht von Experten dabei oft miserabel. Doppelschichten von bis zu 15 Stunden, überzogene Mieten für Massenunterkünfte, groteske Gebühren für Zeiterfassungschips, Schutzkleidung oder die Nutzung des Pausenraums. Als "Sklavenhaltermethoden" kritisiert das auch die Grünen-Bundestagsabgeordnete Beate Müller-Gemmeke.

    ....

    Gewerkschaften beklagen, dass noch immer ein Großteil der Branche mit dubiosen Mitteln arbeitet. Überstunden würden teilweise nicht berücksichtigt, warnt der Deutsche Gewerkschaftsbund. Vom Lohn von 8,75 pro Stunde würden teilweise unerklärliche Posten für angebliche Vergehen am Arbeitsplatz abgezogen. "Am Ende bleibt oft nur ein Stundensatz weit unter dem Mindestlohn", sagt auch Matthias Brümmer, Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung Genuss, Gaststätten in der Region Oldenburg/Ostfriesland.



    Fleisch-Produktion: Ausgebeutet auf dem Schlachthof - Wirtschaft - SZ.de


    Wenn die Arbeiter direkt beim Schlachtbetrieb angestellt wäre, dann wäre dieser auch in der Verantwortung für die Einhaltung von Arbeitszeiten, Entlohnung und Arbeitsschutz.

    Ohne Kontrollen würde/wird sich auch durch die Veränderung der Verantwortlichkeit nur wenig ändern, befürchte ich.
    Das ist eines der Hauptprobleme solcher Arbeitsverhältnisse.

  8. Inaktiver User

    AW: Politik- und Gesellschaftstalk

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Werkswohnungen sind keine Lösung, dazu kann man niemanden zwingen, weder sie zu bauen und zu unterhalten, noch jemanden, drin zu wohnen. Die Bahn ist da auch kein gutes Beispiel, 900 Werkswohnungen, teilweise noch in alten Bahnhöfen aus der Gründerzeit einfach vorhanden, bei 324.000 Beschäftigten ist gar nichts. 0,2 %. Ist auch insgesamt keine gute Idee, Wohnrecht und Arbeitsrecht zu verknüpfen.
    Tönnies mag durch seine Lage sowas noch bewerkstelligen, aber für die Schlachthöfe in den Großstädten ist das keine Lösung. Die müssten dann alle dichtmachen und dann wird eben überall anders geschlachtet, nur nicht mehr in Deutschland. Da sehe ich für die Tiere schonmal überhaupt keinen Vorteil.
    Das denke ich nicht.

    Werkswohnungen waren bereits nach der Frühzeit des Kapitalismus ein bewährtes Mittel um Arbeiter zu finden und zu binden. Weil schon damals die Rechnung auch für den Betrieb mittel- und langfristig nicht aufging. Bezogen auf das Inland.

    Man könnte so etwas auch heute in schlicht, aber menschenwürdig bereitstellen.

    Alternativ könnten die Arbeiter, wenn der Lohn tatsächlich bei ihnen ankäme, eine bescheidene Miete auf dem freien Markt selbst bezahlen.

  9. Inaktiver User

    AW: Politik- und Gesellschaftstalk

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    BlueVelvet,

    in diesem Artikel werden einige der Praktiken beschrieben die auch ich als Ausbeutung verstehe:

    ...
    Gewerkschaften beklagen, dass noch immer ein Großteil der Branche mit dubiosen Mitteln arbeitet. Überstunden würden teilweise nicht berücksichtigt, warnt der Deutsche Gewerkschaftsbund. Vom Lohn von 8,75 pro Stunde würden teilweise unerklärliche Posten für angebliche Vergehen am Arbeitsplatz abgezogen. "Am Ende bleibt oft nur ein Stundensatz weit unter dem Mindestlohn", sagt auch Matthias Brümmer, Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung Genuss, Gaststätten in der Region Oldenburg/Ostfriesland.
    Ich finde es ja einen Skandal, dass die zuständige Gewerkschaft nicht dagegen vorgeht. Seitdem es den Mindestlohn gibt, und das sind jetzt schon einige Jahre, hätte man das dem Zoll anzeigen können. Dafür ist eine Gewerkschaft auch da. Wenn die Arbeiter ständig in Doppelschichten arbeiten, hätte der Betriebsrat von Tönnies auch mal dagegen vorgehen können. Aber nein, sind ja nicht die eigenen Mitarbeiter, da macht man dann nichts.


    Fleisch-Produktion: Ausgebeutet auf dem Schlachthof - Wirtschaft - SZ.de
    Wenn die Arbeiter direkt beim Schlachtbetrieb angestellt wäre, dann wäre dieser auch in der Verantwortung für die Einhaltung von Arbeitszeiten, Entlohnung und Arbeitsschutz.
    Ja, das wird dann das neue Gesetz möglich machen, das Werkverträge an Schlachtfabriken verbieten wird.

    Ohne Kontrollen würde/wird sich auch durch die Veränderung der Verantwortlichkeit nur wenig ändern, befürchte ich.
    Das ist eines der Hauptprobleme solcher Arbeitsverhältnisse.
    Das ist immer so. Aber bei Vergehen gegen den Mindestlohn, die nicht Einzelfälle betreffen, wird der Zoll eigentlich sehr gerne und auch schnell aktiv.

  10. Inaktiver User

    AW: Politik- und Gesellschaftstalk

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das denke ich nicht.

    Werkswohnungen waren bereits nach der Frühzeit des Kapitalismus ein bewährtes Mittel um Arbeiter zu finden und zu binden. Weil schon damals die Rechnung auch für den Betrieb mittel- und langfristig nicht aufging. Bezogen auf das Inland.

    Man könnte so etwas auch heute in schlicht, aber menschenwürdig bereitstellen.
    In der Frühzeit des Kapitalismus gabs kein Mietrecht und Arbeitsrecht wie heute. Ich glaube nicht an Werkswohnungen, schon gar nicht in Großstädten. Wäre das ein gutes Konzept, würde es zunehmend gehandhabt werden, wird es aber nicht - aber das ist ein anderes Thema.

    Alternativ könnten die Arbeiter, wenn der Lohn tatsächlich bei ihnen ankäme, eine bescheidene Miete auf dem freien Markt selbst bezahlen.
    Ich weiß ja nicht, warum das nicht ankommt: ich glaube nicht, dass die meisten osteuropäischen Arbeiter das wollen würden. Die wollen nur was Billiges, in dem sie übernachten können, wenn sie zum Arbeiten hier sind, damit mehr für die Familie bleibt.

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