Lagarde bewirbt sich um den Posten der Direktorin des IWF.
Dass es sich um eine politische Position handelt und weniger mit dem Können und den Verdiensten der einzelnen Persönlichkeiten zu tun hat, ist spätestens seit der Kandidatur der französischen Finanz- und Wirtschaftsministerin klar.
In ihrem Ministerium hat sie trotz erstklassiger Ausbildung und beeindruckendem Auftreten nicht viel weitergebracht. Die Arbeitslosigkeit in Frankreich ist nach wie vor hoch, das Wachstum eher niedrig.
Allerdings, wen kann frau sich für den IWF wünschen?
China mit seinen restriktiven Maßnahmen zugunsten der eigenen Wirtschaft?
Wohl nicht.
Weshalb aber schon wieder Frankreich?
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 19
Thema: IWF
-
26.05.2011, 08:34Inaktiver User
IWF
-
26.05.2011, 09:10
AW: IWF
Würde es nach den Erfolgen im eigenen Land gehen und man wollte jemanden aus einem Schwellenland, würde meine Wahl vermutlich auf Luiz (Lula) da Silva, den ehemaligen Präsidenten von Brasilien, fallen.
In seinen acht Amtsjahren hat er Brasilien vom Armenhaus in die Top Ten der Wirtschaftsnationen geführt. Man geht davon aus, dass in dieser Zeit 25 Millionen Brasilianer aus der Armut heraus sind. Das Time Magazine nennt ihn den erfolgreichsten Politiker seiner Zeit.schlechte Technik
>
schlechte Laune
-
26.05.2011, 14:29
AW: IWF
Ich denke dass die Europäer sich ruck zuck auf eine/n EuropäerIn schnell festlegen wollten, um den Amerikanern bzw Ländern wie China, Indien usw erst gar keine Zeit geben zu wollen,um eigene Kandidaten vorzuschlagen.
Es ist aber sicher nur eine Frage der Zeit - die Asiaten stehen in den Startlöchern...Alle sagten: das geht nicht. Dann kam eine, die wusste das nicht und hat´s einfach gemacht.
-
26.05.2011, 18:47Inaktiver User
AW: IWF
Dieses Mal hat Europa noch eine gute Chance den Chefsessel zu besetzen - wenn man schnell agiert (wie jetzt geschehen) und sich einig ist.
Beim nächsten Mal wird es sicher heiße Diskussionen mit den Schwellenländern geben - übrigens nicht nur beim IWF sondern auch bei der Weltbank (traditionell eine US-Domaine).
Allerdings sollte "der Westen" auf jeden Fall mit harten Bandagen argumentieren: USA, Europa und Japan sind die größten Geldgeber. Und wenn man unser Geld will, dann hoffentlich unter Berücksichtigung unserer Interessen.
Ich halte Lagarde für eine gute Wahl: Es geht bei dem Job um Managementfähigkeiten, die sie im Laufe ihrer Karriere immer wieder demonstriert hat.
-
26.05.2011, 19:21Inaktiver User
AW: IWF
@djgm
Ich denke, auch ein anderes Land als Frankreich könnte die IWF-Leitung übernehmen (wobei ich Ackermann nicht für einen geeigneten Kandidaten halte).
Was das Geld anbelangt, könnte sein, dass die Brics (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika) gar nicht so heiß darauf sind, sondern lieber den Chefsessel hätten, um selbst Entscheidungen zu treffen und damit ihren Anteil als Geldgeber zu erhöhen..
Theoretisch könnten sich z.B. auch afrikanische Staaten zusammenschließen um, wie die EU oder die USA eine Sperrminorität zu erreichen, von den asiatischen ganz zu schweigen.
Klar wünsche ich mir als Europäerin den DirektorInnenposten in europäischer Hand, ob dies aber richtig ist, steht auf einem anderen Blatt.
Wie auch bei der Weltbank werden natürlich Entscheidungen im Interesse der größten Geldgeberländer gefällt, was bedeutet, dass die Genannten auch die größten Vorteile aus Krediten, Wechselkursschwankungen, u.a.m. herausholen.
Geld ist daher nicht der einzige Wert, der berücksichtigt gehört, wenn PräsidentInnen bzw. DirektorInnen ernannt werden.
@Mr_McTaylor
Ich hab's jetzt nicht so im Kopf, aber ich glaube Da Silva ist über 65 (die Altersgrenze für den IWF-Direktor).
@lamlok
Die Amis beanspruchen als eine Art Tauschgeschäft den Weltbankpräsidenten im Gegenzug zum IWF-Job für sich.Geändert von Inaktiver User (26.05.2011 um 19:26 Uhr)
-
27.05.2011, 09:52Inaktiver User
AW: IWF
Es ist jedenfalls in unserem Interesse, den Chefposten zu besetzen.
Und das ist das wichtigste, das für mich zählt.
Europa sollte den politischen und wirtschaftlichen Einfluss, den wir (noch!!) haben, so lange wie möglich verteidigen. Denn auch die Entscheidungen des IWF beeinflussen unser wirtschaftliches Wohlergehen (und unsere Jobs!).
Ob jemand anderes als Frau Lagardere ebenso oder besser geeignet wäre, bleibe dahingestellt: Sie scheint diejenige zu sein, auf die sich Europa einigen kann. Und wenn sich Europa auf Ackermann einigen würde, wäre das auch in Ordnung für mich: Er hat bei der Deutschen Bank bewiesen, dass er eine Organisation zum Erfolg führen kann. Erfolg bei einem Unternehmen ist, den Gewinn für die Eigentümer zu optimieren.
Wenn die Schwellenländer Positionen besetzen wollen, dann sollten sie sich entsprechend engagieren: Es besteht kein Grund, warum China sich nicht seiner wirtschaftlichen und politischen Stärke entsprechend einbringen könnte - das Geld ist da mit mehreren Billionen Dollar an Devisenreserven. Und ähnliches gilt auch für andere Schwellenländer. Zumindest gemeinsam (wenn sie denn gemeinsam agieren würden) wäre es ihnen auch möglich, ihre Stellung beim IWF auszubauen.
Allerdings muss man in jedem Fall vermeiden, dass bei IWF oder Weltbank das Prinzip "Ein Land, eine Stimme" eingeführt würde. Denn das würde dazu führen, dass die Organisationen zu einem Selbstbedienungsladen für die (meist völlig undemokratischen) Entwicklungsländer würde - auf unsere Kosten!!
-
27.05.2011, 10:28Inaktiver User
AW: IWF
Nun, in diesem Fall bin ich anderer Meinung, aber das würde vom Thema wegführen.Er hat bei der Deutschen Bank bewiesen, dass er eine Organisation zum Erfolg führen kann. Erfolg bei einem Unternehmen ist, den Gewinn für die Eigentümer zu optimieren.
Klar, ein Land eine Stimme wäre sicherlich nicht sehr wünschenswert, wenn frau bedenkt, wer aller Mitglied des IWF ist.
Jedoch hat sich sowohl Weltbank wie IWF in den eingefrorenen Strukturen, die in eine Zeit zurückführen, als im Westen Wiederaufbau angesagt war, überlebt. Es muss sich etwas ändern und das wird es auch.
-
27.05.2011, 18:49Inaktiver User
AW: IWF
Auch für mich ist Ackermann nicht gerade eine Idealfigur - aber er ist ein hoch kompetenter und erfolgreicher Manager.
Im Augenblick sehen die Chancen für Lagardere anscheinend gut aus, abgesehen davon, dass es wohl keinen anderen europäischen Kandidaten gibt.
Ja, die internationalen Institutionen brauchen eine Modernisierung - die Gewichte in der Weltwirtschaft und der Weltpolitik haben sich seit 1945 doch sehr verändert. Ich könnte mir vorstellen, dass eine einigermaßen schnelle Neuordnung für Europa günstig wäre, solange wir (der Westen allgemein) noch die wichtigste Rolle in der Welt spielen. In 10 - 20 Jahren dürften sich die Verhältnisse deutlich geändert haben, mit China anstelle der USA und Indien, Brasilien, Indonesien usw. ebenfalls wesentlich wichtiuger als jetzt. Eine Reform in 20 Jahren würde womöglich die europäische Rolle (und die der USA??) sehr deutlich reduzieren - wesentlich stärker als eine Reform in den nächsten paar Jahren:
Als ein Beispiel: Jetzt steht bei einer etwaigen Reform des Sicherheitsrates noch ein ständiger Sitz für Deutschland auf der Agenda. In 20 Jahren dürft sich das erledigt haben. Dann geht es nur noch um Länder der Dritten Welt.
-
28.05.2011, 11:44Inaktiver User
AW: IWF
@djgm
Ob der Weg in die Zukunft so linear verläuft, werden wir noch sehen.
Ich denke, dass das Nationalstaatliche sich auflösen und anderen Zusammenschlüssen Platz machen wird.
Ob sich dies nun als besser oder schlechter für die einzelnen Menschen erweist, wird sich zeigen.
Mag sein, dass sich Gruppen aus beruflichen/wirtschaftlichen/umwelttechnischen Interessen bilden, aber auch solche von Arm und Reich (das Schlimmste nach meiner Auffassung).
Jedenfalls sehe ich das seltsame ökonomische Konkurrenzstreben zwischen den Staaten, dass von Leuten, die an gewisse Ressourcen heranwollen, weidlich ausgenützt wird, nicht als sonderlich verlockend an.
-
28.05.2011, 13:35Inaktiver User
AW: IWF
Egal ob es verlockend ist - wir werden dies eh kaum beeinflussen:
Wenn es zu solchen Konkurrenzsituationen kommt, dann hoffe ich, dass wir (mein Land, meine Firma, mein Verein,...) möglichst gut dabei wegkommen. Denn das beeinflusst unserern Wohlstand und ganz allgemein unser Wohlergehen.
Und das bedeutet, dass es in unserem Interesse ist, wenn wir u.a. auch den Vorsitz des IWF möglichst lange für Europa sichern. Also durch eine klare europäische Unterstützung für eine gemeinsame Kandidatin - so wie es aussieht, Frau Lagardere.


Zitieren