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Thema: IWF

  1. Inaktiver User

    AW: IWF

    Egal ob es verlockend ist - wir werden dies eh kaum beeinflussen:
    Wie kommst du darauf? Dass ständig Leute im Mund führen, dass uns jetzt China, dann Brasilien, dann...... überholt, muss uns doch nicht in unseren Interessen beeinflussen. Im Gegenteil, wir sollten aufmerksamer hinhören und uns fragen, ob hier nicht Ängste ausgelöst werden sollen, die unsere Handlungen steuern.

    Nein, nein, ich denke, dass wir dabei sind, so oder so, und alles mitbestimmen, durch Konsum, durch Netzwerke, durch unsere Einstellungen, ja dadurch, ob wir Google oder eine andere Suchmaschine verwenden, etc.

  2. Inaktiver User

    AW: IWF

    China, Indien, Brasilien & Co. haben uns überholt oder werden uns in naher Zukunft überholen.

    Das hat nichts mit irgendwelchen Ängsten zu tun, es ist einfach ein Fakt: China hatte 2007 ein Bruttonationaleinkommen von weit über 3 Billionen Dollar, unseres war etwas niedriger. Seither ist China deutlich schneller gewachsen als Deutschland. Indien und andere werden irgendwann folgen.

    Das ist nicht notwendigerweise ein Problem - es gibt unserer Wirtschaft die Möglichkeit, am Wachstum der Schwellenländer mit zu verdienen.

    Aber wir müssen sehen, dass wir (als Volkswirtschaft, als Mitarbeiter in unseren Jobs und als Verbraucher) uns entsprechend anpassen.

    Das bedingt aber u.a., dass wir für unsere Firmen die finanziellen Möglichkeiten bewahren und optimieren, die nötig sind, in einer Weltwirtschaft mit immer mehr kompetenten Mitbewerbern zu bestehen, um unseren Wohlstand (und unseren Sozialstaat) zu bewahren.

    Und da sind eben auch Positionen wie der Vorsitz beim IWF relevant.


    Natürlich beeinflusst unser Verhalten die Entwicklung, aber die grundsätzlichen Trends bleiben bestehen: Schwellenländer werden immer wichtiger, und das wird auch unsere Situation verändern.

    Übrigens sogar dann, wenn wir etwa nur noch deutsche Produkte kaufen würden - denn dann haben unsere jetzigen Kunden kein Geld mehr um bei uns einzukaufen ...

  3. Inaktiver User

    AW: IWF

    China, Indien, Brasilien & Co. haben uns überholt oder werden uns in naher Zukunft überholen.
    Eben, und davon - dem Nationalstaatsgedanken - nehme ich an, werden wir uns irgendwann verabschieden und es wird andere Gruppenbildungen geben. Dann wird es nicht mehr darum gehen, ob uns China überholt, sondern vielleicht darum, wo eine Ansammlung von Krankenhäusern die besten Medikamente oder das beste medizinische Personal herbekommt, oder, umgekehrt, welche Bedingungen sich MedizinerInnen und KrankenpflegerInnen weltweit aushandeln können, usw.
    Dies natürlich im besseren Fall, weniger gut, aber auch möglich, dass große Unternehmen global versuchen, viele Bedürfnisse abzudecken bzw. zu wecken und entsprechend ihre Politik auszuweiten, anzupassen und am Ende eine bestimmte Abhängigkeit zu erzeugen. Wofür heute Microsoft, Apple und Google ein ganz gutes Beispiel sind.
    Bei Google steht ohnehin zu erwarten, dass qualitätsvollere Auskünfte bald bezahlt werden müssen.

  4. Inaktiver User

    AW: IWF

    Eine Spekulation ist, dass einzelne Unternehmen Gebote abgeben für die Regierung eines Landes und/oder einzelne Ministerien (VW, British Air, Thalys, Toyota, Delta konkurrieren um die Verkehrsministerien), die jeweils für eine Legislaturperiode ausgeschrieben werden ....

    Da hoffe ich doch, dass unsere Nationalstaaten uns noch eine ganze Weile erhalten bleiben ....


    Natürlich mag ich das gegenwärtige Konzept von Google & Co.

    Aber ich kenne etliche Leute, die sich über die Werbung dort aufregen.

    Dann ist es ganz einfach: Wenn man keine Werbung will, muss man eben direkt zahlen. Ist ja auch nur fair, oder? Immerhin wird eine Dienstleistung erbracht.

  5. Inaktiver User

    AW: IWF

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Es ist jedenfalls in unserem Interesse, den Chefposten zu besetzen.

    Und das ist das wichtigste, das für mich zählt.

    Europa sollte den politischen und wirtschaftlichen Einfluss, den wir (noch!!) haben, so lange wie möglich verteidigen. Denn auch die Entscheidungen des IWF beeinflussen unser wirtschaftliches Wohlergehen (und unsere Jobs!).

    Ob jemand anderes als Frau Lagardere ebenso oder besser geeignet wäre, bleibe dahingestellt: Sie scheint diejenige zu sein, auf die sich Europa einigen kann.
    Zustimmung.



    Wenn die Schwellenländer Positionen besetzen wollen, dann sollten sie sich entsprechend engagieren: Es besteht kein Grund, warum China sich nicht seiner wirtschaftlichen und politischen Stärke entsprechend einbringen könnte - das Geld ist da mit mehreren Billionen Dollar an Devisenreserven. Und ähnliches gilt auch für andere Schwellenländer. Zumindest gemeinsam (wenn sie denn gemeinsam agieren würden) wäre es ihnen auch möglich, ihre Stellung beim IWF auszubauen.

    Allerdings muss man in jedem Fall vermeiden, dass bei IWF oder Weltbank das Prinzip "Ein Land, eine Stimme" eingeführt würde. Denn das würde dazu führen, dass die Organisationen zu einem Selbstbedienungsladen für die (meist völlig undemokratischen) Entwicklungsländer würde - auf unsere Kosten!!
    Dem kommunistischen(!) China mit fixem Währungskurs(!) den Chefposten im IWF zu geben, wäre der Treppenwitz des Jahrhunderts und ließe sich nur noch toppen durch einen chinesischen Chefsitz in der UN-Organisation für Menschenrechte.

    Aber eine solche Entscheidung wäre nicht nur urkomisch, sondern auch immens gefährlich, denn die Chinesen haben keine Hemmungen, ihre Macht rücksichtslos auszunutzen.
    Zum Beispiel könnten sie die Gewährung eines IWF-Kredits von einem Entgegenkommen des betreffenden Landes oder befreundeter Dritter in Fragen chinesischer Wirtschaftsinteressen (Exportbestimmungen, Zoll, Urheberrechte, etc.) und chinesischer Politik (Tibet, Taiwan) abhängig machen.
    Globale Interessen sind für China nicht existent, und internationales Engagement ist auf die Wahrnehmung ureigener Wirtschaftsinteressen beschränkt. - Darin sind sie noch viel radikaler und konsequenter als USA und EU.
    Ein Chinese auf dem Chefsessel des Internationalen Währungsfonds wäre m.E. ein GAU.
    .
    Geändert von Inaktiver User (30.05.2011 um 10:55 Uhr)

  6. Inaktiver User

    AW: IWF

    @ Blautanne

    Ich stimme dir zu, dass ein Chinese in der Position große Probleme verursachen könnte. Allerdings sehe ich gegenwärtig keine Chance (kein Risiko) dass ein Chinese auf den Posten berufen wird.

    Aber die Schwellenländer versuchen offensichtlich der europäischen Kandidatin (wenn sie denn kommt) eine Alternative aus den eigenen Reihen entgegenzustellen - und gleichzeitig einen Türken als Kompromisskandidaten ins Gespräch zu bringen.

    Ich bin sicher, dass in der gegenwärtigen Situation jeder mögliche Kandidat aus den Reihen der Schwellenländer kompetent sein würde.

    Aber es bleibt für mich dabei, dass wir ein politisches Interesse daran haben, die europäische (westliche) Position beim IWF möglichst lange zu erhalten.

  7. Inaktiver User

    AW: IWF

    @Blautanne
    Nein, einen chinesischen Direktor des IWF kann sich, außer China und ein paar seiner befreundeten Staaten, wohl niemand wünschen (entgegengekommen wird den Chinesen ohnnehin, davon können die zahnlosen Äußerungen westlicher PolitikerInnen nicht ablenken), obwohl es auch auf die Geldgeber im Weltwährungsfond ankommt

    Allerdings geht es beim IWF derzeit auch nicht gerade demokratisch zu, untersucht frau genauer die Unterstützung, die der IWF gewährt, ist sie häufig nicht nur von enormer Kurzsichtigkeit geprägt sondern weit entfernt von dem, was wir in unseren Ländern als gerecht empfinden.
    Aber, wie ich schon schrieb, nach meiner Auffassung hat sich die Struktur des IWF wie auch jene der Weltbank überlebt und wird über kurz oder lang verändert werden oder anderen Organisationen Platz machen müssen.
    Geändert von Inaktiver User (30.05.2011 um 11:42 Uhr)

  8. Inaktiver User

    AW: IWF

    @ djgm01

    Die Chinesen auf dem IWF-Chefsessel sind eine so haarsträubende Option, dass dies wohl nicht ernstlich in Frage kommt.
    Fragt sich, wer diese Option warum aufgeworfen hat.
    Die Chinesen selbst? - Sie hätten sicher gern die mit diesem Amt verbundene Machtfülle, aber die USA und Europa würden keinesfalls mitspielen. Soviel Realismus, dies zu erkennen, traue ich China zu. - Soviel ich weiß, würde China Lagarde unterstützen, da es ein Interesse an der Stützung des Euro hat.

    Aber wer hat China sonst ins Spiel gebracht? - Vielleicht die Südamerikaner, um sich - wie beim Feilschen auf dem arabischen Basar - mit dem absurden Vorschlag selber als "Kompromiss" ins Spiel zu bringen?

    Aus meiner Sicht wäre die Türkei übrigens kein passender Kompromiss, ganz im Gegenteil:
    Die Türken würden mit dem IWF-Chefsessel zugleich einen nicht zu unterschätzenden politischen Hebel bezüglich ihrer eigenen EU-Mitgliedschaft in die Hand bekommen.
    Das kann Europa nicht wollen - außer den Briten vielleicht, die eine eher europafeindliche Politik betreiben und außerdem den EU-Beitritt der Türkei befürworten.

    Als IWF-Chef käme aus europäischer Sicht also noch am ehesten ein Südamerikaner oder ein Südafrikaner in Betracht - entsprechende Fachkompetenz vorausgesetzt.

    Aber nicht jetzt. Vielleicht irgendwann, wenn die Abmachung mit den USA bezüglich Weltbank- und IWF-Vorsitz nicht mehr aufrecht erhalten werden kann. Aber bitte keinesfalls jetzt, wenn der Euro akut auf dem Spiel steht und wir im IWF jemanden brauchen, der bedingungslos europafreundlich und EU-freundlich ist.
    .
    Geändert von Inaktiver User (30.05.2011 um 12:46 Uhr)

  9. Inaktiver User

    AW: IWF

    Volle Zustimmung, Blautanne!


    Ich denke mal, dass "die Schwellenländer" China ins Gespräch gebracht haben um dann einen Brasilianer (oder Türken) als akzeptablere Option "nachzuschieben".

    @ Colonna

    Ich stimme dir zu, dass die Strukturen, die 1945 in direkter Reaktion auf den Krieg und seine Folgen entwickelt wurden, heute nicht mehr richtig passen. Wobei man nicht vergessen sollte, dass es natürlich seither viele Veränderungen (Verbesserungen?) gegeben hat.

    Allerdings möchte ich erst einmal sehen (und von Experten bewerten lassen), welche Alternativen vorgeschlagen werden und wie wir in neuen Strukturen unsere Interessen optimal unterbringen können.

    Denn mir ist das Hemd nun mal näher als der Rock: Ich bin interessiert, dass die deutschen/europäischen/westlichen Interessen gewahr werden. Die Schwellen- und Entwicklungsländer vertreten ja auch allein ihre Interessen.

    Und am Ende wird sowieso immer ein politischer Kompromiss stehen, mit dem dann alle leben müssen - und hoffentlich auch leben können!

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