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Thema: Strauss-Kahn
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30.05.2011, 16:07Inaktiver User
AW: Strauss-Kahn
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30.05.2011, 16:23Inaktiver User
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30.05.2011, 16:29
AW: Strauss-Kahn
Nun ja - ich schrieb ja schon: aus meiner Sicht gibt es allerdings zwei/drei Unstimmigkeiten in der ganzen Geschichte, die bisher nicht erklärt werden konnten. Die wohl bedeutendste Unstimmigkeit ist:
Wie kann es sein, dass sich DSK ganz offensichtlich sicher fühlt nach den 'Ereignissen', eine Essensverabredung einhält und sodann noch seinen Aufenthaltsort bekannt gibt, was letztlich dazu führt, dass er verhaftet werden konnte.
Die Variante, er sei als mächtiger Typ und seinem bisherigen Gebaren schon so durchgeknallt, dass er da gar keinen Gedanken veschwendet, man könnte ihn belangen, ist zwar möglich (Guttenberg-Syndrom), aber nicht sehr plausibel.
Kommt also die andere Variante ins Spiel: er war sich tatsächlich sicher, dass nach den Ereignissen in der Suite nichts auf ihn zukommen wird. Doch wie passt das damit zusammen, wenn das Zimmermädchen sagt, es SEI zu sexuellen Übergrifflichkeiten und Erzwungenem gekommen. Und die Ermittler ebenso davon ausgehen ... Stichwort: die Aussage des Zimmermädchens stimmten mit den forensischen Beweismitteln überein.
Folgendes Szenario also: In dem Moment, wo das Zimmermädchen die Suite verlässt (und auch danach) hat DSK Gründe anzunehmen, das - egal was grad passiert ist - Zimmermädchen werde den Vorfall nicht melden. Wie kann das sein? Das kann nur sein, wenn man berücksichtigt, was bei sexuellen Straftaten fast immer eine Rolle auf Seiten des Opfers spielt: nämlich die Angst. Unter dieser Voraussetzung könnte man sich erklären, warum der Eine nun meint, hier sei durchaus etwas einvernehmliches passiert und die Andere behauptet, dass Zwang im Spiel gewesen ist.
Denn eines ist klar: die wenigsten (versuchten) Vergewaltigungen spielen sich in einer andauernden Kampfsituation zwischen Täter und Opfer ab. Aufgrund der Angst- und Bedrohungslage für das Opfer, wird nur allzu oft während der Tat gewissermaßen 'stillgehalten'. Es ist eben nicht so, dass bei solchen Straftaten sozusagen die ganze Zeit ein Ringkampf stattfindet, womöglich noch dazu begleitet von Schreien und Rufen des Opfers in Richtung des Täters, dass der nun aufhören soll.
Und so wäre es eben möglich, angesichts der zugleich eingenommenen aggressiven und drohenden Haltung von DSK, verbunden mit einem beim Opfer erzeugten ausgeprägten Angst- und Bedrohungsgefühl, dass sich das Zimmermädchen eben NICHT vehement gewehrt hat, zwischenzeitlich womöglich auch öfters 'stillgehalten' hat, so dass DSK selbst beim schließlichen Rausrennen des Zimmermädchens aus der Suite angenommen hat, die Sache sei gewissermaßen tatsächlich unter Zustimmung des Zimmermädchens passiert. Das Zimmermädchen weiß jedoch ganz genau, was hier nun grade abgelaufen ist und rennt sofort zu ihrem Vorgesetzten und berichtet.
Eines gebe ich ebenfalls noch zu bedenken, um zu ermessen, wie groß die Angst des Zimmermädchens gewesen sein könnte. Es ist nämlich nicht unwahrscheinlich, dass sie schon einmal Opfer einer sexuellen Straftat geworden ist und dementsprechend traumatisiert.
Die Vergewaltigungsraten in Afrika sind in weiten Teilen gigantisch hoch. In Bürgerkriegsgebieten nochmal umso mehr. Ich habe nun einiges zu Guinea gelesen (erschreckend!!!), möchte dies gar nicht weiter ausführen, komme aber zu dem Schluß: die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Zimmermädchen schon selbst früheres Opfer einer sexuellen Straftat war und/oder aber das Leid von Betroffenen im engsten Familien- und Freundeskreis unmittelbar erfahren hat, ist extrem hoch.
VanDyckGeändert von VanDyck (30.05.2011 um 16:34 Uhr)
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Daniel Kahneman
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30.05.2011, 16:32Inaktiver User
AW: Strauss-Kahn
Bisher ist so gut wie nichts bekannt an Details IM KONKRETEN FALL DSK.
Wenn BEWEISE für die Schuld gesucht werden und es werden keine gefunden, dann gibt es auch keine Schuld.
Im Moment ist nicht bekannt, was vorliegt bzw. was nicht vorliegt.
Was hat hier also eine allgemeine Kritik am Rechtssystem zu suchen - im konkreten Fall DSK?
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30.05.2011, 16:39Inaktiver User
AW: Strauss-Kahn
Doch. Es ist durchaus vorstellbar, dass Strauss-Kahn dem Zimmermädchen Geld angeboten hat. Und es ist durchaus vorstellbar, dass sie zuerst einverstanden war. Als es dann mit dem Oralsex so richtig losging, wollte sie vielleicht nicht weitermachen und Strauss-Kahn, einmal in Fahrt
, wollte sie einfach nicht gehen lassen. Daher auch das Gerangel, bei dem dann das Malheur mit dem Sperma passierte. Das Zimmermädchen rennt dann völlig außer sich aus dem Zimmer, vielleicht zuerst zur Rezeption, und behauptet, ein Gast habe sie zum Oralsex gezwungen. Hätte sie zugegeben, dass der Sex, zumindest anfänglich, einvernehmlich war, wäre sie ihren Job los. Also hat sie gelogen. Nur so ein Gedanke von mir ...
Nämlich die Version, Strauss-Kahn hätte, aus dem Bad kommend, das Zimmermädchen im Schlafzimmer überwältigt, erscheint mir reichlich an den Haaren herbeigezogen. Wieso hat sie das Schlafzimmer nicht umgehend verlassen, als sie bemerkte, dass der Gast noch nicht abgereist war? Selbst in einfachen Hotels zieht sich das Personal sofort zurück, wenn sich der Gast noch im Zimmer aufhält. Umso schneller, wenn der Gast gerade nackt (oder fast nackt) aus dem Bad kommt. Und wenn Strauss-Kahn die Schlafzimmertür vorher noch geschlossen hatte, wie das Zimmermädchen aussagte (oder wie Medien berichteten), dann hätte er zwangsläufig erst einmal an ihr vorbeikommen müssen. Warum stand sie also untätig da und ließ sich einsperren?
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30.05.2011, 16:42Inaktiver User
AW: Strauss-Kahn
Es wurde bereits mehrfach berichtigt, dass weder DSK noch sein Verteidiger einvernehmlichen Sex zugegeben hat. Vielmehr ist das der Interpretation der Medien entsprungen.
Auch zu den von dir behaupteten Kratzspuren an DSKs Körper findet sich nicht viel Info im Internet; dein Focus-Link ist alt und stammt offenbar aus den ersten Tagen der Berichterstattung, als abenteuerlichste Behauptungen kursierten (z.B. Video).
Solange nicht von glaubwürdiger Seite berichtet wird, dass der nur mit einem offenen Bademantel bekleidete Strauss-Kahn von der angeblichen Auseinandersetzung Kratzspuren davongetragen hat, und zwar mit entsprechenden Spuren unter den Fingernägeln der Frau, so lange halte ich die Beschuldigungen für eher unglaubwürdig.
Du hast mein Beispiel anscheinend wieder nicht richtig gelesen.Ein weiterer entscheidender Punkt: WENN es denn zum einvernehmlichen Sex gekommen ist, gem. Version von DSK, welchen Grund sollte denn das Zimmermädchen gehabt haben, dem Hotelmanager den Vorfall zu berichten, wie du es in deiner Version konstruiert hast? Es gäbe nämlich überhaupt keinen Grund dazu.
Der einzige Grund für das Zimmermädchen, dem Hotelmanager irgendetwas zu berichten, kann nur darin bestehen, DASS es zu sexuellen Übergrifflichkeiten gekommen ist.
Im übrigen: wie passt es in dein Erklärungsmuster, dass der Hotelmanager keinen Kontakt zu Sarkozy-Leuten hatte, dass nur Minuten nach der Verhaftung dies aus dem Sarkozy-nahen Kreis im Internet kommentiert worden ist?Geändert von Inaktiver User (30.05.2011 um 16:58 Uhr)
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30.05.2011, 16:43
AW: Strauss-Kahn
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Daniel Kahneman
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30.05.2011, 16:47Inaktiver User
AW: Strauss-Kahn
So helle sind die da drüben auch, sowas zu prüfen wenn DSK das zu seiner Verteidigung vorbringt.
Es ist ja nicht so, dass die Angeklagtenseite gar nicht gehört wird.
Für diese Version braucht man allerdings auch nicht zwingenderweise ein Komplott.
Und inwiefern es dann eine "Rangelei" oder eine Vergewaltigung irgendeines Grades war, steht auch außerhalb eines eventuellen Deals und - meinetwegen - auch eines Komplotts.
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30.05.2011, 16:48Inaktiver User
AW: Strauss-Kahn
Es spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle, wenn die Staatsanwaltschaft sich nicht dafür zuständig sieht Entlastungsmomente zu berücksichtigen und wenn die Unschuldsvermutung in Ermittlungs- und Strafverfahren nicht gilt.
Auch die öffentliche Vorführung DSKs, ebenfalls ein Aspekt des US-Rechtssystems, ist nicht unwichtig; hat sie doch für Bilder gesorgt, die unabhängig von einem eventuellen Schuldspruch oder Freispruch haften bleiben werden.
Nicht zu reden von der Definition einer versuchten Vergewaltigung, die offenbar nicht global einheitlich ist. Ebenso das Strafmaß für Delikte aller Art, z.B. für sexuelle Belästigung, Vergewaltigung etc.
Auch wenn du das US-Rechtssystem nicht diskutieren willst, heißt es noch lange nicht, dass das Rechtssystem für dieses und andere Rechtsverfahren nicht relevant wäre.
.Geändert von Inaktiver User (30.05.2011 um 16:57 Uhr)
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30.05.2011, 16:48Inaktiver User



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... und morgen geht die Sonne im Westen auf, gelle?