Deinen Sätzen will ich ja gar nicht widersprechen, zumal ich mich ja auch an keine nennenswerte Kritik in der Weltöffentlichkeit damals erinnern kann, als es um die Legitimität der Ausrufung des Bündnisfalles seitens der Nato ging.
Das Völkerrecht sah solch einen Fall eines terroristischen Angriffes in dem Sinne nicht so vor, wenn es in der UN-Charta heißt, dass jedem Staat das Verteidigungsrecht eingeräumt wird bei einem Angriff aus einem anderen Land und hier klar festgestellt wird, wer das Recht auf seiner Seite hat - mit Ausnahme des ganzen Zusammenhangs von Responsibility to protect, wenn also ein Staat seine Bevölkerung nicht schützen kann, bzw. nicht will und/oder sogar die eigene Bevölkerung in Massen umbringen will und also somit das (zeitweise) Recht auf Souveränität verliert.
Zum konkreten Thema: man stelle sich vor, das TalibanRegime als Verbündete von Bin Laden hätte es geschafft, ein U-Boot in die Finger zu kriegen, um vor der Küste von New York eine Lenkrakete auf Manhatten abzufeuern - niemand hätte in einem solchen Fall die Legitimität des 'Bündnisfalles' der Nato angezweifelt.
Im Ergebnis wäre solch ein Szenario genau das gleiche gewesen, wie die Anschläge am 09.11.2001.
VanDyck
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Thema: Osama bin Laden ist tot.
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02.05.2011, 17:35
AW: Osama bin Laden ist tot.
Es gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
dann durchfluten sie mich wie Regen ...
American Beauty
Nothing in life is as important as you think it is, while you are thinking about it.
Daniel Kahneman
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02.05.2011, 17:53Inaktiver User
AW: Osama bin Laden ist tot.
Es geht mir darum, dass genau so etwas (also auch der Einsatz eines Kill-Kommandos) nach internationalem Recht (hieb und stichfest) geregelt wird, BEVOR eine Tat verübt wird ... und eben nicht dass etwas geschieht, und daraufhin per Resolution im Nachhinein eine Strafe (wie auch immer gestaltet und von wem auch immer durchgesetzt) rechtlich legitimiert wird.
Wie gesagt: was das moralische Recht betrifft, wird oder will man dies wohl jedem zugestehen (müssen oder wollen) der eine gleiche oder zumindest ähnliche moralische, ethische und grundsätzliche Haltung vertritt oder einnimmt wie man selbst.
In meinem Fall stellen dies also die westlichen Staaten im weiteren Sinne dar ...
Im Fall von Gadaffi hiesse das für mich: ja, so wie er mit Opposition zu seiner Person umgegangen war (als die Proteste im Land begangen) hätte das in meinen Augen durchaus auch ein solches Kommando moralisch gerechtfertigt. Wenn ich jemanden sähe, der sein eigenes Kind blutig oder gar dabei ist, zu Tode zu prügeln, sähe ich es auch als mein moralisches Recht an, dem Drecksack mit meinem Gehstock eins überzubraten, um ihn aufzuhalten.
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02.05.2011, 18:03Inaktiver User
AW: Osama bin Laden ist tot.
In dem Moment? Ja.
Wenn du das aber beobachtest ohne einzugreifen, und ihn unbestimmte Zeit später in seinem Haus aufsuchst um ihm eins überzubraten, ist das eine andere Situation. Es geschieht nicht mehr, um das Kind unmittelbar vor einer Tat zu beschützen, sondern um ihn kalt zu erwischen. Und das würde man als Racheakt werten.
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02.05.2011, 18:05
AW: Osama bin Laden ist tot.
Im Grunde IST das ja schon klar geregelt.
Im Artikel 51 der UN-Charta heißt es u.a.:
Artikel 51
Diese Charta beeinträchtigt im Falle eines bewaffneten Angriffs gegen ein Mitglied der Vereinten Nationen keineswegs das naturgegebene Recht zur individuellen oder kollektiven Selbstverteidigung, bis der Sicherheitsrat die zur Wahrung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit erforderlichen Maßnahmen getroffen hat. Maßnahmen, die ein Mitglied in Ausübung dieses Selbstverteidigungsrechts trifft, sind dem Sicherheitsrat sofort anzuzeigen ...
Tja - womöglich ist diese 'Aktion' gegen Bin Laden dem Sicherheitsrat angezeigt worden ...
VanDyckEs gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
dann durchfluten sie mich wie Regen ...
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Daniel Kahneman
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02.05.2011, 18:11Inaktiver User
AW: Osama bin Laden ist tot.
Ja ... in der Situation in der sich Bin Laden aktuell befand, hätte es nach meiner Rechtsauffassung (und auch nach meiner moralischen) lediglich dazu kommen dürfen, ihn sich zu schnappen und in den USA vor Gericht zu stellen (ob er dann zum Tode verurteilt werden sollte oder dürfte, lass ich jetzt mal aussen vor)
Bei Gadaffi hält das "Prügeln" aktuell noch an, da dürfte man nach meiner moralischen Ansicht durchaus noch versuchen, ihn endgültig zu stoppen ...
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02.05.2011, 18:11Inaktiver User
AW: Osama bin Laden ist tot.
Ganz unabhängig ob man der Meinung ist, Osamas Tod sei verdient oder nicht, hat diese Aktion, nebst offizieller Verkündung und anschließender Freudenfeiern, ein Geschmäckle für mich.
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02.05.2011, 18:16
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02.05.2011, 18:20Inaktiver User
AW: Osama bin Laden ist tot.
Da Pakistan mit den Operationen der USA einverstanden ist, gibt es da auch nichts zu meckern.
Dieser Einsatz war mit der somalischen Führung abgesprochen und war somit auch unproblematisch.
In Deutschland war seinerzeit der Bundesgrenzschutz ( heißt heute Bundespolizei) für Anti-Terroreinsätze zuständig.
Das KSK der Bundeswehr gab es noch nicht.
In anderen Ländern ist traditionell das militär zuständig. In den USA z.B. Navy-Seals wie bei bin Laden, in UK die SAS.
Es war völlig legal und wir haben mehrere Millionen DM dafür bezahlt.
Und doch, GSG 9 gehört zur Polizei. Der Bundesgrenzschutz war immer eine Bundespolizei. Heute heißen sie auch so.
Es geht noch weiter. Der Bundesgrenzschutz war die Bundespolizei.
Die Bezeichnung Bundesgrenzschutz gibt es nicht mehr.
Yep.
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02.05.2011, 18:21Inaktiver User
AW: Osama bin Laden ist tot.
Ich finde es nach wie vor den falschen Ansatz.
Wer ist heute noch groß erleichtert oder verspürt Genugtuung, weil Saddam Hussein, Herrscher über ein schier unermesslich großes Lager an Massenvernichtungswaffen, (
) getötet wurde? Zumal nach einem Prozess?
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02.05.2011, 18:30Inaktiver User
AW: Osama bin Laden ist tot.
Wie ich schon schrieb, ich habe zwei mir nahestehende Personen im WTC verloren.
Ich gestehe gerne, ich empfinde Erleichterung und auch Genugtuung.
Freude über den Tod eines Menschen empfinde ich nicht, aber ein gewisses Verständnis für die Menschen in den USA und überall wo Al Quaida und bin Laden ihre Blutspur hinterlassen haben. Sei es New York, London oder Madrid. Oder wo auch immer.
Und auch wenn ich grundsätzlich rechtsstaatliche Grundsätze hochhalte, so geht es mir in dem Fall wie wohl vielen die in irgendeiner Form, sei es als Geschädigter oder Angehöriger, persönlich Opfer werden.
Da ist man nicht mehr objektiv. Und ich denke das ist auch legitim.



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