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  1. Inaktiver User

    AW: Abgehängt - Armut in Deutschland

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Deswegen wurde nach dem Krieg das Konzept der sozialen Marktwirtschaft erfunden, dessen Grundlage sowohl die Demokratie als auch eine sozialverträgliche Marktwirtschaft sind. Leider wird dieses Konzept immer weiter ausgehebelt und durch die "reine" Marktwirtschaft ersetzt.
    Wobei nicht einmal das stimmt: es widerspricht den Regeln der Marktwirtschaft zutiefst, dass private Firmen (Banken), die sich durch leichtsinnige Spekulation in die Pleite manövrieren, vom Steuerzahler gerettet werden. Nach den Regeln der Marktwirtschaft haftet jeder selbst für seine Fehler.
    Nicht so bei uns: hier wird von unten nach oben umverteilt.

    :
    guten Tag und nur ganz kurz:

    ein Problem ist wohl, dass wir im Moment eine Schein-Pseudo-Möchtegern-Marktwirtschaft haben. Gewinne werden privatisiert, Verluste verstaatlicht. Nur kann so das System nicht funktionieren. Ich frage mich schon lange, ob es in einer echten Marktwirtschaft mit Vollkostenrechnung noch rentabel wäre, Kleider in Asien herstellen zu lassen, Hotelwäsche in Polen waschen und Erdbeeren in Spanien wachsen zu lassen, Spargeln aus Mexiko (wachsen die nicht herrlich in Baden?) zu importieren und so weiter und so weiter.

    Und dann weiter jammern, es gäbe keine Arbeitsplätze (ja, wen wunderts, wann alles ausgelagert wird?)

    Dann scheien alle nach mehr Bildung, ohne zu sehen, dass dies der gleiche Mechanismus ist, wie wenn jemand im Kino aufsteht. Erst hat diese Person eine bessere Sicht, dann stehen die anderen auch anderen auf, alle sehen schlechter und ihnen tun ausserdem die Füsse weh. Ich kann im Moment beobachten, dass sich wirklich viel mehr Leute (weiter)bilden als noch vor einem Jahrzehnt. Trotzdem finden die heute besser Qualifizierten schlechter eine Stelle als noch vor einer Dekade die schlechter Qualifizierten. Bildung ist also nicht mehr als ein erster Wundverband auf eine vor sich hin eiternde und sich nekrotisch zersetzende Wunde.

    Und so läuft im Moment auf dem nationalen und auf dem globalen Arbeitsmarkt. Und es ist leider eine Tatsache: es wandert immer mehr Geld in die Taschen von immer weniger Menschen. Die grosse Masse geht leer aus.

    Ich konnte beobachten: die Löhne im tieferen Sektor sinken seit Jahren. Während "oben" immer höhere Boni ausgeschüttet werden.

    Besteht nun hier kein Zusammenhang oder sehen ihn die betreffenden Politiker nicht oder machen sie uns nur weiss, es bestehe kein Zusammenhang?

    Da es die wunderbare Geldvermehrung ja nicht gibt, gibt es nur Umverteilung. Da diese zur Zeit von unten nach oben läuft (denn die "oben" haben es ja wirklich nötiger, das ist schon so und das dritte Auto ist viel wichtiger als das Fahrrad für einen Schüler, das Essen im Luxusrestaurant dringender als das Frühstück für einen 5-Jährigen...), sehe ich kein Licht am Ende des Tunnels, da kann man noch so von Armutsbekämpfung faseln.
    Geändert von Inaktiver User (18.05.2011 um 10:30 Uhr)

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    AW: Abgehängt - Armut in Deutschland

    Zitat Zitat von Sonderzeichen Beitrag anzeigen
    sauerei.

    ist sowas standard bei diesen zeitarbeitsvermittlern?
    ich bin übrigens als Marketing Assistentin eingesetzt.
    "The fate of animals is of greater importance to me
    than the fear of appearing ridiculous;
    it is indissolubly connected with the fate of men."
    ~ Emile Zola

  3. Inaktiver User

    AW: Abgehängt - Armut in Deutschland

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich konnte beobachten: die Löhne im tieferen Sektor sinken seit Jahren. Während "oben" immer höhere Boni ausgeschüttet werden.

    Besteht nun hier kein Zusammenhang oder sehen ihn die betreffenden Politiker nicht oder machen sie uns nur weiss, es bestehe kein Zusammenhang?

    Da es die wunderbare Geldvermehrung ja nicht gibt, gibt es nur Umverteilung. Da diese zur Zeit von unten nach oben läuft (denn die "oben" haben es ja wirklich nötiger, das ist schon so und das dritte Auto ist viel wichtiger als das Fahrrad für einen Schüler, das Essen im Luxusrestaurant dringender als das Frühstück für einen 5-Jährigen...), sehe ich kein Licht am Ende des Tunnels, da kann man noch so von Armutsbekämpfung faseln.
    Die Politiker sehen das durchaus, aber sie haben kein Interesse, etwas daran zu ändern.

    Die Umverteilung wird in nächster Zeit noch stärker werden, weil die Inflationsraten steigen. Für Ökonomen ist längst klar: die hohen Staatsschulden können am besten durch Inflation verringert werden. Manche sprechen das auch schon öffentlich aus.

    Die Leidtragenden sind wie immer die unteren Einkommensgruppen und die Bezieher von Renten und staatlichen Transferleistungen. Die Renten und Transferleistungen werden vielleicht mal um 1% erhöht, die prognostizierte Inflationsrate für 2011 liegt bei 2,4 - 2.6%

    Für die Politiker ist das nicht mehr als ein Kollateralschaden, wenn sie dadurch das Defizit verringern können. Die Rechnung kriegen sie bei den nächsten Wahlen.

  4. Inaktiver User

    AW: Abgehängt - Armut in Deutschland

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Die Politiker sehen das durchaus, aber sie haben kein Interesse, etwas daran zu ändern.

    Die Umverteilung wird in nächster Zeit noch stärker werden, weil die Inflationsraten steigen. Für Ökonomen ist längst klar: die hohen Staatsschulden können am besten durch Inflation verringert werden. Manche sprechen das auch schon öffentlich aus.

    Die Leidtragenden sind wie immer die unteren Einkommensgruppen und die Bezieher von Renten und staatlichen Transferleistungen. Die Renten und Transferleistungen werden vielleicht mal um 1% erhöht, die prognostizierte Inflationsrate für 2011 liegt bei 2,4 - 2.6%

    Für die Politiker ist das nicht mehr als ein Kollateralschaden, wenn sie dadurch das Defizit verringern können. Die Rechnung kriegen sie bei den nächsten Wahlen.
    Bei den Irokesen soll es ein interessantes Regierungssystem gegeben haben: regieren konnten nur Männer, nur Frauen hingegen konnten wählen. Die Männer sollen sich sehr Mühe gegeben haben, keine Entscheide zu fällen, die den Frauen missfallen.

    wieso machen denn die meisten Politiker eine Politik mit der die grosse Mehrheit nicht einverstanden ist?

  5. Inaktiver User

    AW: Abgehängt - Armut in Deutschland

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    wieso machen denn die meisten Politiker eine Politik mit der die grosse Mehrheit nicht einverstanden ist?
    Weil sie gerade mit Dringenderem beschäftigt sind: Banken und Euro retten. Dafür brauchen sie die Zustimmung der Wähler nicht.

    Ausserdem gehen sie wohl davon aus, dass eine Mehrheit ihre Politik noch immer unterstützt. Es war hier schon die Rede davon, dass es keinen Solidarisierungseffekt des Mittelstandes gibt.

  6. Inaktiver User

    AW: Abgehängt - Armut in Deutschland

    Wobei nicht einmal das stimmt: es widerspricht den Regeln der Marktwirtschaft zutiefst, dass private Firmen (Banken), die sich durch leichtsinnige Spekulation in die Pleite manövrieren, vom Steuerzahler gerettet werden. Nach den Regeln der Marktwirtschaft haftet jeder selbst für seine Fehler.
    Nicht so bei uns: hier wird von unten nach oben umverteilt.
    @I-dille

    ..das sag ich schon lange, Neoliberalismus.
    Und die wirklich Armen, die, was sie haben, für den täglichen Unterhalt ausgeben müssen, sind deshalb konservativ und wählen immer die Gleichen (wenn sie denn wählen), weil es ihre Kräfte übersteigt, über den morgigen Tag oder gar die Zukunft nachzudenken.
    Daraus kann frau den Schluss ziehen, dass die Oberschicht und die mittlere Oberschicht (die konservative Politik) dazu beiträgt, die untere Schicht dazu anzuhalten, sich mit den täglich auftretenden Problemen zu befassen, indem sie möglichst dafür sorgt, ihnen Mittel zu entziehen, die ihre Energie, über den Tellerrand hinauszuschauen, vermehren würden.

  7. Inaktiver User

    AW: Abgehängt - Armut in Deutschland

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und die wirklich Armen, die, was sie haben, für den täglichen Unterhalt ausgeben müssen, sind deshalb konservativ und wählen immer die Gleichen (wenn sie denn wählen), weil es ihre Kräfte übersteigt, über den morgigen Tag oder gar die Zukunft nachzudenken.
    Wenn sie bei den traditionellen Parteien blieben, ginge das ja noch an. Das Problem in manchen Ländern ist, dass sie den rechten Rattenfängern mit den blauen Augen nachlaufen. Und bei denen muss man wirklich um die Demokratie fürchten.
    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Daraus kann frau den Schluss ziehen, dass die Oberschicht und die mittlere Oberschicht (die konservative Politik) dazu beiträgt, die untere Schicht dazu anzuhalten, sich mit den täglich auftretenden Problemen zu befassen, indem sie möglichst dafür sorgt, ihnen Mittel zu entziehen, die ihre Energie, über den Tellerrand hinauszuschauen, vermehren würden.
    Ich glaube gar nicht, dass das bewusst gemacht wird. Die Armen sind ein Kollateralschaden, weil sie nicht am neoliberalen System teilnehmen können. Sie fallen durch den Rost. Indem die Angehörigen des Mittelstandes sich sagen, die Armen seien eh selbst schuld, weil sie faul und undiszipliniert sind, halten sie ihre eigene Angst vor dem Abstieg im Zaum.

  8. Inaktiver User

    AW: Abgehängt - Armut in Deutschland

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Für die Politiker ist das nicht mehr als ein Kollateralschaden, wenn sie dadurch das Defizit verringern können. Die Rechnung kriegen sie bei den nächsten Wahlen.
    Vor der Rechnung, die sie da kriegen, fürchtet sich niemand. Dann gehen die Verlierer der Wahl für eine Weile in die Opposition und alles bleibt beim Alten oder wird noch ein bisschen schlimmer. Oder hast du gemerkt, dass nach der Wahl etwas besser wurde? Durch die Wahlen ändert sich nichts, weil es keine wirkliche Alternative gibt. Die deutschen Politiker verweisen immer wieder auf die "globalen" Probleme, die sie nicht allein lösen können. Das Schlimme daran ist, dass es wahr ist.

  9. Inaktiver User

    AW: Abgehängt - Armut in Deutschland

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und die wirklich Armen, die, was sie haben, für den täglichen Unterhalt ausgeben müssen, sind deshalb konservativ und wählen immer die Gleichen (wenn sie denn wählen), weil es ihre Kräfte übersteigt, über den morgigen Tag oder gar die Zukunft nachzudenken.
    Colonna, die wirklich Armen haben längst resigniert und gehen in der Regel gar nicht zur Wahl. Allenfalls wählen sie die SPD, eine Partei, der wir unter anderem die Hartz-4-Sozialgesetze zu verdanken haben. Oder zählst du etwa die SPD zu den Konservativen? Na ja ... alle wollen irgendwie "mittig" sein, die frühere Einteilung in links/rechts, sozial/konservativ stimmt einfach nicht mehr. Ich bin gespannt, was mit der FDP jetzt passiert.

  10. Inaktiver User

    AW: Abgehängt - Armut in Deutschland

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Durch die Wahlen ändert sich nichts, weil es keine wirkliche Alternative gibt.
    Dass in Deutschland die "Alternativen", nämlich die Rechten und die Linke, bisher nicht wirklich stark geworden sind, spricht für die Vernunft der Wähler.

    Sieh dich im Rest Europas um, dort erhalten die rechten Parteien immer mehr Zulauf, zB. in Frankreich, der Schweiz und in Österreich. Gruselig.

    Was mit der FDP passieren wird? Vermutlich wird sie bei der nächsten Wahl wieder unter 5% sein, aus den ersten Länderregierungen ist sie schon wieder rausgeflogen. Rösler wird die Partei nicht retten können, sie hat sich längst einen Ruf als Klientelpartei erworben :-)

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