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  1. gesperrt

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    AW: Abgehängt - Armut in Deutschland

    ich glaube, es liegt auch mit am Mutterschutz ... daß es so viele befristete Arbeitsverhältnisse gibt.

    ich denke, das tut sich kein Arbeitgeber gerne an .. eine junge Frau einzustellen, die er jahrelang nicht wirklich gut loswird und die jede Menge Rechte hat ...


    ich meine kennt ihr noch eine junge Frau unter 40 die einfach mal so für fest angestellt wurde ....

    ich ja nun nicht ... gar keine.



    auf der einen Seite ist es ja irgendwie saubld, wenn man in dieser Situation ist .. es gibt so tolle Regelungen für Mütter , da kann man gut und sicher 1,2 Kinder in die Welt setzen
    nur, man kommt nicht in den Genuß, weil der Arbeitsvertrag halt einfach ausläuft ...

    und ja, das sind Armutsrisiken heutzutage ...


    AE mit kleinen Kindern wollte ich nicht werden .. damit hat man vermutlich das höchste Risko abgehängt zu sein und arm zu werden ....



    Gruß, B.
    Geändert von Blondine (08.06.2011 um 07:52 Uhr)

  2. gesperrt

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    AW: Abgehängt - Armut in Deutschland

    Zwang, endlose komplizierte Gesetze, ein ewiglanges und kostenintensives Gerichtsverfahren bei Kündigungen, Beschränkungen jedweder Art - vermitteln zwar den Eindruck von MEHR Rechten für Arbeitnehmer- führen aber im Endeffekt zu schlechteren Arbeitsbedingungen.

    Auch die Ungerechtigkeiten werden mit zahllosen Veränderungen im Kündigungsschutzrecht eben nicht abgeschafft, sondern nur verlagert.

    Bsp.: Abfindungen bei Kündigungen
    Diese beschäftigen ganze Heerscharen von Anwälten, Gerichten, Personalabteilungen etc. - und verhindern doch keine wirklich gewollte Kündigung! Aber AN in Kleinbetrieben, Betrieben in Insolvenz, in der Saisonbeschäftigung etc. erhalten derzeit gar keine Abfindung - Mitarbeiter in Großbetrieben erhalten oft bis zu einem 4-fachen Jahresgehalt.

    WENN man nun zBsp. das Kündigungsrecht vereinfachen würde (pro Beschäftigungsjahr - 0,5 Monatsgehälter Abfindung) ...
    -dann würden für AG und AN die hohen Anwaltskosten bei Gerichtsverfahren entfallen
    -dann könnte ein AG die fälligen Abfindungen als Aufwand bilanzieren (vgl. Pensionsaufwand)
    -dann hätten auch Beschäftigte von Insolventen Firmen einen Anspruch (vgl. Pensionen)
    -dann macht es für einen Betrieb keine Unterschied ob er alte oder junge AN beschäftigt
    -dann könnte man auch die Zeitarbeit beschränken - die Nachfrage würde eh drastisch sinken

    ABER
    -ein Grund weniger warum AN noch Gewerkschaften brauchen
    -Anwaltsverbände werden Sturm laufen (man beachte die Zahl der Abgeordneten mit Beruf RA)
    -AN in Großbetrieben werden "nach unten angepasst"
    -bei einer Übertragung auf Angestellte im Öffentlichen Dienst (inkl. Staatsfernsehen) wird es wohl eine mediale Hetzkampagne geben ...


    Der beste Schutz des Arbeitsplatzes besteht immer noch aus einer hohen Nachfrage nach Beschäftigten. Daran ändern auch zig neue Verordnungen und Gesetze nichts!

    Die strengsten Arbeitnehmerschutzgesetze haben derzeit Spanien, Griechenland und Frankreich - man beachte mal die Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit in diesen Ländern - viele AG können einfach keine AN einstellen - weil sie deren Abfindung in einer anhaltenden Krise nicht bezahlen können.

    Welche Privatfrau mit mittlerem Einkommen und Haus auf Kredit - würde denn zu "Konzernkonditionen" eine Putzfrau einstellen? Also Kündigungsschutz auch trotz kleinerer "Vergehen", Beleidigungen, schlechter Arbeit oder mieser Laune, langwieriges Kündigungsschutzverfahren mit Anwälten und Revisionen (parallel aber das Gehalt der Alten und der Neuen weiterbezahlen) und zahlen einer Abfindung von 4 Jahresgehältern nach langer Beschäftigung ...

    Der Gedanke "DANN - lass ich das lieber" ist auch einem "normalen" AG nicht fremd ...

  3. Inaktiver User

    AW: Abgehängt - Armut in Deutschland

    Zitat Zitat von boriba Beitrag anzeigen
    Welche Privatfrau mit mittlerem Einkommen und Haus auf Kredit - würde denn zu "Konzernkonditionen" eine Putzfrau einstellen? Also Kündigungsschutz auch trotz kleinerer "Vergehen", Beleidigungen, schlechter Arbeit oder mieser Laune, langwieriges Kündigungsschutzverfahren mit Anwälten und Revisionen (parallel aber das Gehalt der Alten und der Neuen weiterbezahlen) und zahlen einer Abfindung von 4 Jahresgehältern nach langer Beschäftigung ...
    Du hast noch die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall vergessen, die für Kleinstbetriebe so aussieht: die Angestellte ist krank und bekommt Geld, die Arbeitgeberin muss deren Arbeit mit machen und gleichzeitig für ihre Abwesenheit bezahlen

  4. Inaktiver User

    AW: Abgehängt - Armut in Deutschland

    Zitat Zitat von Blondine Beitrag anzeigen
    ich glaube, es liegt auch mit am Mutterschutz ... daß es so viele befristete Arbeitsverhältnisse gibt.

    ich denke, das tut sich kein Arbeitgeber gerne an .. eine junge Frau einzustellen, die er jahrelang nicht wirklich gut loswird und die jede Menge Rechte hat ...


    ich meine kennt ihr noch eine junge Frau unter 40 die einfach mal so für fest angestellt wurde ....

    ich ja nun nicht ... gar keine.
    Nee, Blondine, befristete Verhältnisse sind gang und gäbe - das hat nix mit dem Alter zu tun. Im sozialen Bereich z.B. : Meine Schwester hat schon vor 30 Jahren erstmal nur einen befristeten Vertrag gekriegt. Wie alle bei diesem Arbeitgeber - ob Mann oder Frau.

    In der freien Wirtschaft sah es mal anders aus.

    Ich hab von einer Bekannten, die bei verdi arbeitet erfahren, dass es in allen Bereichen mittlerweile normal ist, befristete Verträge abzuschliessen.

    Ausserdem: Wenn Firmen keine jungen Frauen mehr einstellen, weil sie schwanger werden könnten - und keine Frauen ab 40 mehr einstellen, weil sie zu alt sind - wen stellen die dann ein? (Sogar jüngere Männer sind heutzutage ein Risiko, am Ende nehmen die auch diese Elternzeit in Anspruch..)

  5. Inaktiver User

    AW: Abgehängt - Armut in Deutschland

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Info am Rande:

    Wer arm ist, aber nicht von ALG II lebt, hat ja keinen Anspruch auf Vergüngstigungen.

    Ein ALGII-Empfänger kriegt z.B. das Sozialticket, den Berlinpass und dadurch verbilligten oder kostenlosen Eintritt, BVG-Karte - oder auch kostenlose Lebensmittel von den Tafeln.
    Das stimmt so pauschal nicht, sondern ist von Kommune zu Kommune verschieden.


    Wer arbeitet und netto genausoviel wie ein ALGII-Empfänger hat - hat Pech.
    Ein ALGII-Empfänger kriegt die Betriebskostennachzahlung vom Jobcenter bezahlt, auch die Heizkostennachzahlung.
    Auch nicht richtig. Er kann aufstocken und ist somit im ALGII drin.

    Ein arbeitener Mensch mit wenig Einkommen rutscht schnell in die Schulden.
    Stimmt.

    Die Tafeln z.B. geben an gering verdienende Menschen nur dann Lebensmittel aus, wenn sie unter 900 € brutto verdienen. Das sind netto ca. 710 €.
    Stimmt so auch nicht.

    Ein alleinstehender ALG-II-Empfänger hat 742 € netto pro Monat.
    Falsch. Er hat 364 EUR plus einer angemessen Miete. Diese bekommt aber der Hauswirt und somit bleibt es bei 364 EUR.

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    AW: Abgehängt - Armut in Deutschland

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen


    Auch nicht richtig. Er kann aufstocken und ist somit im ALGII drin.
    "Aufstocken" kannst du nur, wenn dein Nettogehalt unter dem ALG II - Satz ist. Wenn du genauso viel netto hast, wie du mit ALG II hättest, bekommst du keinen cent "aufgestockt" und auch keine Vergünstigungen.


    Falsch. Er hat 364 EUR plus einer angemessen Miete. Diese bekommt aber der Hauswirt und somit bleibt es bei 364 EUR.

    Nein. Sleepies Rechnung stimmt schon. Und die Miete bekommt auch nicht automatisch der Vermieter sondern kann dir sehrwohl auf dein Konto ausbezahlt werden. Nur damit du noch ein bißchen das Gefühl hast, ein wenig selbstständig und "unabhängig" zu sein....

    Angemessener Wohnraum für eine Person sind 45m². Das dürften ca. 380,- warm sein.
    Geändert von B-i-m (09.06.2011 um 09:42 Uhr)
    "The fate of animals is of greater importance to me
    than the fear of appearing ridiculous;
    it is indissolubly connected with the fate of men."
    ~ Emile Zola

  7. gesperrt

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    AW: Abgehängt - Armut in Deutschland

    AHA ... und wenn ich 3000 € netto verdiene und 1000€ Miete zahle - dann verdiene ich nur 2000€ netto????

    Bei einem "normalen" Arbeitnehmer werden ALLE Gehaltsbestandteile im Einkommen erfasst. So wird zBsp. ein Firmenwagen als Einkommen versteuert, die Sozialabgaben abgezogen und Pensionsansprüche separat erfasst und alle sonstigen Ausgaben müssen dann erst noch abgezogen werden.

    Ich bin für eine richtige Auszahlung von H4-Geldern.

    ALSO

    364,00 € Standartsatz
    224,00 € Krankenversicherung
    350,00 € Mietkosten
    80,00 € Mietnebenkosten
    100,00 € Aufwendungen für Soziale Zusatzleistungen (Sozialticket, Umzug, Ersteinrichtung Wohnung, kostenloser Kiga-Platz etc.)
    100,00 € Aufwendung des Staates für Rentenversicherung, da Anspruch auf lebenslange Mindestrente anfällt

    ergibt ein "Bruttosozialhilfegehalt von € 1218,00. DANN können die Ausgaben wieder verteilt werden - vielleicht hört dann das lächerlich "runterrechnen" auf den Standartsatz auf! Dies entspricht dann einem umgerechneten (bei 150 Std./Mo) Nettostundenlohn von € 8,12/h - und man benötigt keine Arbeitskleidung, muss diese nicht Reinigen, hat keine Fahrtkosten, hat Zeit für Nebenbeschäftigungen ...
    Geändert von boriba (09.06.2011 um 10:09 Uhr)

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    AW: Abgehängt - Armut in Deutschland

    "The fate of animals is of greater importance to me
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    it is indissolubly connected with the fate of men."
    ~ Emile Zola

  9. Inaktiver User

    AW: Abgehängt - Armut in Deutschland

    Zitat Zitat von boriba Beitrag anzeigen
    ergibt ein "Bruttosozialhilfegehalt von € 1218,00.
    Klingt logisch, denn alle diese Kosten müssen bei anderen aus ihrem Einkommen bestritten werden.

  10. Inaktiver User

    AW: Abgehängt - Armut in Deutschland

    Zitat Zitat von boriba Beitrag anzeigen
    - Mitarbeiter in Großbetrieben erhalten oft bis zu einem 4-fachen Jahresgehalt.

    WENN man nun zBsp. das Kündigungsrecht vereinfachen würde (pro Beschäftigungsjahr - 0,5 Monatsgehälter Abfindung) ...
    wer bekommt denn noch Abfindung, wenn er aus fadenscheinigen Gründen aus dem Job gedrängt wurde? 4 Jahresgehälter? Wo denn? Ein halbes Monatsgehalt pro Beschäftigungsjahr? Schön wärs.

    Die Realität ist doch, dass man a) jemanden los wird, wenn man ihn loswerden will b) Arbeitnehmer grundsätzlich kein Recht auf Abfindung haben c) Kündigungen nicht begründet werden müssen d) durch kryptische Bemerkungen im Zeugnis meist noch nachgetreten wird, wenn sich der Gekündigte woanders bewirbt e) im Arbeitsamt intrigiert wird, damit der gekündigte AN noch für drei Monate gesperrt wird f) meist noch versucht wird ausstehende Lohnzahlungen oder Entschädigungen für nicht genommenen Urlaub oder Überstunden nicht zu bezahlen.
    Dass sich der AN dann wehrt, u. U. eben auch mit Hilfe von Anwalt und Gewerkschaft, ist doch sein gutes Recht.

    Dass das alles kein Einzelfall ist, kann man bei einer grossen Drogeriekette beobachten. Dort gibts Abschusslisten von Mitarbeitern, die missliebig wurden oder schlicht nur zu teuer.

    Stand 2008: Jeder 11. Arbeitsvertrag ist befristet. Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen sogar jeder 2. Und wenn man nur die neuabgeschlossenen nimmt, sind es schon 82%.

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