Dort wo ich arbeite: in der Schweiz. Was bedeutet, von der Arbeitslosigkeit trennen mich zwei Monate Kündigungsfrist und der Wille meines Chefs, mich weiter zu beschäftigen.
ja richtig. Wenn es für Firmen einfacher wäre, Festverträge aufzulösen, hätten sie auch weniger Hemmungen, Leute fest einzustellen... ohne dass es eine alljährliche Bitti-bätti-Runde geben müsste.
grüsse, barbara
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03.06.2011, 20:48
AW: Abgehängt - Armut in Deutschland
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04.06.2011, 05:43Inaktiver User
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04.06.2011, 07:07
AW: Abgehängt - Armut in Deutschland
In meiner Firma - ich bin im Logistikbereich - bekommt man zwei Jahre lang jeweils für ein halbes Jahr einen befristeten Vertrag. Nach den zwei Jahren wird man dann fest eingestellt.
Das bedeutet zwei Jahre lang Zittern, wobei man, wenn man seine Arbeit gut erledigt, zeitlich flexibel ist, nicht wegen jedem bisschen Schnupfen krank feiert, den Festvertrag dann auch bekommt.
Das Problem ist, dass viele sich die zwei Jahre lang bis zum Festvertrag zusammenreißen, Überstunden machen, nie krank sind etc., und dann, sobald sie den unbefristeten Vertrag in der Tasche haben, sich um 180 Grad drehen, weil man sie nicht mehr rausschmeißen kann. Mich kotzt das dermaßen an. Da wünsche ich mich echt, dass die Firma die Faulenzer- und Blaumacherfraktion loswerden kann, egal wie lange sie in der Firma sind.
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04.06.2011, 07:22Inaktiver User
AW: Abgehängt - Armut in Deutschland
...und das ist verwunderlich? dein Zitat passt doch hier voll hin. Wenn ich zwei Jahre unter Hochdruck alles runterdrücke, wo wird das hinwollen, wenn der Druck von oben schlagartig unterbrochen wird?
genau mit diesem Druck finden Firmen doch mehr als genug Ersatzleute, die so ticken wie sie sie brauchen, erst stramme Leine und wenn du nicht willst, Leinen los und tschüss...
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04.06.2011, 09:12
AW: Abgehängt - Armut in Deutschland
ja, ich weiss. in den letzten zehn, fünfzehn Jahren sind ja sehr viele neue Mitarbeiter aus Deutschland gekommen, besonders aus dem Osten. Was die so erzählen, klingt ziemlich gruselig...dass gelernte, fleissige, seriöse Berufsleute einfach keine Arbeit finden, das kann's nicht sein.
Allerdings, in der Schweiz bedeutet Festanstellung durchaus, dass eine Kündigung jederzeit kommen kann. Auf der faulen Haut zu liegen empfiehlt sich auch als Festangestellte nicht wirklich...
grüsse, barbara
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07.06.2011, 19:04
AW: Abgehängt - Armut in Deutschland
was hörte ich letztens für einen Spruch? Ein fester Arbeitsvertrag ist nur so lange fest, bis der Chef dir kündigt.....betriebsbedingt geht doch gut. Ich kenne einen Chef, der kam sogar bisher immer ohne Abfindung zahlen zu müssen vor dem Arbeitsgericht davon. Es gibt Mittel und Wege.....
Die Arbeitgeber werden in Deutschland doch die letzten Jahre mehr als hehätschelt und stellen trotzdem kaum mehr fest ein. Man denke mal an die Krankenkassenbeiträge, die für den AG stabil bleiben, für den AN aber eine Endlos-Schraube sind. Oder wie während der Krise das Kurzarbeitergeld voll ausgeschöpft wurde und die Mitarbeiter danach trotzdem entlassen wurden. Probezeit kann man doch schon Jahre nach 6 Monaten um weitere 6 verlängern und kurz davor kickt man die Mitarbeiter dann halt- man braucht dann nichtmal Gründe anzugeben. Praktisch. Also ich finde, das ist schon locker genug mit dem Kündigungsschutz.
Solche Arbeitgeber sind nicht besser als die Faulen, die (wirklich) keinen Bock zum Arbeiten haben.
Die Deutschen sind laut Medien am besten in der Krise weggekommen. Und? Wie viele arbeiten für weniger Lohn am selben Arbeitsplatz, weil ihnen eingetrichtert wurde: lieber weniger Geld, mehr arbeiten, als gekündigt werden. Sowas ist für mich Erpressung.
Besonders schäme ich mich aber für ein Land wie unseres, dass Menschen sich von ihrem kargen Lohn, den sie für ihre Vollzeitarbeit bekommen, nicht mehr selbst versorgen können und aufstocken müssen.
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07.06.2011, 20:13Inaktiver User
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07.06.2011, 20:57Inaktiver User
AW: Abgehängt - Armut in Deutschland
Info am Rande:
Wer arm ist, aber nicht von ALG II lebt, hat ja keinen Anspruch auf Vergüngstigungen.
Ein ALGII-Empfänger kriegt z.B. das Sozialticket, den Berlinpass und dadurch verbilligten oder kostenlosen Eintritt, BVG-Karte - oder auch kostenlose Lebensmittel von den Tafeln.
Wer arbeitet und netto genausoviel wie ein ALGII-Empfänger hat - hat Pech.
Ein ALGII-Empfänger kriegt die Betriebskostennachzahlung vom Jobcenter bezahlt, auch die Heizkostennachzahlung.
Ein arbeitener Mensch mit wenig Einkommen rutscht schnell in die Schulden.
Die Tafeln z.B. geben an gering verdienende Menschen nur dann Lebensmittel aus, wenn sie unter 900 € brutto verdienen. Das sind netto ca. 710 €.
Ein alleinstehender ALG-II-Empfänger hat 742 € netto pro Monat.
Wenn es Menschen finanziell besser geht, wenn sie nicht arbeiten gehen, dann läuft das was gewaltig schief.
(Kann sein, dass ich mich wiederhole - aber die Laib-und-Seele-Geschichte mit den 900 € brutto hat mich grad sehr aufgeregt...)
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07.06.2011, 21:06Inaktiver User
AW: Abgehängt - Armut in Deutschland
Warum bleibt man dann nicht besser zuhause und kasiert 742.- Euro , hat den ganzen Tag frei und macht vielleicht noch bissel was schwarz nebenbei .
Für 710.- Netto den ganzen Tag seine Zeit an so einem Sklavenarbeitsplatz zu verschwenden ist doch nichts was förderlich ist im Gegenteil wird mit solchen Jobs zusätzlich Armut generiert .
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07.06.2011, 21:14




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