Soll das auch ein Pro-Argument sein:
Atomstrom und die damit verbundenen Unfälle incl. strahlendem Müll sind Schicksal, es geht nicht ohne denn wir sind inzwischen zu viele Menschen.
Mmmh.
Ja, dann bin ich aber auch dafür, das zu Ende zu denken und konsequent zu Ende gedacht, ist das tatsächlich .... ein two in one Ansatz.
Läuft das dann aber auch noch unter "friedlicher" Atomkraftnutzung?
- Und hier komme ich an meine Grenzen:
Auf einer philosophischen Ebene kann ich mich damit auseinandersetzen:
Atomkraft als Schicksal.
Wenn ich wollte. Will ich aber nicht.
Denn: Auf der praktischen Ebene müsste man dann ein paar Atombomben zünden.
Geht schneller, ist billiger, macht nicht soviel Umwelt auf ewig unbrauchbar.
Der Atom-Ansatz ist mir zu zynisch, so gut kann es "uns" gar nicht gehen.
Ich bin davon überzeugt, dass die Energie, die zur Pro-Argumente-Findung verbraten wird, woanders besser eingesetzt wäre. An manchen Stellen sollte man einfach aufhören weiterzudenken und konsequenterweise auch aufhören, damit herumzuspielen und Feldversuche zu machen, die nicht abbrechbar sind.
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Thema: Atomkraft in Deutschland
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11.04.2011, 11:27Inaktiver User
AW: Atomkraft in Deutschland
Geändert von Inaktiver User (11.04.2011 um 11:32 Uhr)
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12.04.2011, 11:47
AW: Atomkraft in Deutschland
Zynisch ist genau das richtige Wort, aber von der Hand zu weisen ist das Argument trotzdem nicht. Die Überbevölkerung ist wirklich ein Riesenproblem. Und irgendwie macht mich das auch sauer. Warum müssen die in den armen Ländern eigentlich so viele Kinder kriegen? Mich nervt das, aber es scheint ein Tabu zu sein, das zu kritisieren. Ich würde nie ein Kind in die Welt setzen, wenn ich jetzt schon weiß, dass ich es nur schlecht ernähern kann. Kinder als Altersversorgung? Finde ich egoistisch. Keine Verhütungsmittel vorhanden? Dann muss ich halt enthaltsam leben, wieviele Leute müssen bei uns ohne Sex leben?
Aber wie gesagt, man darf das nicht kritisieren, es ist ein Tabu. Sogar Peter Singer, ein von mir geschätzter Philosoph, schrieb dazu in "Praktische Ethik", wir sollen uns lieber mal an die eigene Nase fassen. Wir zeugen zwar nicht zu viele Kinder, aber wir essen zu viel Fleisch und die vielen Rinder...das ist auch eine Art von Überbevölkerung! Recht hat er, aber ich musste trotzdem lachen über die unfreiwillige Komik.
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12.04.2011, 12:17
AW: Atomkraft in Deutschland
Wie verlogen ist das denn.
Da hätten wir Deutschen nach dem 2. Weltkrieg aussterben müssen.
Ich weiß nicht wie alt du bist, vielleicht hat man damals deinen Eltern auch vorgeworfen, dich als Kind in die Welt zu setzen, ohne über genügend Ressourcen zur nachhaltigen Versorgung für dich zu verfügen.
Schon der Hammer, was da in den Köpfen vor sich geht.
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12.04.2011, 14:05
AW: Atomkraft in Deutschland
Das war natürlich etwas provokativ von mir gemeint, aber ich verstehe deine heftige Reaktion trotzdem nicht so ganz.
Es ist doch so, dass die Überbevölkerung, die der Erde zu schaffen macht, in den Entwicklungsländern entsteht. Je ärmer das Land, desto mehr Kinder, mal grob gesprochen.
Natürlich haben die ärmeren Länder auch ein Recht auf Wohlstand und deshalb muss es wohl Atomstrom, Kohlekraftwerke usw. geben.
Wir dagegen sollten unseren Wohlstand zurückschrauben.
Ich bin bereit, zugunsten der ärmeren Länder auf Strom zu verzichten, aber frag mich trotzdem: warum müssen die eigentlich so viele Kinder haben?
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12.04.2011, 20:09
AW: Atomkraft in Deutschland
Übrigens sagte schon im Jahr 1986 Erwin Glahe, der damalige leiter von Hamm-Uentrop, zu den diversen pannen dort:
'Man kann ja nicht immer so blöde denken, wie's manchmal kommt.'
Dieser satz hat immer noch absolute gültigkeit.
WDR MEDIATHEK - WDR.de ab 18:00, Hamm-Uentrop ab ca. 22:00nichts ist wie es scheint
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13.04.2011, 08:58
AW: Atomkraft in Deutschland
Der erste Fehler war, überhaupt auf Atomstrom zu setzen. Kein vernünftiger Mensch würde eine Dose kaufen,wenn er nicht weiß, wie er die entsorgen soll, bei AKWs war dieser Aspekt offensichtlich völlig nebensächlich

Wir als Verbraucher haben die Möglichkeit, mit den Füßen abzustimmen. Ich beziehe 100% "Ökostrom" von Naturstrom, da wird pro Kilowattstunde sogar noch 1,25 Cent in regenerative Energien investiert, andere vertrauenswürdige Anbieter sind z.B. Lichtblick oder Greenpeace. Würden sich alle Menschen so verhalten, wäre das ein starkes Signal in Richtung der Atomstrom- Lobby.
Wer sich heute ein Haus baut, sollte die Photovoltaik- Anlage ebenso ins Auge fassen wie die Solarzellen auf dem Dach, dann lieber auf Schnickschnack wie elektrisch betriebene Rolländen verzichten.
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13.04.2011, 09:54
AW: Atomkraft in Deutschland
ich kann mich noch an die Diskussionen in den 50er Jahren erinnern und an eine Jahresausgabe vom "Universum" (Technik und Wissenschaft für Kinder):
Die damaligen Befürworter haben einen Slogan in die Welt geblasen: Wir haben die enorme Kraft der Atombombe gezügelt und wir werden ewig sichere Energie haben. Ich habs geglaubt, nur meine Tante in der Schweiz kämpfte gegen das geplante Nuklearkraftwerk in Kaisersaugst (bei Basel). Ihr Hauptargument war: wir haben keinen Müllplatz für den strahlenden Abfall. Das Ding wurde nicht gebaut.
Als junger Mann habe ich als Arbeiter an den Nuklearkraftwerk in Holyhead, Wales, mitgebaut. Ich habe damals penibel die Schweißnähte in den Brennkammern geprüft und die walischen Schweißer verrückt gemacht. Ich wusste, an den Teil des Reaktors kommen wir nie wieder dran. Das sollte für die Ewigkeit halten. Soweit ich weiß, halten die Schweißnähte bis heute, aber der Sekundärkühlkreislauf ist nicht dicht. Das Kraftwerk versaut seit Jahrzehnten die irische See.
Bei aller meiner Gegnerschaft zu Atomkraftwerken sehe ich mit Bedenken, wie alle möglichen alternativen Ernergieerzeugungen mit derselben Inbrunst heute beworben werden, wie in den 50er und 60er Jahren die Atomkraft. Alle Einwände werden abgestempelt mit den Worten "Dann befürwortest Du die Atomkraft". Das ist falsch. Auch die alternativen Energien bergen ein Gefahrenpotential, das genau geprüft werden muss.
Wir sollten die Fehler der alten Leute wie mich nicht wiederholen und blauäugig den hohen Versprechen trauen.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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13.04.2011, 10:10
AW: Atomkraft in Deutschland
@Opelius, Kaiseraugst hätte dem ganzen noch die Krone aufgesetzt. Hier im Südschwarzwald sind wir von KKW s umzingelt.
Bei Freiburg eins (franz.)
Im Aargau drei (Schweiz)
in der Nähe von Bern (Schweiz) noch eins.
Ähnlich wie du denke ich, dass man nicht vor lauter Panik falsche Entscheidungen treffen sollte. Mir kommt es im Moment aber vor, als würden die panikartigen Entscheidungen und Kehrtwendungen gerade von CDU und FDP veranstaltet. Es scheint in der gesamten Politik ein ruhiger Pol zu fehlen.Ich bin, also denke ich
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13.04.2011, 10:47
AW: Atomkraft in Deutschland
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13.04.2011, 11:48
AW: Atomkraft in Deutschland
Ja, es geht um die Windkraftanlagen in der Nord- und Ostsee. Um diese Windräder standsicher zu machen, müssen Pylone etwa 30 bis 40 Meter in den schlammigen Untergrund gerammt werden. Das heißt, der Meeresboden wird geradezu umgepflügt. Bei Starkwind müssen die Räder aus dem Sturm gedreht werden, weil sonst durch die zu hohe Rotation die Flügel abreißen.
Trotz der Propaganda von Regierungen und Konzernen sollte man sich keine Illussionen über die kurzfristigen Chancen der Offshore-Windenergie machen. Derzeit sind die Ausbaupotenziale der Windenergie an Land noch sehr viel größer als im Meer. Und vor allem: Von der Windenergie an Land können Bürger/innen, Landwirte, mittlere Unternehmen und Kommunen profitieren, während bei der Offshore-Windenergie wieder einmal nur die Großkonzerne im Geschäft sind.
Die 4 großen Schwestern sind sehr daran interessiert, denn sie können durch das Ernergieerneuerungsgesetz alle Investiutionen auch die milliardenschweren Seekabel vom Endverbraucher wiederholen.
Es geht auch um Desertec, Wüstenstrom. Auf Phoenix war eine Sendung darüber. Irgendjemand hat hier schon daraufhin gewiesen. Es müssten Gleichstromleitungen von der Sahara entweder über Spanien und Frankreich oder über Ägypten, Israel, Libanon, Syrien und Türkei gezogen werden, um Strom nach Europa zu transportieren. Allein der Leitungsausbau würde Billionen verschlingen und uns abhängig von den Durchleitungsländern machen.
Natürlich müssen diese Projekte angestoßen und weitergeführt werden. Aber es als alleinseligmachende Ernergiequelle zu bezeichnen würde uns in denselben Trugschluß führen wie vor 50 jahren die Kernernergie.
Ich bin sehr misstrauisch, wenn es um Großprojekte geht. Sie nutzen nur den hoch bezuschussten Investoren. Dezentrale Energieversorgung halte ich für unsere einzige Chance.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel



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