... weshalb die Grünen für mich nicht mehr wählbar sind ...
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06.04.2011, 09:29Inaktiver User
AW: Was spricht eigentlich gegen J. Trittin ?
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06.04.2011, 09:45
AW: Was spricht eigentlich gegen J. Trittin ?
Das militärische Eingreifen in Lybien ist genauso von geostrategischen Interessen geleitet wie das in Jugoslawien.
Zur Erinnerung:
Am 24. März 1999 begann mit Unterstützung der Grünen-Fraktionsmehrheit, der 11-wöchige Bombenkrieg gegen Jugoslawien. Der dritte deutsche Krieg innerhalb eines Jahrhunderts gegen Jugoslawien - die Bomben trafen nicht nur militärische, sondern auch zivile Objekte. 2000 bis 2500 Zivilisten kamen ums Leben - darunter 785 Kinder. Die NATO traf mit ihren Bomben etwa 200 Fabriken, 190 Schulen, 50 Spitäler, 50 Brücken, 5 Zivilflughäfen sowie ungezählte Wohnhäuser und Agrarbetriebe, so schätzen unabhängige Ökonomen. 500.000 bis 600.000 Arbeitsplätze wurden vernichtet. Dabei wurde auch die gefährliche Uran-Munition eingesetzt, wovon viele Menschen noch heute unter den Spätfolgen der atomaren Strahlung leiden. Der Krieg war durch kein UN-Mandat gedeckt, er verstieß darüber hinaus auch gegen das deutsche Grundgesetz.
Dazu Oberstleutnant Jürgen Rose, Mitarbeiter im Luftwaffenamt der Bundeswehr :
"Der Interventionskrieg der Nato gegen Jugoslawien war mitnichten jener rein humanitäre "Kreuzzug für die Menschenrechte", als der er der Weltöffentlichkeit verkauft wurde. Er war durchaus von harten realpolitischen Interessenkalkülen determiniert. Letztere wurden allerdings von den beteiligten Akteuren systematisch hinter den Argumentationswolken universeller Moral verschleiert. Es zeigt sich zum wiederholten Male, dass es unter den Bedingungen medialer Omnipräsenz stets die `Schlacht der Lügen´ ist, die einen Krieg entscheidend prägt"
Oberstleutnant Jürgen Rose, Mitarbeiter im Luftwaffenamt der Bundeswehr
(Berliner Zeitung, 24.11.99).
Viele Informationen dazu:
Kosovo-/Jugoslawienkrieg - Die Wahrheit muß ans Licht
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06.04.2011, 09:55Inaktiver User
AW: Was spricht eigentlich gegen J. Trittin ?
für utopia_2020
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06.04.2011, 10:12Inaktiver User
AW: Was spricht eigentlich gegen J. Trittin ?
Die Ironie in der Sache ist: das stimmt nicht nur nicht, es ist sogar das glatte Gegenteil der Fall.

Das sieht man im Fall Jugoslawiens insbesondere an der Haltung der Russen und Frankreichs, sowie an der zögerlichen Haltung der USA.
Wovon ist eigentlich die kategorische Ablehnung militärischer Intervention durch die Linkspartei geleitet? Ist es die unüberwindliche Abneigung der Ex-SED-Mitglieder gegen die NATO, wie ich vermute? Oder ist es einfach nur der Versuch die Wählerstimmen von Grünen-Anhängern einzusacken?
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06.04.2011, 10:14
AW: Was spricht eigentlich gegen J. Trittin ?
Die Aufzählung der geostrategieschen Interessen und der durch Nato getötenen Zivilisten ist immer entweder heuchlerisch oder naiv, je nachdem von wem sie kommt natürlich.
Was die geostrategischen Interessen angeht: Es will doch wohl niemand behaupten, die Nato hätte Militäreinsätze in Ex-Jugoslawien geflogen, wenn es diese unermesslich schreckliche Tragödie dort nicht gegeben hätte?
Oder, dass durch das Eingreifen der NATO mehr Zivilisten umgekommen sind als ohne eingreifen der Nato?
Das glaubt Ihr doch selber nicht.
Jemand, der mit der Begründung "ich bin gegen Gewalt" einen Mann gewähren lässt, der eine Frau vergewaltigt oder einen anderen erschlägt, anstatt ihm wenigstens in den Arm mit der Eisenstange zu fallen: Der ist doch nicht gegen Gewalt, sondern der gibt nur den Pontius Pilatus.Geändert von Ahab (06.04.2011 um 10:18 Uhr)
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06.04.2011, 10:17
AW: Was spricht eigentlich gegen J. Trittin ?
Also zunächst einmal:
Auch eine eindeutige Mehrheit auf dem Bundesparteitag der Grünen unterstützte diesen Krieg.
Und ja: IMMER werden auch Unschuldige getötet in einem Krieg, selbst wenn man ihn für unausweichlich oder 'gerecht' oder sonstwas hält. Und ebenso gibt es komplexe Interessen und auch 'unlautere' Motive von einigen Beteiligten sind mit vorhanden.
Allerdings: wer wie du in solchen Fällen 'dagegen' argumentiert, muss zumindest zugestehen, dass durch ein Nicht-Eingreifen EBENSO (und weiterhin) unschuldige Zivilisten und Kinder ermordet worden wären. Und zwar ganz GEZIELT weiterhin!!! ermordet worden wären - eindeutig rassistisch motiviert inkl. Massenvergewaltigungen von Frauen und weiterer Kriegsverbrechen.
Im Übrigen find ich es fragwürdig, dass du von einem 'dritten deutschen Krieg innerhalb eines Jahrhunderts gegen Jugoslawien' sprichst.
Willst du den Nazi-Ausrottungskrieg in Europa in einen Topf werfen mit den Luftangriffen der Nato im ehemaligen Jugoslawien? Willst du am Ende zuallererst von den deutschen zivilen Opfern sprechen, die durch die Bomben der Allierten getötet wurden, wenn wir vom zweiten Weltkrieg reden?
Wie gesagt: mindestens ist alles ein moralisches Dilemma, darauf könnten wir uns einigen.
VanDyckEs gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
dann durchfluten sie mich wie Regen ...
American Beauty
Nothing in life is as important as you think it is, while you are thinking about it.
Daniel Kahneman
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06.04.2011, 10:18Inaktiver User
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06.04.2011, 10:20Inaktiver User
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06.04.2011, 10:23Inaktiver User
AW: Was spricht eigentlich gegen J. Trittin ?
Ein Pazifismus, der tatenlos zusieht wie ein Diktator sein Volk zusammenbombt und auch auf Hilferufe nicht reagiert - der kann mir gestohlen bleiben.
Wenn man - wie Utopia - die unselige deutsche Geschichte für Vergleiche bemühen will, wie wäre es dann mit folgendem:
Diese Sorte Pazifismus würde sich dann wohl schützend vor das Dritte Reich gestellt haben, das u.a. von den USA "aus geostrategischen Gründen" angegriffen wurde.
.Geändert von Inaktiver User (06.04.2011 um 10:30 Uhr)
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06.04.2011, 10:24Inaktiver User


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