Ich glaube: das führt zu nichts.
Menschen verändern sich, wenn sie unter bestimmten Bedingungen arbeiten; das gilt auch für Politiker.
Es kommt aus meiner Sicht auf die Gesamt-Konstellation in der jeweiligen (geschichtlichen) Situation an.
Und jeder Politiker ist immer Subjekt seiner selbst und Objekt der jeweiligen Verhältnisse zugleich.
Das sieht man ja am besten an der jetzigen Regierung: am Ende ist sie ausgerechnet DIE Regierung, die nun wirklich endgültig und aufgrund der Umstände den schnellsten Ausstieg aus dem Atomzeitalter beschließen wird.
Wenn es so oder ähnlich passiert ... selbst Frau Merkel hätte sich das vor einem Monat noch nicht träumen lassen; sie ist eben nicht nur Subjekt in der Politik.
Und auch Joschka Fischer hätte sich 1990 nicht vorstellen können, das ausgerechnet er mit an vorderster Stelle acht Jahre später dafür sorgen würde, dass Deutschland das erste Mal an einem 'Kriegseinsatz' (in Bosnien) teilnehmen würde.
Die Menschen machen ihre Geschichte selbst, aber nicht aus 'freien' Stücken.
VanDyck
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03.04.2011, 23:58
AW: Was spricht eigentlich gegen J. Trittin ?
Es gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
dann durchfluten sie mich wie Regen ...
American Beauty
Nothing in life is as important as you think it is, while you are thinking about it.
Daniel Kahneman
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04.04.2011, 10:27
AW: Was spricht eigentlich gegen J. Trittin ?
Ja, ich denke das auch.
Dass die jetzige Regierung ihre bisherige Haltung zum Atomkraft-Ausstieg nach den Erfahrungen in Japan neu überdenken muss, fällt für mich deshalb auch nicht nur unter Wahlkampf.
Ich finde es richtig, wenn man nicht wider besseres Wissen an alten Parteiprogrammen festhält.
Mir fällt da immer Graf Lambsdorff ein, der mal, auf einen Schwenk in der Politik angesprochen, (in etwa, den exakten Wortlaut weiß ich nicht mehr) nüchtern sagte: "Soll man etwas weiter machen, wenn man festgestellt hat, dass es falsch war?"
Fand ich gut.
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04.04.2011, 10:37
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04.04.2011, 10:46
AW: Was spricht eigentlich gegen J. Trittin ?
Nur Merkel stellt das so dar, als hätten alle die Gefahren der Kernkraft falsch eingeschätzt. Wenn ich sie reden höre: "Man konnte nicht wissen....." Das stimmt nicht, da lügt sie. Wahr ist, dass in unserer Gesellschaft und in manchen anderen Parteien immer von den großen Risiken gewarnt wurde. Das wollte Merkel, die noch 2 Tage vor dem Moratorium noch sagte: "die AKWs in Deutschland sind sicher" nicht hören. Jetzt zu sagen: "Keiner konnte wissen...." ist eine ganz unverschämte Lüge.
Ich bin, also denke ich
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04.04.2011, 11:29
AW: Was spricht eigentlich gegen J. Trittin ?
@Wolfgang
Die Erfahrung, dass ein hochindustrielles Land wie Japan doch relativ hilflos zusehen muss, ist für mich schon unter erweitertem Wissen einzustufen.
Ich würde es auch besser finden, wenn Frau Merkel einfach sagen würde "Wir haben die Gefahren doch unterschätzt".
Aber Du denkst nicht, dass die jetzige Regierung einfach normal mit der bisherigen Atompolitik weitermachen sollte?
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04.04.2011, 13:16
AW: Was spricht eigentlich gegen J. Trittin ?
Das fällt aber nicht unter meine Bemerkungen aus Beitrag 131.
Bspw. konnte Joschka Fischer in jungen Jahren nun wirklich nicht voraussehen, dass in den 90er Jahren mitten in Europa erneut damit angefangen wurde, einen rassistisch motivierten Ausrottungskrieg zu führen und er daraufhin seine Auffassung hinsichtlich militärischen Einschreitens korrigierte.
Wie ich schon schrieb: es kommt auf dei Gesamtkonstellation an hinsichtlich einer Beurteilung der 'Glaubwürdigkeit' von Politikern.
Angela Merkel und Co. hätten nämlich allerspätestens seit Tschernobyl vor 25 Jahren wissen MÜSSEN, dass 'es' WIEDER!!! passieren kann. Daher ist der (mögliche) Schwenk in der Atompolitik von CDU und FDP mit dem Makel der Unglaubwürdigkeit und der Wahlkampftaktik weiterhin behaftet.
Oder sie sind einfach nur doof, das wäre natürlich auch noch möglich, glaub ich aber nicht.
Das jahrzentelange verbissene festhalten an der Kernenergie entsprang aus meiner Sicht im Wesentlichen schlicht und einfach dem kaltschnäuzigen Kalkül, verknüpft mit den massiven Einflüssen der Atomindustrie auf die konservativ-liberalen Politiker.
VanDyckGeändert von VanDyck (04.04.2011 um 13:21 Uhr)
Es gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
dann durchfluten sie mich wie Regen ...
American Beauty
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Daniel Kahneman
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04.04.2011, 13:38
AW: Was spricht eigentlich gegen J. Trittin ?
Wenn ich so lese, mit welcher Mehrheit die „Alten“ jenseits der 70 herbeigesehnt werden, wird mir mulmig.
Letztlich sind es die alten Tugenden und Rezepte, nach denen verlangt wird und deren Durchsetzung man nur den „Alten“ zutraut.
Man kann es auch kürzer ausrücken, die heutigen Politiker haben keine Ideen, keinen Mut, kein Durchhaltevermögen für Neues, was den geänderten Anforderungen und Erwartungen gerecht wird, hinzu kommt die Ungeduld des Volkes, alles muss sofort und gleich passieren, deshalb die Sehnsucht nach den rauchenden, zitternden, uneinsichtigen und alterstarren Alten.
Die Talkshows mit dieser ausgemusterten Garnitur sind schon anstrengend, Politik mit denen würde zur Satire verkommen.
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04.04.2011, 14:43
AW: Was spricht eigentlich gegen J. Trittin ?
Das denke ich nicht. Es ist gut, dass auch die CDU langsam zu der Erkenntnis kommt, dass von dem Betrieb eines AKW (auch in westlichen Industrieländern) große Gefahren ausgehen. Andere wussten das schon längst. Nur die Physikerin Merkel konnte sich nicht vorstellen, was da passieren konnte. Andere, wie gesagt, schon.
Ich bin, also denke ich
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04.04.2011, 16:54
AW: Was spricht eigentlich gegen J. Trittin ?
AugsburgerAllgemeine
eine Käsblatt erster Güte: Klick mal deinen eigenen Link an, und vergleiche Titel mit Titelunterschrift und Bildunterschrift.
Trittin sagt nix falsches.
Wer vermag sich überhaupt ein Bild zu machen von der Lage in Libyen, wer kennt die Aufständischen dort un ihre Hintermänner?
Das was ich gegen Gadaffi zählen lassen würde, wäre die Bestätigung der angeblichen 60 Milliarden Dollar, die sein Clan im Ausland angelegt haben soll (laut unbestätigter Schätzung seiner Widersacher in Libyen). 60 Milliarden Dollar ...eine unverschämte Summe, falls am libyschen Volk vorbei geschleust...
Übrigens etwa genausoviel wie unsere Albrechts aus dem ALDI-Clan per Preisaufschlag auf Billig-Lebensmittel zusammengemopst und geknausert haben. Von deutschen Unter- und später auch MIttelschichtsmenschen.
Die ALdis kann aber weder politisch verantwortbar machen noch sonst zum Teufel jagen. ... Hm, Luftwaffentechnisch ließe sich die Angelegenheit in einer Nacht dagegen zuverlässig erledigen. Bei Vorwarnung sollte das ohne Kollateraltote abgehen, und zum volkswirtschaftlichen Schaden Deutschlands wärs sicher auch nicht.
ich denke mal nur an die sich auftuende Gelegenheit zur Verbesserung des Architekturniveaus Deutschland.
Nichts gegen Antje Vollmer.
Trittin und das Volk:
Scheint wirklich keine Liebe auf den ersten Blick zu sein.
Das besagte Leuchten in Trittins Augen würde ich seiner Lust an intellektuellem Wettstreit zumessen. Wie eben ein Richter oder Anwalt, dem es soeben gelingt der Wahrheit ein Stück näher gekommen zu sein, indem er etwas per kluger und aufmerksamer Bestandsaufnahme herausgefunden hat, bzw die entscheidende enttarnende Frage dorthin formuliert hat.
Ihm geht es nach meinem Empfinden nie um die Zerstörung eines Politikers der Gegenseite. Ich erinnere mcih wie vorsichtig und höflich freundlich er mit Guttenberg und auch Westerwelle umging. Das war mir schon eher zuviel an Gentlemanlikeness.
Ein Roger Federer der Politik also eher , gänzlich das Gegenteil von Wadenbeißer.Geändert von hombre (04.04.2011 um 16:58 Uhr)
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04.04.2011, 19:37Inaktiver User
AW: Was spricht eigentlich gegen J. Trittin ?
Trittin sagte gleiches auch bei der ARD:
Zitat von hombre
http://www.tagesschau.de/inland/reak...libyen118.html
Aus "meinem" Link:
Zitat von hombre
Die Bundesregierung hätte zustimmen und ihre Bedenken durch einen Anhang zur Resolution ausdrücken können. Letztlich würden verschärfte Sanktionen bis hin zu einem kompletten Wirtschaftsembargo und nicht Bombardements den Konflikt entscheiden, sagte Trittin.
Mir leuchtet nicht ein, dass Trittin findet, die Bundesregierung hätte dem Krieg zustimmen sollen, obwohl er andererseits der Ansicht ist, dass letztendlich Wirtschaftsembargo und nicht Bombardements den Konflikt entscheiden werden.
Mir gefällt nicht, dass er nicht ganz klar
zum Militäreinsatz gegen Libyen sagt.
Ich zitiere Klaus Ernst:
Es gab mal eine Zeit, da war die SPD eine Friedenspartei. Es gab mal eine Zeit, da waren die Grünen eine Friedenspartei. Damals hat Willi Brandt die Worte gesagt: "Krieg ist nicht mehr die ultima ratio, sondern die ultima irratio." Wie weit haben sich die SPD und die Grünen eigentlich von ihren Positionen entfernt?
Geändert von Inaktiver User (04.04.2011 um 20:02 Uhr)



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