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    AW: Ausstieg aus Atomkraft: Gestaltungsmöglichkeiten

    #Wolfgang60

    Ich sehe schon erhebliche Unterschiede zur Anfangszeit der Kernenergie. Damals wollte einfach keine Firma in die Kernenergie einsteigen. Die Grundforschung war noch nicht ausgereift, die Investitionssummen enorm UND man verdiente mit den vorhandenen Kohlekraftwerken genug Geld und befürchtete reine Kannibalisierungseffekte aber kein zusätzliches Wachstum (Stromverbrauch bleibt ja gleich).

    Der Staat investierte also in Grundlagenforschung und Probereaktoren - thats it!

    Keine Regelung über garantierte Strompreise auf X-Jahre, kein Eigenbetrieb von staatlichen Kernkraftwerken, keine Entlastung von Kosten für den Leitungsbau und Umlage von dauerhaften Mehrkosten auf die Verbraucher.

    Dies sind schon erhebliche Unterschiede!

    Was meinst du - was wird Grün-Rot in Ba-Wü machen, wenn es nicht genügend Investoren für Windkraft gibt - die Atomkraftwerke werden ja bald abgeschaltet ...

    Warum sollte ein Betreiber nun auch noch in moderne Kohle- und Gaskraftwerke investieren? Gemäß Plan wird diese Energie doch in ein paar Jahrzehnten nicht mehr benötigt - ausserdem hat Ökoenergie den Vorrang, dh. bei viel Wind und Sonne wird diese Energie zu 100 % vergütet - die konventionelle Energie wird nur nach tatsächlichem Absatz honoriert. Da kann dann ein neues Kraftwerk auch mal mehrere Stunden, Tage oder Wochen ohne Stromabnehmer dastehen - ein betriebswirtschaftliches Harakiri ...

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    AW: Ausstieg aus Atomkraft: Gestaltungsmöglichkeiten

    boriba, ich bin weder links noch rechts, auch nicht grün. Daher kann ich so reden wie ich will. Auch zum Leidwesen mancher User hier, egal ob links oder rechts.
    Meine Uni-Ausbildung war eher österreichische Schule (Schumpeter, von Hayek...) Jedoch bin ich auch durch meine kath. Erziehung sozial eingestellt. D.h. dass ich mit der sozialen Marktwirtschaft ganz gut leben kann, Von mir aus könnte sie noch etwas sozialer und grüner sein. Vielleicht liegt es auch dran, weil mit Karl Marx zusammen Geburtstag hab. Er hat nur ein paar Kerzen mehr auf der Torte.

    Also habe ich Ideen, die wahrscheinlich niemandem passen. Aber egal, ich brauch mich ja nicht nach rechtem oder links-grünem Mainstream zu richten.

    Ja, du hast Recht, es gibt Unterschiede in der Förderung zwischen Atomstrom und Ökostrom. Das ist für mich kein Problem, mein Beispiel sollte nur zeigen, dass der Staat hier und da lenkt. Mehr nicht.
    Dann denke ich, dass wir mit unseren jetzigen Investitionen einer Entwicklung vorgreifen.
    Es kostet ordentlich Geld, aber wir schaffen Grundlagen für spätere Zeiten.
    Ich bring mal ein Beispiel, die Zahlen stimmen aber nicht, die sind nur so dahingestellt:
    Angenommen, ein Landwirt schafft eine Solaranlage auf sein Scheunendach. Klar, eine Rendite fällt nur an, weil diese Anlage gefördert wir. Wissen wir alle. Die Anlage kostet 25.000,-- Davon gehen 10.000 drauf für Photovoltaik-Elemente. Von drei Elementen kommen schon 2 aus China. Also geht auch Geld nach China, nehmen wir an, 6.000 Euro. Der Rest ist für Handwerk und Handel. Das meiste fließt also wieder in deutsche Geldbeutel. Dafür werden auch Steuern gezahlt. Im Grunde gibt es eine Umverteilung innerhalb Deutschlands, mit dem Nebeneffekt, dass wir für die Zukunft Kapazitäten schaffen.
    Ich finde das in Ordnung. Es gibt weit blödere Möglichkeiten, das Geld auszugeben.

    Ich wiederhole es ein letztes Mal, weil ich denke, dass folgendes der Knackpunkt zukünftiger Energieerzeugungen sein wird: Das ist wirklich die Speicherung der erzeugten überschüssigen Energie. Und da müsste viel mehr geschehen. Sonst kommt es, wie du auch vermutest. Dann können wir den Ökostrom, den wir erzeugen, nur in begrenzten Mengen nutzen. Der Rest wird einfach abgeleitet.
    Ich bin, also denke ich

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    AW: Ausstieg aus Atomkraft: Gestaltungsmöglichkeiten

    #wolfgang60

    Ja sicher, wir benötigen Speichertechnologie und Speicherkapazitäten - allerdings wird dies kein Ersatz für eine sichere Grundlastversorgung sein. WENN es nun im Winter also durchaus mal eine Woche lang ein fast windstilles Tiefdruckgebiet bei geschlossener Schneedecke gibt - dann würde man ja Speicherkapazitäten in vergleichbarer Grössenordnung benötigen und Wind und Solar sollen ja bald über 50 % der Energie erzeugen ...

    Man wird sicherlich ein paar neue Pumpspeicherkraftwerke bauen und einige Anlagen mit alternativer Speichertechnology entwickeln - aber machen wir uns nichts vor - DER Puffer für eine schwankende Energieversorgung wird zumindest mittelfristig der Stromimport werden.

    Da dürfen nur die Franzosen und die Tschechen nicht aus ihrer Atomenergie aussteigen - und gerade in unseren "Notzeiten" keinen hohen Eigenbedarf haben - dann funktioniert "das Spiel" ...

    Übrigens wird von Parteien gerne argumentiert "wir wollen keinen Stromimport". DAS entspricht nicht der geltenden europäischen Rechtslage!

    Wenn ich heute eine "Atomstromimport AG" gründe, entsprechende Strommengen aus Frankreich einkaufe und an deutsche Verbraucher verkaufe - dann darf ich das - allerdings wird das keine Partei publizieren ...

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    AW: Ausstieg aus Atomkraft: Gestaltungsmöglichkeiten

    boriba, du wirst erstaunt sein, wenn du jetzt hörst, dass ich diesen schon fast panikartigen Atomausstieg von Frau Merkel total falsch fand. Sie hätte einfach sagen sollen, :"Ok, ich hab einen Fehler begangen mit der Laufzeitverlängerung, und ich werde diese wieder zurücknehmen und es beim alten Ausstiegsszenario belassen". Aber sie wollte doch grüner als die Grünen sein.
    Wie man bei uns im Saarland sagte: "Jetzt hamma de Salat."

    Ich hasse solche Panikatacken, wie die von Frau Merkel. Ich habs lieber, wenn sauber geplant wird, auch mit ordentlichen Rechengrundlagen. Aber mit Frau Merkel geht so was anscheinend nicht.
    Geändert von Wolfgang60 (12.07.2011 um 14:14 Uhr)
    Ich bin, also denke ich

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    AW: Ausstieg aus Atomkraft: Gestaltungsmöglichkeiten

    Zitat Zitat von Wolfgang60 Beitrag anzeigen
    Ich hasse solche Panikatacken, wie die von Frau Merkel. Ich habs lieber, wenn sauber geplant wird, auch mit ordentlichen Rechengrundlagen. Aber mit Frau Merkel geht so was anscheinend nicht.
    Wobei man auch sagen muss, dass sich diese ganze Energiewende ohnehin nicht richtig durchplanen lassen würde. Das ist immer mit Spekulation in die Zukunft verbunden. Denn da hängen ja so viele Paramater dran, die man heute noch gar nicht absehen kann.

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    AW: Ausstieg aus Atomkraft: Gestaltungsmöglichkeiten

    Zitat Zitat von DerJunge82 Beitrag anzeigen
    Wobei man auch sagen muss, dass sich diese ganze Energiewende ohnehin nicht richtig durchplanen lassen würde. Das ist immer mit Spekulation in die Zukunft verbunden. Denn da hängen ja so viele Paramater dran, die man heute noch gar nicht absehen kann.
    Aber wenigstens ein kleines bisschen. Frau Merkel wirkt auf mich wie eine Getriebene, aber nicht wie eine Kanzlerin.

    Diese sofortige Abschaltung einiger KKW und superschnellem Ausstieg, das war aber ganz und gar ohne Kalkulation.
    Als hätten wir 3 Tage nach Fukushima einen Gau in Deutschland. Nein, ich habe kein Verständnis für diese Chaospolitik der Frau Merkel.

    Und wenn jetzt irgendwer kommt, und meint, das hätten die Grünen verbockt, dass womöglich im nächsten Winter die Lichter ausgehen, dann platze ich. Nein, das war ganz alleine Frau Merkel.
    Ich bin, also denke ich

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    AW: Ausstieg aus Atomkraft: Gestaltungsmöglichkeiten

    Mich musst du von Merkels Unfähigkeit nicht mehr überzeugen.

  8. Inaktiver User

    AW: Ausstieg aus Atomkraft: Gestaltungsmöglichkeiten

    Zitat Zitat von boriba Beitrag anzeigen
    und dann gibt es noch ein paar Menschen die mit Hochglanzprospekten mit schönen Grafiken überzeugt werden - UND SONST?
    Jedenfalls besser als diese Hochglanzprospekte, Grafiken und Tabellen wo immer drauf stand und noch steht:

    "Und hier sehen Sie, daß ein nuklearer Gau unmöglich ist. Und ein zweiter noch viel unmöglicher"

  9. Inaktiver User

    AW: Ausstieg aus Atomkraft: Gestaltungsmöglichkeiten

    Bürgerprotest gegen Stromleitungen: Die Trassen-Brecher - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft

    Der erwartete Kampf der Bürger gegen neue Stromtrassen hat begonnen.

    Das Ergebnis wird sein, dass der Atomausstieg doch wieder verschoben wird, denn ohne die neuen Leitungen kann der Strom aus erneuerbaren Quellen die Verbraucher nicht erreichen.

    Und der Widerstand gegen neue Windkraftwerke, neue Kohle- und Gaskraftwerke, die die Kernkraftanlagen ersetzen sollen, wird auch zu Verzögerungen führen.

    Das Problem ist, dass die Grünen, die gegen Atomstrom sind, ja auch gegen alle anderen Eingriffe in die Natur kämpfen - selbst wenn die Parteiführung im Einzelfalle Pragmatismus zeigt.

    Es bleibt zu hoffen, dass die größten Probleme dort auftreten, wo die Grünen auch die politische Verantwortung vor Ort tragen, z.B. in Baden-Württemberg ...

  10. Inaktiver User

    AW: Ausstieg aus Atomkraft: Gestaltungsmöglichkeiten

    "Und hier sehen Sie, daß ein nuklearer Gau unmöglich ist. Und ein zweiter noch viel unmöglicher"
    Dazu eine Dokumentation in Phoenix (wird dort heute Abend um 18:30 wiederholt).

    Text dazu:

    Sind Erdbeben mit einer Stärke von sechs bis sieben auf der Richterskala auch in Europa möglich?

    Historische Ereignisse und aktuelle Forschungen lassen den Schluss zu, dass heftige Erdstöße selbst in den relativ stabilen Regionen Mitteleuropas eine latente Gefahr darstellen. Der Film begibt sich auf eine spannende Spurensuche und rekonstruiert anhand wissenschaftlicher Erkenntnisse eine wenig bekannte Seite der Geschichte Europas.

    2006 erinnerte die Stadt Basel an ein eher trauriges Ereignis ihrer Stadtgeschichte. Im Oktober jährte sich zum 650. Mal der Tag, an dem ein Erdstoß die mittelalterliche Stadt dem Erdboden gleichmachte. Es ist bis heute das größte, jemals dokumentierte Erdbeben in Zentraleuropa mit einer geschätzten Stärke von 6,9 auf der Richterskala. Auch in Köln haben Grabungen an den Dom-Fundamenten Überraschendes zu Tage gefördert. In römischer Zeit muss die damalige Hauptstadt der Provinz Germania Inferior von einem Erdbeben heimgesucht worden sein, das erhebliche Schäden anrichtete.


    In dieser Dokumentation muss man erkennen daß jederzeit auch hier in Europa ein Erdbeben sein kann das stärker wäre als für die AKW´s als Sicherheitstoleranz eingeplant ist. In dieser Sendung wird auch nachgewiesen daß es auch unter europäischem Boden brodelt und genauso wie bei vielen anderen Erdbeben kann man es nicht vorhersagen wann dies sein wird.

    Es ist mehr als naiv anzunehmen "bei uns nicht"....Schon oft wurde dieses "es kann nicht sein was nicht sein darf" widerlegt. Nicht auszudenken was dann in Europa für uns alle los ist. Muss dieses Risiko sein ? Ich meine - NEIN!

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