vielleicht interessiert das ja irgendwen..
Quelle: SWR
Intelligente Energiepolitik"Wir könnten auf alle Atomkraftwerke verzichten"
Schon heute sind selten alle 17 deutschen AKW gleichzeitig in Betrieb. Im Jahr 2007 produzierten nur elf Kernkraftwerke Strom, und zwar so viel, dass Deutschland Strom exportieren konnte. Wenn nun die sieben ältesten AKW vorläufig stillgelegt werden, so wie von Kanzlerin Merkel angekündigt, dann würde dennoch ausreichend Strom für den deutschen Markt produziert, ohne dass wir auf Importe angewiesen wären, folgert SWR-Umweltredakteur Axel Weiß. "Unsere Stromversorgung muss ja so ausgelegt sein, dass auch zu Spitzenzeiten, wie in der Mittagszeit, genug Strom für alle da ist." Er rechnet vor: Derzeit liegt die Spitzenlast bei 80 Gigawatt. Bislang können die konventionellen Stromerzeuger, also Kohle-, Gas- und Ölkraftwerke, etwa 70 Gigawatt liefern, 10 Gigawatt die Wasserkraft und weitere 37 Gigawatt steuern erneuerbare Energiequellen bei. "Alleine mit Kohle, Gas, Öl und Wasserkraft kann in Deutschland die Versorgungssicherheit garantiert werden – auch mit Atomausstieg."
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Kein wenn ohne aber
Diese Rechnung, so Axel Weiß weiter, gelte aber nur bis zum Jahr 2020. In den kommenden Jahren gehen einige ältere Kraftwerke, konventionelle wie Atomkraftwerke, vom Netz. Aber auch dann könnten wir ohne Atom gut leben. Indem wir Energie effizienter einsetzen. So sollten wir zum Beispiel weniger Energie verbrauchen, "10 Prozent weniger sollte drin sein". Viel Potential steckt noch in der Windkraft auf Hoher See, aber noch sehen sich die Entwickler vor großen technischen Herausforderungen, außerdem ist noch nicht klar, wie der Strom klug verteilt wird, es fehlen Leitungen und intelligente Steuerungen. Wind könne deswegen weder Atom-, noch Kohle- oder Gaskraftwerke vollständig ersetzen. Auch die Geothermie kann nur einen kleinen Beitrag leisten.
Intelligente Lösungen gefragt
Wind weht nicht immer, Sonne scheint auch nicht ständig – weder Windkraft-, noch Fotovoltaikanlagen liefern also ständig Strom. "Deshalb braucht es Speichertechnologien, die überschüssigen Strom abnehmen und ihn dann bereitstellen, wenn er gebraucht wird." Ideen gebe es bereits, DIE Standardtechnologie für solche Stromspeicher sei aber bislang nicht in Sicht.
Alex Weiß glaubt: Langfristig werden wir unser Energiesystem umbauen müssen: Weg von der Fixierung auf wenige Großkraftwerke hin zu einem intelligenten System von kleineren, dezentralen Energiequellen. "Das wird Geld kosten, keine Frage." Aber angesichts der derzeitigen Profite in der Energiebranche werde auch deutlich: Die Frage nach dem Geld sei eine Verteilungsfrage. Dieser Weg sei also machbar und letztlich gebe es auch keine Alternative, "wenn wir nicht nur an die Sicherheit, sondern auch an den Klimaschutz denken."
Und was kostet den Verbraucher ein gutes Gewissen?
Nur, weil wir auf angeblich billigen Atomstrom verzichten, muss Strom nicht gleich teurer werden. Im Gegenteil: Axel Weiß glaubt: "Es wird vielleicht sogar billiger, wenn wir nicht aus dem Ausstieg aussteigen, sondern die AKW wie geplant abschalten." Eine Studie habe ergeben, dass eine vierköpfige Familie bei der ursprünglich geplanten Verlängerung der Laufzeiten rund 60 Euro pro Jahr mehr zahlen müsste – sofern die Stromkonzerne die zusätzlich anfallende Brennelementesteuer auf den Verbraucher umlegen. "Im besten Fall hätte uns die Laufzeitverlängerung rund sechs Euro im Jahr Ersparnis gebracht." Grundsätzlich gelte in dieser Frage, wie in vielen anderen auch: Die Kosten werden völlig unterschiedlich berechnet, je nach Interessenslage, warnt Weiß. Der Strompreis sage nur die halbe Wahrheit. Darin seien keine volkswirtschaftlichen Kosten wie Gesundheitsschäden, Umweltschäden etc. eingerechnet. Und sollte es tatsächlich einen Reaktorunfall geben, dann sei auch klar, wer den Schaden und die Aufräumarbeiten zahlen muss: Der Steuerzahler. "Kernkraftwerke sind nämlich massiv unterversichert – das Risiko einer Reaktorkatastrophe will keine Versicherung wirklich absichern." Allein die Sanierung der alten Uranabbaugebiete der DDR habe nach der Wende über sechs Milliarden Euro gekostet.
Das, auf die Energiebranche spezialisierte Analysehaus Energy Brainpool geht davon aus, dass selbst bei einer endgültigen Stilllegung der sieben Reaktoren der Strompreis nur um zehn Euro pro Megawattstunde steigen würde. "Dies wäre ein Cent je Kilowattstunde für den Endkunden", rechnet der Chef des Hauses, Tobias Federico vor. Und das ist weniger, als die von vielen Stromkonzernen weitergegebene Erhöhung der EEG-Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien.
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Thema: Merkel muss weg !!!
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18.03.2011, 16:40
AW: Merkel muss weg !!!
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18.03.2011, 16:54
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18.03.2011, 18:01Inaktiver User
AW: Merkel muss weg !!!
Ich weiß leider nicht mehr, welche Sendung es war, vielleicht erinnert sich jemand, weil ich das fast nicht glauben konnte und die Zahlen so auch nicht per google finde:
Sie lief Anfang der Woche, es ging um Deutschlands Strombedarf und den Stromexport.
Ich habe beim Durchzappen fassungslos auf eine Grafik geschaut, aus der hervorging, dass der Strombedarf bei ca. 80 (84?) Gigawatt liegt, Deutschland tgl. jedoch 3 Terawatt erzeugt (1 Terawatt = 1000 Gigawatt). 2,9 Terawatt werden also exportiert.
(Ein durchschnittliches AKW bringt 1 GW.)
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18.03.2011, 19:02Inaktiver User
AW: Merkel muss weg !!!
Bei den ganzen Spekulationen ob uns der echte Ökostrom (also nicht der "Pseudo" Öko) teurer kommen würde, spricht keiner über die RIESENgewinne und zu wenig wird berücksichtigt daß - sollte überhaupt ein Endlager gefunden werden, was dieses im "Unterhalt" kosten wird.
Diese Kosten fallen schon einmal weg. Es besteht meiner Meinung nach keinerlei Grund mit Ökostrom die Preise zu erhöhen.
Beispiel RWE :
Der Stromanbieter EnBW könnte eigentlich zufrieden mit den Ergebnissen sein. Eine satte Gewinnsteigerung war auch im Jahr 2010 wieder zu verzeichnen. Doch die Investitionen sollen zurückgefahren und die Strompreise kräftig erhöht werden, kündigte EnBW-Chef Hans-Peter Villis in Karlsruhe an.
EnBW Gewinne 2010
Gewinne nur bei EnBW stark gestiegen – Strompreise folgen bald
Der drittgrößte deutsche Stromanbieter konnte seinen Überschuss um 52,4 Prozent steigern, welcher nun 1,7 Milliarden Euro beträgt. Auf 17,5 Milliarden Euro stieg der Umsatz, was einem Plus von 12,5 Prozent entspricht. Aufgrund des stärkeren Wettbewerbs am Energiemarkt will EnBW aber seine Investitionspläne ändern. Geplant waren eigentlich 7,9 Milliarden Euro bis 2013, die nun auf nur noch 5,1 Milliarden Euro reduziert werden sollen.
Strompreise steigen auf jeden Fall
Auch die Verbraucher können sich auf Steigerungen einstellen, allerdings nur was die Strompreise betrifft. (Dies die Ankündigung der Atomstromanbieter!)Geändert von Inaktiver User (18.03.2011 um 20:23 Uhr)
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20.03.2011, 08:34Inaktiver User
AW: Merkel muss weg !!!
Tolles Video aus 'Frontal21' - Es zeigt wie "wandelbar" eine Wendekanzlerin und ihre Vasallen sind wenns um Wahlen geht....
schwarz-gelbe Sicherheiten
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21.03.2011, 09:27Inaktiver User
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21.03.2011, 09:30Inaktiver User
AW: Merkel muss weg !!!
Also die Grünen hat das in der Wählergunst stark nach oben gebracht.
Andererseits gibt es immer noch genug Leute, die mehr von Frau Merkel und der CDU halten, als von der Politik der anderen.
Die 180° Drehung in der Atompolitik stößt einerseits sauer auf, andererseits schwimmt sie mit der Entscheidung mit dem großen Strom mit und stellt viele zufrieden.
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21.03.2011, 09:33Inaktiver User
AW: Merkel muss weg !!!
Nunja, 7,1 % für die Grünen werden nicht die Politik in dem Bundesland ändern.
Und eine 180° Wende gab es bisher nicht. Es gab nur ein Moratorium und somit ein Vertagen auf den Sommer, in dem Ferien anstehen und Japan eventuell von anderen Themen abgelöst ist, sodass alles beim Alten bleibt.
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21.03.2011, 09:43
AW: Merkel muss weg !!!
Na ja, immerhin hat die CDU 3,7 Prozentpunkte verloren. Ihr Lieblings-Koalitionspartner (FDP) hat 2,8 Prozent verloren. Beide zusammen haben ein Minus von immerhin 6,5 Prozent. Wenn sich diese Tendenz fortsetzt, wird es sehr spannend um Merkels Zukunft.
Atomgegner schwenken nicht groß um, weil Merkel wieder mal einen 180 Grad-Schwenk vollzieht. Sie werden nicht CDU wählen.
Unter potentiellen CDU-Wählern ist jedoch Unzufriedenheit zu erkennen. Nicht unbedingt wegen des Abschaltens der AKW, sondern wegen des Merkel-Schlingerkurses. Und da liegt die Gefahr für die CDU.Ich bin, also denke ich
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21.03.2011, 10:04Inaktiver User
AW: Merkel muss weg !!!
Ich würde sagen, konservative Wähler schätzen es nicht, wenn Aussagen oder Standpunkte eine geringe Halbwertzeit haben. Ebenso wenig wie sie heisse Luft mögen.
Aktuell heisst das: man kann sich auf Merkels Ansichten nicht mehr verlassen. Wenn sie als Physikerin in der Atomfrage schon SO wankelmütig ist, wie sieht es da mit anderen Zu- oder Aussagen aus ...
Was die heisse Luft betrifft, muss ich sicher nicht weiter ausführen, wen oder was ich da meine ...


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