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    AW: Die Ereignisse in Japan

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen


    Bei einem GAU sind es allerdings unschätzbar viele Menschen, die früher oder später geschädigt, krank werden, versterben PLUS die Umweltbelastung über zigtausend Jahre.

    Was hat denn die natürliche Strahlung mit einer Verstrahlung durch einen GAU zu tun?

    Ich würde es wirklich gerne verstehen.



    Vielleicht wissen das viele ziemlich genau, was Radioaktivität ist und dass sie sehr wohl unterscheiden zwischen natürlicher Strahlung plus Röntgenaufnahmen + Flugreisen in einem Leben und eben einem Atom-GAU? Letzteres ist doch eine ganz andere Nummer.

    Wie gesagt, ich würde es gerne verstehen:
    Die Wirkung der natürlichen Strahlung oder der Röntgenstrahlung ist ja nach dem Ereignis beendet, also nach der Röntgenaufnahme oder dem Flug.

    Die strahlenden Partikel nach einem Atomunfall baut aber der Körper in seinen Zellen ein, weil er das radioaktive Jod wie das nichtstrahlende Jod behandelt, entsprechend Caesium und Strontium.
    Diese radioaktiven Atome strahlen dann im Körper über Jahre und Jahrzehnte weiter und führen zu den Zellschäden wie Krebs und anderen.

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    AW: Die Ereignisse in Japan

    Zitat Zitat von _Zitronenmond_ Beitrag anzeigen
    Inwieweit trage ich einen Teil dazu bei?

    Das ist ja jetzt vorbei.
    In Sachen Umwelt kann jeder dazu beitragen, das muss ich hier aber nicht erläutern. Es kann sich jeder der will informieren.

    Ob die Sache Atom vorbei ist, das wage ich jetzt mal stark zu bezweifeln.

    Wieso soll es vorbei sein ? Wegen Japan ? War es wegen Tschernobyl vorbei ?
    Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde, das erklärt manches.
    Mark Twain (1835-1910)

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    AW: Die Ereignisse in Japan

    Zitat Zitat von Charly03 Beitrag anzeigen
    In Sachen Umwelt kann jeder dazu beitragen
    Das ist mir zu allgemein, sorry.
    Ich verbrauche Strom, z.B., indem ich dies hier schreibe.
    Ich spare an einigen Stellen, an anderen nicht.

    Ich bin der Meinung, dass wir nur genausoviel Strom verbrauchen dürfen, wie wir mit regenerativen Energien herstellen können.
    (Süß naiv klingt das, nicht?)

    War es wegen Tschernobyl vorbei ?
    Leider nicht.
    Aber der Reaktor tand in einem so hübsch unzivilisierten Land.
    Es gab das wunderbare Totschlagargument "ja, in Weißrussland! Die kennen natürlich keine Sicherheit so wie wir." Das war IMMER ein Hauptargument pro AKW`s: unsere sind ja "sicher".
    Das Argument hat sich ja jetzt wohl endgültig erledigt.
    Jedem ist bewusst, wirklich jedem, dass das exakt die gleiche Technik ist in Japan wie die, die wir auch verwenden.
    Das Leben ist wie ein Duschvorhang. Kann schimmeln, muss aber nicht.

  4. Inaktiver User

    AW: Die Ereignisse in Japan

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Mit Fukushima trifft es aber erstmals ein hochtechnisiertes Land mit höchsten Sicherheitsstandards und hoch disziplinierten Belegschaften.
    Wäre diese Tragödie anderswo in der Welt passiert - in Brasilien oder Bulgarien zum Beispiel, dann gäbe es bei uns zwar ebenfalls Anti-AKW-Demos, aber bei weitem nicht eine derartige Erschütterung des Glaubens an die Sicherheit dieser Technologie.
    Diesen Gedanken folge ich.

    Was dabei allerdings völlig vergessen wird, ist, dass die Japaner ausgerechnet in einem dichtbesiedelten Erdbebenland ein AKW am anderen stehen haben.

    - Ich frage mich schon immer, wie kommt man dazu?

    - Pro-AKWler meinen wahrscheinlich: Wenn die Japaner sogar in einem dichtbesiedelten Erdebengebiet AKW bauen und meinen, das ginge gut, dann ist das bei uns erst recht kein Problem.



    Letztendlich geht es noch nicht mal so sehr um erdbebensicheres Bauen, sondern darum ob die Stromversorgung zur Kühlung unter allen denkbaren Umständen gehalten werden kann.

    Die Stromversorgung ist der eigentliche Enpass.
    Ein AKW ist nur sicher wenn die Stromversorgung jederzeit gesichert ist.
    Und das Rohrleitungssystem intakt.
    Und genügend Wasser vor Ort.

    Das hat mit Kernspaltung alles nichts zu tun.
    Das ist Elektrik und Mechanik.

    Vielleicht ist es deshalb für einen Naturwissenschaftler so einfach zu sagen, ein AKW ist sehr, sehr sicher. Es geht ihm dabei nämlich hauptsächlich um Elektrik und Mechanik .....?!?!
    Und das sind für einen Physiker die überschaubarsten Bereiche.....?!?!


    Ich als Laie, als Konsument, kriege da aber auch die Krise.
    Elektrik und Mechanik.
    Da muss ich nur an meine Fahrradbeleuchtung denken.


    - Das war nur ein Versuch einer Annäherung an ein Denken, das mir sehr fremd ist.

  5. Inaktiver User

    AW: Die Ereignisse in Japan

    Zitat Zitat von utopia_2020 Beitrag anzeigen
    Die Wirkung der natürlichen Strahlung oder der Röntgenstrahlung ist ja nach dem Ereignis beendet, also nach der Röntgenaufnahme oder dem Flug.

    Die strahlenden Partikel nach einem Atomunfall baut aber der Körper in seinen Zellen ein, weil er das radioaktive Jod wie das nichtstrahlende Jod behandelt, entsprechend Caesium und Strontium.
    Diese radioaktiven Atome strahlen dann im Körper über Jahre und Jahrzehnte weiter und führen zu den Zellschäden wie Krebs und anderen.
    Ja, eben.
    ICH weiß das.
    Anreicherung im Körper.

    Wissen das Prof. Walter und Balsamikatz auch?
    Ich gehe davon aus .... und verstehe immer noch nicht.

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    AW: Die Ereignisse in Japan

    Zitat Zitat von Charly03 Beitrag anzeigen
    In Sachen Umwelt kann jeder dazu beitragen, das muss ich hier aber nicht erläutern. Es kann sich jeder der will informieren.
    Dazu mal zwei Gedanken:

    Ist es sinnvoll, im privaten Haushalt möglichst viel Strom zu sparen, wenn man zugleich eine Lebensversicherung hat und/oder private Altersvorsorge betreibt, wo beides hinsichtlich einer möglichst guten Rendite eben auch darauf beruht, dass die dahinter stehenden Unternehmen in Investmentfonds oder Aktien investieren, welche direkt von den Gewinnen der Atomindustrie profitieren?

    Ist es sinnvoll möglichst häufig mit dem Fahrrad zu fahren, wenn man zugleich mindestens einmal im Jahr eine Flugreise von x-tausend Kilometern unternimmt?

    VanDyck
    Es gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
    dann durchfluten sie mich wie Regen ...
    American Beauty
    Nothing in life is as important as you think it is, while you are thinking about it.
    Daniel Kahneman

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    AW: Die Ereignisse in Japan

    Zitat Zitat von RomiaSophia Beitrag anzeigen
    Für mich ist die Entwicklung wegen der vorangegangenen Laufzeitverlängerung ein bisschen schwer verständlich. Ich kann mir ein so schnelles 'wirkliches' Umdenken einfach schlecht vorstellen. Damit will ich aber nichts unterstellen (und ich denke auch nicht an Roboter und Monster) und ich hoffe sehr, dass du recht hast. Nur kann ich es eben schlecht verstehen und noch nicht richtig einordnen. Merkt man plötzlich: "huch, das ist ja doch gefährlich!"?
    Nunja, wie sagte Hombre doch bereits? Man darf nur nicht annehmen, daß Angela je eine echte Atomphysikerin war. Sondern eben nur eine aufm Papier. Dann muss man auch keine Monster und Robotergeschichten bemühen!
    Man sieht : Hombre denkt menschlich , nomen est omen

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    AW: Die Ereignisse in Japan

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ...ob die Stromversorgung zur Kühlung unter allen denkbaren Umständen gehalten werden kann.
    Es galt doch bisher als naiv, die Argumente der AKW-Betreiber anzuzweifeln.
    Die Kritiker, oder eben auch die Grauhaarigen, die sich seit 25 Jahren um Tschernobyl-Opfer kümmern und mäßig beachtete Aktionen zum Gedenken an die Folgen starten - das sind doch die ewig Belächelten gewesen. (Dabei ist es doch hochgradig naiv, anzunehmen, wir hätten garantiert immer Strom)

    Mein Gefühl sagt mir, dass das jetzt endlich mal vorbei ist.
    Aber mein Gefühl hat mich schon oft betrogen.
    Das Leben ist wie ein Duschvorhang. Kann schimmeln, muss aber nicht.

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    AW: Die Ereignisse in Japan

    Ja, lieber VanDyck solche Fragen stelle ich mir auch. Aber eine Heilige bin ich auch nicht. Ich setzt Prioritäten, und die können bei jedem anders aussehen. Ich bin z.B. Kettenraucher, leisten kann ich mir das nicht, schaden tuts mir sowieso. Aber da sage ich dann ganz brutal, ist doch scheißegal an was ich verrecke.....jetzt mal sehr verkürzt ausgedrückt.

  10. Inaktiver User

    AW: Die Ereignisse in Japan

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Diesen Gedanken folge ich.

    Was dabei allerdings völlig vergessen wird, ist, dass die Japaner ausgerechnet in einem dichtbesiedelten Erdbebenland ein AKW am anderen stehen haben.

    - Ich frage mich schon immer, wie kommt man dazu?
    Indem man die AKW so derartig gut gegen Erdbeben absichert, dass nur jenes berühmte "Restrisiko" bleibt, das sich angeblich höchstens alle 1000 Jahre realisiert.

    Man darf ja nicht vergessen, dass selbst die 8,2, für die die AKW ausgelegt sind, bereits Sicherheitspuffer beinhalten. Und dass man über das moderne AKW Onagawa, das genauso weit vom Epizentrum entfernt liegt wie Fukushima, selbst bei diesem Extrem-Erdbeben und diesem Extrem-Tsunami nicht die Kontrolle verloren hat.

    Es kam in Fukushima zu dem, was die Risikoanalysten unserer Regierungen eben so ungern berechnen: zur Verkettung unglücklicher Umstände. Und da zeigt sich halt, dass die international üblichen Risikoberechnungen, die isolierte Krisen und deren Relevanz berechnen, für die Tonne sind.
    Selbst die Grünen sagen, sie müssten neu rechnen, würden dann wahrscheinlich auf eine weitere Verkürzung der Laufzeiten kommen.



    Letztendlich geht es noch nicht mal so sehr um erdbebensicheres Bauen, sondern darum ob die Stromversorgung zur Kühlung unter allen denkbaren Umständen gehalten werden kann.

    Die Stromversorgung ist der eigentliche Enpass.
    Ein AKW ist nur sicher wenn die Stromversorgung jederzeit gesichert ist.
    Und das Rohrleitungssystem intakt.
    Und genügend Wasser vor Ort.

    Das hat mit Kernspaltung alles nichts zu tun.
    Das ist Elektrik und Mechanik.

    Vielleicht ist es deshalb für einen Naturwissenschaftler so einfach zu sagen, ein AKW ist sehr, sehr sicher. Es geht ihm dabei nämlich hauptsächlich um Elektrik und Mechanik .....?!?!
    Und das sind für einen Physiker die überschaubarsten Bereiche.....?!?!
    Das ist sehr plausibel, obwohl viele kritische Physiker der Auffassung sind, dass ein derartig komplexes und fehlerintolerantes System nicht auf Dauer beherrscht werden kann.

    Wenn es irgend etwas geben sollte, was Fachleute angesichts von Fukushima gelernt haben, dann ist es das: dass es durch eine Verkettung unglücklicher Umstände tatsächlich auch in einem hochtechnisierten Land und bei redundant ausgelegten Sicherheitssystemen zu einem umfassenden Ausfall der Stromversorgung kommen kann.

    Wenn man das in den Mittelpunkt von Risikoabschätzungen stellt, wird klar, dass dieses "Rest"-Risiko bisher völlig falsch eingeschätzt wurde. Ich halte es nämlich keineswegs für einen unglücklichen Zufall, dass sich die berechneten Risiken nicht erst in 50.000 Jahren realisiert haben, sondern schon mindestens zum dritten Mal (Tschernobyl, Harrisburg, Fukushima).
    Geändert von Inaktiver User (16.03.2011 um 11:14 Uhr)

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