Balsamikatz, worum geht es Dir?
Ich würde es gerne verstehen, ich habe nämlich gestern bei Lanz Ulrich Walter auch nicht verstanden, was er sagen wollte. Er klang ähnlich wie Du.
Er kam mit dem Auto-Risiko an, durch das es 6000 Tote jährl. im Straßenverkehr gibt und das wir auch bereit sind zu tragen. Und ich glaube er hatte sogar Tränen in den Augen, weil das nicht kapiert wird, was er meint. Und er fing auch an, natürliche Umweltstrahlung zu erklären.
Ich kapiere es auch nicht.
Sind denn die Emotionen so verwerflich, die dahinter stehen, wenn jemand sagt, die Schäden an Mensch und Umwelt stehen in keinem Verhältnis bei einem GAU? Und selbst wenn es eine ethische Argumentation ist, ist die denn nicht nachvollziehbar für einen Naturwissenschaftler?
Wenn ein Flugzeug abstürzt, was weniger Wahrscheinlich ist als ein Autounfall sind sofort ein paar hundert Menschen tot. Ja, wir fliegen trotzdem. Nichts ist ohne Risiko.
Bei einem GAU sind es allerdings unschätzbar viele Menschen, die früher oder später geschädigt, krank werden, versterben PLUS die Umweltbelastung über zigtausend Jahre.
Was hat denn die natürliche Strahlung mit einer Verstrahlung durch einen GAU zu tun?
Ich würde es wirklich gerne verstehen.
Vielleicht wissen das viele ziemlich genau, was Radioaktivität ist und dass sie sehr wohl unterscheiden zwischen natürlicher Strahlung plus Röntgenaufnahmen + Flugreisen in einem Leben und eben einem Atom-GAU? Letzteres ist doch eine ganz andere Nummer.Zitat von Inaktiver User
Wie gesagt, ich würde es gerne verstehen:
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Thema: Die Ereignisse in Japan
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16.03.2011, 10:16Inaktiver User
AW: Die Ereignisse in Japan
Geändert von Inaktiver User (16.03.2011 um 10:21 Uhr)
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16.03.2011, 10:17Inaktiver User
AW: Die Ereignisse in Japan
Machen Sie bloß nicht den Fehler, sich eine kollektive "Wir-Schuld" anzueignen. Damit tun Sie nämlich genau das, was der widerwärtige Trick ist: Die gewollte sozialisierung von Schuld und Kosten. Profitiert haben in erster Linie meist die Charakterschweine, denen sonst nichts Ferner als ein "Wir" ist.
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16.03.2011, 10:18
AW: Die Ereignisse in Japan
Doch - nützt doch was, wenn auch nicht unbedingt genauso, wie vielleicht wir beide uns das ganz konkret vorstellen.
Das überhaupt ein westliches Industrieland aus der Atomenergie aussteigen will und nun aktuell zumindest die schrottigsten Reaktoren abschalten wird, haben wir im wesentlichen den seit 35 Jahren mehr oder weniger andauernden Protesten zu verdanken.
Wären all die Hunderttausenden (bzw. Millionen) in den letzten 35 Jahren mit den Protesten und Demos NICHT da gewesen, dann würden nun NICHT die Schrott-AKW's abgeschaltet und im Übrigen ständen in diesem Land schon längst mindestens 50 Reaktoren und nicht 17.
Bin ganz deiner Meinung.
Hinzu kommt noch, dass immer ausgerechnet die AKW-Gegner danach gefragt werden, wo man denn bei einem raschen Ausstieg die alternativen Energie-Resourcen herkriegen will - wo doch genau die Befürworter durch ihr Tun dafür gesorgt haben, die Entwicklung alternativer Energiebeschaffungen massiv zu blockieren.
VanDyckGeändert von VanDyck (16.03.2011 um 10:27 Uhr)
Es gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
dann durchfluten sie mich wie Regen ...
American Beauty
Nothing in life is as important as you think it is, while you are thinking about it.
Daniel Kahneman
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16.03.2011, 10:25
AW: Die Ereignisse in Japan
Ich werde das jetzt auch mal einstellen.
Besser ist das.
Ich war noch nie dafür. Ich habe mein Leben lang so gewählt, dass ich die Partei abhängig machte von dieser Frage. (Wobei Trittin ja auch einiges versaubeutelt hat
)
Und nein, ich bin nicht stolz darauf, "Recht" gehabt zu haben.
Sollen den Bauchknoten doch die kriegen, die ewig das Teufelszeug als alternativlos verteidigt haben.Das Leben ist wie ein Duschvorhang. Kann schimmeln, muss aber nicht.
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16.03.2011, 10:27
AW: Die Ereignisse in Japan
Es geht mir nicht um die "Wir Schuld", es geht auch nicht um das Rechthaben.
Es geht darum, dass jeder seinen Teil dazu beiträgt.
In Sachen Atom stehen wir einer übermächtigen Allianz von Atomlobby und willfährigen Poltikern gegenüberAls Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde, das erklärt manches.
Mark Twain (1835-1910)
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16.03.2011, 10:27Inaktiver User
AW: Die Ereignisse in Japan
Ja, ja, aber in Tschernobyl ging man von einem minder qualifizierten Reaktorpersonal aus, von qualitativ schlechten AKW mit schlechter Organisation.
Man ging davon aus, dass so etwas im Westen nicht passieren würde.
(Jene Physiker aus meiner Verwandtschaft finden das recht amüsant, denn graphitmoderierte AKW gab es damals auch bei uns.)
Mit Fukushima trifft es aber erstmals ein hochtechnisiertes Land mit höchsten Ausbildungs- und Sicherheitsstandards und hoch disziplinierten Belegschaften.
Wäre diese Tragödie anderswo in der Welt passiert - in Brasilien oder Bulgarien zum Beispiel, dann gäbe es bei uns zwar ebenfalls Anti-AKW-Demos, aber bei weitem nicht eine derartige Erschütterung des Glaubens an die Sicherheit dieser Technologie.
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16.03.2011, 10:28
AW: Die Ereignisse in Japan
Ich geb Dir recht, was den Stand Japans angeht. Sie sind gut aufgestellt, sie haben gut ausgebildete Menschen und sie haben die Mentalität vieles zu bewältigen.
Im Moment ist die Lage aber so, dass die Menschen (verbarrikadiert in ihren Wohnungen) vor Ort nichts ausrichten können. Und so sie denn ihr Land retten wollen, müssen sie sich erstmal selbst retten. Wenn die Zeit reif ist und sie gesund sind, können sie ihr Land wieder aufbauen.
Jetzt laufen sie große Gefahr verstrahlt zu werden und schwer zu erkranken bzw. sogar zu sterben. Deswegen kann im Moment nur die Flucht (Evakuierung) mit weltweiter Hilfe vorangetrieben werden.
Welche Möglichkeiten ausgeschöpft werden können (was sagt der Kaiser? bleibt oder rettet Euch?!, was sagt TEPCO, was rät der Ministerpräsident?), wieviele Menschen man noch herausholen kann, dass mag ich nicht beurteilen.
Nur so ist es nicht in Ordnung und ich glaub nicht, dass eine junge japanische Mutter ihr Baby oder ihr Kleinkind dem gerne aussetzt bzw. nicht die Chance wahrnehmen würde zu verschwinden. Die Supermärkte sind quasi leer! Es gibt kein Benzin und Strom ist rationalisiert.
Sollte es noch zu einem Stillstand in dem AKW kommen, könnten diese Menschen zurückkehren und helfen. Im Moment gefährden sie sich selbst. Und ich glaub auch, dass die japanische Bevölkerung das weiss.
punkix
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16.03.2011, 10:34
AW: Die Ereignisse in Japan
Entschuldige, Punktix, ich wollte dir eben zeitnah auf dein eines Posting mit dem Thema Hilfe antworten, aber wir hatten grade eine Stunde Stromausfall.
Blautanne hat dann aber genau das geschrieben, was ich auch sagen wollte.
Zudem ich von Vielen höre und lese, die einfach noch nicht evakuiert werden wollen (selbst Australier nicht, die dort leben und mithelfen wollen - und die sind zwar nicht so aufgeklärt wie die Deutschen, aber auch nicht ganz so ahnungslos)."I don't want to be part of a world where being kind is a weakness" - Keanu Reeves
Moderatorin in den Reiseforen und bei der Eifersucht, bei den Selbständigen, Arbeiten im Ausland und im Kunstforum.
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16.03.2011, 10:34
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16.03.2011, 10:35Inaktiver User
AW: Die Ereignisse in Japan
Die Leute verbarrikadieren sich keineswegs, im Gegenteil: 90-95% der Menschen arbeiten wieder.
Die Firmen haben für diejenigen Mitarbeiter, die angesichts unregelmäßiger Zugverbindungen nicht pendeln können, Schlafräume eingerichtet. Das Leben könnte in Tokio gar nicht weitgehend normal weiter gehen, wenn es nicht so wäre.
In Tokio u.a. Städten in Zentral- und Nord-Honshu herrscht Knappheit und Benzin sowie Strom sind rationiert. Ja. Aber die Supermärkte werden beliefert. Man kommt zurecht.Die Supermärkte sind quasi leer! Es gibt kein Benzin und Strom ist rationalisiert.
Problematisch ist es dagegen für die Evakuierten aus den zerstörten Gebieten. Für sie fehlt es an Decken, Essen und Wasser.Geändert von Inaktiver User (16.03.2011 um 10:51 Uhr)




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haben aus der Tragödie von Kobe sehr viel gelernt und ihren Katastrophenschutz perfektioniert, was ihnen jetzt zugute kommt.