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    AW: Die Ereignisse in Japan

    Zitat Zitat von Charly03 Beitrag anzeigen
    Hauptsache uns geht's gut
    Die um mich herum versammelte Hauptsache-die-Haare-liegen-Generation scheint so zu denken.
    Die wichtigsten Fragen sind, ob wir Strahlung abkriegen.
    Das Leben ist wie ein Duschvorhang. Kann schimmeln, muss aber nicht.

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    AW: Die Ereignisse in Japan

    dann kommt noch das Arbeitsplatzargument!!
    Fest und stark ist nur der Baum, der unablässig Windstössen ausgesetzt war, denn im Kampf festigen und verstärken sich seine Wurzeln
    (Seneca)

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    AW: Die Ereignisse in Japan

    Zitat Zitat von bounty56 Beitrag anzeigen
    dann kommt noch das Arbeitsplatzargument!!
    Oh, ja.
    Bei einem Super-Gau braucht man tausende Rotkreuzhelfer. Und dann das medizinische Personal auf Jahrzehnte hinaus.
    Das Leben ist wie ein Duschvorhang. Kann schimmeln, muss aber nicht.

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    AW: Die Ereignisse in Japan

    Das weiss doch keiner, was passieren wird,
    ungünstige Wetterlagen, starke Winde etc.
    ich persönlich denke, wir bekommen auch Strahlung ab.

    Bounty
    Fest und stark ist nur der Baum, der unablässig Windstössen ausgesetzt war, denn im Kampf festigen und verstärken sich seine Wurzeln
    (Seneca)

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    AW: Die Ereignisse in Japan

    Spiegel berichtet:

    Im Leitungswasser des Umlandes sind radioaktive Stoffe aufgetaucht...


    punkix

  6. Inaktiver User

    AW: Die Ereignisse in Japan

    Zitat Zitat von punkix Beitrag anzeigen
    Ich bin natürlich kein Spezialist und kann nur sagen Evakuierung zu Lande, zu Wasser und in der Luft und zwar mit weltweiter Unterstützung. Da hätte sofort eine Konferenz der NATO, UNO mit allen entsprechenden Fachleuten einberufen werden müssen. Stattdessen stehen sie daneben und schauen (fast?) tatenlos zu. Die einzigen Helfer kamen von "kleinen" karikativen Verbänden.
    Schon von Anfang an hatte ich den Eindruck, dass bei aller Hilfsbereitschaft das falsche Verständnis für das Land besteht.

    Beispiel: THW. Die Japaner haben die ausländischen Katastrophenhelfer wieder heimgeschickt. Es ist, wie ich vermutet hatte: die Japaner haben selber genügend hervorragende Leute, aber nun mal eine zusammengebrochene Infrastruktur. Wie ich schon vor Tagen sagte: Jeder ausländische Katastrophenhelfer, der nicht selber für seine Logistik (Transport) sorgen kann und noch nicht mal ansatzweise die Landessprache beherrscht, ist nur Balast und keine Hilfe. Er kann nichts tun, was japanische Katastrophenhelfer nicht mindestens genauso gut könnten.

    Der Vorsitzende des Deutschen Katastrophenschutzes hat gestern gesagt, das japanische Katastrophenschutzsystem gehöre zu den besten der Welt, und wenn jemand die Menschen aus Tokio evakuieren könne, dann sie selber. Aber selbst das ist angesichts einer Zahl von mindestens 35 Millionen Menschen im Großraum Tokio nicht realistisch. Und derzeit auch gar nicht nötig.

    Die Japaner sind zu dem Schluss gekommen, dass hier Höflichkeit nicht weiterhilft und dass es am besten ist selber zu bestimmen, welche Hilfe sie brauchen und welche nicht. Sie haben Brüssel gebeten ihnen "in einer abgestimmten Aktion" (also nicht jedes EU-Land quer durcheinander) Hilfen aus einer detaillierten Liste zukommen zu lassen. Das sind v.a. Decken, Matratzen, Wassertanks.
    Außerdem haben sie das Hilfsangebot der USA und Kanadas angenommen Ärzte zu schicken, um die Katastrophenopfer zu betreuen.

    Wir müssen - anders als in Haiti u.ä. Ländern - davon ausgehen, dass die Japaner ein gutes Urteilsvermögen haben und selber am besten wissen, was sie brauchen und wann sie wie evakuieren. Sie sind uns in nichts, in absolut nichts unterlegen. Im Gegenteil.
    Sieh dir nur an, was in Deutschland passiert, wenn mal 20 cm Schnee fallen. Überleg mal, wie die USA in New Orleans versagt haben. Die Japaner - denen man tatsächlich außerordentliche Lernfähigkeit attestieren kann haben aus der Tragödie von Kobe sehr viel gelernt und ihren Katastrophenschutz perfektioniert, was ihnen jetzt zugute kommt.

    Und was den Wunsch zur Evakuierung betrifft: Selbst diejenigen Japaner, die intensive Auslandskontakte oder gar binationale Familien haben, schicken im Augenblick allenfalls ihre Frauen und Kinder weg, aber sie selber bleiben da. Sie werden gebraucht, jetzt mehr denn je - an ihrem Platz im Supermarkt, hinter dem Lenkrad von Linienbussen, in der Fabrik, die für den Export produziert ....
    .

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    AW: Die Ereignisse in Japan

    Das Chaos wird weiter zunehmen.

    Es wird zu einer Kernschmelze kommen, eine Atompilzwolke wird bald für alle Welt sichtbar werden, die Technik via Satellit macht es möglich. Aber vor Ort bekommt man die Versorgung so vieler Menschen gar nicht in den Griff.

    Wer will dort hinfahren, um Waren zu liefern? Trinkwasser? Die Stromversorgung aufrecht erhalten? Wenn allein in Tokio auch nur stundenweise der Strom ausfällt - wie wollen die Leute in ein 30. Stockwerk kommen?
    Die Klimaanlagen werden ausfallen, die Verkehrsmittel werden unregelmäßig fahren können.

    Die Lebensmittel sind jetzt schon knapp. Ohne Strom kann die Logistik des Nachschubs nicht funktionieren, ohne Strom wird die Kasse gar nicht zu öffnen zu sein, um bezahlen zu können und ob man an Geld rankommt, scheint mir auch fraglich zu sein. Alles elektronisch erfaßt - aber wenn man keinen Zugang hat - was dann?

    Natürlich wird die Welt zusehen. Weil sie ebenso hilflos ist. Oder gleichgültig. Was geht es uns an? Wie gut, dass wir ganz weit weg sind. Schuldbewußt aufatmen. Das wars.....

    Weil man sich selbst der Nächste ist.

    Oder hat hier jemand den Koffer gepackt, um vor Ort ein wenig Unterstützung anzubieten? Ist jemand bereit sein Konto mit einem Japaner zu teilen, der nicht an seins rankommt?

    Polemik? Vielleicht oder sogar sicherlich.

    Die Erfahrung anderer kleinerer (!) Katastrophen (Haiti war ja schließlich ein Schiss dagegen) zeigt doch, dass Hilfen in der Regel gar nicht wirklich ankommen, in irgendwelchen Kanälen versickert...

    Und hier ist auch noch eine unmittelbare gesundheitliche Gefährdung gegeben.

    Ganz ehrlich: ich wollte da nicht hin. Ums verrecken nicht. Ich könnte eh nicht helfen. Weder finanziell noch sonstwie. Also: warum etwas tun???

    Dass mein Herz blutet, ist eine ganz andere Sache....

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    AW: Die Ereignisse in Japan

    Zitat Zitat von _Zitronenmond_ Beitrag anzeigen
    Wie kann das?
    Wie geht das?
    Wie kann man nach Harrisburg und Tschernobyl von der Technik überzeugt gewesen sein?
    Das frage ich mich auch. Und auch ich hätte lieber Unrecht gehabt. Ich war immer überzeugt davon, dass wieder etwas passieren wird, und dass es keine '1000 Jahre' oder andere weit entfernte Zeiträume dauern wird. Wäre schön gewesen, falsch zu liegen. Jetzt kann man nur die Chance nutzen und dafür sorgen, dass es Zukunft nicht mehr passiert, dass es keine zukünftigen Opfer geben wird. Präventiv für die möglichen nächsten.
    Den Menschen in Japan hilft das leider nicht mehr.

    Zitat Zitat von _Zitronenmond_ Beitrag anzeigen
    Und aktuell kriege ich das Spucken, wenn (zum Teil junge Leute) sagen, es würde ja nichts nützen, unsere Reaktoren abzuschalten, weil Frankreich ja... etc. Diese Haltungen und das dahinter liegende Abfinden und die dahinterliegende Verweigerung des eigenen Denkens, die kriege ich nicht hin.
    Das erstaunt mich auch. Ebenso die Menschen, die sagen: aber bei uns gibt es doch keine Tsunamis und keine schweren Erdbeben... oder die davon überzeugt sind, dass unsere Atomkraftwerke "sicher" sind.

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    AW: Die Ereignisse in Japan

    Zitat Zitat von _Zitronenmond_ Beitrag anzeigen
    Die um mich herum versammelte Hauptsache-die-Haare-liegen-Generation scheint so zu denken.
    Die wichtigsten Fragen sind, ob wir Strahlung abkriegen.
    Wie schade, dass wir Geld nicht fressen können.

    Das meinte eine alter Indianerhäuptling schon vor sehr langer Zeit....
    Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde, das erklärt manches.
    Mark Twain (1835-1910)

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    AW: Die Ereignisse in Japan

    Zitat Zitat von bonneya Beitrag anzeigen
    Also: warum etwas tun???
    Ich finde, die Frage muss heißen: Was tun?
    Im Moment konkreten Japanern konkret helfen, ich wüsste nicht, wie ich dies tun sollte.

    Aber ich kann aktuell mich darum kümmern, dass mein Land nicht diesen Wahnsinn weitermacht.
    Das Leben ist wie ein Duschvorhang. Kann schimmeln, muss aber nicht.

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