Ja.
Bei mir war das der Fall als der zweite oder dritte Kommentator Merkels Sicherheitssatz aufnahm ('Unsere AKW waren und sind sicher, aber nach Fukushima überprüfen wir die Sicherheit nochmal weil wir danach nicht einfach zur Tagesordnung übergehen können') und die Frage stellte "Soll das heißen, dass unsere AKW vor Fukushima doch nicht sicher waren?"
- Ja, genauso verstehe ich das - und dann gibt der Satz auch einen Sinn: Unsere AKW waren und sind unsicher, nach Fukushima überprüfen wir die Unsicherheit.
Quasi die Restsicherheit.
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Thema: Die Ereignisse in Japan
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05.04.2011, 12:54Inaktiver User
AW: Die Ereignisse in Japan
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05.04.2011, 13:08
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05.04.2011, 13:45Inaktiver User
AW: Die Ereignisse in Japan
Genau das wollte ich mit meinem Gummistiefel-Beispiel sagen. Wenn ein Krisenmanagement (ich setze voraus, dass es in Fukushima so etwas gibt) nicht in der Lage ist, 50 Paar Gummistiefel für die AKW-Arbeiter in Fukushima zu organisieren, dann frage ich mich, woran es wohl liegen mag. Und meine drei grauen Zellen antworten mir, wer unfähig ist, so elementare Ausrüstung wie Gummistiefel zu besorgen, der ist hoffnungslos überfordert und hat überhaupt nichts im Griff, am wenigsten radioaktiv strahlende Reaktoren. Aber das haben die japanische Regierung und der Tepco-Sprecher die ganze Zeit verkündet. Alles im Griff! Die Strahlung war zeitweise 100.000-mal höher als der zulässige Grenzwert, aber "alles im Griff" und "es bestehe keine Gefahr für die menschliche Gesundheit". Nö, natürlich nicht.
Wozu man dann überhaupt irgendwelche Grenzwerte braucht, wenn 100.000-fache Überschreitung nichts zu bedeuten hat, sollte uns die japanische Regierung gelegentlich mal erklären.
Mich regt es höllisch auf, dass man nicht nur die japanische, sondern die ganze Weltöffentlichkeit wie hirnamputierte Deppen behandelt und versucht, nicht nur das Ausmaß der Atomkatastrophe, sondern auch die Plan- und Kopflosigkeit der "Verantwortlichen" zu verschleiern. Beschwichtigungen wie "so schlimm wie in Tschernobyl wird es nicht werden" sind an Zynismus nicht zu überbieten. Nö, so schlimm wie nach Tschernobyl wird es nicht werden. Es wird anders. Und es wird schlimmer. Nicht nur für die Japaner.
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05.04.2011, 14:19Inaktiver User
AW: Die Ereignisse in Japan
Ja, ja, das wurde aus deinem letzten Posting durchaus klar.
Fragt sich nur, wer den Japanern bei ihrer Dreifach-Katastrophe helfen soll. Etwa die Deutschen, die mal eben 2285 Brennelementekugeln verlegt haben? Oder die Amis, die 3 Monate gebraucht haben um das Rohr einer Erdölplattform im Golf von Mexiko abzudichten?
Die japanische Regierung hat klar gesagt, die Situation sei ernst und unberechenbar. Woraus entnimmst du also, sie hätte der Bevölkerung vorgemacht man habe alles im Griff?Aber das haben die japanische Regierung und der Tepco-Sprecher die ganze Zeit verkündet. Alles im Griff!
Dass die Betreiber das behaupten, ist hingegen keine Überraschung. Betreiber von havarierten Anlagen haben immer "alles im Griff" - egal, ob in Japan, Deutschland, USA oder China.
Mich regt es hingegen auf, dass die Japaner als hirnamputierte Deppen hingestellt werden, die zu blöd sind Gummistiefel herbei zu schaffen.Mich regt es höllisch auf, dass man nicht nur die japanische, sondern die ganze Weltöffentlichkeit wie hirnamputierte Deppen behandelt und versucht, nicht nur das Ausmaß der Atomkatastrophe, sondern auch die Plan- und Kopflosigkeit der "Verantwortlichen" zu verschleiern.
Dass es nicht so schlimm wie in Tschernobyl werden würde, haben auch bei uns mehrere Physiker gesagt.Beschwichtigungen wie "so schlimm wie in Tschernobyl wird es nicht werden" sind an Zynismus nicht zu überbieten. Nö, so schlimm wie nach Tschernobyl wird es nicht werden. Es wird anders. Und es wird schlimmer. Nicht nur für die Japaner.
Allerdings stellt sich allmählich heraus, dass die Katastrophe von Fukushima vielleicht einfach nur anders ist als die von Tschernobyl. Statt eine Kontaminierung über Wolken und Regen ist im Fall von Fukushima eine Kontaminierung über das Meereswasser zu erwarten - wobei derzeit keiner weiß, wie gravierend die Kontaminierung im Ergebnis sein wird.
Zumindest behaupten das die Physiker auch hierzulande. Wer weiß, vielleicht lügen auch sie die Menschen nur an. Aber welche Informationen haben wir hier, um dies beurteilen zu können?
.Geändert von Inaktiver User (05.04.2011 um 18:35 Uhr)
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05.04.2011, 15:39
AW: Die Ereignisse in Japan
sehe ich ähnlich. Nun werden von allen Seiten klare Informationen und Antworten verlangt. Dabei ist doch genau das das Problem: Man weiß es schlicht und ergreifend nicht. Und wer könnte auch von japanischen/deutschen/etc. Physikern verlangen, die Risiken, Entwicklungen und Konsequenzen dieser Katastrophe genau beurteilen und abschätzen zu können? Wir müssen auch in nächster Zeit wohl oder übel mit kontroversen Meldungen rechnen, es geht ja auch gar nicht anders, denn wie sich alles weiter entwickelt, kann nur die Zeit zeigen.
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06.04.2011, 10:50
AW: Die Ereignisse in Japan
Wir (die Menschheit) zerstören die Erde. Die Luft, den Boden und das Wasser. Im Moment ist der Pazifik dran. Die japanische Regierung belügt die Welt, die Pazifik-Staaten und die eigene Bevölkerung. Die Leute in Japan, die bisher geduldig die Meldungen der Regierung ohne Murren und Demos entgegennahmen, kaufen, wie mir ein Japaner sagte, fast keinen Fisch mehr aus dem Pazifik, man greift auf Fische im Atlantik zurück. Wahrscheinlich wird im Gegenzug jetzt in Europa vermehrt Pazifik-Fisch verkauft.
Wir zerstören unsere Welt und somit auch uns. Es ist zum Verzweifeln. Hauptsache, unsere Millionäre werden noch reicher. Für sie soll wenigstens gelten: "Mehr Netto vom Brutto", auch wenn die ganze Welt zusammenfällt.Ich bin, also denke ich
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06.04.2011, 11:25
AW: Die Ereignisse in Japan
Politikern zu glauben und vor allem ihren Statements, da bin ich skeptisch. So geht es mir seit Jahren. Viele haben Jahrzehnte gebraucht,um soweit zu kommen und eine hohe Position einzunehmen und ein negatives Statement und ihre Karriere wäre dann futsch. Keine Ahnung, ob
nur noch 80jährige wie Heiner Geißler sagen können, was sie denken und was Sache ist, ohne
Angst für persönliche Konsequenzen zu haben (Rausschmiß aus der Partei, Abwahl, Gesichtsverlust,
Glaubwürdigkeit, Unbeliebtheit, der Partei evtl. zu sehr schaden, weniger Einkommen).
Gestern hörte ich im Deutschlandradio kurz vor Mittag einen 80jährigen US-Politiker, der anderen US-Politiker klar die Meinung / Kritik sagte über hochradioaktive Abfälle / Endlagerung in den USA und
unangenehme Fragen zur Endlagerung stellte und Lösungen. Die Handhabung Endlagerung von Atommüll wird dort oft unkomplizierter dargestellt (mir fällt gerade nicht das passende Wort ein), als es tatsächlich ist.
Leider fand ich ihn jetzt nicht bei Google, der Name (Partei) fällt mir nicht mehr ein. Muss auch gleich weg. Aber er hat es auf den Punkt gebracht und nicht um den heißen Atombrei schöner geredet. Das war beeindruckend. Vielleicht ist jemanden von Euch der Politiker bekannt. Mit 80 Jahren kann er das politische Maul aufmachen und laut Kritik aussprechen, was den anderen wohl nicht passte.
Bin beim Googlen nach ihm auf diesen Link gestoßen. Werde es später mal ausführlich lesen.
Was ist radioaktiver Abfall und gibt es dabei Probleme?
http://www.itas.fzk.de/deu/lit/2010/hock10a.pdf
b.) Kein Endlager für hochradioaktive Abfälle weltweit in Betrieb; die geplante Endlagerung
in tiefen geologischen Formationen zeigt nur in wenigen Staaten nennenswerte Fortschritte...
. "Foresight Research" betont die Renaissance der Kernkraft und des Nuklearstroms, das
Abfallvolumen wird wachsen...
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06.04.2011, 11:44Inaktiver User
AW: Die Ereignisse in Japan
Wo radioaktives Jod im Wasser ist, sind auch andere Spaltprodukte drin.
Zitat von Wolfgang60
Fisch wird es absehbar keinen mehr geben bzw. nur sehr, sehr teuer (bei uns) oder sehr belastet (in ärmeren Ländern). Ergo fällt auch Fischmehl für Tierfutter aus bzw. es wird billig, weil viel belasteter Fangausschuss anfällt, doch verfüttert.
Die daraus resultierende Entwicklung der weltweiten Lebensmittelpreise ist absehbar (Spekulationsgeschäfte noch nicht mal mit eingerechnet) und die weiteren Folgen auch.
Aids, Vogel- und Schweinegrippe haben es nicht geschafft .... ich denke, der Fukushima-Virus ist gefährlicher weil er auf mehreren Ebenen gleichzeitig wirkt - nicht zuletzt, weil er genau dafür gemacht wurde. Hausgemacht. Zwar anders angedacht, aber leider für zu leicht befunden. - Und das nach wie vor - weltweit. Ich fasse es auch nicht.
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06.04.2011, 12:27
AW: Die Ereignisse in Japan
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06.04.2011, 12:28Inaktiver User



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