Antworten
Seite 204 von 235 ErsteErste ... 104154194202203204205206214 ... LetzteLetzte
Ergebnis 2.031 bis 2.040 von 2350
  1. User Info Menu

    AW: Die Ereignisse in Japan

    Quidam

    Lese wieder interessiert deinen Beitrag zu Japan. Vielleicht gibt es mal einen Thread zu Japan (wie von mir mal vorgeschlagen).

    Ein Japaner hat mir erklärt: Hätte er deine Hilfe angenommen, hätte er dir (zu den Kosten, die die Reparatur verursacht hat) auch noch ein wertvolles Geschenk geben müssen. Dazu hätte er mich in seine Gebete einschliessen müssen. Und die Japaner haben noch immer Aversionen gegen die Langnasen.
    OT

    Als meine Kollegin bei einem "president...." in Tokyo zu arbeiten anfing, schilderte sie mir Ähnliches. Fast zur selben Zeit fing auch ein naher Verwandter im selben Unternehmen in den USA an und was in Japan "Holschulden" waren, war in den USA genau umgekehrt. Die Kollegin in Japan musste meist mehrmals (sogar) um kleine Gefälligkeiten bitten (Faxgerät oder andere Bürogeräte erklärt zu bekomme, was woanders selbstverständlich gewesen wäre), bis ihr mal jemand half (die japanische engste Kollegin, rangmäßig nach ihr, half ihr nie, die meisten Kollegen ignorierten sie oder ihre Fragen / Bitten, vor allem am Anfang, wo es wirklich notwendig war...), obwohl sie die engste Mitarbeiterin des höchsten Bosses war. Sie hatte sich auch vor dem Japan-Einsatz total
    neu, teuer (europäischer Business-Standard) eingekleidet. Die Kleidung entsprach trotz professionellem Japan-Coaching zuvor dann doch nicht dem japanischen Stil im höchstem Managementbereich (also alles nochmals neu einkaufen und zwar sofort). Das sagte man ihr sofort und deutlich, nicht aber wie das Faxgerät oder sonstwas funktioniert. Über die Aversionen gegenüber den Langnasen hörte ich oft von ihr. Mein Verwandter in den USA (im gleichen Unternehmen) sagte mir, dass dort von allen Seiten Kollegen blitzschnell zu ihm aufgesprungen wären, um ihm Dinge vor Ort zu erklären und ihm zu helfen, egal um was es ging. Er war erschlagen und beeindruckt von der dortigen Hilfsbereitschaft
    und oberflächlich fand er die Amerikaner nicht (er war einige Jahre dort tätig und baute sich
    mit seiner Frau Freundeskreis auf). Manchmal fragte er schon garnicht mehr, weil es ihm fast zuviel Hilfsbereitschaft war. Ich kenne so viele Schilderungen von Kollegen, Chefs, Freunden aus Japan, die sich sehr ähneln (für Foren nicht immer geeignet). Danke für den erneuten Japan-Einblick.

    Habe gerade japanische rosa Süßigkeiten neben mir liegen mit Kirschwasser von einer Freundin, die zur Tsunamizeit in Japan war und jetzt zurückgekehrt ist. Sie hat viel zu erzählen.
    Geändert von Feinsinn (05.04.2011 um 09:27 Uhr)

  2. Inaktiver User

    AW: Die Ereignisse in Japan

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wahrscheinlich, weil kein Mensch es sich je hätte träumen lassen, dass Japan je so tief sinken würde. Eine Nation, in der die Bahnverspätung in Sekunden gemessen wird, schien über jeden Zweifel erhaben, ein technisches Problem nicht beherrschen zu können.
    So tief sinken .. ? Tatsächlich?
    Worin besteht dieses "tief sinken"?

    IMHO ist solches Denken - und das, was einige andere User hier schreiben - nur ein weiterer Ausdruck der Technologiegläubigkeit des modernen Menschen: wir könnten alles zerstören, den ganzen Erdball, wenn wir wollten. Also müssten wir auch alles heil machen und uns mit technischem Sachverstand über physikalische Gesetze hinweg setzen können.


    Außerdem: Wer sonst in der Welt hätte eine gute Idee, wie man das AKW stoppen kann? Und wer hat schon Lust, sich bei seinem Hilfseinsatz verstrahlen zu lassen?
    Freiwillige vor - wer möchte zeigen, dass Japan nur versagt hat, dass die Situation also sehr wohl beherrschbar ist?

    Die USA, die sogar schon Weltraummissionen zum Mars geschickt haben, sind bei technologischen Herausforderungen ja Profis.
    So haben sie gezeigt, wie man mit einem Hurrican umgeht, der sich - anders als ein Jahrtausend-Erdbeben und ein Extrem-Tsunami - Tage vorher gemütlich ankündigt. Und wie man 1 Million Menschen mehr schlecht als recht evakuiert.
    Sie haben gezeigt, wie sorgfältig in einem hoch entwickelten Rechtstaat private Unternehmen kontrolliert werden, z.B. solche, die im Golf von Mexiko kritische Tiefseebohrungen vornehmen.

    Auch die Franzosen gieren danach zu beweisen, dass sie alles besser können. Man darf gespannt sein.

    Vielleicht wollen die Deutschen aber auch einmal die Chance erhalten zu zeigen, wie sie mit einem GAU umgehen. Wenn ich mir manche Äußerungen hier ansehe, könnte man glauben: ganz bestimmt wesentlich besser als USA und Japan zusammengenommen.

    Aber zuerst sollte man vielleicht die verloren gegangenen Brennelemente-Kugeln suchen, die in Jülich vermisst werden *klick*.
    .
    Geändert von Inaktiver User (05.04.2011 um 11:05 Uhr) Grund: gekürzt

  3. User Info Menu

    AW: Die Ereignisse in Japan

    @ Blautanne2: Es geht doch nun wirklich nicht darum, welche Nation besser mit Katastrophen umgeht! Und wenn hier jemand Japan kritisiert, dann will man damit nicht sagen, dass D alles besser machen kann!!!
    Aber ganz ehrlich - das Vorgehen, die Kommunikation und die Politik werfen Fragen auf, und die darf man hier auch anbringen - es geht um unsere Erde, jeder hat das Recht, seine Meinung zu sagen und auch kritisch zu sein.
    Und ja - Japan ist eine High-Tech - Nation, das ist kein Geheimnis und das ist den Japanern auch klar (da muss man doch nur mal die Exporte anschauen).
    Jedes andere Land wird auch kritisiert in schwierigen Situationen, jede Meinung und Entscheidung produziert kritische Gegenstimmen. Einfach nur blind eine Nation zu verehren ist doch naiv.
    Und wer hat denn gesagt, dass Atomkraft beherrschbar ist? Keiner hier. Wieso soll das denn jemand "zeigen" wollen? Daran hat niemand Interesse, weil das doch kein "Wettlauf von Kompetenz" ist.
    Die Diskussion ist doch sehr sachlich und schon auch respektvoll (gg Japan).

  4. Inaktiver User

    AW: Die Ereignisse in Japan

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Es geht doch nicht um "besser können", es geht um ganz elementare Dinge - wie Gummistiefel zum Beispiel. Selbst kleine Kinder tragen Gummistiefel, wenn sie am Strand von Sylt rumlaufen. Die Männer in Fukushima aber, die durch radioaktives Wasser rumlaufen, schützen ihre Füße mit Plastiktüten! Das kann doch nicht wahr sein! Oder sind die ganzen Gummistiefelbestände durch den Tsunami vernichtet worden?
    Letzteres war wohl ironisch gemeint, vermute ich.

    Es geht übrigens nicht nur um Gummistiefel, sondern z.B. auch um Geigerzähler, ganz simple Geigerzähler. In Fukushima soll es, wenn ich mich recht erinnere, davon 5.000 Stück gegeben haben. Nach dem Tsunami waren hinterher noch ca. 350 Stück davon aufzutreiben. (Frag mich nicht, ob die überhaupt noch funktioniert haben.)

    Es geht außerdem um Lebensmittel und Wasser für die unter extremsten Bedingungen arbeitenden Menschen.

    Aber LKW-Fahrer sollen sich geweigert haben auch nur in die Evakuierungslager im weiteren Umkreis des havarierten Reaktors zu fahren.
    Der Flugbetrieb der US-Hubschrauber musste wegen schlechter Wetterlage zeitweilig eingestellt werden.

    Japan lernt gerade Murphys Law kennen.
    .
    Geändert von Inaktiver User (05.04.2011 um 11:08 Uhr)

  5. Inaktiver User

    AW: Die Ereignisse in Japan

    Zitat Zitat von Quidam Beitrag anzeigen
    Wer sonst in der Welt hätte eine gute Idee, wie man das AKW stoppen kann?
    Amerika. Und die haben schon am Sonntag nach der Katastrophe ihr Wissen angeboten.
    Die Russen desgleichen.
    Frankreich auch.

    Alle diese Länder haben von ihren Versuchen her ein umfassendes Wissen um Möglichkeiten.
    Aber:
    Amerika ist unbeliebt.
    Russland ist der Intimfeind wegen der Greueltaten in den 30er Jahren.



    Und:
    Die Japaner wollten es alleine schaffen - sie fühlen sich als die Mitte der Welt.
    Noch immer, zumindest was die älteren angeht.
    Ausserdem sind sie bei aller Modernität der Tradition verhaftet, einer Tradition, die lebenslange Dankbarkeit bei Hilfeleistungen fordert.
    (...)
    Ich war erstaunt, wie sehr diese Gedankengänge auch bei modernen und reflektierenden Japanern vorhanden sind. Die meisten werden nicht darüber sprechen oder sie leugnen, weil sie wissen, dass die "Weissen" anders denken und sie möchten sich keine Blösse geben.
    Man sieht, dass du heftig über die Japaner nachgedacht hast. Das mit der "Mitte der Welt" ist aber nicht richtig. Da hast du wohl China und Japan verwechselt.


    Zitat Zitat von Quidam Beitrag anzeigen
    Die Arroganz eines Japaners ist von einem Menschen kaukasischen Ursprungs nicht zu brechen.
    Aber offensichtlich durchaus zu toppen.
    .
    Geändert von Inaktiver User (05.04.2011 um 11:07 Uhr)

  6. User Info Menu

    AW: Die Ereignisse in Japan

    Ach, Blautanne - wenn man sich bemüht, sich selbst zurücknimmt, erfährt man Dinge, von denen der andere gar nicht gewusst hat, dass er sie weiss. Das ist das alte Gesetz des Zuhörens. Und Vertrauens aufbauen und erhalten. Und wenn man ein wenig von sich selbst offenbart, auch. So kommt es dann zu vielen Gesprächen. Und man sollte die Landessprache zumindest in der Kompetenz eines 15jährigen beherrschen.
    Wenn man natürlich nach Fehlern sucht und diese verbalisiert oder im Verhalten kommentiert, dann kommt entweder die Watschn, das Lachen oder das Abhaken.

    Da mag der Begriff "Mitte" noch so mit China verbunden sein, der Japaner an sich fühlt sich als Nabel der Welt, die Mitte des Universums, der Ursprung des Seins.

    Ich bin mir durchaus bewusst, dass meine Schilderungen Fallschilderungen sind. Aber sie könnten doch für denjenigen, der so gar nicht versteht, was da drüben abgeht, ein wenig Verstehen erzeugen.

    Wobei ich nicht wissen möchte, was in Deutschland passieren würde, wenn hier ein AKW gaut. ich bin mir ziemlich sicher, dass die deutsche Arroganz der japanischen in nichts nachstehen wird. Oder der französischen oder amerikanischen. Oder...
    .
    I'm waiting for the other shoe to drop.



  7. Inaktiver User

    AW: Die Ereignisse in Japan

    Das alte Gesetz des Zuhörens. Hmm.
    Und die Landessprache beherrschen wie ein einheimischer Fünfzehnjähriger.
    Das Tief-in-die Seele-blicken-Können des kurzzeitig im Land lebenden Ausländers.
    Die Arroganz der Japaner.
    Und das Selbstverständnis Japans als "Reich der Mitte".

    Es hilft nichts. Da ist gewaltig der Wurm drin.
    .
    Geändert von Inaktiver User (05.04.2011 um 11:24 Uhr)

  8. Inaktiver User

    AW: Die Ereignisse in Japan

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    So tief sinken .. ? Tatsächlich?
    Worin besteht dieses "tief sinken"?
    Für mich, zusammengefasst, darin, dass sie in dieser 3-fach-Katastrophe genauso isoliert dastehen, wie sie es woll(t)en. Was an und für sich nicht so schlimm wäre, wären nicht so viele Einzelschicksale PLUS zunehmend die Umwelt über die japanischen Landesgrenzen hinaus betroffen.

    Also genau das, was Du in Deinem Folgeposting selbst beschreibst:

    Es geht übrigens nicht nur um Gummistiefel, sondern z.B. auch um Geigerzähler, ganz simple Geigerzähler. In Fukushima soll es, wenn ich mich recht erinnere, davon 5.000 Stück gegeben haben. Blöd nur, dass der Tsunami nicht berücksichtigt hat, dass man die Dinger noch brauchen wird können. So waren hinterher noch ca. 350 Stück irgendwo aufzutreiben. Frag mich nicht, ob die überhaupt noch funktioniert haben.

    Es geht außerdem um Lebensmittel und Wasser für die unter extremsten Bedingungen arbeitenden Menschen.

    Aber LKW-Fahrer sollen sich geweigert haben auch nur in die Evakuierungslager im weiteren Umkreis des havarierten Reaktors zu fahren.
    Unterm Strich würde ich sagen: Sie sind (stellvertretend) so tief gesunken, wie es menschlich destruktives Verhalten, das nicht auf Kooperation ausgerichtet ist, zulässt; dabei ist der Sinkflug noch nicht abgeschlossen. Und da alles miteinander verbunden ist, sinken wir alle mit - wo auch immer wir sind.

    (Im ganz großen Menschheitszyklus gedacht, ist das wiederum nicht schlimm. Aber ich lebe jetzt, deshalb bewerte ich auch JETZT).

    IMHO ist solches Denken - und das, was einige andere User hier schreiben - nur ein weiterer Ausdruck der Technologiegläubigkeit des modernen Menschen: wir könnten alles zerstören, den ganzen Erdball, wenn wir wollten. Also müssten wir auch alles heil machen und uns mit technischem Sachverstand über physikalische Gesetze hinweg setzen können.

    Die Atomkraftgegner gehen davon aus, dass wir nur die Flöhe sind, die den Hund steuern. Deshalb sind sie der Meinung, dass man die AKW lieber heute als morgen, jedenfalls so schnell wie möglich abschalten sollte. Nach Fukushima stimmen ihnen immer mehr Menschen zu.

    Also versucht eine Gegenbewegung den Japanern die maximale Inkompetenz nachzuweisen, um weiter glauben zu können, dass die Atomkraft beherrschbar sei, obwohl es nun schon zum zweiten, nein eigentlich zum dritten Mal in 25 Jahren zu dem kam, was "nach menschlichem Ermessen" in Millionen Jahren nur einmal passieren dürfte.

    Freiwillige vor - wer möchte zeigen, dass Japan nur "angeblich" die größte Technologienation der Welt ist und dass die Atomkraft sehr wohl beherrschbar ist?

    [...]
    Vielleicht wollen die Deutschen aber auch einmal die Chance erhalten zu zeigen, wie sie mit einem GAU umgehen. Wenn ich mir manche Äußerungen hier ansehe, könnte man glauben: ganz bestimmt wesentlich besser als USA und Japan zusammengenommen.
    Ich stimme mit Dir überein, dass es diese beiden Strömungen gibt.

    Wie Du damit umgehst und hier manch Schreibenden verhöhnst, finde ich unter aller Kanone.
    Damit bin ich nicht einverstanden, das finde ich zutiefst destruktiv und ich frage mich zunehmend, was es Schreibenden Deiner Art gibt, hier vordergründig auf Dialogbereitschaft zu machen und hintergründig, an- und runterzumachen und mehr an Dialog zu blockieren als zu unterstützen.

    Wenn nämlich die Meldungen stimmen, z.B. über frierende und hungernde Flüchtlinge in Notlagern und fehlende Ausrüstung im AKW, dann darf ja wohl der Gedanke zulässig sein, warum ausgerechnet das dort AUCH ein Problem sein kann mit der ganzen Welt drumherum und zumal Japan nicht nur aus Fukushima besteht sondern immerhin 3000 km Länge hat.

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Und wir, in unseren gemütlichen Zimmern, wundern uns, dass in Japan Sylter Kindergummistiefel zumindest zeitweise nicht in ausreichender Menge vorhanden waren.
    Ja, zurecht.
    Solche polemischen Bemerkungen kannst Du Dir sparen.
    An Gummistiefeln, Nahrung, Wasser und Geigerzähler KANN es nicht mangeln.
    Wenn es das nicht ausreichend in Japan gibt, können die jJapaner damit umgehend zugeschmissen werden vom Rest der Welt, das dürfte die kleinste Übung sein.

    Meine Frage ist: An was fehlt es dort wirklich?
    Meine vermutete Antwort: An Kooperationsbereitschaft.

    Die würde zwar die Kernschmelze im AKW nicht stoppen, aber einiges lindern können.
    Statt dessen beschäftigen sich die japanische Regierung und Tepco aber lieber miteinander und lassen die Welt sogar daran noch teilhaben. Und erzählen nebenher Märchen.

    Das Schlimmste für mich dabei ist, wie unkritisch das alles aufgenommen wird - jeder denkt sich seinen Teil - aber dann hat es sich auch schon. Ein 20cm-Riss ist das Übel der letzten Tage. Und die Welt starrt wie auf Befehl auf einen 20cm-Riss.

    Wenigstens ist durch die Chose in D etwas in Gang gekommen. Ein bisschen zumindest.
    Irgendwo muss die Energie ja hin. Und das ist wenigstens eine grundsätzlich konstruktive, bewusstere Diskussion als zuvor.
    Geändert von Inaktiver User (05.04.2011 um 11:29 Uhr)

  9. Inaktiver User

    AW: Die Ereignisse in Japan

    Ich habe hier drei Artikel. Einer aktuell über Fukushima, einer über den Reaktortyp, einer von 2006 ausgehend von Forsmark über Sicherheitssysteme mancher Reaktoren.

    Man kann mit dem Lesen an Fukushima (weit weg) oder im Jahre 2006 (wir sind ja schon 5 Jahre "weiter") hängen bleiben, man kann aber auch daran weiterdenken; es sind letztendlich nur Stellvertreter-Artikel dafür, auf welcher Basis AKW in Betrieb genommen werden:


    Mich hat ja von Anfang an gewundert, mit welcher Vehemenz Angela Merkel ihr "Umdenken" nach Fukushima verkauft. Umdenken ist das ja nicht wirklich. Unsere und andere AKW sind seit Fukushima genauso unsicher wie zuvor, das weiß jeder. Nur nicht so formuliert.

    Insofern nenne ich es sogar unverschämt, was sie im Namen der CDU anzettelt .... Moratorium ... Ethikkommission ....Neubewertung ... darüber gibt es seit Jahrzehnten Diskussionen und Literatur noch und nöcher .... aber scheinbar ist es nur der CDU vorbehalten, das Thema auf eine "gehörte Ebene" zu heben. Das möchte ich aber gar nicht vertiefen.

    Mein Thema dabei ist, dass sich bei mir im Denken durch Angela Merkel ein Hebel umgelegt hat: Wenn ich an Atomstrom denke, frage ich mich nicht mehr, was meinen die mit sicher? Ich hatte bis dato schon immer meine Zweifel an der Sicherheit. Seit Angela Merkel so oft "sicher" gesagt hat und das ständig in den Medien wiederholt wird, verwendet mein Hirn beim Denken nur noch das Wort "unsicher". Es geht nicht um den Grad der Sicherheit, sondern um den Grad der Unsicherheit ... wie unsicher sind AKW ...... ein kleiner, feiner Unterschied, der in Folge viel konsequentere Gedanken und Handlungen zulässt.

    Ich finde, diese Formulierung sollte viel öfter gebraucht werden.

  10. User Info Menu

    AW: Die Ereignisse in Japan

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Seit Angela Merkel so oft "sicher" gesagt hat und das ständig in den Medien wiederholt wird, verwendet mein Hirn beim Denken nur noch das Wort "unsicher". Es geht nicht um den Grad der Sicherheit, sondern um den Grad der Unsicherheit ... wie unsicher sind AKW ...... ein kleiner, feiner Unterschied, der in Folge viel konsequentere Gedanken und Handlungen zulässt.

    Ich finde, diese Formulierung sollte viel öfter gebraucht werden.
    Das Gefühl hatte ich auch schon - nur hat es bei mir nicht zur Formulierung gereicht.
    Die Dinge benennen.
    .
    I'm waiting for the other shoe to drop.



Antworten
Seite 204 von 235 ErsteErste ... 104154194202203204205206214 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •