leda, guter beitrag! ich frage mich das auch schon seit beginn dieses super-gaus, der schon seit vielen tagen besteht!
schlussendlich wird die ganze welt betroffen sein, da haette auch schon die ganze welt einschreiten muessen, ob das den japanern passt oder nicht, "gesichtsverlust" hin oder her!
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Thema: Die Ereignisse in Japan
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04.04.2011, 19:19
AW: Die Ereignisse in Japan
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XXXI
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04.04.2011, 19:44Inaktiver User
AW: Die Ereignisse in Japan
Wahrscheinlich, weil kein Mensch es sich je hätte träumen lassen, dass Japan je so tief sinken würde. Eine Nation, in der die Bahnverspätung in Sekunden gemessen wird, schien über jeden Zweifel erhaben, ein technisches Problem nicht beherrschen zu können.
Außerdem: Wer sonst in der Welt hätte eine gute Idee, wie man das AKW stoppen kann? Und wer hat schon Lust, sich bei seinem Hilfseinsatz verstrahlen zu lassen?
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04.04.2011, 19:50Inaktiver User
AW: Die Ereignisse in Japan
Ich glaube nicht, dass sich eine Regierung um den Gesichtsverlust Japans sorgt. Vielmehr ist es so, dass wer hilft, Verantwortung übernimmt. Wie soll man angesichts dieser massiven Falschinformationen, dieses Risiko eingehen können? Welche Regierung könnte es sich leisten, die Experten ihres Landes zu schicken?
Alle Helfer haben ihre eigene Agenda, hier z.B. Anne Lauvergeon, die einflussreichste Atom-Lobbyistin Frankreichs, die erst neulich Sarkozy nach Japan begleitete.
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04.04.2011, 20:07Körperlich Distanz
Sozial zusammen
You'd have to be here
I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
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The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
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Kari Bremnes
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04.04.2011, 20:15
AW: Die Ereignisse in Japan
Japan erkennt, dass es die Folgen der Katastrophe nicht mehr alleine schultern kann und nimmt mehr und mehr fremde Hilfe an. (eben in der Tagesschau). Man weiss nicht, ob man sarkastisch lachen oder heulen soll.
Inzwischen schütten die Arbeiter Färbemittel in alle Behälter, Kabelschächte usw., wo Wasser drin ist, um zu sehen, wo das Wasser wieder austritt.
Die normale Kühlung mittels Pupmpen kann nicht funktionieren, weil in Behältern, Wasser ist, wo es gar nicht gehört. Trotzdem schütten sie nach wie vor Wasser in die Raktoren, um die Brennstäbe notdürftig zu kühlen.
Das dann hochverseuchte Wasser muss wieder herausgepumpt werden und sicher gelagert werden.
Da sie keine Fässer mehr haben, leeren sie diese mit "wenig" verseuchten Wasser ins Meer und füllen die Fässer mit dem hoch verseuchten Wasser.Körperlich Distanz
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04.04.2011, 22:25Inaktiver User
AW: Die Ereignisse in Japan
Es geht doch nicht um "besser können", es geht um ganz elementare Dinge - wie Gummistiefel zum Beispiel. Selbst kleine Kinder tragen Gummistiefel, wenn sie am Strand von Sylt rumlaufen. Die Männer in Fukushima aber, die durch radioaktives Wasser rumlaufen, schützen ihre Füße mit Plastiktüten! Das kann doch nicht wahr sein!
Oder sind die ganzen Gummistiefelbestände durch den Tsunami vernichtet worden?
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05.04.2011, 08:01Inaktiver User
AW: Die Ereignisse in Japan
Hmmm die Rede ist von 11.000 Tonnen, was also 11.000 Kubikmeter entspricht. Und zwar bisher, wobei die Sache ja munter weiter köchelt und begossen wird. Da ist wohl nichts mit Mülltrennung in "schwach strahlend" oder "stark strahlend", geschweige denn diese Mengen handhaben zu können.
Es war von Anfang an (mit Beginn der "Kühl- und Löscharbeiten") fast klar, daß im Endeffekt genau das passieren würde. Das wußten auch die Betreiber und wohl auch die Regierung - man muß kein Genie sein. Wir haben wieder die klassische Salamitaktik und dürfen uns darauf "freuen", daß noch lange nicht das Ende der Fahnenstange oder sagen wir "alternativlosen unangenehmen Wahrheiten" erreicht ist. Mir sieht es nicht so aus, als ob momentan der Endpunkt einer Verkettung unglücklicher Umstände vorliegt, sondern es ist ein Glied mitten drin. Wie stark der Pazifik wohl verseucht werden wird? Es ist ein Albtraum der schlimmsten Art.
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05.04.2011, 08:45
AW: Die Ereignisse in Japan
Amerika. Und die haben schon am Sonntag nach der Katastrophe ihr Wissen angeboten.Wer sonst in der Welt hätte eine gute Idee, wie man das AKW stoppen kann?
Die Russen desgleichen.
Frankreich auch.
Alle diese Länder haben von ihren Versuchen her ein umfassendes Wissen um Möglichkeiten.
Aber:
Amerika ist unbeliebt.
Russland ist der Intimfeind wegen der Greueltaten in den 30er Jahren.
Und:
Die Japaner wollten es alleine schaffen - sie fühlen sich als die Mitte der Welt.
Noch immer, zumindest was die älteren angeht.
Ausserdem sind sie bei aller Modernität der Tradition verhaftet, einer Tradition, die lebenslange Dankbarkeit bei Hilfeleistungen fordert.
Ich war 3/4 Jahre in Japan. Dabei habe ich einem Unfall zugesehen. Ein Mann wurde verletzt, niemand hat angehalten oder die Polizei gerufen. Ich habe versucht zu helfen - der Mann hat sich mit Händen und Füssen gewehrt.
Ein Japaner hat mir erklärt: Hätte er deine Hilfe angenommen, hätte er dir (zu den Kosten, die die Reparatur verursacht hat) auch noch ein wertvolles Geschenk geben müssen. Dazu hätte er mich in seine Gebete einschliessen müssen. Und die Japaner haben noch immer Aversionen gegen die Langnasen.
Etwas zum Rechtsbewusstsein: Ein anderer Japaner hat erzählt, dass ihm ein Autofahrer in das Auto gefahren ist. Er hat ordnungsgemäss geparkt, beleuchtet. Beide hatten eine Versicherung. Mein Bekannter ist gut situiert, der andere war ärmer. Die Versicherungen haben untereinander ausgehandelt, dass mein Bekannter 2/3 seines Schadens selber tragen muss, weil er reicher ist und deshalb die finanziell eher in der Lage ist, das Geld aufzubringen. Er muss dem Gegner 1/3 dessen Schadens zahlen, weil er - da stand und deshalb mit dran Schuld ist, dass der andere ... (Da kommen jedem deutschen Versicherten die Tränen.) Er ging vor Gericht. Das Gericht hat genau so geurteilt.
Ich war erstaunt, wie sehr diese Gedankengänge auch bei modernen und reflektierenden Japanern vorhanden sind. Die meisten werden nicht darüber sprechen oder sie leugnen, weil sie wissen, dass die "Weissen" anders denken und sie möchten sich keine Blösse geben..
I'm waiting for the other shoe to drop.
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05.04.2011, 08:55
AW: Die Ereignisse in Japan
Danke, Quidam, das ist interessant.
Aber heutzutage muss Japan doch den internationalen REgeln folgen - Vorschriften, was Entwicklung und Forschung anbelangt und vor allem auch internationalen Handel usw.
Also, auf der Macro-Ebene kann es nicht mehr seinen eigenen Regeln folgen, auch wenn es auf der Micro-Ebene vielleicht geht.
Deshalb frage ich mich schon, warum die bei dieser Katastrophe nicht pragmatischer sind. Immerhin sind sie nicht die alleinigen Besitzer des Ozeans...
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05.04.2011, 09:03
AW: Die Ereignisse in Japan
Die Japaner verhalten sich aber doch gerade diametral entgegengesetzt Deiner Aussage - also können sie es. Und sie werden es immer wieder tun.
Walfang und Thunfischfang. Da haben sie sich auch einen Wolf über den Hype der Ausländer gelacht. Und werden es weiter tun.
Wenn man sich darüber unterhält ist es wie bei uns: es wird bedeutsam und zustimmend genickt und dann geht man ins nächste Geschäft und holt sich sein Thunfischfilet. Beim Rausgehen trifft man sich und der Japaner lächelt, schaut weg, knickt ein paar Mal hektisch in den Hüften ein und wuselt nach Hause. Wenn wenigstens eine Diskussion aufkäme - nichts, nada, nicken, lächeln, knicken, weg.
Die Arroganz eines Japaners ist von einem Menschen kaukasischen Ursprungs nicht zu brechen..
I'm waiting for the other shoe to drop.


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