Blautanne, mein Eindruck ist (was aber nicht nur ein japanischen Phänomen ist) dass immer nur das von offiziellen Stellen veröffentlicht wird, was ohnehin schon bekannt ist.
Mich wundert auch noch, dass die Regierung dem Kraftwerksbetreiber so viel vertraut. Warum lässt die Regierung nicht durch staatliche Experten untersuchen. Immer nur werden Strahlenwerte veröffentlicht, die der Kraftwerksbetreiber genannt hat? Warum hält sich der Staat so raus. Das ganze hat doch solche Ausmaße, dass man nicht alles diesem merkwürdigen Konzern überlassen kann.
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Thema: Die Ereignisse in Japan
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29.03.2011, 09:18
AW: Die Ereignisse in Japan
Ich bin, also denke ich
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29.03.2011, 09:21
AW: Die Ereignisse in Japan
Nach meinen Informationen bewertet die japanische Regierung die Katastrophe immer noch als "ernsten Unfall " (Stufe 5 der INES-Skala)
Nach Ansicht von Greenpeace sollte die atomare Katastrophe im japanischen Atomkraftwerk Fukushima Daiichi auf die höchste Stufe 7 der Internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse (INES) (katastrophaler Unfall) eingeordnet werden.
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29.03.2011, 09:25
AW: Die Ereignisse in Japan
Dafür wird es mehrere Gründe geben, aber der wichtigste ist doch: es ist privatisiert. Alles gehört TEPCO, die Arbeiter sind bei TEPCO angestellt unterstehen also deren Kommando und der Staat hat gar nicht die nötige Ahnung und Arbeitskräfte um die Aussagen kontrollieren zu können. TEPCO wird hingegen wie jede andere Firma gewinnbringend gearbeitet haben, also so wenig Personal wie möglich,insbesondere hochqualifiziertes -> da teuer, so wenig Schulungen und technische Erneuerungen und Ausbauten -> da teuer. Hinzu kommt, dass dies Kraftwerk diesen Monat wohl vom Netz sollte, also wird da keiner mehr ein besonderes Augenmerk draufgelegt haben...
punkix
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29.03.2011, 09:27Inaktiver User
AW: Die Ereignisse in Japan
Den Satz musst du mir erklären: woher bekannt, wenn nicht von den offiziellen Stellen?
Es gibt Radioaktivitäts-Messungen sogar seitens der Polizei (!)Mich wundert auch noch, dass die Regierung dem Kraftwerksbetreiber so viel vertraut. Warum lässt die Regierung nicht durch staatliche Experten untersuchen?
Es wird in Japan bereits diskutiert, ob man den Kraftwerksbetreiber verstaatlichen soll.
Vom Regierungschef ist ein Wutausbruch gegenüber den Betreibern überliefert (etwas äußerst Ungewöhnliches in Japan). Er hat, gerade weil er mit der anfänglichen Kommunikation der Betreibergesellschaft unzufrieden war, die Leitung des Krisenstabs übernommen und sich im Firmensitz der Gesellschaft eingerichtet.
Das ist übrigens schon eine ganze Weile her. Seither hat sich die Informationspolitik entscheidend geändert.
Für mich sieht das nicht gerade nach einem harmonischen Miteinander sondern nach massiven Konflikten aus. Was das in Japan bedeutet, könnt ihr, können wir vermutlich gar nicht ermessen.
Aber die eigentliche Auseinandersetzung mit Tepco hebt man sich in Japan für hinterher auf, wenn die akute Krise bewältigt ist.Geändert von Inaktiver User (29.03.2011 um 09:57 Uhr)
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29.03.2011, 09:27
AW: Die Ereignisse in Japan
Blautanne, ich habe einen Satz aus Deinem Zitat genommen:
Die Regierung hatte zuvor eingeräumt , dass im Reaktor 2 in den vergangenen zwei Wochen vermutlich eine Kernschmelze eingesetzt hatte. Man glaube, dass der Prozess mittlerweile gestoppt sei. Was genau in dem Problem-Meiler abläuft, ist aber immer noch unklar.
Klar, man kann sagen: man weiss es halt nicht so genau. Wirklich? Oder ist das nur Augenwischerei und politische Floskeln?
@punkix:
Denkst Du wirklich, dass sich die STrahlung mehr oder weniger auf die ganze Insel ausdehnen wird? "Wandert" die Strahlung weiter, je länger etwas strahlt? Oder wird der unmittelbare Radius mehr und mehr verstrahlt, je länger die Strahlung andauert?
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29.03.2011, 09:29Inaktiver User
AW: Die Ereignisse in Japan
Wenn Greenpeace das sagt, muss die japanische Regierung das selbstverständlich sofort tun. Ganz klar.
Du hast aber schon mitgekriegt, dass IAEA und französische Atomenergiebehörde diesen Unfall zeitweise deutlich unterschiedlich eingeordnet haben, sich "der Westen" also auch untereinander nicht einig war/ist?
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29.03.2011, 09:32
AW: Die Ereignisse in Japan
Nein, klar sollen sie nicht einfach machen, was Greenpeace sagt. Aber die gravierenden Unterschiede in der Bewertung fallen halt schon auf. Denn klein ist der Unterschied ja nicht, oder?
Und klar war sich der Westen untereinander nicht einig - da viele Infos fehl(t)en war halt auch Interpretation dabei. Das wird ja kritisiert - das viele Infos fehlen oder nur langsam rausgegeben werden oder eben sehr vage ("vermutlich", "unklar", "wahrscheinlich") - auch dann, wenn es etwas genauer gehen sollte.
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29.03.2011, 09:33
AW: Die Ereignisse in Japan
@little miss sun
die unmittelbare Umgebung wird am ärgsten betroffen sein. Nur strahlt ja in einem gewissen Sinne dann die ganze Erde. Und der Wind, Saatgut, Pollen usw. verteilen sich ja leider nicht nach Wunsch. Natürlich wird die Belastung mit größerer Entfernung immer geringer, aber es ist kaum vorhersehbar wo (weil Wind in der nächsten Zeit eine entscheidene Rolle spielen wird) und welche Belastungen da wirklich kommen und was sie für die Menschen bedeuten.
Wir haben ja hier bereits die Spätfolgen aus Tschernobyl diskuttiert (Wild wird in Bayern! heute noch auf radioaktive Verseuchung untersucht, bevor es in den Handel darf...)
punkix
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29.03.2011, 09:34
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29.03.2011, 09:35Inaktiver User
AW: Die Ereignisse in Japan
Wenn du dich besser informieren und z.B. meine Links lesen würdest, würdest du das vielleicht nicht fragen.
In Harrisburg hat es mehrere Jahre gedauert, bis man den Reaktor öffnen und wirklich "hineinsehen" konnte.
Was die Kritiker an der japanischen Herangehensweise anscheinend partout nicht begreifen wollen: diese Technologie ist, wie sie ist: undurchsichtig, hoch gefährlich, vom Menschen, einmal in Gang gesetzt, nicht beherrschbar.
Während man sich das Maul über Japan zerreißt, läuft unterschwellig immer die Behauptung mit: also wir würden das ganz anders managen.
Ja, toll. Und als die Wolke von Tschernobyl über Mitteleuropa zog, hat der zuständige französische Minister behauptet, sie wäre nicht über Frankreich gekommen. Erst jetzt, 25 Jahre später, erfahren die Franzosen, dass das eine Lüge war.Geändert von Inaktiver User (29.03.2011 um 10:06 Uhr)


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