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Thema: Die Ereignisse in Japan
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25.03.2011, 09:44Inaktiver User
AW: Die Ereignisse in Japan
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25.03.2011, 09:52Inaktiver User
AW: Die Ereignisse in Japan
Sie werden sich wundern, wie präzise der nächste Weltwirtschaftsschock auch uns treffen wird. Eben weil eine grundfalsche Entscheidung getroffen wurde: Pro Atomkraft. Da schaufelt sich "lustigerweise" das Credo der "kritiklos Wirtschaftsgläubigen", die Globalisierung nämlich, das eigene Grab. Was das Ansehen anbelangt: Sollte Deutschland ohne AKW auskommen und auf vernünftige Weise Energie erzeugen können, würde mich das stolz machen. Nach langer Zeit mal wieder.
VanDyck: Ich mag garnichts gegen "die Japaner" sagen, sondern mir ging es explizit um die "Bosse" und deren Zuarbeiter.
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25.03.2011, 09:53
AW: Die Ereignisse in Japan
Tja - mit den Konservativ-Liberalen ist es schon ein Graus: die einen wissen nicht mehr, was sie geschrieben haben und die anderen nicht mehr, was sie gesagt haben:
=> Atom-Moratorium: BDI-Präsidiumsmitglied widerspricht Brüderle <=
Ja ja - ich versteh schon ...
Ich wollte im Grunde ähnliches sagen: gegen Profitgier vieler Großkonzerne is offensichtlich kein Kraut gewachsen - auch nicht die japanische Mentalität, wie auch immer sie sein mag.
VanDyckGeändert von VanDyck (25.03.2011 um 09:57 Uhr)
Es gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
dann durchfluten sie mich wie Regen ...
American Beauty
Nothing in life is as important as you think it is, while you are thinking about it.
Daniel Kahneman
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25.03.2011, 10:13Inaktiver User
AW: Die Ereignisse in Japan
Ich hege ja den Verdacht, daß sogenannte "Eliten" durchaus Interesse daran haben, fleißig bestimmte Mentalitäten zu kultivieren. Sei es "Ora et labora" (das geradezu pervers zur aktuellen Lage paßt) oder sonstwas - wobei mir natürlich grade in dem Hinblick die Ähnlichkeit der asiatischen und deutschen Mentalität schwer zu denken gibt, für den Fall des Falles.
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25.03.2011, 10:38Inaktiver User
AW: Die Ereignisse in Japan
Das ist mir zu hoch, @ Senf.
Da wird allen Ernstes damit argumentiert, ein Erdbeben von Stärke 5-6 käme im Oberrheinischen Graben "nur" alle 10 Jahre vor. Wie oft bitte kommt in Japan ein Erdbeben Stärke 9 vor?
(Einfache Zahlen zur Illustrierung:)
Nehmen wir mal eine Erdbebenauslegung von 8,0 in Japan und ein Jahrtausend-Erdbeben von 9,0. - Also 10x so stark wie maximal erwartet.
Und dann vergleichen wir mit einer Erdbebenauslegung von 6.0 und einem Jahrtausend-Erdbeben von 7.0 am Rheingraben. - Also 10x stark wie maximal erwartet.
Was ist da konkret der Unterschied, im Zusammenhang mit der Reaktorsicherheit?
Es tut mir wirklich leid, Senf, aber die gemessene Magnitude ist mir schnurz.
Mich interessiert vielmehr, was mit einem Reaktor passiert, der nicht großzügig auf das in der Region denkbare (Jahrtausend-)Erdbeben ausgelegt ist. - Also in Japan z.B. auf Stärke 9, oder im Oberrheingraben auf Stärke 7 und höher.
Abgesehen davon wird immer wieder behauptet bei uns gäbe es ja keine Tsunami.
(Weiß nicht, ob das in deinem Link auch erwähnt wird. Ich habe den Text nur angelesen.)
Nun hat der in der Zeit der Großen Koalition für Reaktorsicherheit zuständige Fachmann aber darauf hingewiesen, dass es unter Geologen ein offenes Geheimnis sei, dass an der norwegischen und der schottischen Küste sehr brüchige Berge gibt, die irgendwann abbrechen und ins Meer stürzen werden.
Ergebnis wird sein: ein Tsunami an der Nordsee, und zwar mit ca. 20 Meter hohen Wellen.
In dem von dir verlinkten Witze-Blog steht noch folgendes:
Ja, klar doch. Da hat ein "Wissenschaftler" mal so richtig heftig nachgedacht:Ersatzweise malt man nun einen terroristischen Flugzeug-Absturz als Gefahr an die Wand. Man kann natürlich alle Kernkraftwerke unter meterdicke Betonkuppeln setzen – dann aber auch bitte gleich den Reichstag, das Kanzleramt, das Verteidigungsministerium, die Raffinerien, das Schloß Neuschwanstein und den Kölner Dom. Denn wer weiß schon, auf welche Ideen Terroristen kommen?
Neuschwanstein ist ein strahlend schönes Schloss; was liegt also näher, als es mit einem Kernkraftwerk und einer Kernschmelze zu vergleichen?
Ein Terroranschlag ist derartig unwahrscheinlich. Geradezu lächerlich, das zu durchdenken. Da könnte man ja auch ... ja also ... da könnte man ja auch gleich auf die Schnapsidee kommen, dass jemand in New York die Twin Towers zum Einsturz bringen wollte.
Selten so gelacht.
Lieber Senf, wenn die Argumentation ein solches Niveau erreicht hat, sind wir nur noch Millimeter von der FDP-Position entfernt, die behauptet, dass auch unseren alten Möhren, obwohl von gleichem Reaktortyp und Alter wie das Kraftwerk Fukushima, "sische" seien.
.Geändert von Inaktiver User (25.03.2011 um 11:17 Uhr)
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25.03.2011, 10:43
AW: Die Ereignisse in Japan
Jau. Wenn man das Risiko eines GAU`s auf weltweit alle AKW`s umlegt, dann ergibt sich daraus, dass wir alle 25 Jahre einen GAU haben. Jedes AKW braucht ja mindestens die Chance, diesen erleben zu dürfen.

Je länger ich die Diskussionen in Deutschland verfolge, desto mehr bin ich davon überzeugt, dass es erst eines GAU`s im eigenen Land bedarf, um das Umdenken einzuleiten.
Und selbst dann werden noch einige an den AKW`s festkleben.
Es ist nicht schön, festzustellen, dass es dieser Gruppe immer gelingt, sich durchzusetzen.Geändert von _Zitronenmond_ (25.03.2011 um 10:46 Uhr)
Das Leben ist wie ein Duschvorhang. Kann schimmeln, muss aber nicht.
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25.03.2011, 11:01
AW: Die Ereignisse in Japan
Das Leben ist wie ein Duschvorhang. Kann schimmeln, muss aber nicht.
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25.03.2011, 11:14
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25.03.2011, 11:36Inaktiver User
AW: Die Ereignisse in Japan
Das klingt super.
Zitat von Inaktiver User
Verbesserungen und Weiterentwicklungen mit den Jahren sind eine tolle Sache.
Nur wenn die Sache an sich schon fragwürdig ist, macht die Weiterentwicklung keinen Sinn.
Zudem ist schon alleine die laufende weltweite Feldstudie über alle je gebauten Reaktoren eine zynische Veranstaltung um daraus vielleicht .. irgendwann einen so sicheren Reaktor zu bauen .... dass nicht mehr alle 25 Jahre etwas passiert, sondern vielleicht nur alle 50 Jahre.
Selbst wenn es "sicher sicher" wäre ... alleine die Zeit der Umstellung ist doch nicht tragbar - und eine schnelle Umstellung nicht finanzierbar - Atomstrom ist nämlich richtig teuer, wird immer teurer und braucht deshalb immer längere Abschreibelaufzeiten. Das ist eine Milchmädchenrechnung von vorneherein. Sicherheit und Stabilität werden nicht um der Sicherheit und der Stabilität weiterentwickelt, sie werden entwickelt um möglichst lange Laufzeiten zu garantieren, damit sich die Investition lohnt. Neue AKWs laufen nicht nur 30 Jahre, die werden auf viel länger ausgelegt.
Und auch die 4. Generation produziert Atommüll, der nicht entsorgbar ist.
Davon haben wir noch gar nicht gesprochen - DAS ist das wirkliche Problem.
Die Vorgabe ist, eine Lagerstätte zu finden, die 1 Million Jahre sicher ist.
Das gibt es schlicht nicht.
Und das müsste als rationales Argument genügen um diese Technik unter nicht realisierbar abzulegen.
Lasst den ganzen Dreck den wir schon haben sich im Meer verteilen, durch Salzstöcke sickern, in abgelegenen Baracken stapeln, in offenen Abklingbecken vor sich hinköcheln.
- Irgendwann kommt uns eine einzelne Kernschmelze und ein paar ausgelaufene Liter verstrahltes Wasser vor, wie das bisschen Mittelstreifenverschmutzung auf der Autobahn.
Man gewöhnt sich ja an alles....
Wenn die Menschheit noch eine Weile überlebt werden so am Ende bestimmt radioaktiv-resistente Mutanten bei rauskommen.
Vielleicht ist das ja unser Weg.
Seit einiger Zeit hoffe ich inständig, dass das mit der Wiedergeburt doch nur ein Gerücht ist.
Wir sitzen in einem Boot - auf einer Erde.
Das wird leider immer wieder vergessen wenn aus einem (fragwürdigen) System heraus argumentiert wird, dass es sich doch so großartig weiterentwickeln lässt.
Es ist so kurzsichtig und so gar nicht über den Tellerrrand geschaut.
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25.03.2011, 11:45
AW: Die Ereignisse in Japan
Solange die Zugänge zum AKW, das interne Netz, die dortigen Generatoren und Pumpen i.O. sind, kann jede beliebige Menge Diesel oder Akkus nachgeliefert werden. Das funktioniert nur dann nicht, wenn etwas Undenkbares eintritt. Gleiches gilt für die Versorgung mit Kühlwasser, die allerdings viel weniger redundant ausgelegt ist, und viel mehr von dem Fluss abhängt an dem das Kraftwerk steht.



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