... in ein paar Wochen wird die Atom-Politik davon abhängen, wie es jetzt in Japan weitergeht.
So nach und nach scheinen viele Nationen ihre Atom-Politik zumnidest zu überdenken wollen. Ein kleiner, aber dennoch erstaunlicher Schritt.
Es kann jetzt nur jeder Bürger seine Menung kundtun und hoffen, dass diese auch gehört wird.
punkix
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Thema: Die Ereignisse in Japan
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21.03.2011, 10:09
AW: Die Ereignisse in Japan
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21.03.2011, 10:53
AW: Die Ereignisse in Japan
EINE Umfrage (Emnid), ZWEI Schlagzeilen
-Eine deutliche Mehrheit der Deutschen ist bereit, finanzielle Einbussen durch atomfreien Strom hinzunehmen!
-Nur 17 Prozent der Deutschen sind bereit für atomfreien Strom mehr als 11 Euro im Monat zusätzlich zu bezahlen!
Der Bericht:
Eine Mehrheit von 58 Prozent der Deutschen wäre nach einer Umfrage bereit, finanzielle Einbußen für atomfreien Strom hinzunehmen. Im Schnitt würden sie 15 Euro mehr dafür zu zahlen, ergab eine Erhebung von Emnid. 31 Prozent der Befragten wären bereit, 1 bis 10 Euro pro Monat mehr auszugeben, 10 Prozent würden 11 bis 20 Euro akzeptieren.
Sieben Prozent wären sogar bereit, bis zu 30 Euro pro Monat mehr zu bezahlen. Die Mehrheit der Deutschen (72 Prozent) fürchtet jedoch, dass ein schneller Ausstieg aus der Atomindustrie einen großen wirtschaftlichen Schaden mit sich zieht.
Da scheint die erhoffte Panikwelle ja schon am Kleingeldbereich des Geldbeutels zu brechen ...
Die oben erwähnte Greenpeace-Studie (Greenpeace ist übrigens auch eine Lobby-Organisation) geht übrigens von massenhaftem Import von Solarstrom aus Afrika aus. Allerdings ist dieser noch nicht einmal im Detail geplant, der erzielte Marktpreis würde deutlich über dem derzeitigen Strompreis liegen und "Kleinigkeiten" wie die politische Situation in Nordafrika, Leitungsbau und der Erpressbarkeit (welchen Nutzen erhalten die Afrikaner) sind noch nicht ansatzweise geklärt. ABER der Greenpeace-Konzern (investierte bisher selbst 100 Millionen in Anlagentechnik) rechnet diese vagen Vorstellungen einfach gegen kurzfristige Abschaltungen auf.
Im englischen nennt man das wohl "wishfull-thinking" ...
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21.03.2011, 11:17
AW: Die Ereignisse in Japan
Ob die Deutschen bereit sind mehr zu bezahlen oder nicht, spielt gar keine Rolle. Sie werden es müssen.
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21.03.2011, 11:58
AW: Die Ereignisse in Japan
Sorry, ich bin zu doof, nur Teile zu zitieren, deshalb sind meine Antworten im Zitat nicht unterscheidbar :(
Bitte das zu entschuldigen. Ich hab meine Einwürfe in eckige Klammern gepackt und hoffe, dass das ausreicht.
Mein Wunschdenken ist: Sollten wir je in so eine Situation wie Japan kommen, dann möchte ich mich wie die Japaner ans Aufräumen machen, sollte ich das überleben.
Und nicht auch noch nicht wieder gut zu machende menschliche Sorglosigkeit im Nacken haben.Geändert von maia (21.03.2011 um 12:02 Uhr)
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21.03.2011, 12:04
AW: Die Ereignisse in Japan
Die reinen Stromkosten sind seit 15 Jahren fast unverändert geblieben und liegen DEUTLICH unter der allgemeinen Inflation. Allerdings wurde der Strompreis für den Endverbraucher durch die Ökosteuer (Stromsteuer), Erneuerbare Energien Umlage (EEG) und die laufend erhöhte Mehrwertsteuer, drastisch verteuert.
Dabei sind das nur die direkten Mehrkosten - die indirekten Kosten durch erhöhte Stromrechnungen für den Einzelhandel, das Handwerk, die Industrie, die Dienstleistungen und staatliche/halbstaatliche Abnehmer etc. - und deren Weitergabe an den Endverbraucher - kommen natürlich noch hinzu.
Übrigens geht der "Trend" in der Industrie zu eigen erzeugtem Strom in Kleinkraftanlagen. Diese werden sogar von der Politik gefördert. Allerdings fällt für diesen Strom natürlich keine Stromsteuer und auch keine EEG an. Die erzeugte Mengen Ökostrom werden sich aber davon unabhängig erhöhen - und wer zahlt dann wohl die zusätzliche EEG-Umlagen?
Übrigens kann ich Geschäft und Meinung deutlich trennen. So finde ich Solarstrom Makroökonomisch eine ineffiziente Verschwendung von Geld - Mikroökonomisch verdienen wir dank der Umlagezahlungen der Endverbraucher. Ökostromhandel mit Wasserkraft aus 50 Jahre alten Wasserkraftwerken aus Norwegen (die immer exportiert wurde) und nun für teureres Geld und neuer Verpackung verkauft wird - finde ich absolut hirnrissig. Aber wenn es in Deutschland tatsächlich Menschen gibt, die für ein altes Gut in neuer Verpackung MEHR zahlen - warum sollte ich dann nicht in den Ökohandel einsteigen. Ein paar Werbeslogans á la "absolut frei von Atomkraft", "wir versorgen die Zukunft" oder "reiner Strom für ein reines Gewissen" würden mir schon einfallen - solange es das Geschäft fördert ... und wer nimmt die Werbung schon ernst?
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21.03.2011, 12:55Inaktiver User
AW: Die Ereignisse in Japan
So so ...
Entwicklung der Strompreise der letzten 10 Jahre
(Strompreise in Euro pro Kilowattstunde)
* 2000: 0,1394 €
* 2001: 0,1432 €
* 2002: 0,1611 €
* 2003: 0,1719 €
* 2004: 0,1796 €
* 2005: 0,1866 €
* 2006: 0,1946 €
* 2007: 0,2064 €
* 2008: 0,2165 €
* 2009: 0,2321 €
* 2010: 0,2369 € (vorläufig)
* 2011: 0,2546 € (prognostiziert)
Das bedeutet einen Anstieg in 11 Jahren um rund 83%
Quelle
Weiter aus derselben Quelle Aussagen der Bundesnetzagentur zu den Strompreisen.
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21.03.2011, 13:15
AW: Die Ereignisse in Japan
#Tomsten
Ich hatte explizit auf die REINEN Stromkosten hingewiesen!
1998: 0,1289 zzgl. damals fälliger EEG und Umsatzsteuer (noch ohne die Ökosteuer) ergibt 0,1713
2011: 0,1357 zzg. der derzeit fälligen EEG, Umsatzsteuer und Ökosteuer ergibt 0,2495
Der Steuern- und Umlageanteil hat sich also von 24,7 % auf 45,6 % erhöht!
Der reine Strompreis OHNE Steuern und Umlagen ist also in diesen 13 Jahren um 5,29 % gestiegen. Der Brutto-Strompreis inkl. Steuern und Umlagen ist dagegen um 45,65 % gestiegen!
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21.03.2011, 13:15
AW: Die Ereignisse in Japan
sind diese ganzen kostenbeispiele nicht ohnehin in jede Richtung rechenbar?
Je nachdem wer halt rechnet? Greenpeace wird den Atomstrom teuer rechnen und Vattenfall den Ökostrom, oder?
die Frage ist doch, will ich "Atomstrom"?
Ob ich letztlich mehr zahle oder Strom einspare, oder auf's eigene Dach was baue, ist doch dann erst die nächste Frage?
Und werden die kosten für AKW's und deren Abfall nicht erst noch richtig explodieren? Wer zahlt denn das? Der Steuerzahler --> also ich!
für mich ist klar: AKW'S ? Nein, Danke!
punkix
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21.03.2011, 13:19
AW: Die Ereignisse in Japan
ein schlagkräftiges Argument, warum es viele Befürworter dieser Technik gibt:
Auf etwa eine Million Euro Gewinn schätzt Lutz Mez von der Forschungsstelle für Umweltpolitik der Freien Universität Berlin den Gewinn, den ein abgeschriebener Meiler abwirft - pro Tag.
AUS DER sÜDDEUTSCHEN
Es dürfte kaum eine andere Branche schaffen, in einem Werk pro Tag!
punkix
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21.03.2011, 14:01
AW: Die Ereignisse in Japan
#punkix
Welchen Gewinn? Gewinn nach Abschreibungen vor Zinsen - nach Zinsen - vor Steuern - nach Steuern???
Ich denke mal, daß man (um auch genügend Eindruck zu hinterlassen) das Ebit herangezogen hat. Also Gewinn nach Abschreibungen, vor Zins- und Steuerzahlungen.
1 Mio. am Tag pro Werk???
Na, da macht Daimler sicherlich mehr Gewinn, wenn man nur die Hauptwerke ohne Teile- oder Montagewerke rechnet - und zwar liegt der Gesamtgewinn im Jahr 2010 bei
20 Mio. Euro am Tag!
Das das Werk allerdings bis zur Abschreibung der Anlagen rechnerisch viel weniger oder gar keinen Gewinn eingefahren hat - wen interessiert es - und das in einem Kernkraftwerkt JEDES Jahr zweistellige Investitionen durchgeführt werden und es somit NIE zu einem Abgeschriebenen Werk kommen kann - wen interessiert das schon.
Die Schlagzeile steht - und das Böse wurde entlarvt ...
Genau DIESE Argumentationen stören mich! Entweder die Initiatoren WISSEN ES NICHT BESSER oder sie wollen bewusst täuschen, dramatisieren und manipulieren ...


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