#zitronenmund
"Wie nennt man denn die Kosten, die durch die "sichere" Lagerung des Atommülls entstehen?
Und wer trägt die?
Die werden nicht eingerechnet in den Preis des Atomstroms."
Diese Kosten tragen EINDEUTIG und allein die Verursacher! Die Unternehmen zahlen die Kastoren, deren Zwischenlagerung, Transport und die Zwischen- und Endlagerung! Allerdings müssen sie schon von der Politik ein Endlager gestellt bekommen.
Wenn der Staat dir keine Mülldeponie zuordnet, dir deinen Müll nicht abnimmt, die Zwischenlagerung deines Mülls im Haus nur gestattet - aber dann trotzdem eine ordentliche Entsorgung von dir verlangt - dann ist das doch wohl nicht nur dein Problem ...
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Thema: Die Ereignisse in Japan
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18.03.2011, 16:09
AW: Die Ereignisse in Japan
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18.03.2011, 17:08
AW: Die Ereignisse in Japan
Ist das so? Die Energieversorger zahlen Kastoren und Endlagerung?
Das Problem (im "Normalbetrieb") ist doch, daß es keine sichere Endlagerung gibt und laufend neue Massen an radioaktivem Strahlenmüll anfallen.
Die Probleme im sogenannten Endlager in Asse werden ja in den Medien immer nur gestreift, eine Bergung der Fässer und Sanierung des Lagers bzw. Wahl eines neuen (mit den ganzen Problemen drumherum) zahlen die Konzerne doch bestimmt nicht, oder?
Von Subventionen bei der Entwicklung der Kernernergie in der Vergangenheit mal ganz abgesehen - viele Kosten sind doch vermutlich nicht in der Stromrechnung eingepreist, sondern in den Staatsschulden enthalten, oder?
lg lenitaGeändert von lenita (18.03.2011 um 17:20 Uhr)
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18.03.2011, 17:23
AW: Die Ereignisse in Japan
Es gibt weltweit 442 Reaktorblöcke.
Wird man diesen anfallenden Abfall jemals sicher entsorgen können?
Ich glaube nicht
Demnach kann man sich in etwa ausrechnen,
wie lange es uns Menschen (zumindest in der jetzigen Form) noch geben wird.Geändert von Streuner (18.03.2011 um 17:26 Uhr)
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18.03.2011, 17:32Inaktiver User
AW: Die Ereignisse in Japan
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18.03.2011, 17:53Inaktiver User
AW: Die Ereignisse in Japan
Gute Nachrichten für die Evakuierten:
Der Hafen Sendai ist wieder in Ordnung. Ein japanisches Schiff hat angelegt und Hilfsgüter entladen.
Außerdem will die EU umgehend eine Luftbrücke einrichten.
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18.03.2011, 18:12Inaktiver User
AW: Die Ereignisse in Japan
Noch einmal zu den Evakuierungsgedanken:
gebetsmühlenartig bleibt nur zu wiedernholen: wir können nicht von unseren gedanklichen, emotionalen und soziokulturellen Maßstäben ausgehen.
Die permanenten Bewertungen hier, die Ungläubigkeit und das (vermeintlich) 'bessere Wissen' wären ein Affront gegen jeden Japaner, der dies lesen würde.
Darüber rege ich mich wirklich auf, mit welcher Beharrlichkeit wir unsere Lösungsansätze und unsere Sicht der Welt offenbar für die einzige Wahrheit halten.
Und nochmals zu dem eingestelltenn Text: klar, er ist in gewisser Weise durchaus grenzwertig. Es ist dermaßen viel Elend im Norden zu finden, dann klingt dieser Bericht leicht 'verstrahlt' - und dennoch auch er ist ein Stück Wahrheit und Realität. Und sei es nur von einem einzigen Menschen.
Für mich persönlich stellt dies auch keine Esoterik dar, sondern Philosophie, Religion und Physik.
Die Hilfestellungen, ja, ich wundere mich einerseits schon auch, als lösungsorientierte Pragmatikerin hätte ich schon konvoimässig Hubschrauber und Flugzeuge eingesetzt. Warum dies alles so lange dauert, kann ich auch nicht beurteilen. Allerdings - und das ist sicher - es gibt nicht viele Straßen im Norden, auch nur begrenzt Eisenbahnlinien, die zum größten Teil zerstört sein mögen. Von daher wundert's schon wieder weniger.
Außerdem sind im Moment wahrscheinlich auch viele mentale Hürden zu überwinden. Wer den Schlamm sieht, kann sich vorstellen, welch' zähe, lähmende Masse ihre Energie sicherlich auch zum Teil auf die Menschen überträgt. Und dann noch das Ausmaß an Zerstörung. Wo anfangen?
Durch die zusätzliche atomare Bedrohung herrscht auch keine 'Aufbaustimmung', es herrscht auch eine Art 'Lähmung'. Dies muss gar nicht bewußt ablaufen, es ist einfach eine Energie, die über dem Land liegt. Schock, Trauma, Angst, absolute Überforderung.
Heute wurden Roboter für die Kraftwerke aus Deutschland angefordert. Da frage ich mich auch, warum erst heute? Warum müssen Menschen geopfert werden, wenn es doch möglicherweise andere Mittel gibt.
Die Stromleitungen, an denen seit Tagen gebastelt wird, auch hier: was passiert, warum schleppt sich alles so dahin?
Wir haben überlegt, Menschen rüberzuholen, das ist im Moment noch keine Option. Keine Frau würde ihren Mann im Stich lassen, kein 'anständiger' Tokyoter seine Stadt verlassen, solange es noch diese Not im Norden gibt. "Ich kann doch nicht einfach gehen, wenn es anderen noch so viel schlechter geht". Das ist der große Konsens.
Natürlich herrscht Angst, wir wären blöd, wenn wir glaubten, dass keine Angst herrschte und Verzweiflung, aber ich glaube einfach und fast möchte ich darum bitten, lasst uns mit diesen Bewertungen aufhören, warum die Leute nicht fliehen bzw. sich evakuieren.
Es müßte wohl in der Tat eine Anordnung von Ministerpräsident Kan erfolgen, damit sich hier etwas täte.
Heute morgen hatte ich eine Mail von einem japanischen Kollegen aus Tokyo im Posteingang, und dass die Menschen dort nicht in Saus und Braus leben, dazu brauchte ich nicht einmal zwischen den Zeilen zu lesen. Es geht ihnen Sch***, nur - und auch das schrieb ich schon einmal - sie sind auch keine 'Fluchten' gewohnt. Sie haben außerdem Arbeitsplätze, die nicht einfach aufgegeben werden, das hieße in gewisser Weise auch Fahnenflucht.
Viele japanische Firmen werden außerdem im Moment damit beschäftigt sein, für ihre Mitarbeiter Evakuierungspläne auszuarbeiten. Im japanischen System sorgt vor allem auch die Firma für das Wohlergehen der Menschen. Das geht so weit (heute vielleicht nicht mehr ganz so oft), dass der Vorgesetzte sich um ledige Mitarbeiter kümmert und nach Ehepartnern schaut.
Ihr seht also, vollkommen verschieden von unserer Denke.
Und deshalb immer wieder: lasst uns aus diesen Bewertungsmodellen hier aussteigen. In gewisser Weise geht es uns auch schlichtweg nichts an. Es sei denn, wir werden darum gebeten. Und das findet ja nun statt.
Außerdem frage ich mich trotz allem immer wieder, was wäre hier bei uns? Wie gingen wir miteinander um? Wäre eine Fortsetzung der Ellenbogenmentalität, wie wir sie kennen, auch die Fluchtmentalität der Deutschen. Würden die Panzer-Geländewagen auf der Autobahn dann die Kleinwagen überrollen? Oder würden wir teilweise vielleicht doch auch bleiben, weil wir eine alte Oma im Pflegeheim haben, weil unser Partner bleiben müsste und wir dann nicht wüßten, ihn jemals wiederzusehen.
Wir gehen nicht in den japanischen Schuhen, und wir können darüber gerade verdammt glücklich sein.
P.S. Nette Idee mit den Schreibberechtigungsscheinen
, und schön, dass doch noch ein bissel Selbstironie hier Platz hat.
Geändert von Inaktiver User (18.03.2011 um 18:20 Uhr) Grund: Kosmetik
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18.03.2011, 18:22Inaktiver User
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18.03.2011, 18:56
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18.03.2011, 20:00
AW: Die Ereignisse in Japan
Was ich mich frage: Das Erdbeben hatt eine Stärke von 9,0. Das Epizentrum lag aber einiges entfernt von Tokio. Ich habe kürzlich gelesen, dass die Stärke in Tokio etwa bei 7,5-8 lag. Was wäre gewesen, wenn dieses Erdbeben sein Epizentrum in der Region Tokios gehabt hätt`?
Wahrscheinlich noch furchtbarer als bei diesem aktuellen Erdbeben. Und dieses Erdbeben direkt unter einem AKW, dann wäre das Ergebnis wahrscheinlich auch katastrophal, auch ohne Tsunami.Ich bin, also denke ich
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18.03.2011, 20:03Inaktiver User


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