Da möchte ich Dir schonmal widersprechen.
Zumindest bei mir ist es so, dass ich manche Meinung von mir gebe, obwohl... nein, weil ich nicht weiß ob sie richtig ist.
Anhand der Antworten, die ich dann erhalte, komme ich dann manchmal zu einer anderen Meinung. Hast Du noch nie Deine Meinung geändert und zugegeben, dass Du Dich geirrt hast? Auch, wenn ich Deine Meinungen teilweise für hartherzig halte, so schätze ich Dich doch als menschlich ein, als jemanden, der sich menschlicherweise auch mal irren kann.
Hartherzigkeit ist auch eine menschliche Eigenschaft.
Ob man diese behalten will, muss jeder selber entscheiden.
Warum schreibst Du hier, wenn Du es für belanglos und unnütz hältst?Nur gut dass jeder hier in beruhigender Sicherheit seinen / ihren Senf dazu geben kann. Das ändert nichts daran das wir hier kein Stück helfen, das Atomwerk zu sichern und alles was wir hier schreiben somit belanglos ist.
Ich halte es im Gegenteil für überlebenswichtig, aus den Fehlern in Japan für die ganze Welt zu lernen - kollektiv zu lernen. Durch kollektives Denken, was wir hier praktizieren.
Auch Deine hartherzig wirkenden Einlassungen (vielleicht schätze ich Dich ja falsch ein) leisten hier einen nützlichen Beitrag. Man muss alles von allen Seiten betrachten, um es richtig beurteilen zu können. So ist es auch wichtig zu wissen, dass es auch hartherzige Menschen gibt (jetzt allgemein gesehen und nicht sperziell auf Dich bezogen).
Ja, dort wo das Unglück stattfindet, sind sie die einzigen, die etwas bewirken können.Die Leute die dort sterben, sich opfern bewirken mehr. Wie das moralisch vertretbar ist spielt dabei keine Rolle, sie sind die wenigen die was bewirken, mehr oder minder.
Wer nicht dort ist, kann dort auch wenig bewirken (außer vielleicht mit guten Ratschlägen. Aber dann ist er in Gedanken auch 'dort'.)
*Binsenweisheit*
Auf mich nicht. Jeder Mensch weint anders. Vermisst Du dramatische Szenen?Zur Sicht auf die Japaner kann man sicher gemischte Gefühle haben. Sie wirken gefühlskalt.
Wäre kein schlechter Grund.Das tun sie um andere nicht zu belasten.
'Nicht darüber reden' würdest Du als Teilnahmslosigkeit und Gefühlskälte von unserer Seite aus auslegen - und das wäre es auch.Hierzulande reden die Leute gern, ohne selbst was beisteuern zu können, am besten in Vollkommener Sicherheit.
Hä???Und mal im Ernst: Sie erfahren so viel Leid und wir haben nichts besseres zu tun, als ihren emotionalen Umgang mit ihrer Situation zu beurteilen und zu verurteilen. Das kann es nicht sein. Sie leiden ohne Ende, ob sie dies zeigen oder nicht, da kann es nicht sein dass über deren Gefühlswelt kritisiert wird und Mitgefühl deswegen verloren geht.
Wer außer Dir macht das denn hier???
Sie wirken gefühlskalt.Ist das vielleicht nicht kritikwürdig?Im Radio habe ich erst gehört wie sich Japaner für Mitgefühl bedanken.
Im sicheren Deutschland bricht geringe Massenpanik und Medienhype aus und viele meinen zu wissen, wie sich die Japaner verhalten müssten und kritisieren die Leute die für andere sterben verantwortlich sind.
Ich habe das Gefühl, wir sind uns einig, erkennen es nur nicht![]()
Antworten
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Thema: Die Ereignisse in Japan
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18.03.2011, 15:39
AW: Die Ereignisse in Japan
Geändert von Streuner (18.03.2011 um 15:44 Uhr)
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18.03.2011, 15:39
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18.03.2011, 15:43
AW: Die Ereignisse in Japan
Ehrlich: Ich glaube, es kann gar nicht funktionieren, zig Millionen Menschen von einer Insel zu evakuieren. Ich sehe keine Möglichkeit dazu. Mit welchen Transportmitteln soll dies bewerkstelligt werden? Die Besiedlungsdichte ist eine ganz andere als in Tschernobyl damals. Ich glaube, es ist der Versuch, eine vollständige, landergreifende Panik zu vermeiden, weil man nichts anbieten kann.
Und ich bin davon entsetzt. Paralysiert.
Schreibberechtigungsscheine
Das Schöne an einem Forum ist ja, dass sich jeder genau so viel Platz nehmen kann, wie er möchte.
Finde ich.
Das Leben ist wie ein Duschvorhang. Kann schimmeln, muss aber nicht.
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18.03.2011, 15:49
AW: Die Ereignisse in Japan
Ich weiß nicht mehr wo - bleibe also den Beleg schuldig - ich es gelesen habe: Ein "Panikforscher" sagte, dass man eine Evakuierung von 35 Mio Menschen nicht organisieren könnte, wenn man Panikausbrüche vermeiden wolle. Die Evakuierung würde aber in einem "dynamischen" Prozess trotzdem ablaufen, ohne dass sie von Seite des Staates organisiert würde.
Schreibberechtigungsscheine kann jede/r bei mir erwerben *genehmigt und gestempelt*#MeToo
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18.03.2011, 15:50
AW: Die Ereignisse in Japan
Man müsste wissen, wieviele Flugzeugträger es in der Gegend gibt.
Auf denen könnten dann Hubschrauber landen, welche die Menschen auf das Umland verteilen.
Aber zu gierig sollte man auch nicht sein, gell TomstenDas Schöne an einem Forum ist ja, dass sich jeder genau so viel Platz nehmen kann, wie er möchte.
Finde ich.
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18.03.2011, 15:52Inaktiver User
AW: Die Ereignisse in Japan
Das was ich geschrieben habe, war zu 90% nicht meine eigene Meinung. Ich wollte vielmehr den aufkommenden Streit schlichten.
Und ja ich denke wir können was bewirken (wenn auch sehr wenig, aber jedes kleine Stück setzt ein Puzzel zusammen).
Und meine Meinung ist definitiv sehr oft irrend (menschlich). Von daher finde ich den Austausch wichtig.
Das wurde als Grund für die geringe Spendenbereitschaft aus Deutschland angegeben.Geändert von Inaktiver User (18.03.2011 um 15:55 Uhr)
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18.03.2011, 16:06Inaktiver User
AW: Die Ereignisse in Japan
Hierzu eine Abschätzung, was weiter passieren könnte: Szenarien
Die amerikanischen Behörden halten einen Umkreis von 80 km für gefährlich. Das Problem ist, dass selbst in den Auffanglagern, die bisher etabliert wurden, die Versorgung mit Lebensmitteln, Wasser und Energie nur unzureichend klappt. Wie soll eine geordnete Evakuierung um weitere 50 km denn aussehen?
Auf Phoenix wurde diese Deutsche gezeigt, deren japanischer Mann gegen ihre Ausreise und die ihres gemeinsamen Kindes war. Du erinnerst dich.Das macht mir keiner weiß, dass nicht eine ganze Menge Menschen sofort abziehen würden, wenn sie besser durch ihre eigene Regierung informiert wären und sich eben NICHT erst in der Weltpresse / Internet erkundigen müssten und selbst erst mal diskutieren müssten, inwieweit sie von ihren eigenen Leuten für dumm verkauft werden und inwiefern das Ausland übertreibt.
Sie sagte, es sei realistisch möglich, dass ihre Ehe daran zerbrechen kann. Ihr Mann hat den Kontakt zu ihr abgebrochen. Anscheinend war der Streit darüber, ob man gemeinsam gehen oder bleiben solle, noch sehr viel heftiger als zunächst angedeutet.
Aber das ist nur ein Fall; wir wissen natürlich nicht, was andere denken. Aber es ist doch vielleicht beispielhaft.
Ich bin darüber ziemlich fassungslos.
- Oder vielleicht auch nur Opfer eines fragwürdigen westlichen humanistischen Prinzips ... ?!?!?! Wer weiß. Evtl. auch nur hysterisch. Oder schwatzhaft.
Sei's drum. Vielleicht schickt mir mal jemand per PN die Stelle, wo ich Schreibberechtigungsscheine für hier beantragen kann. Und warum.
Ironie des Schicksals.Was ich für bemerkenswert halte:
Die Natur hat per Erdbeben und Tsunami die menschlich angelegte Katastrophe ausgelöst.
Und jetzt liegt's wieder an der Natur, dass der Mensch noch mal Glück im Unglück hat: Hoffentlich bläst der Wind weiterhin aufs Meer hinaus.Geändert von Inaktiver User (18.03.2011 um 17:52 Uhr)
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18.03.2011, 16:06Inaktiver User
AW: Die Ereignisse in Japan
Leda, genau aus diesem Grund wird es vor 2 Tagen wohl eine Videoansprache des Kaisers gegeben haben. Es gibt keine organisierte Hilfe in Fällen solcher Größenordnung. Der Bericht gibt auch einen Grund für das vermeintlich geduldige Ausharren der Japaner - die Sorge um den Arbeitsplatz.
Was externe Hilfe betrifft, das hatte ich schon erwähnt, schreibt die Diakonie Katastrophenhilfe heute aktualisiert
zitiert aus klickKein Land ist so gut auf Katastrophenschutz und -hilfe spezialisiert und dafür gerüstet wie Japan. Nur wenige Länder verfügen über so viel eigene Mittel und leichte Kreditzugänge. Gegenwärtig ist für uns darum noch nicht absehbar, wie viele unserer Kollekten- und Spendenmittel tatsächlich in der Katastrophenregion gebraucht werden.
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18.03.2011, 16:07
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18.03.2011, 16:09Inaktiver User



Da will ich mal meinen "Senf" dazu geben:
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